Dezember 2013

Wo bleibt das Wort der Versöhnung?

Kampf gegen die Armut, Krieg oder Ungerechtigkeit – all das mag ein Teil des christlichen Auftrags sein. Doch die Stärke der Kirche liegt woanders, nämlich in der Verkündigung des Wortes. Thomas Schmid trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt:

Es gibt Christen, die … eine neue Evangelisierung im Sinn haben. Viele von ihnen tun das defensiv und nicht ohne Unterwürfigkeit unter das, was als Geist der Zeit gilt. Man kennt diese Haltung des Anschmiegens an die je aktuellen Themen vor allem aus der evangelischen Kirche.

Da versucht man, die verloren gegangene spirituelle Kompetenz sozial-gesellschaftlich zu kompensieren: Kampf gegen die Armut, Kampf für soziale Gerechtigkeit, hier wie vor allem in den Ländern, die den Sprung in die wirtschaftliche Moderne noch nicht geschafft haben. Religion als Reform-, manchmal als Revolutionsersatz. Aber auch an den Katholiken ist diese Versuchung, den Glauben nicht für sich stehen zu lassen, sondern diesseitig auszubuchstabieren, nicht spurlos vorbei gegangen.

Papst Franziskus hat in seinem ersten apostolischen Schreiben einen überaus klaren Ton angeschlagen. Dort macht er zwar Mut und fordert gewissermaßen eine fröhliche Kirche: eine Kirche, deren Botschaft keine Drohbotschaft ist, eine Kirche, die sich nicht einigelt, sondern in die Welt geht und sich mit den Menschen, wie sie sind, ins Benehmen setzt.

Hier der Beitrag: www.welt.de.

Besinnliche Weihnachten

Jochen Klepper:

Die Feier ward zu bunt und heiter,
mit der die Welt dein Fest begeht.
Mach uns doch für die Nacht bereiter,
in der dein Stern am Himmel steht.
Und über deiner Krippe schon
zeig uns dein Kreuz, du Menschensohn.

Glauben und Denken heute 2/2013

Gudh 012 coverDie Winterausgabe von Glauben und Denken heute steht im Internet zum Herunterladen bereit.

Zum Inhalt:

Artikel

  • Johannes Otto: Editorial
  • Johannes Otto: Suche Jesum und sein Licht … (Zum 75. Todestag von Hermann Menge)
  • Dr. Daniel Facius: Ist Gott „selbst-zentriert“?
  • Prof. Dr. Thomas K. Johnson: Religionsfreiheit und das zweifache Werk Gottes in der Welt
  • Titus Vogt: Interview zur Neuerscheinung „Von Ewigkeit erwählt?!“

Rezensionen

  • Johannes Otto: Der sogenannte historische Jesus und der geschichtliche, biblische Christus (Martin Kähler)
  • Dr. Daniel Facius: Der Sündenfall des Rechtsstaats (Tilman Jens)
  • Dr. Daniel Facius: „Einst opferte Jerobeam …“ (Andreas Spät)
  • Dr. Daniel Facius: Fundamentalismus contra „Neo-Orthodoxie“ (David Jäggi)
  • Hanniel Strebel: Christliche Bildung im postmodernistischen Umfeld (Nicolas Wolterstorff)
  • Johannes Otto: Sonderausgabe des Heidelberger Katechismus (Evangelische Kirche in Baden und das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg)
  • Johannes Otto: Missionstheologien der Gegenwart (Henning Wrogemann)
  • Ron Kubsch: Krisis und Gnade (Michael Beintker)
  • Ron Kubsch: Martin Heidegger: Briefwechsel mit seinen Eltern und Briefe an seine Schwester (Jörg Heidegger u. Alfred Denker)

Die Ausgabe kann hier heruntergeladen werden: www.bucer.de.

Bettina Röhl: Gesellschaft verliert Konsensfähigkeit

Bettina Röhl kommt bei ihrer Analyse der gesellschaftspolitischen Lage in Deutschland zu dem Ergebnis, dass wir uns vor allem um den persönlichen Frieden und Wohlstand sorgen und die Fragmentarisierung weiter fortschreitet. Das IST unserer Welt programmiert das Bewusstsein auf Beliebigkeit. „Beliebigkeit wirkt allerdings besonders destruktiv, wenn gleichzeitig tradierte Werte gezielt zerstört werden und zwar nach wie vor von einem ganz unsichtbar gewordenen, ehedem kommunistischen, antikapitalistischen Ideologismus.“

Sehr viele Menschen in den großen Volksparteien haben Sorge vor dem Terrorismus, sei es linker, rechter oder islamistischer Provenienz. Tatsächlich aber sind es diese Menschen selbst, die mit ihrer Trägheit und Ignoranz ein großes Wertevakuum in der Gesellschaft entstehen lassen, das Extremisten für sich nutzen. Und manchmal werden sie sogar aus dem System heraus eingeladen, in Deutschland ihre Extremismen zu verankern.

Die vertikale, teils sogar territoriale Zerlegung des Gemeinwesens in Parallelgesellschaften zeitigt irreversible Zerstörungen des Staates, den es zunehmend nicht mehr gibt. Und diese Feststellung ist leider weder Alarmismus noch düstere Ahnung einer fernen Zukunft, sondern die Beschreibung einer Realität, die man noch allzu locker und leicht verkennen kann, wenn man es gern möchte.

Die Zerlegung der Gesellschaft in gendernde Frauen und gegenderte Männer zerstört nicht nur die Familien und Familienverbände, fördert und perpetuiert das ohnehin schon gigantische Singletum in der Gesellschaft, sondern verstört viele Menschen auch in ihrem eigenen Inneren. Die Gender-Politik spaltet auch die deutsche von den migrantischen Gesellschaften innerhalb Deutschlands, wirkt also desintegrativ. Und Genderpolitik schafft auch Konflikte zwischen den Generationen in allen Gesellschaften, in dem die genierenden Kinder von den eigenen Kindern entfernt werden.

Hier die düstere aber lesenswerte Kolumne: www.wiwo.de.

Schulnotstand

Eine Hamburger Lehrerin hat Mut gefasst und sich mit ihren erschreckenden Schulerfahrungen an die Eltern gewandt. Die Schüler in ihrer Klasse seien verzogen und hätten keinen Respekt, schreibt sie. Es handelt sich um Erstklässler.

Die „Hamburger Morgenpost“ berichtete über den Fall und druckte Auszüge aus dem Brief, der den täglichen Kampf um Respekt einer Lehrerin im Alltag einer Grundschule schildert.

„Kinder kommen bereits um 8 Uhr früh gut gefüllt mit einer Stunde Super RTL, gewalttätigen und blutrünstigen Gameboy-Spielen und einem beachtlichen Blutzuckerspiegel in die Schule“, beschreibt die Pädagogin die Situation. „Sie springen mit erhobenen Fäusten wie Ninjakämpfer in die Klasse, semmeln erstmal drei Mitschüler über den Haufen und merken es nicht einmal.“

Besonders die Situation in der Kunsthalle machte die Lehrerin wütend. Und war für sie Anlass zu intervenieren. Die Kinder hätten ihre Sachen überall liegen lassen und die Gästebetreuerin in der Kunsthalle beleidigt. „Die Mitschüler werden angeschrien, geboxt, getreten und Rucksäcke umhergeschleudert. Ein älterer Herr bekommt auch einen ab. Eine Entschuldigung ist nicht zu erwarten.“ Die Kinder sind sechs oder sieben Jahre alt.

Hier mehr: www.welt.de.

Wenn sich eine Stadt von der Kirche trennt

Malte Buse und Anne-Sophie Lang habe für DIE ZEIT schon mal durchkalkuliert, was der Stadt Münster die konsequente Trennung von Staat und Kirche bringen würde. Fazit:

Mehr Freiheit für Schulen, neue Arbeitsregeln in Krankenhäusern, eine Diözese, die sparen müsste – Münster würde sich durch eine strikte Trennung von Staat und Kirche verändern. Die christlichen Kirchen würden das öffentliche Leben nicht mehr so stark prägen. Weil das Geld knapper würde, wären sie mehr auf Spenden angewiesen und müssten stärker auf die Wünsche ihrer Mitglieder hören.

Hier: www.zeit.de.

Auslosung „Weihnachtsaktion 2013“

An der Weihnachtsaktion haben ungefähr einhundert Leute teilgenommen. Vielen Dank!

MG 2094

Meine Tochter hat soeben das Los gezogen. Gewonnen hat Viktor J. aus Gifhorn. Das Buch geht heute zur Post.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Frauenquote entmündigt das weibliche Geschlecht

Die Frauenquote in Aufsichtsräten soll nach den Willen der Großen Koalition ab 2016 kommen. Aus Sicht des Geschlechterforschers Gerhard Amendt ist die Quote aber das falsche Instrument: Sie infantilisiert Frauen, löst bei Männern Schuldgefühle aus und zementiert traditionelle Rollenklischees.

Die meisten Quotenanhängerinnen wollen nicht wahrhaben, dass die Fürsorglichkeit, die sie Frauen zugedacht haben, diese nur infantilisiert. Die Quote lebt von der Unterstellung, dass Frauen alleine es nicht schaffen. Deshalb brauchten sie früher den stützenden Ehemann und heute den Staat, der ihnen beim Aufstieg hilft. Die leistungsorientierte Konkurrenzgesellschaft könne demnach nichts für Frauen sein. Sondern nur für Männer. Das ist erschreckend deckungsgleich mit Ideologien um 1900. Der Neurologe Paul Möbius etwa hielt Frauen für schwachsinnig; sie seien für das Leben außerhalb der Familie schlicht untauglich. Sehen das die Quotenbefürworter heute noch genauso? Der Platz der Frau sei für immer und ewig zuhause, denn außerhalb der Familie holten sie sich nur Blessuren?

Heute wird das durch eine beschützende Idee ergänzt: Der Arbeitswelt müsse der Stachel genommen werden, damit sich Frauen dort wohlfühlen können. Auf diese Idee kämen Männer wohl kaum, denn sie mussten stets alleine oder mit ihrer Gewerkschaft um bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Wenn Quotenpolitikerinnen das aber fordern, dann wollen sie nicht kämpfen, sondern Frauen „in gemachte Betten legen“. Im privaten Leben geschieht das bereits einverständlich. Jetzt wollen sie das in die öffentliche Sphäre der Berufe und Wissenschaften übertragen. Wenn Männer dazu schweigen, dann stimmen sie dem zu.

Mehr: www.cicero.de.

Was ist rettender Glaube?

Woran können wir rettenden Glauben erkennen? Martin hat sich mal hingesetzt, und die McArthur Studienbibel darauf hin befragt:

Ich habe seit wenigstens 5 Jahren die PDF-Ausgabe, die ich mir irgendwann einmal auf einer CD gekauft habe. Vielleicht bald kaufe ich mir die gebundene Ausgabe, wenn meine alte Lutherbibel in ihre Bestandteile zerfällt und eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Die deutsche Ausgabe der McArthur-Studienbibel beruht auf der Schlachter-Übersetzung von 2000, die ich ganz besonders gerne lese, weil sie sehr wortgetreu ist.

Ein kleines Beispiel, warum ich die John-McArthur-Studienbibel so mag: beim Schmökern habe ich dort eine Aufstellung darüber gefunden, was nach der Bibel Kennzeichen des wahren, rettenden Glaubens sind.

Das ist interessant, weil in meiner Umgebung einige Leute sind, die andere positiv als “Christen” identifizieren bzw. wiederum andere Leute als “das ist kein Christ” verurteilen. Zumeist stimmen deren Kriterien nicht mit denen der Bibel überein.

Hier geht’s weiter: kind-in-gottes-reich.com.

Heubtartikel Christlicher Lere

51ZGPCMKP9LFalls jemand auf der Suche nach einem schönen Weihnachtsgeschenk für einen Theologen oder Historiker ist, hier eine Empfehlung: Die Evangelische Verlagsanstalt gibt seit 2003 die Heubtartikel Christliche Lere in einer von Johannes Schilling, Ralf Jenett und anderen vorbildlich besorgten historisch-kritischen Ausgabe heraus.

Hier zwei Zitate.

Melanchthon hat die deutsche Ausgabe seiner Loci theologici der Hausfrau Anna Camerarius gewidmet. Anna war die Ehefrau seines besten Freundes Joachim Camerarius, der als Professor für Griechisch und Latein seit 1541 an der Universität Leipzig wirkte. In der Widmung schreibt Melanchthon (S. 77):

Denn rechte Lerer tichten nicht neue oder besondere Lere von Gott, sondern bleiben stracks in dem einigen verstand, wie sich Gott durch diese Reden geoffenbart hat, die in der Propheten und Aposteln schafften und in den Symbolis gefasset sind. Und ist das gantze Predigampt, das Gott geordnet hat in öffentlichen versamlungen, auch das schreiben, nicht anders denn der Propheten und Aposteln schafften und | die Symbola dem Volck für lesen oder sprechen und dabey eine erinnerung thuen – wie eine Grammatica –, was der spräche warhafftiger verstand sey, was Gott genennet ist, was erschaffene ding sind, was diese namen: Leib, Geist, Person, Gesetz, Sünde, Evangelium, Verheissung, Glaube, Gnade, Gerecht werden, Gottesdienst etc. bedeuten.

Melanchthon beginnt seine Abhandlung mit der Gotteslehre. Schon zum Eingang spitzt er diese christologisch zu (S. 86–87):

Dein gedanken sollen nit irrig umbsweifen, sondern gott hatt dir seinen son Ihesum Christum, der gecreutziget ist und vom tod ufferstanden, für gestallt und sein wort dabey mit gewissen Zeugnissen, mit ufferwekung der todten etc. gegeben. Disen gott, der sich also geoffenbart hatt in Christo und durch Christum, soll dein hertz ansehen und ansprechen und dises von seinem wesen und willen festiglich bey dir schliessen, das dir durch den Son gepredigt ist. Also redet dein hertz den warhafftigen gott an und spricht nit ettwas anders an, das nit gott ist. Und betracht dise wort des herrn Christi vleissig: Niemand khommet zum vatter denn durch mich. Item: Wer mich sihet, der sihet den vater. Da soltu gott suchen, und da sollen deine gedanken und dein hertz angebunden sein, nemlich an disen Son gottes, Ihesum Christum, und sollt gewißlich schliessen, das du den warhafftigen gott da findest und anredest, so du betrachtest, das diser der warhafftig gott sey, der sich durch disen seinen Son geoffembaret hatt, und wie ehr sich geoffembart hatt, soltu zugleich betrachten.

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