In seinem Vortrag mit dem Titel „Meinungsfreiheit vor Gericht – Der ‚Fall Latzel‘ und der ‚Fall Räsänen‘“, den er am Dienstag im Rahmen eines Online-Forums der „Tagespost“ hielt, warnte der Jurist Felix Böllmann vor einer zunehmenden Einschränkung von Meinungs- und Religionsfreiheit in Europa. Im Mittelpunkt seines Vortrags standen die Gerichtsverfahren gegen den Bremer Pastor Olaf Latzel und die finnische Politikerin Päivi Räsänen, in denen christlich begründete Äußerungen Gegenstand strafrechtlicher Auseinandersetzungen wurden.
Unter anderem hält Böllmann es für möglich, dass es eine Art „Chilling-Effekt“ geben wird. Zitat:
Als eine Folge dieser Entwicklung sieht Böllmann einen sogenannten „Chilling-Effekt“. Die öffentliche Aufmerksamkeit und die langwierigen Verfahren könnten dazu führen, dass Menschen ihre Überzeugungen künftig zurückhaltender äußern. „Dann kann es ja jedem passieren“, sagte er mit Blick auf die betroffenen Personen.
Diese Entwicklung betreffe nicht nur prominente Persönlichkeiten, sondern könne auch Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft haben. Wenn selbst bekannte Politiker oder Geistliche juristisch belangt würden, könne dies abschreckend auf den öffentlichen Diskurs wirken. Zudem verwies Böllmann auf ähnliche Entwicklungen in anderen Ländern Europas, die aus seiner Sicht auf eine breitere rechtliche und gesellschaftliche Dynamik hindeuten.
Mehr: www.die-tagespost.de.
Die Wortwahl von Herrn Latzel war nicht dazu angetan – unabhängig von der juristischen Bewertung – , Homosexuelle zur Auseinandersetzung mit dem Glauben anzuregen.
Ich formuliere es anders:
Der Schöpfer der Menschen, der lebendige Gott der Bibel, weiß doch am besten, wie ein erfülltes Leben gelingt. Und dazu gehört Homosexualität eben nicht.
Finde ich immer unterhaltsam wie Juristen die Welt aus ihrem Elfenbeinturm beschreiben:
Wie kann man denn glauben, dass gesellschaftliche Minderheiten im „öffentlichen Diskurs“ ihre Überzeugungen NICHT „zurückhaltend“ äußern würden? Wo gab es denn jemals eine „Meinungs- und Religionsfreiheit“ im in der „christlichen Mehrheitsgesellschaft“ Westdeutschlands? Gab es nie! Unter der Jute der Staatskirche warst du entweder „katholisch“ oder „evangelisch“ oder zum Abschuss freigegeben.
Hier beklagt mal wieder einer den Verlust von Tatsachen, die es außerhalb irgendwelcher Universitätsblasen nur auf dem Papier gab. Und wie immer bemerken die Realitätsfremden es immer erst dann, wenn es sie SELBST betrifft. Tja, in Europa ist halt reihum jeder irgendwann mal dran mit dem Fresse halten. Jetzt sind es halt mal die „christlich begründeten Äußerungen“. So what? Das hat ja keinen von denen gestört, als sie noch in der Mehrheit waren.
Nun habe ich die 60er, 70er, 80er, … miterlebt. Nein, Menschen außerhalb der katholischen oder evangelischen Bubble waren nicht zum Abschuss freigegeben. Was für ein Unsinn … Man kann recht einfach die Zahl der Menschen außerhalb der Kirchen ermitteln (Nicht-Kirchensteuerzahler), die stiegen damals schon von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Zum Abschuss freigegeben wären sicherlich einige häufig falsche Sachen schreibende Kommentatoren gewesen, wenn es denn schon Online-Dienste gegeben hätten. Es war kein Problem, nicht in der Kirche zu sein, oder stattdessen in einer Freikirche. Ebenso war es für den ländlichen mittelständigen Unternehmer kein Problem ausschließlich Leute einzustellen, die er vom Kirchbesuch her kannte. Das war mal die übliche Freiheit. Ein AGG war nicht mal ansatzweise zu riechen. Blasphemiegesetze wurden vor 40 Jahren ernst genommen, gewisse Dinge hätte man sich nicht erlaubt. Nun las ich gerade vor ein paar Tagen eine Statistik, wie es heute aussieht mit der Verunglimpfung von Religionen. Hint: das Christentum darf man durch den Dreck ziehen, mittlerweile landen mehr… Weiterlesen »
Es war kein Problem, nicht in der Kirche zu sein, oder stattdessen in einer Freikirche. Hehe, der Kirchenaustritts-Joker „stattdessen in einer Freikirche“, wer kennt ihn nicht mehr? Letzteres zog ein paar Jahrhunderte vorher noch nicht, da bekamen die Täufer noch ordentlich „aufs Maul“ (übliches gepflegtes Luther-Deutsch). Ebenso war es für den ländlichen mittelständigen Unternehmer kein Problem ausschließlich Leute einzustellen, die er vom Kirchbesuch her kannte. Huch! Da ist er ja der „Chilling-Effekt“. q.e.d. Nun las ich gerade vor ein paar Tagen eine Statistik, wie es heute aussieht mit der Verunglimpfung von Religionen. Hint: das Christentum darf man durch den Dreck ziehen, mittlerweile landen mehr Fälle vor Gericht wegen antiislamischer Äußerungen. Das bestätigt doch exakt genau das, was weiter oben gesagt wurde: Jetzt sind halt mal die anderen dran mit auf die Mütze bekommen. In Europa hat schon immer die herrschende Mehrheit den Ton angegeben. Das war noch niemals anders. Eine andere Entwicklungsstufe hat der Kontinent schlicht nie erreicht. Das muss… Weiterlesen »
Es ging bis in die 60 er Jahre hinein nicht als Mitglied einer Freikirche in z.B. evangelischen Kibdergarten zu arbeiten. @Stephan: haben wir in der eigenen Familie. In sehr katholisch geprägten Gegenden, oft kommen auch Zuwanderer mit dieser Einstellung, ist es immer noch so, dass Freikirchen als,Sekte angesehen werden. Zum eigentlichen Thema wurde anscheinend in den Vortrag nicht neues gesagt. Eine linke geprägte Politik und Medienlandschaft schränkt in Deutschland ein, was man zu sagen und zu denken hat
Und zwar völlig zurecht. Nachdem sich die früheren Überläufer der Staatskirchen seit spätestens 2020 erfolgreich weg-säkularisiert haben, gibt feiern Häresien im Umfeld von Bethel, Elevation und Hillsong fröhliche Urständ. Angefangen von Freimaurer-Ideen, dass jede Religion zur Erlösung führt, Frauen- und Kinder-Ordination, Franchise-Ketten-Ekklesiologie bis hin zu gnostizistischer Werkegerechtigkeit ist dort inzwischen jede Irrlehre der ersten und letzten Jahrhunderte samt und sonders vertreten.
Währenddessen wird im theologischen Tagespost-Elfenbeinturm ohne jeglichen Kontakt zum Bodenpersonal noch eifrig theoretisiert.
@Kommentator, sehr richtig. Warum grenzt man sich den nicht von Bethel, FCJG Lüdenscheid und anderen sauber durch die EAD ab und schmeisst die raus? Wenn man das nicht schafft warum sollen dann Zeugen Jehova, Mormonen falsch sein, wenn man Bethel mitlaufen lässt. Das versteht doch von den Nichtchristen keiner.
@Kommentator und @Matze:
Das Urteil ist mir zu pauschal – wie in den Amtskirchen auch gibt es erkleckliche Unterschiede zu dem, was in einem Gemeindebund noch als akzeptabel durchgeht, und was in einzelnen Gemeinden durchgeht. Die Bandbreite reicht auch bei Freikirchen vergleichbar von St. Martini/Bremen bis hin zur Queeren Kirche/Köln.
Verständnis von Nichtchristen: die kennen nicht die Probleme, die einzelne Grüppchen darstellen, geschweige wissen die, was gesunde Lehre wäre. Der Unterschied zwischen Kath, Ev., Morm. … ist da nicht bekannt (das wissen auch nicht die allermeisten Kirchenmitglieder), und Kirche ist das Gebäude im Ort, in dem das Jahr über Dorffeste, Tanzvergnügen, Countrykonzerte,… stattfinden, und zu Weihnachten eine folkloristisch-religiöse Veranstaltung mit Krippenspiel.
Wenn sich alles, was noch biblische Lehre kennt und danach handelt, vom Rest trennen würde … – dann würde diese kleine Schar nicht zusammenfinden, und der große Rest würde noch schneller noch mehr Irrlehren verbreiten.
@Stephan
Wenn massiv die 10 Gebote verletzt werden müssen wir aus meiner Sicht vor solchen Organisationen Abstand nehmen
Diese kleine Bibel-Schar fand noch bis Ende der 2010er Jahre zusammen, ab 2020 war es dann endgültig vorbei. Man geht an Ostern 2026 in die Freikirche eines EAD-Gemeindebundes und niemand dort kennt mehr die Antwort auf den Ostergruß. Fazit: Die Säkularisierung ist erfolgreich abgeschlossen.
Dann bleibt man an Ostern 2027 eben auch selbst zwangsläufig zu Hause. Denn man rennt ja auch nicht aus der Not heraus weiter in jeden verfügbaren buddhistischen Tempel. Was soll man auch anderes tun? Weiter mitmachen, bis die Kollegen wieder mit den Brandopfern loslegen und das goldene Kalb aufstellen?
Wenn wir uns konsequent von allen trennen oder Abstand nehmen würden, die entgegen der biblischen Lehre handeln, dann hätte die EAD gar keine Mitglieder mehr. Ich denke, es gibt zwei Ursachen: Gemeindezucht, Korrektur, Ansprechen von Fehlverhalten usw. wird nicht mehr angewendet. Insbesondere aus der Angst heraus, dann eine noch kleinere Truppe zu werden. In der ev. Welt werden Funktionsträger überwiegend gewählt. Wählen darf jeder, der Mitglied ist, aber mangels eigenem biblischen Wissens werden die zur Wahl stehenden eher nach menschlichem Ermessen gewählt. Und wie man immer mehr sieht, sind die Gremien von politischen U-Booten durchsetzt. Hören wir in der evangelischen Welt / der EAD einen Widerstand in Sachen Latzel oder Räsänen? Es sind einzelne Stimmen oder Gemeinden, die protestieren, die Mehrheit hält den Mund, sei es aus Angst, aber vielmehr, weil sie der Sichtweise der Welt anhängen. Gottes Wort und Wille hat für die Masse der Namenschristen keine Bedeutung mehr. Und genauso, wie in Angelegenheit Latzel und Räsänen dröhnendes Schweigen… Weiterlesen »
Wenn wir uns konsequent von allen trennen oder Abstand nehmen würden, die entgegen der biblischen Lehre handeln, dann hätte die EAD gar keine Mitglieder mehr. Die katholische Kirche hat auch kein einziges evangelisch-reformiertes Mitglied. Wenn die Aussage zutrifft, kann man die EAD-Mitgliedsgemeinden ja abhaken. Dann wird die Luft vielerorts aber ziemlich dünn. Gemeindezucht, Korrektur, Ansprechen von Fehlverhalten usw. wird nicht mehr angewendet. Insbesondere aus der Angst heraus, dann eine noch kleinere Truppe zu werden. Am Ende hängt es halt am schnöden Mammon: Die längst säkularisierten Großspender bestimmen, wo es lang geht. In der ev. Welt werden Funktionsträger überwiegend gewählt. Wählen darf jeder, der Mitglied ist, aber mangels eigenem biblischen Wissens werden die zur Wahl stehenden eher nach menschlichem Ermessen gewählt. Und wie man immer mehr sieht, sind die Gremien von politischen U-Booten durchsetzt. U-Boot klingt so nach geplanter Geheimdienstoperation. Tatsächlich haben wir es aber mit einer schlichten Säkularisierung zu tun. Wir haben also nach einem 200 Jahre währenden Prozess nun… Weiterlesen »
@Stephan
Deine Argumentation verstehe ich nicht. Auf der einen Seite willst Du klare Linie. Auf der anderen Seite hast Du Angst vor der kleinen Schar. Die Wahrheit ist, dass die Bibeltreuen immer weniger werden, WEIL die Liberalität in die Gemeinden eindringt und die Ernsthaften dann meinen man muss es nicht mehr so Ernst nehmen. Es kommt auf die klare Lehre an nicht darauf wieviele mitlaufen. Dorry aber wenn ich Yoga will gehe ich in einen Sportverein, wenn ich die Umwelt schützen will zu einer NGO und nicht in die Kirche.
Der „Feind“ steht nicht draußen. Es ist eine Säkularisierung von innen heraus. Genau deshalb sind nach außen gerichtete „Verteidigungsmaßnahmen“ auch entsprechend wirkungslos.
Der Prozess läuft über viele Generationen und ist vor allem auf den Umgang mit dem eigenen Nachwuchs zurückzuführen. Speziell Fremdbetreuung (gerade auch solche durch die Kirche) führt zu Säkularisierung. Je weniger Zeit Kinder mit ihren Eltern verbringen, desto weniger wird von deren Kultur weitergetragen. Kirchlicher Kindergarten und insbesondere auch Kindergottesdienst kreiert also zuverlässig Atheisten. Und die ehemaligen Klerikalvereine reagieren darauf durch die Schaffung weiterer säkularer Betreuungsangebote. Das Geschäftsmodell läuft problemlos weiter, während früheren Inhalte entfallen.