Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Barth über Stalin

Die Bekennende Kirche hat unter dem starken und mutigen Einfluss von Barth, Niemöller, Gollwitzer und vielen anderen im Dritten Reich vieles richtig gemacht. Trotzdem war der Widerstand gegen das Naziregime bei einigen mit Blindheit gegenüber der stalinistischen Diktatur gepaart. Besonders Barth sympathisierte mit dem Kommunismus. 1951 erklärte der Schweizer Theologe in Casa Locarno:

Hitler war ein Verbrecher, ein Narr, das wissen wir alle. Das kann man aber von Stalin nicht sagen. Ganz anders steht es mit Stalin! Stalin kann nicht mit Hitler verglichen werden, er ist ernstzunehmen. Seinem Kommunismus geht es ja um die soziale Frage.

Die dunkle Seite des Milieus

Von wegen nette bunte Sexwelt: Die Razzien im Düsseldorfer Rotlichtmilieu offenbaren das wahre Gesicht der Prostitution. K.o.-Tropfen, Alkohol, Drogen, Erkrankungen, Vergewaltigungen, Erpressung. Die rot-grünen Ziele, das Gewerbe zu entkriminalisieren, sind gescheitert. Wird die Politik umdenken?

Till-R. Stoldt schreibt für DIE WELT:

Ein gottesfürchtiger Mann ist Bert Wollersheim. Gut, er ist auch Bordellbetreiber, aber dafür betet er jeden Tag mit seinem Sohn. Und in manchem Interview beteuerte „der Berti“ (wie ihn Freunde nennen), er sei „ein moralischer Mensch“ und spende viel Geld für Kinder. Nie käme ihm in den Sinn, andere zu betrügen und auszunutzen. Nicht die „Mädchen“. Und nicht ihre Kunden. Kein zweiter verkörperte die nette bunte Puff-Welt so erfolgreich wie er.

Der mediale Erfolgszug dieser rheinischen Rotlichtgröße harmonierte mit einem Leitbild der rot-grünen Landesregierung: mit dem Ziel, Prostitution in ein Gewerbe ohne Kriminalität und schlechten Ruf zu verwandeln, schließlich gebe es Frauen, die sich aus freien Stücken für diesen Beruf entschieden. Deren Entscheidung müsse man nicht nur respektieren, sondern rechtlich schützen – forderte Rot-Grün unter Führung der grünen Frauenministerin Barbara Steffens. Sie setzt darauf, das Bundesprostitutionsgesetz von 2002 konsequent vor Ort umzusetzen. Damals ermöglichte Rot-Grün im Bund, Prostitution als versicherungspflichtige Arbeit wie jede andere anzuerkennen und Bordelle als ordentliches Gewerbe einzustufen.

Sei das horizontale Gewerbe erst legalisiert, würden Kriminalität und Frauenunterdrückung enden. Denn dann habe die Szene ja etwas zu verlieren – so die damalige Hoffnung. Weil auch die Landesregierung diese Überzeugung teilt, gedenkt sie auf die vielen zögerlichen Kommunen im Land mehr Druck auszuüben, Bordelle, einschlägige Saunaclubs und Prostituierte vor Ort endlich als normale Gewerbe und Beschäftigte anzuerkennen. Dumm nur, dass Bert Wollersheim, diese schrille Verkörperung rot-grüner Hoffnungen, nun bis auf weiteres entzaubert wurde.

Mehr: www.welt.de.

Die Vermächtnisrede des David Foster Wallace

Wallace.jpegAm 21. Mai 2005 hielt der Schriftsteller David Foster Wallace eine Rede vor den Absolventen des auf Geisteswissenschaften ausgerichteten Kanyon College. Wie Felicitas von Lovenberg am 23. Juni für die FAZ geschrieben hat, war es das letzte Mal, dass Foster sich „einer solchen Aufgabe stellte, die in Amerika unter das so beliebte wie populäre Genre ‚motivational speech’ fällt, also derart mitreißend sein soll, dass die Zuhörer sich unter Tränen der Rührung für ihren weiteren Lebensweg besser gerüstet, ja berufen fühlen, ihr eigenes Potential auszuleben“ (FAZ vom 23.06.2012, Nr. 144, S. 34). Im September 2008 nahm sich Foster mit Mitte vierzig das Leben.

Dass Foster ein unglaublich guter Diagnostiker war, hat er mit seinem Roman „Unendlicher Spass“ überzeugend unter Beweis gestellt. In seiner humorvollen und mitfühlenden Rede, die inzwischen auf einer CD erschienen ist (aber auch über Youtube gehört werden kann: Teil 1 u. Teil 2), deutet er die Kondition des Menschen ebenfalls prägnant. Wer erwachsen und bewusst leben lernen will, müsse verstehen – so Wallace – , dass der Mensch mit auf Egoismus, Selbstbelohnung und Narzissmus gepolten Standardeinstellungen geliefert werde (vgl. FAZ vom 23.06.2012, S. 34). Zudem zeigt Wallace in seiner Rede eindrücklich, dass wir Menschen Götzenanbeter sind.

Freilich kann er die Tiefendimension der Götzenanbeterei nicht fassen. Der biblische Narrativ zeigt, dass der Mensch die prekäre Grundeinstellung nicht seinem Schöpfer, sondern seiner Verstrickung in das Böse verdankt. Die Bibel bezeichnet diese unheilvolle Verwicklung als Sünde. Wallace hoffte, diese Standardeinstellungen durch ein gnostische Bewusstmachung verändern zu können. Hier allerdings unterschätzt er sowohl die Macht der Sünde als auch die Möglichkeiten des Menschen. Um sein eigenes Sündersein verstehen zu können, braucht es die Anrede des Evangeliums, also die Erleuchtung, die Gott schenkt. Wer dem Evangelium glaubt, wird Vergebung und Befreiung empfangen.

Eberhard Hahn beschreibt das Geschenk der Sündenerkenntnis mit wunderschönen Worten (Eberhard Hahn, „Sünder? Das sind die Anderen …!?“, Wahrheit und Erfahrung, Bd. 2, Brockhaus Verlag, 2005, S. 172–173):

Wird der Sünder dadurch charakterisiert, dass er mit seiner Sünde im Dunkel zu bleiben sucht, dass Sünde verschleiert oder auf andere abgewälzt wird, so wird das Wesen der Sündenerkenntnis aus der Offenbarung erkennbar. Im Licht der Offenbarung erkennt der Mensch, wer Gott bzw. Christus ist, und damit zugleich auch, wer er selbst ist. Indem der Sünder Gott Recht gibt in seinem Urteil über sich selbst, bekennt er sich als Sünder. An die Stelle der Entschuldigung tritt die Aussage: „An dir allein habe ich gesündigt“ (Ps 51,6; vgl. Lk 15,18). Das auf diese Weise eröffnete Bekenntnis ist nun aber umfangen von dem in Christus erschlossenen Evangelium, das in der Zusage der Vergebung an den je einzelnen ergeht: „Dir sind deine Sünden vergeben!“

„Southern Baptist Convention“ hat Afroamerikaner als Präsident

Fred Luter

Die Rassentrennung gehörte für den Südlichen Baptistenbund zum Gründungsfundament. Mit der Wahl eines Afroamerikaners zu ihrem Präsidenten setzen sie ein Zeichen für die Versöhnung. Matthias Rüb berichtet für die FAZ über die Wahl:

Gegen vier Uhr nachmittags wird in der Halle B des Ernest-N.-Morial-Kongresszentrums zu New Orleans Geschichte geschrieben. Man könnte auch sagen, dass um diese Zeit der Allmächtige direkt in den Geschichtsprozess eingreift. So sehen es jedenfalls Fred Luter und die knapp 8.000 Delegierten der Jahrestagung der „Southern Baptist Convention“ (SBC). Die Delegierten heißen hier offiziell „Boten“ – auf ihren Namensschildchen steht das Wort „Messenger“ -, und nach der Wahl von Pastor Luter zum Kirchenpräsidenten durch Akklamation springen sie von ihren Klappstühlen auf, werfen die Arme in die Höhe und rufen: „Halleluja!“

Es fließen viele Tränen. Oben auf dem Podium kommt der frisch gewählte Kirchenpräsident Fred Luter, der von seinem Vorgänger Bryan Wright umarmt wird, mit seinem Taschentuch kaum nach. Und auch unten auf dem Betonboden von Halle B geht manches Auge über. Wer sagt, dass Gott an einem schwülen Frühsommertag nicht in einer schmucklosen Messehalle im Süden von Louisiana gegenwärtig sein kann?

Mehr: www.faz.net.

P.S. Mich würde interessieren, ob Luter wirklich genau das gesagt hat, was Matthias Rüb ihm im letzten Absatz seines Artikels zuschreibt.

Die Bibel: Einige Antworten auf moderne Herausforderungen

201206221853.jpgÜber das Buch:

  • Vern Sheridan Poythress: Inerrancy and Worldview: Answering Modern Challenges to the Bible, Crossway, 2012

schreibt John Frame:

Vern Poythress has written what I consider to be definitive books on many subjects, including biblical interpretation, language, science, and sociology. In Inerrancy and Worldview, he brings his insights from these disciplines and more together to address the relation of biblical inerrancy to worldview. He shows quite convincingly that the issue of inerrancy is not just a matter of asking whether this or that biblical passage is factual. Rather, our attitude toward the claim of biblical inerrancy depends on our general view of how God is related to the cosmos and to us as individuals and societies. And that general view, in turn, depends on our relationship to Jesus Christ. The book gets deeper into the question of inerrancy than any other book I know.

Das komplette Buch ist derzeit als PDF-Datei gratis hier zu haben: 2012BInerrancyAndWorldview.pdf.

VD: AW

Identitätsfindung in der Postmoderne

An dem Abend, als die deutsche Nationalelf ihr erstes Europameisterschaftsspiel zu bewältigen hatte, durfte ich bei den netten Leuten des Forums „Argumente für Gott„ (München) über das anspruchsvolle Thema „Identitätsfindung in der Postmoderne“ sprechen. Es kamen mehr Hörer als ich erwartet hatte und wir genossen einen netten Gedankenaustausch.

Der Veranstalter hat einen Audiomitschnitt des Vortrags online gestellt.

Richtige Prioritäten

Der 26 Jahre alte Amerikaner Webb Simpson düpiert die Champions und gewinnt als Außenseiter die US Open der Golfer. Und er setzt die richtigen Prioritäten:

Sieger Webb Simpson will sich in den nächsten Wochen vor allem seiner Frau widmen, die Ende Juli das zweite Kind erwartet. An den British Open, die vom 19. bis 22. Juli in Royal Lytham & St. Annes an der englischen Westküste stattfinden, wird er vermutlich nicht teilnehmen. Denn für Simpson steht Golf nur an dritter Stelle, nach seinem Glauben und der Familie. Der Aufsteiger des vergangenen Jahres besuchte mit einem Stipendium der Golflegende Arnold Palmer die Wake Forest University in Winston-Salem in seinem Heimatstaat North Carolina, Hauptfach Religion. Während der Schlussrunde, in der sich immer wieder Nebelschwaden über den Platz senkten, zitierte sein Caddie Paul Tesori Bibelverse, um seinem Arbeitgeber Kraft für die letzten Löcher zu geben.

Mehr: www.faz.net.

Anglikanische Kirche veweigert gleichgeschlechtlicher Ehe das Ja-Wort

Hier ein Bericht des DLFs über die Haltung der Church of England zur geplanten Revision des Eherechts. Sehr interessant sind die Worte des Premierministers David Cameron. Er nutzt die heute weit verbreitete Praxis des begriffliche „Reframing“, füllt den Begriff „Ehe“ also mit einem gänzlich neuen Inhalt und stellt den Gebrauch der herkömmlichen Definition als reaktionär dar. Ungefähr so: Konservative wie ich glauben an Beziehungen und Gelübde, weil sie uns binden. Deshalb bin ich für die gleichgeschlechtliche Ehe.

Vertiefte biblisch-theologische Forschung

Das Tyndale Haus hat 1997 eine kleine Schrift mit dem Titel:

  • „Serving Christ Through Biblical and Theological Research“. Leicester: Religious & Theological Students Fellowship / Cambridge: Tyndale Fellowship, 1997. Pbk. S.14.

herausgegeben. Der Text ruft dazu auf, das theologische Studium mit großem Fleiß und Ernst zu betreiben, ist also ein gelungenes Plädoyer für mehr Tiefgang beim Umgang mit der Heiligen Schrift. Ich kann den Text besonders Leuten empfehlen, die über den Einstieg in den geistlichen Dienst nachdenken oder bereits mit dem Studium begonnen haben.

It is a curious fact that the church, despite its professed belief in God’s revelation, has often neglected to study it in depth. Some Christians, who would take for granted the value of expert scientific research into the wonders of God’s creation, have been content with a very superficial and amateur understanding of God’s truth in Scripture. The problem may partly stem from a false idea of the ’simple gospel‘: because the essence of Christian faith may be understood by a child, some Christians have tended to assume that there is no need for expert study or demanding teaching. But God’s revelation is utterly profound, as well as essentially simple, and no amount of study and reflection on our part will exhaust its riches. The result of feeding adult Christians on Sundayschool-level teaching is liable to be disastrous: some will fall away altogether, because they are not satisfied with inadequate answers to real questions; others, because they are confused, will lose their enthusiastic commitment to Christian witness and service. Christians need to grow in understanding. That means a need for teaching; and if that teaching is to be really satisfactory, careful study and accurate research must undergird it.

„Serving Christ Through Biblical and Theological Research“ wurde freundlicherweise von Rob Bradshaw digitalisiert und kann hier heruntergeladen werden: serving_anonymous.pdf.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner