Bücher

Der Westen dominiert die Welt längst nicht mehr

41bbquqc28L._SL160_.jpgWas kennzeichnet den Westen? Gewaltenteilung, Herrschaft des Rechts und universelle Menschenrechte sind Kernbestandteile unserer Werteordnung. Nach der Epochenwende von 1989 fragen sich viele, für was der Begriff »Westen« künftig stehen sollte. Ein neues Buch erzählt, wie der Westen wurde,was er ist.

Das Ergebnis dürfte einige Leute überraschen:

Die Frage, wie es dazu kam, dass nicht ganz Europa dem Westen zuzurechnen ist, führt zurück in die Zeit, die der historischen Spaltung in eine West- und eine Ostkirche vorausging. Diese Frage ist nicht bloß von historischem Interesse. Denn sie zielt auf kulturelle Prägungen, die Europa einmal verbunden haben und von denen noch vieles nachwirkt. Die stärkste dieser gemeinsamen Prägungen ist religiöser Natur: die christliche. Im Zuge der fortschreitenden Entkirchlichung und Entchristlichung Europas ist eine solche Feststellung alles andere als selbstverständlich. Laizisten könnte sie sogar als ein Versuch erscheinen, der Säkularisierung Einhalt zu gebieten. In Wirklichkeit ist es gerade der spezifische, ja weltgeschichtlich einzigartige Charakter des westlichen Säkularisierungsprozesses, der uns veranlassen sollte, religiösen Bedingungen dieser Entwicklung nachzugehen.

Von Jesu’ Unterscheidung zwischen den Sphären von Gott und (römischem) Kaiser bis zur ansatzweisen Trennung von geistlicher und weltlicher Gewalt im Investiturstreit des späten 11. und frühen 12. Jahrhunderts verging über ein Jahrtausend. Die Unterscheidung zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt erscheint im historischen Rückblick als Keimzelle der Gewaltenteilung überhaupt, als Freisetzung von Kräften, die sich erst durch diese Trennung voll entfalten und weiter ausdifferenzieren konnten.

Hier ein Auszug aus dem Buch des Historikers Heinrich August Winkler: www.welt.de. Der erste Band des Werkes:

kann hier bestellt werden:

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Sind Sie neidisch auf »Infinite Jest«, Mr. Eugenides?

Wie froh wäre ich, könnte ich die FAZ abonnieren. Bei all dem dumpfen Wahlkampfgeplärr lässt die Zeitung nach wie vor hoffen, dass es um unsere Republik nicht ganz so schlimm bestellt ist, wie es gelegentlich scheint.

Felicitas von Lovenberg hat sich für die FAZ in Berlin-Kreuzberg mit dem erfolgreichen amerikanischen Schriftsteller Jeffrey Eugenides getroffen und über Infinite Jest (dt. Unendlicher Spaß) gesprochen. Sehr lesenswert: www.faz.net.

Empfohlen sei zudem die Rezension über Unendlicher Spaß von Richard Kämmerlings.

David Foster Wallace, der genialische Autor dieses Werks, der sich nach jahrelangen Depressionen im vergangenen September das Leben nahm, war ein ernsthafter Mensch, unendlich ernsthaft, möchte man heute, nach seinem traurigen Ende, sagen. »Infinite Jest« ist ein moralisches, ja moralistisches Buch über den gegenwärtigen American way of life und damit über den Entwicklungsstand unserer Kultur. Es ist ein Buch über die Leere im innersten Zentrum unserer Gesellschaft, die der Einzelne mit Süchten, Zerstreuungen, Obsessionen und Unterhaltungen aller Art ersatzweise füllt und so verdeckt und verdrängt. Unendlicher Spaß ist das Codewort einer düsteren Zukunftsvision, als Endpunkt menschlicher Evolution bedeutet er den Tod der Kultur und den Tod des Subjekts – und zwar in einem ganz konkreten, nicht übertragenen Sinne. Dieses anstrengende, schwierige, die Geduld des Lesers strapazierende Buch mit dem Titel »Unendlicher Spaß« ist ein Gegengift.

Hier die Buchbesprechung: www.faz.net.

Abrechnung mit einem Mythos

41RbOaw0lqL._SL160_.jpgDer  Artikel »Zuwanderung – Abrechnung mit einem Mythos« von Mariam Lau enthält unangenehme Wahrheiten über die Zukunft Europas, wenn es denn welche sind.

Udo Di Fabio bringt zielgenau auf den Punkt, was uns noch lange beschäftigen wird:

»Warum in Gottes Namen«, zitiert Caldwell den Verfassungsrichter Udo Di Fabio, »sollte eine vitale Weltkultur sich in eine westliche Kultur integrieren wollen, wenn diese – die nicht genügend Nachwuchs produziert und nicht mehr länger über eine transzendente Idee verfügt – sich ihrem historischen Ende nähert?«

Den vollständigen Artikel gibt es hier: www.welt.de. Das Buch von Christopher Caldwell kann  auf Englisch bestellt werden:

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Die Top-Buchempfehlungen von J.I. Packer

packerHier die fünf wichtigsten Bücher für J.I. Packer (natürlich neben der Bibel):

  1. J.C. Ryle: Seid heilig!: Der Schlüssel zum erfüllten Leben (Gebundene Ausgabe), 3L-Verlag, 2005
  2. John Bunyan: Pilgerreise, St.-Johannis-Druckerei, 2008
  3. John Calvin, Unterricht in der christlichen Religion – Institutio Christianae Religionis (Gebundene Ausgabe), Neukirchener Verlag, 2008
  4. Arnold Dallimore, George Whitefield: The Life and Times of the Great Evangelist of the Eighteenth Century Revival, Bde. 1 u. 2, The Banner of Truth Trust, 1998
  5. C.S. Lewis, Pardon, ich bin Christ. Meine Argumente für den Glauben, Brunnen Verlag, 1986

Christian Apologetics Past and Present: A Reader

Apologetics+Reader.jpgWilliam Edgar und K. Scott Oliphint haben eine Apologetik-Anthologie zusammengestellt:

Ein zweiter Band ist geplant. Die Texte des ersten Buches reichen bis zum Mittelalter. (Auf Deutsch habe sich etwas ähnliches auch hier liegen, aber eben nicht publiziert.)

Hier das Inhaltsverzeichnis und eine Bestellmöglichkeit:

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Tim Keller: Falsche Götter

51G1PN9DwzL._SL160_.jpgWährend der Brunnen Verlag erfreulicherweise an der Übersetzung des Buches The Reason for God: Belief in an Age of Skepticism arbeitet und wahrscheinlich 2010 herausgeben wird, erscheint im Oktober 2009 ein neues Buch von Tim Keller:

beschäftigt sich mit den leeren Versprechungen der Götter von heute: Geld, Sex und Macht.

Das Buch kann vorbestellt werden:

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VD: HB

Wallace will die spielerische Postmoderne überwinden

Morgen erscheint Unendlicher Spaß, das Hauptwerk des amerikanischen Schriftstellers David Foster Wallace, auf Deutsch. In seiner oszillierenden Sprachvielfalt ist das Werk eine Herausforderung für jede Übersetzung. Der deutsche Übersetzer Ulrich Blumenbach, dem für seine Übertragung von Infinite Jest der diesjährige Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis zugesprochen wurde, gewährt heute in einem FAZ-Artikel Einblick in seine mehrjährige Übersetzungsarbeit.

Ein erstes Hufeisen, das ich in der Übersetzung nachschmieden musste, war die Ästhetik des Autors: Wallace will die spielerische Postmoderne überwinden und sich mit realen Gesellschaftsproblemen auseinandersetzen, ohne auf Ironie zu verzichten. Das findet seine stilistische Umsetzung in einer Art Doppelcodierung: Ein und derselbe Erzähler kann im Roman zwischen verschiedenen Ausdrucksweisen pendeln und plötzlich aus einem wissenschaftlichen Duktus in die flapsige Umgangssprache eines kleinkriminellen Exjunkies verfallen: »Als eine Substanz, deren zufällige Synthese den Sandoz-Chemiker in den vorzeitigen Ruhestand versetzte und zu anhaltend starren Wandbetrachtungen verführte, steht das unglaublich starke DMZ in weiten Kreisen chemischer Untergrundlaien im Ruf, der schlimmste Stoff zu sein, der je in einem Reagenzglas gezeugt wurde. Es ist heute außerdem die härteste Freizeitdroge, die in Nordamerika zu kriegen ist, abgesehen von vietnamesischem Rohopium, das, ach vergiss es.«

Hier der Artikel: www.faz.net.

Is There a Meaning in This Text?

0310324696.jpgAls ich vor ungefähr acht Jahren das Buch Is There a Meaning in This Text? von Kevin J. Vanhoozer bekam, war ich tief beeindruckt von der Gründlichkeit und Sachlichkeit, mit der Vanhoozer die Herausforderungen der postmodernen Hermeneutik darstellt und bearbeitet.

Auch wenn ich ihm nicht in allen Schlussfolgerungen folge, möchte ich sein Buch, das im September 2009 in einer Jubiläumsausgabe erscheint, sehr empfehlen.

D.A. Carson sagt zum Buch:

What starts off as contemporary hermeneutics to justify the move from biblical text to systematic theology becomes full-blown, highly sophisticated, theological hermeneutics in Is There a Meaning in This Text?. The decade this book has been in print has not diminished my enthusiasm for it. Vanhoozer is one of the few contemporary scholars who takes a balanced measure of postmodern thought within an unflinching Christian confessionalism. Here is neither mere traditionalism nor ephemeral faddishness. If in certain respects the discussion has moved on since Vanhoozer authored this book, that is merely a way of saying that his contribution toward pointing the way forward—the Christian way forward—out of several interpretive morasses has been seminal.

Hier eine Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis. Das Buch:

kann hier bestellt werden:

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Der codierte Mann

4120b2HyOtL._SL160_.jpgMaxi Leinkauf hat für die Süddeutsche Zeitung die Psychologin Susan Pinker interviewt, die sich trotz unbequemer Fragen nicht unterkriegen lies (»Verschließen Sie sich doch nicht so.«). Die Botschaft:

Wir sind biologisch vorcodiert. Diese anfänglichen natürlichen Prozesse werden später durch soziale Einflüsse, Umwelt und Normen verstärkt. Jungs und Mädchen unterscheiden sich schon von Geburt an. Ihre Hormone entwickeln sich bereits im dritten Monat der Schwangerschaft. Sobald sie reden können, erzählen Jungs die meiste Zeit aggressive Geschichten, Mädchen dagegen kaum. Jungs, die im Alter von zwei bis vier Jahren eine Aufgabe lösen sollen, wenden doppelt so häufig physische Taktiken an wie Mädchen. Andererseits sind sie in der Kindheit anfälliger für Krankheiten oder Depressionen, weil bei ihnen die XY-Chromosomen nicht doppelt vorhanden sind. Männer sind biologische Spätentwickler.

Das Interview, bei dem der obligatorische Seitenhieb auf Eva Hermann nicht fehlt, kann hier eingesehen werden: www.sueddeutsche.de. Das passende Buch:

gibt es auch:

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Die Puritaner – mehr als Moralisten

180px-John_Bunyan_by_Thomas_Sadler_1684.jpgBis heute wird der Begriff »Puritaner« oft in abfälliger Weise verwendet. Dieses Wort war schon früher ein Spottname, mit dem man die Mitarbeiter einer Reformbewegung im England des 16. und 17. Jahrhunderts bezeichnete. Die Puritaner traten entschieden für ein »gereinigtes Leben« innerhalb der anglikanischen Staatskirche ein. In der Regel waren es hochgebildete Theologen, Prediger und Geistliche, die sich um eine konsequente Verkündigung der biblischen Lehre bemühten.

Da wir viel vom Puritanismus lernen können (auch dann, wenn wir uns gern ein gutes Theaterstück anschauen), freue ich mich, dass Peter Voth die Herausgabe von Puritanerliteratur beim 3L-Verlag unterstützt.

Hier mehr über »Entdecke die Puritaner« (EDP): www.theyoungreformer.de.

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