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Feuilleton & Kunst

Märtyrer 2008: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute

Märtyrer2008.jpgVon den weltweit rund 2,1 Milliarden Christen leiden ca. 200 Millionen wegen ihres Glaubens unter Diskriminierungen, schwerwiegenden Benachteiligungen und zum Teil heftigen Anfeindungen bis hin zu Verfolgung. Aktuelle Informationen dazu liefert das neue Jahrbuch zur Christenverfolgung, das von der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bei der Nachrichtenagentur idea herausgegeben wurde.

Die Ausgabe 2008 des Jahrbuchs stellt neben vielen Länderkurzberichten, Predigten, Materialien und dem jährlichen Überblick über die Lage weltweit fünf bedrückende Situationen und Länder in den Mittelpunkt, nämlich die Lage von Konvertiten vom Christentum zum Islam in Afghanistan, die Unterdrückung der verschiedensten Religionen im Iran, die Lage der Christen in Ägypten, die brutale Verfolgung der christlichen Bergvölker in Vietnam und die Situation des Ökumenischen Patriarchen der Orthodoxen Kirche in Istanbul. Einmal mehr wird deutlich, dass Verfolgung keine Grenzen kennt und von unterschiedlichsten Tätern ausgeht und deswegen auch der Einsatz für die Religionsfreiheit keine Grenzen haben darf.

Thomas Schirrmacher schreibt in seinem Beitrag über die Religionsfreiheit im Iran:

Die Unterdrückung der Religionsfreiheit bekommen am stärksten die größte religiöse Minderheit, die Bahai, die nichtorthodoxen, also die katholischen und protestantischen (insbesondere die evangelikalen) Christen, und die wenigen verbliebenen Juden zu spüren, daneben aber auch islamische Gruppen wie die Sufis oder Azeris. Die Juden werden als Spione Israels massivst bedroht. In diesen Verdacht gerieten vor allem Angehörige der jüdischen Bevölkerungsgruppe. Die Mehrzahl der in islamischen Staaten lebenden Juden wanderte bereits in den fünfziger und sechziger Jahren aus, wurden vertrieben oder ausgewiesen. Im Iran lebten Ende der siebziger Jahre 100.000 Juden, heute sind es noch 25.000.

Das Inhaltsverzeichnis kann hier herunter geladen werden: maertyrer2008_ihvz.pdf.

Das Jahrbuch kann ab Ende Oktober überall im Buchhandel bestellt werden. Die Buchhandlung Genial Bücher nimmt bereits Vorbestellungen entgegen: www.genialebuecher.de.

Die Literaturangaben:

  • Studien zur Religionsfreiheit / Studies in Religious Freedom – ISSN 1618-7865, Bd. 13, Max Klingberg, Thomas Schirrmacher, Ron Kubsch (Hg.): Märtyrer 2008 – Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute, zugleich idea-Dokumentation 9/2008, 9,90 €, ISBN 978-3-938116-47-0.

Einkaufsmöglichkeit

Michel Horten kommt 2009 nach Strasbourg

brochure2009-1.gifDer Apologet Michael Horton (Westminster Theological Seminary, USA) wird während der 13. Sommerveranstaltung der International Academy of Apologetics, Evangelism & Human Rights vom 7–18. Juli 2009 in Strasbourg mehre Vorträge halten. Die von Prof. Dr John Warwick Montgomery organisierte (und vom Martin Bucer Seminar unterstützte) Veranstaltung wird wie immer hochkarätig besetzt sein (z.B. Craig Parton u. Rod Rosenbladt). Leider ist die Teilnahme aber nicht ganz billig.

Hier der Flyer zur »Thirteenth Annual European Summer Study Session«: www.surfoutsider.net.

Die »Institutio«, gleich zweimal

Glaubenslehre.jpgDie Neukirchener Verlagsgesellschaft veröffentlicht zum Calvinjahr 2009 eine Reihe interessanter Bücher. Auch das seit langem vergriffene Hauptwerk von Johannes Calvin, die Institutio Christianae Religionis, wird anlässlich des Jubiläums in der Übersetzung von Otto Weber neu aufgelegt. Nicht nur jüngere Leser werden sich darüber freuen, dass das Buch diesmal in lateinischer Schrift besonders leserfreundlich gesetzt wird.

Wer nicht warten (und Geld sparen) möchte, kann die vom Verlag RVB soeben herausgegebene erste Auflage der Institutio von 1536 erwerben. Diese kürzeste Auflage erschien erst 1887 in deutscher Sprache in der Übersetzung von Bernhard Spiess. Für die Neuauflage wurde die Übersetzung von Spiess von Mitarbeitern und Studenten des Martin Bucer Seminars sprachlich und orthographisch modernisiert. Zudem wurden die Abkürzungen und Verweise gleichgeschaltet, die biblischen Belegstellen überprüft und neue Zwischenüberschriften zur schnelleren Orientierung eingefügt.

Das Buch kann hier bestellt werden: www.amazon.de. Außerdem gibt es eine kleine Leseprobe: calvin_leseprobe1.pdf.

Francis Schaeffer Konferenz

Schaeffer01_00.jpgDas Southeastern Baptist Theological Seminary wird vom 6.–8. November 2008 eine Konferenz über Francis Schaeffer veranstalten. Zu den Referenten gehören Udo Middelmann, Jerram Barrs, Ranald Macaulay, Jerram Barrs, Dick Keyes und Os Guinness.

Weiter Informationen gibt es hier: www.sebts.edu.

„Aber in Zukunft ohne mich“: David Foster Wallace ist tot

Ein hochintelligenter und sprachgewaltiger Gesellschaftskritiker, eines der größten Talente neuer amerikanischer Literatur: David Foster Wallace, Autor des Kult-Romans Infinite Jest, ist in seinem Haus in Kalifornien tot aufgefunden worden. Offenbar hat sich der 46-Jährige am 12. September erhängt.

In einem seiner letzten Interviews bekannte Wallace: »Man kann nicht auf der Welt sein, ohne in Schmerzen zu leben, seelischen und körperlichen Schmerzen«. In Infinite Jest, einem der einflussreichsten postmodernen Bücher Amerikas, lässt David Foster Wallace eine Figur nach einem Selbstmordversuch feststellen: »Ich wollte mir nicht unbedingt weh tun. Oder mich irgendwie bestrafen. Ich hasse mich nicht. Ich wollte bloß raus. Ich wollte nicht mehr mitspielen, das ist alles.«

Hier einige lesenswerte Links:

  • DIE ZEIT veröffentlichte am 25. Januar 2007 ein Interview mit Wallace: www.zeit.de.
  • Andreas Borcholte hat für den SPIEGEL einen Nachruf verfasst: www.spiegel.de.
  • Guido Graf hat einen Nachruf für die FRANKFURTER RUNDSCHAU geschrieben: www.fr-online.de.
  • Jordan Mejias hat für die FAZ die Reaktionen in Nordamerika zusammengefasst: www.faz.de.
  • Die NEW YORK TIMES berichtet über den Selbstmord von David Foster Wallace: www.nytimes.com.
  • Sein Buch »Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich», erschien im Frühjahr 2008 bei Goldmann als Taschenbuch: www.amazon.de.

Er wollte die Literatur nicht revolutionieren

solzhenitsyn.jpgDer russische Dramatiker Alexander Solschenizyn starb am 3. August nach langer Krankheit in Moskau. Felicitas von Lovenberg sprach für die FAZ mit Marcel Reich-Ranicki über den Nobelpreisträger.

Das Fazit:

Solschenizyn war kein großer Künstler, aber ein sehr, sehr wichtiger Autor und ein zu Recht weltberühmter Schriftsteller.

Hier geht es zum Interview: www.faz.net.

Der Lyriker und Übersetzer Ralph Dutli hat zudem ein lesenswertes Essay zum Tod von Solschenizyn verfasst. »Der Prophet im Rad der Geschichte« ist ebenfalls bei der FAZ erschienen: www.faz.net.

Narnia

logo.pngIch habe den Film, der am 31. Juli anläuft, natürlich noch nicht gesehen. Ich weiß auch nicht, wie das Urteil von C.S. Lewis über die Narnia-Filme ausfallen würde. (Wahrscheinlich würde er empfehlen: »Lest lieber die Bücher!«). Aber die Filmbesprechung »Kirchhof der Kuscheltiere», die David Kleingers für Das Magazin geschrieben hat, ist nicht nur übertrieben polemisch, sie ist leider nichts anderes als Polemik. Das Magazin traut sich nicht in den Risikobereich, es verlässt sich auf seine Stärken.

Wer sich überzeugen möchte: www.spiegel.de.

Thomas Schreiner über »Surprised by Hope« (2)

Hier der zweite und vorerst abschließende Teil der Vorschau über:

  • N.T. Wright, Surprised by Hope: Rethinking Heaven, the Ressurection, and the Mission of the Church, Harper Collins, 2008. 352 S.

Der ersten Teil der Vorschau dieser Rezension von Thomas Schreiner kann hier abgerufen werden: theoblog.de. Der vollständige Text wird demnächst in einer einer Ausgabe der Zeitschrift Glaube und Denken heute erscheinen.

… Sicher haben manche Gläubigen zu Unrecht geglaubt, dass der Himmel nur geistlich sei, aber viele (die meisten derer, die ich kenne) stellen sich den Himmel nicht so vor. Wir könnten sagen, dass Wright seine These übertreibt, um seine Aussage zu verdeutlichen. So weit, so gut. Außerdem kritisiert er deutlich den Ausdruck »in den Himmel gehen«. Dennoch haben wir eine Anzahl an Aussagen in der Schrift, die vom Eintreten (hineingehen!) in das Reich in der Zukunft sprechen (z.B. Mt 5,10; 7,21; 18,3; 19,23-24; Mk 9,47; 10,15; Joh 3,5; Apg 14,22). Die Schrift spricht auch vom Himmel als einem Reich über dem unseren und getrennt von uns (Mt 6,1.9.10.20; 18,10; Lk 24,51; Joh 1,51; Apg 1,10; 2Kor 12,2; Kol 1,5; 1Petr 1,4). Das sagt uns nicht (nur um sicherzugehen), dass unsere zukünftige Bestimmung eine nicht-leibliche Bestimmung ist, aber es betont, dass es ein von unser jetzigen Existenz zu unterscheidender Zustand ist. Ja, Wright sagt richtig, dass der Himmel eine verwandelte Erde sein wird und der Himmel sozusagen in diese Welt kommen wird. Aber weil die Schriften ebenso davon sprechen, dass wir in das Reich hineingehen, weil sie davon reden, dass der Himmel eine Welt über und über uns hinaus ist, und weil die neue Schöpfung noch nicht da ist in ihrer Vollendung, glaube ich nicht, dass es falsch ist, davon zu reden, dass wir »dorthin gehen«, solange wir uns darüber im Klaren sind, dass es lediglich einer der Wege ist, die Realität, die uns erwartet, in Worte zu fassen. Tatsächlich verraten Wright’s Proteste gegen den Gebrauch des Satzes »in den Himmel gehen« seinerseits ein übertrieben wörtliches Verständnis. Daher, widerspricht das Lied Away in the manger entgegen der Meinung Wright’s nicht der Schrift, wenn es Gott darum bittet, »uns für den Himmel zuzubereiten, um mit Dir dort zu leben« (S. 22).

Wie schon bereits bemerkt betont Wright häufig, dass unsere Arbeit in dieser Welt wichtig ist. Christen sollten nicht denken, dass ihre Arbeit in Politik, Wirtschaft, Beruf, Kunst usw. unbedeutsam sei. Es hat eine Art des Pietismus gegeben, die solche Arbeit schwarz gemalt hat. Trotzdem ist es nicht klar, dass die Schulden der dritten Welt zu erlassen eine moralische Verpflichtung ist, die der Abschaffung der Sklaverei gleichkommt. Wright weist diejenigen, die in diesem Punkt nicht mit ihm übereinstimmen, zu selbstbewusst ab, indem er jegliche Einwände durch rhetorisch geschickte Aussagen wegwischt. Moralische Forderungen in der Öffentlichkeit müssen durch sorgfältige Begründung vorgebracht werden und Wright bietet keine Argumente an, die seine Schlussfolgerungen unterstützen. Vielleicht wird er in Zukunft das Thema im begründeten öffentlichen Diskurs anpacken, anstelle durch Forderungen von oben herab.

Wright empfiehlt Evangelisation als Teil unserer Arbeit als Gläubige, aber er betont klar das Engagement in der Politik. Sicherlich hat Wright den Schwerpunkt auf letzterem. Die Schrift lehrt, dass nur diejenigen, die an Jesus Christus glauben und Buße tun von ihren Sünden, die neue Schöpfung erleben können. Ist es daher etwa nicht die wichtigste Sache für Menschen, aufgenommen zu werden in dieser neuen Schöpfung? Gibt es nicht große Künstler und begabte Politiker, die unser Leben in dieser Welt verbessert haben (wofür wir alle dankbar sind), die aber dennoch keinen Anteil an der neuen Schöpfung haben werden, weil sie das Evangelium abgelehnt haben? Außerdem, während Wright korrekt betont, dass alles Handeln in dieser Welt von Bedeutung ist, gibt es auch Diskontinuität zwischen dieser Welt und der zukünftigen. Der Fluch von 1Mo 3 wird nicht aufgehoben werden, bis Jesus wiederkommt. Unsere Arbeit in der Welt ist vorläufig und wird immer von dem Fluch berührt. Die Erfindung des Autos löste ein Verschmutzungsproblem in den Straßen, das durch Pferde verursacht wurde, aber niemand sah voraus, dass es selbst wieder Verschmutzungsprobleme verursachen würde.

Es genügt zu sagen, dass der Evangelisationsauftrag der Christen mehr auf uns lasten bleibt als jeder Auftrag, in der Politik zu arbeiten, wenngleich unsere Arbeit in der Welt bedeutsam ist. Wright betont, dass die gute Nachricht des Evangeliums ist, dass Jesus Herr ist, jedoch ist dies, wie John Piper es herausgestellt hat, keine gute Nachricht, wenn du noch gegen Gott rebellierst; es ist dann eine schreckliche Nachricht. Das Neue Testament ist von der Botschaft durchdrungen, dass wir uns von unseren Sünden abwenden müssen und unser Vertrauen auf Christus setzen müssen. Wright widerspricht der Notwendigkeit, so zu handeln, nicht, aber er scheint mehr besorgt zu sein über unsere Arbeit im politischen und sozialen Bereich.

Ich könnte es vielleicht verstehen, warum Wright soziale Anliegen betont, wenn Englands Kirchen voll wären und blühen würden, wenn fast jeder schon gläubig wäre. Aber es ist seltsam, dass Englands Kirchen leer sind und Unglaube üblich ist. Es scheint so, dass ein Bischof in diesen Umständen die Gemeinde nachdrücklich dazu auffordern würde, zu evangelisieren und die Notwendigkeit des Glaubens an Jesus und der Umkehr von den eigenen Sünden zu betonen. Diese Dringlichkeit sehe ich in Wright’s Buch nicht, und daher weicht er von der Botschaft Jesu und der Apostel ab …

Thomas Schreiner über »Surprised by Hope« (1)

Der Neutestamentler Thomas Schreiner hat eine Buchrezension über:

  • N.T. Wright, Surprised by Hope: Rethinking Heaven, the Ressurection, and the Mission of the Church, Harper Collins, 2008. 352 S.

verfasst, die Daniel Dangendorf freundlicherweise übersetzt hat und demnächst in einer Ausgabe der Zeitschrift Glaube und Denken heute erscheinen wird. Hier der erste Teil einer Vorschau:

N.T. Wright ist einer der talentiertesten Schreiber unter den derzeitigen neutestamentlichen Gelehrten. In diesem Buch stellt er sein Verständnis von dem, was die Schrift über den Himmel, die Auferstehung und die Mission der Gemeinde lehrt, vor.

Was ist denn nun der Himmel? Wright behauptet, dass zu viele Christen eine platonische Vorstellung des Himmels haben. Sie denken sich den Himmel in ätherischen Begriffen, als ob wir in einen körperlosen Zustand in ein transzendentes Reich enthoben werden würden. Tatsächlich stellen sich die meisten Christen den Himmel als »da oben« vor und als getrennt von der Erde. Nach Wright lehrt die Schrift nicht, dass wir »in den Himmel gehen werden, wenn wir sterben«, sondern dass der Himmel auf die Erde kommen, dass die Erde, auf der wir leben, verwandelt werden wird und dass wir die neue Schöpfung genießen werden.

Wright’s Verständnis der christlichen Hoffnung basiert auf der Auferstehung Jesu von Nazareth. Surprised by Hope fasst daher Wright’s älteres, umfangreiches und bedeutsames Werk The Resurrection of the Son of God zusammen. Hier ist es wichtig, zu sehen, dass die Auferstehung absolut leiblich ist. Die Menschen der antiken Welt glaubten an Geister, Gespenster und ähnliches, aber sie vermischten diese Dinge nicht mit der Idee der Auferstehung. Ebenso erkennt Wright nicht einfach die Auferstehung aus Glauben an, da der historische Beweis für die Auferstehung Jesus unglaublich solide ist. Nein, wir können nicht das letzte Fünkchen Zweifel daran, dass Christus auferstanden ist, durch Beweise austilgen. Seine Auferstehung stimmt dennoch sehr genau mit dem Beweis des leeren Grabes und der Erscheinungen Christi überein.

Die Auferstehung Jesu ist von fundamentaler Bedeutung für Wright’s These, weil die Auferstehung Christi mit der zukünftigen Auferstehung der Gläubigen eng zusammenhängt. Daher kann die Zukunft, die die Gläubigen erwartet, nicht als geistliche Existenz im Himmel beschrieben werden. Vielmehr wird der Himmel auf einer neuen Erde sein, wo die Gläubigen die leibliche Existenz, die sie in dieser Welt erleben, fortsetzen werden, aber mit Leibern, die durch den Heiligen Geist verwandelt sind.

Und was ist das Resultat für die Mission der Gemeinde in der Gegenwart? Wright betont immer wieder, dass unser Leben in dieser Welt einen Unterschied macht. Wir warten nicht einfach darauf, in den Himmel zu gehen, wenn wir sterben. Wir sind dazu berufen, uns in dieser Welt zu engagieren, in der Politik für Gerechtigkeit zu arbeiten, unsere künstlerischen Gaben als Kreaturen, die nach Gottes Ebenbild geschaffen sind, auszuüben und die Verlorenen zu evangelisieren.

Wie sollen wir Surprised by Hope beurteilen? Wright’s fundamentale These hier ist richtig. Der Himmel wird auf einer neuen Erde sein und daher darf man ihn sich nicht vorstellen, als ob man in ein geistliches Niemandsland enthoben wird. Wir freuen uns auf unsere zukünftige Auferstehung und auf die neuen Himmel und die neue Erde, auf der Gerechtigkeit wohnt. Wright‘s Verteidigung der Auferstehung Christi (ausführlicher wird sie in seinem Hauptwerk zu diesem Thema verteidigt), ist die beste Abhandlung, die ich zu diesem Thema gelesen habe. Wright bekräftigt den Zwischenzustand, aber er betont richtig, dass die zukünftige Hoffnung der Gläubigen die Auferstehung ist. Wright trifft das Herz der Frage damit, dass er sagt, dass wir für Gerechtigkeit, Wahrheit und Schönheit in dieser Welt kämpfen sollen. Manche Gläubige haben behauptet, dass diese Welt zur Zerstörung bestimmt ist und richten ihr Augenmerk daher nur auf die Errettung der Verlorenen.

Dennoch gibt es einige signifikante Probleme mit diesem Buch …

Fortsetzung folgt.

Etikettenschwindel Familienpolitik

Martin Lohmann, von 1994 bis 1997 Chefredakteur des Rheinischen Merkur und von 1998 bis 2004 Chefredakteur der Rhein-Zeitung, durchleuchtet in seinem neuen Buch die Familienpolitik in Deutschland.

Nach Lohmann verdient die derzeitige Familienpolitik ihren Namen nicht, da es sich in Wirklichkeit um eine reine »Frauenerwerbsförderpolitik« handelt. Die Politik sorgt sich nicht um das Wohl der Familie, sondern möchte Frauen nach der Geburt eines Kindes möglichst schnell wieder an den außerhäuslichen Arbeitsplatz bringen. Da nach Lohmann die Mutter die wichtigste Bezugsperson für Kinder in den ersten Lebensjahren ist, hat für ihn so eine Bevormundung der Familie durch den Staat den Namen »Familienpolitik« nicht verdient.

Hier ein Auszug aus der Publikation: www.duesseldorf-blog.de. Das Buch kann überall im Buchhandel bestellt werden:

  • Martin Lohmann, Etikettenschwindel Familienpolitik, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2008; 222 S., 19,95 €.
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