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Lernprogramme für Kleinkinder?

Tablets und Handys in Kinderhand sind allgegenwärtig. Schon Kleinkinder dürfen sich an Lernprogrammen versuchen. Doch der Nutzen scheint in keinem Verhältnis zu den negativen Auswirkungen zu stehen, klagen amerikanische Forscher.

Monika Ganster schreibt für die FAZ:

Smartphones und Tablets sind aus unserem Erwachsenenalltag nicht mehr wegzudenken. Und sind damit auch für Kinder leicht verfügbar. In Deutschland hat bereits jedes vierte Kind zwischen sechs und 13 Jahren ein Smartphone. Aber auch noch Jüngere dürfen mal auf dem Tablet der Eltern ein Spiel ausprobieren oder sich mit einem Lernprogramm beschäftigen. So alltäglich Tablets und Co bereits sind – die Wirkung, die interaktive Geräte auf Kleinkinder haben, ist bislang kaum wissenschaftlich untersucht worden. Forscher der Universität Boston haben nun eine Reihe von Fragen aufgeworfen, die die Nebenwirkungen von Apps und Lernprogrammen auf die Jüngsten betreffen.

Hier geht es weiter: www.faz.net.

Das schickliche Andachtsbuch

Es war gut gemeint, als ich meiner Frau zu Weihnachten ein Andachtsbuch zur laufenden Bibellese schenkte. Fast ist es Tradition. Schon unterschiedlichste Ausgaben haben wir geprobt. Unterm Strich war meine Frau allerdings oft enttäuscht, so dass wir immer noch auf der Suche sind.

Beim letzten Weihnachtsfest habe ich ein Buch verschenkt, dass in Zusammenarbeit mit der Herrenhuter Brüdergemeine herausgegeben wird und auf die Losungs- und Lehrtexte abgestimmt ist. Abermals eine Enttäuschung. Vor einigen Tagen war der Andachtstext so sinnentstellend, dass mir meine Frau das Buch in die Hand gedrückt hat: „Hier, das kannst du wieder haben!“

Es geht in der Andacht um die Auslegung des Verses: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3,17). Herangezogen wird ein Kinderbuch von Astrit Lindgren, nämlich Karlsson vom Dach. Karlsson sei beneidenswert, da er von sich eingenommen und „so völlig frei und unabhängig“ von „der Meinung und vom Urteil der anderen“ sei. Die Kinderbücher von Astrid Lindgren, das wird so sein, „atmen alle diese große innere Freiheit.“ Wenn wir solche Bücher lesen, gewinnt das „unendlich wichtige Gefühl Raum“, dass ich „kleiner Mensch gut bin, so wie ich bin“. Das macht mich stark und frei gegenüber allen, „die meinen, mich beurteilen zu dürfen, und deren Urteil mich schwach und abhängig macht.“ Wo Kinder und Erwachsene sich geliebt fühlen, von Menschen und von Gott, da entsteht die „Atmosphäre der Freiheit aus Gottes Geist, in der Menschen aufblühen können, frei werden vom Urteil der anderen und frei, ihren Weg zu gehen.“

Nun mag Vers 17 im Detail schwer zu verstehen sein (Abschnitt (a) heißt wörtlich: „Aber der HERR ist der Geist“). Sicher ist, dass Paulus nicht einer selbstgefälligen Lebenseinstellung oder einer Psychologie der Selbstannahme das Wort redet. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Dem Apostel geht es überhaupt nicht um ein stärkeres Selbstvertrauen oder um mehr Selbstbestimmung, sondern um das Christusvertrauen (V. 13, 4). Wenn schon der Gottesdienst des Buchstabens im Alten Testament wunderbar war, wie viel mehr herrlich ist dann der Dienst im Geist? Die Freiheit, um die es geht, ist nicht die Freiheit, zu tun oder zu lassen, was man für richtig hält, sondern die Freiheit, die durch das Erlösungswerk von Jesus Christus in unser Leben tritt. Diese Freiheit, die nicht aus meinem Innern kommt, sondern aus dem Geist, nimmt die Decke von meinen Augen fort und befähigt mich zu einer Lebendigkeit, die allein Gott schenkt und gefällt. Nicht wo mein Geist ist, ist Freiheit, sondern Freiheit ist dort, wo der Geist des HERRN ist.

Nun aber zu meinem Anliegen: Welche deutschsprachigen Andachtsbücher (möglichst in Verbindung mit einer Bibellese) könnt Ihr empfehlen? In zehn Monaten will ich das passende Buch auf den Tisch legen.

„Night Will Fall“

Im Frühjahr 1945 entdecken die Alliierten das Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. Aus dem Entsetzen über die dort gesehenen Grausamkeiten entsteht das Verlangen, diese filmisch zu dokumentieren. Renommierte Regisseure wie Alfred Hitchcock und Billy Wilder werden beauftragt, aus dem Rohmaterial Dokumente für die Aufklärung der Bevölkerung entstehen zu lassen.

Unter dem Eindruck des beginnenden Kalten Krieges scheint es plötzlich nicht mehr ratsam, die westdeutsche Bevölkerung nachhaltig mit ihren Verfehlungen zu konfrontieren. Der Film landet unvollendet in den Archiven, eine Filmrolle gilt sogar als verschollen. Nach jahrelangen Recherchen und neu aufgetauchtem Material ist es dem „Imperial War“-Museum nun gelungen, den Hitchcock-Film zu rekonstruieren. Er wurde im Rahmen der Berlinale 2014 erstmals öffentlich in Deutschland aufgeführt.

Der Dokumentarfilm „Night Will Fall“ zeigt die Wiederherstellung des Films und liefert bisher ungesehene Bilder aus den befreiten Konzentrationslagern. Ich habe die Dokumentation, die heute (also am 26.01.2015) um 23.30 Uhr bei der ARD ausgestrahlt wird, bereits gesehen. Mir stockte mehrfach der Atem. Was man dort gezeigt bekommt, ist unvorstellbar abgründig. Obwohl die Bilder und Zeugenberichte fast nicht zu ertragen sind, will ich diesen Blick in das finsterste Kapitel deutscher Geschichte empfehlen.

Killjoys

Bei Desiring God gibt es das neue Buch Killjoys: Der Verlag schreibt dazu:

NewImage

Our love affairs with sin are not just a matter of morality, but of joy. Sanctification is not just about faithfulness to God, but about finding our deepest, most satisfying fulfillment in him.

We can be infinitely and enduringly more happy with Jesus than with anything or even everything in a world without him — even when that world is filled and overflowing with promotions and bonuses at work, on-demand television, all-you-can-eat sushi, grossly accessible pornography, always new and better technology, and countless other goods become gods.

Our hearts were designed to enjoy a full and forever happiness, not the pitiful temporary pleasures for which we’re too prone to settle. Pride, envy, anger, sloth, greed, gluttony, and lust are woefully inadequate substitutes for the wonder, beauty, and affection of God. They will rob you, not ravish you. They will numb you, not heal you. They will slaughter you, not save you.

Das Buch, dessen Cover von dem großartigen Peter Voth gestaltet wurde, gibt es zum kostenlosen Download in verschiedenen Formaten hier: www.desiringgod.org.

Seelsorge Vertiefungsseminar II

Es sind noch ein paar Plätze frei:

Vertiefung II maerz2015 b 1

Der Seelsorge Vertiefungskurs II, der vom 01.–06. März 2015 im Teencamp-Freizeithaus in Marsberg-Helminghausen (Deutschland, URL: www.tcamp.de  veranstaltet wird, enthält folgende Einheiten:

  • Psychopathologie und Psychiatrie (Referent: Dr. med. Christoph Jung)
  • Pornografie: Grundlagen und Arbeitsmittel für die Gemeindepastoral (Referent: Daniel Röthlisberger)
  • Praxisfelder Ehe- und Familienseelsorge (Referent: Thomas Jeising)

Sollten Sie an diesem Kurs Interesse haben, freuen wir uns über eine möglichst schnelle Anmeldung!

Weitere Informationen finden Sie im Flyer: Vertiefung_II_maerz2015_b.pdf .

The Reformation Study Bible (2015)

Eine Vorschau der The Reformation Study Bible (2015) mit dem Epheserbrief liegt inzwischen vor. Die The Reformation Study Bible ist eine Neuauflage der Ausgabe von 2008 und enthält als Übersetzung die English Standard Version (ESV). Sie wird erneut unter der Leitung von R.C. Sproul herausgegeben.

Hier der Auszug: 2015-01_RSBPreview_Ephesians.pdf.

Diaspora in Deutschland

Markus Günther fragt in der FAS (Ausgabe Nr. 52 vom 2.812.14, S. 3), ob Deutschland noch ein christliches Land ist und kommt zu dem Ergebnis, dass das Christentum hierzulande seine Spätzeit erlangt habe. Menschen, die wirklich glauben, gehören längst zur Minderheit (leben also in der Diaspora). Dabei gibt es viele suchende und zweifelnde Menschen. Warum erreicht die Kirche sie nicht mehr? Mit der laufend beschworenen „Zeitgemäßheit“ hat es jedenfalls nichts zu tun.

Günther:

Es gibt sie noch in großer Zahl, die Suchenden und Zweifelnden, die, die nach Gott fragen und neugierig sind auf Antworten – aber die Kirchen erreichen diese Menschen immer seltener.

Aber warum finden die Suchenden die Wegweiser nicht mehr? Warum passen Angebot und Nachfrage nicht zusammen? Die populärste Antwort auf diese Frage lautet: weil die Kirche nicht mehr zeitgemäß ist. Sie müsste sich stärker der Lebenswirklichkeit der heutigen Menschen anpassen. Das klingt vorderhand plausibel, ist aber bei genauerem Hinsehen Unsinn. Denn die Evangelische Kirche in Deutschland hat so ziemlich alles getan, was von der katholischen Kirche immer noch verlangt wird, um endlich zeitgemäß zu sein: Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats, Liberalität bei Moralfragen, volle Akzeptanz von Homosexuellen und Geschiedenen. Wären das tatsächlich die Gründe für die Malaise des Christentums, müsste es den Protestanten viel besser gehen als den Katholiken. Doch das ist nicht so. Ein zweiter Denkfehler kommt beim populären Zauberwort „zeitgemäß“ hinzu: Wo sich die Kirche nicht auf zeitlose, unverfügbare Wahrheiten beruft, entlarvt sie sich selbst als reines Menschenwerk. Politische Programme müssen zeitgemäß sein, Unterhaltungsangebote auch; eine Religion muss absolute Wahrheiten für sich in Anspruch nehmen können – oder es ist keine Religion.

Stattdessen haben beide Kirchen in Deutschland – nicht immer offiziell, aber de facto, im praktischen Leben halt – zentrale Glaubensinhalte längst aufgegeben. Im Versuch, niemanden zu verprellen und den Zugang zum Glauben möglichst leicht zu machen, wurde vieles ein bisschen weichgespült: Aus Jesus als „Sohn Gottes“ wurde Jesus, ein vorbildlicher Mensch wie Buddha und Gandhi auch. Aus der Auferstehung Christi wurde eine Legende, die man nicht wörtlich nehmen soll, sondern mehr so im Sinne von „Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist nicht tot“. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Verkündigung besteht oft nur noch aus einer Wohlfühlprosa, die ein möglichst breites Publikum ansprechen soll und gerade dadurch beliebig wirkt. Frieden in der Welt, mehr Gerechtigkeit für alle, auch selbst nicht immer so egoistisch sein – darauf kann sich jede Versammlung halbwegs anständiger Menschen einigen. Ein Appell der Unesco oder von Greenpeace klingt auch nicht viel anders. Gott braucht’s dafür nicht.

Seelsorge Vertiefungskurs II (März 2015)

Vertiefung II maerz2015 b 1

Der Seelsorge Vertiefungskurs II, der vom 01.–06. März 2015 im Teencamp-Freizeithaus in Marsberg-Helminghausen (Deutschland, URL: www.tcamp.de  veranstaltet wird, enthält folgende Einheiten:

  • Psychopathologie und Psychiatrie (Referent: Dr. med. Christoph Jung)
  • Pornografie: Grundlagen und Arbeitsmittel für die Gemeindepastoral (Referent: Daniel Röthlisberger)
  • Praxisfelder Ehe- und Familienseelsorge (Referent: Thomas Jeising)

Sollten Sie an diesem Kurs Interesse haben, freuen wir uns über eine möglichst schnelle Anmeldung!

Weitere Informationen finden Sie im Flyer: Vertiefung_II_maerz2015_b.pdf .

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