Gesellschaft

Von Allah zu Jesus

Immer mehr Iraner konvertieren trotz Repressalien zum Christentum. Die WIENER ZEITUNG hat über die wachsende iranische Christenheit in Österreich berichtet:

Fast 50 Leute von jung bis alt haben sich an diesem Sonntagnachmittag in einem Wiener Kellergewölbe zusammengefunden. Es ist bedächtige Stille in dem dicht gefüllten Raum eingekehrt. Der Blick der Leute ist geschlossen nach vorne gerichtet, direkt auf ein großes Holzkreuz. Ein Lied wird angestimmt und die Menge singt mit – in Farsi, der persischen Sprache. Die Leute feiern den sonntäglichen Gottesdienst einer Gemeinde, die fast 100 Leuten hauptsächlich iranischer und vereinzelt auch afghanischer Herkunft eine spirituelle Heimat bietet. Insgesamt gibt es allein in Wien fünf iranische Christengemeinden, dessen Mitglieder zum erheblichen Teil vom Islam zum Christentum konvertiert sind.

Mehr: www.wienerzeitung.at.

Mehr als Scheidungsstatistik

Die Scheidungsstatistik des Statistischen Bundesamtes löst regelmäßig eine Flut von Pressemeldungen aus. Die FAZ titelt: Die Ehe verliert an Bedeutung.

Die Zahl der Scheidungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr abermals leicht gestiegen. Wie das Statistisches Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, wurden 2011 rund 187 600 Ehen geschieden. Das waren 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Paare hatte Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt waren somit im Jahr 2011 rund 148 200 Minderjährige von der Scheidung ihrer Eltern betroffen, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

DIE WELT meldet: Elf von tausend Ehen werden geschieden:

Der Trend zur Trennung hat sich in Deutschland leicht verstärkt: Elf von 1000 Ehen sind 2011 geschieden worden. Im Durchschnitt dauert die Floskel „bis dass der Tod uns scheidet“ nur noch 14,5 Jahre.

Etwas einseitig wirken die Erklärungsversuche. „Gründe dafür seien ‚die längeren Ausbildungszeiten oder die immer stärker werdenden Anforderungen der Arbeitswelt an Flexibilität und Mobilität‘, sagte Egaler“, Präsidenten des Statistischen Bundesamtes.

Die Ursache liegen m.E. tiefer. Es geht auch um eine geistliche Krise (vgl.  Monopolverlust der Ehe). Im postmodernen Denken ist nämlich kein Platz mehr für stabile Werte oder Beziehungen. Da der Mensch die Erfindung von Machtdiskursen ist, orientiert er sich nicht an ewigen Wahrheiten, sondern handelt Normen und Beziehungen ständig neu aus. Lyotard weist darauf hin, dass permanente „Institutionen in beruflichen, affektiven, sexuellen, kulturellen, familiären und internationalen Bereichen wie in politischen Angelegenheiten“ durch „zeitweilige Verträge“ ersetzt werden (Jean-François Lyotard, Das postmoderne Wissen, S. 191). Ähnlich wertet der Soziologe Zygmunt Bauman: Bezeichnend für das „postmoderne Lebensspiel“ ist das Leben im Augenblick. Inbegriff der postmodernen Lebensstrategie ist die Gestalt des Touristen. Ein Tourist bindet sich nicht, kennt keinen Befriedigungsaufschub und vor allem: er konsumiert. In einer Zeit des globalen Kapitalismus ist alles auf Bedürfnisstimulation und rasche Befriedigung angelegt. Wie ein Nomade verhält sich der Tourist als Durchreisender. Das Leben bleibt episodenhaft, die Verpflichtungen sind überschaubar. Der Nomade bindet sich nicht an den Aufenthaltsort oder Partner. Wenn ein Stamm mit dem dazugehörigen Vieh einen Weideplatz abgegrast hat, zieht er weiter (Zygmunt Bauman, Flaneure, Spieler und Touristen. Essays zu postmodernen Lebensformen, 1997).

Der Preis ist freilich hoch.

Die Grunderfahrung der Menschen in der Postmoderne ist für ihn eine des Verlustes: des Verlustes an Gewissheit, Ordnung, Selbstsicherheit. Die aus allen traditionellen Bindungen, Ordnungen und Gemeinschaftsformen ‚entbetteten‘ und der Anarchie des wild gewordenen liberalen Marktes überlassenen Individuen reagieren auf die geänderte Situation mit Gefühlen der Angst und Orientierungslosigkeit (R. Eickelpasch u. C. Rademacher, Identität, 2010, S. 49–50).

Bezeichnend finde ich die Werbung, die DIE WELT online (wechselnd) neben den Scheidungszahlen platziert: „Secret – Spiele nach deinen Regeln: Leben deine Phantasie. Finde niveauvolle Partner für diskrete erotische Abenteuer.“

EU: Ohne Recht keinen Frieden

Der Verfassungsrechtler Paul Kirchhof sieht in der EU-Krise eine Krise des Rechts. Deutschland sei auf dem Weg in die Illegalität, wenn weiterhin privatwirtschaftlicher Schaden auf die Allgemeinheit abgewälzt werde. In seinem memorablen Beitrag „Verfassungsnot!“ (FAZ vom 12.07.2012, Nr. 160, S. 25) plädiert er für Rechtssicherheit: „Eine Instabilität des Rechts wiegt schwerer als eine Instabilität der Finanzen. Wer das nicht begreift, dem hilft auch keine Zentralgewalt mehr.“

Wir spielen mit dem Feuer, wollen selbstverständlich niemals den großen Brand. Doch dieser droht ernstlich. Manche Euro-Mitgliedstaaten stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, weil das Recht missachtet worden ist. Im Wirtschaftsleben scheidet ein insolventes Unternehmen aus dem Markt aus, die Konkurrenten übernehmen seine Aufgaben und Kunden. Dieses Prinzip der „schöpferischen Zerstörung“ gilt für Staaten nicht. Jedem Staat ist durch die Vereinten Nationen seine Existenz garantiert. Er bleibt gleichwertiges Mitglied der Völkerrechtsgemeinschaft. Das Staatsvolk hat einen Anspruch darauf, sich selbst Organe zu geben, die für dieses Volk Recht setzen und durchsetzen, sich in einem eigenen Staat die Rahmenbedingungen seines selbstbestimmten Gemeinschaftslebens zu schaffen. Doch die weiterhin zahlungsfähigen, aber hochverschuldeten Staaten geraten in Abhängigkeit vom Finanzmarkt, verlieren Souveränität, büßen in der Abhängigkeit vom Kapitalgeber einen Teil ihrer demokratischen Legitimation, ihrer Kraft zum ausschließlichen Handeln nach Gesetz und Recht, damit ihrer Vertrauenswürdigkeit ein.

Hier: www.faz.net.

VD: JS

Die dunkle Seite des Milieus

Von wegen nette bunte Sexwelt: Die Razzien im Düsseldorfer Rotlichtmilieu offenbaren das wahre Gesicht der Prostitution. K.o.-Tropfen, Alkohol, Drogen, Erkrankungen, Vergewaltigungen, Erpressung. Die rot-grünen Ziele, das Gewerbe zu entkriminalisieren, sind gescheitert. Wird die Politik umdenken?

Till-R. Stoldt schreibt für DIE WELT:

Ein gottesfürchtiger Mann ist Bert Wollersheim. Gut, er ist auch Bordellbetreiber, aber dafür betet er jeden Tag mit seinem Sohn. Und in manchem Interview beteuerte „der Berti“ (wie ihn Freunde nennen), er sei „ein moralischer Mensch“ und spende viel Geld für Kinder. Nie käme ihm in den Sinn, andere zu betrügen und auszunutzen. Nicht die „Mädchen“. Und nicht ihre Kunden. Kein zweiter verkörperte die nette bunte Puff-Welt so erfolgreich wie er.

Der mediale Erfolgszug dieser rheinischen Rotlichtgröße harmonierte mit einem Leitbild der rot-grünen Landesregierung: mit dem Ziel, Prostitution in ein Gewerbe ohne Kriminalität und schlechten Ruf zu verwandeln, schließlich gebe es Frauen, die sich aus freien Stücken für diesen Beruf entschieden. Deren Entscheidung müsse man nicht nur respektieren, sondern rechtlich schützen – forderte Rot-Grün unter Führung der grünen Frauenministerin Barbara Steffens. Sie setzt darauf, das Bundesprostitutionsgesetz von 2002 konsequent vor Ort umzusetzen. Damals ermöglichte Rot-Grün im Bund, Prostitution als versicherungspflichtige Arbeit wie jede andere anzuerkennen und Bordelle als ordentliches Gewerbe einzustufen.

Sei das horizontale Gewerbe erst legalisiert, würden Kriminalität und Frauenunterdrückung enden. Denn dann habe die Szene ja etwas zu verlieren – so die damalige Hoffnung. Weil auch die Landesregierung diese Überzeugung teilt, gedenkt sie auf die vielen zögerlichen Kommunen im Land mehr Druck auszuüben, Bordelle, einschlägige Saunaclubs und Prostituierte vor Ort endlich als normale Gewerbe und Beschäftigte anzuerkennen. Dumm nur, dass Bert Wollersheim, diese schrille Verkörperung rot-grüner Hoffnungen, nun bis auf weiteres entzaubert wurde.

Mehr: www.welt.de.

Islamische Paralleljustiz in Deutschland

In immer mehr deutschen Städten breitet sich eine ganz eigene Form der Rechtsprechung aus: die islamische Paralleljustiz, die sich an der Sharia orientiert. Längst regeln in einzelnen Stadtteilen von Berlin, Bremen oder Essen arabische Clans das Zusammenleben.

Hier ein durch und durch bedrückender Bericht des DLF:

Ein denkwürdiger Euro-Krisengipfel

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus ein Instrument zur Gemeinschaftshaftung für Banken in der Euro-Zone gemacht. Das ist unglaublich, kommentiert Holger Steltzner für die FAZ. Die Bundeskanzlerin ist in eine Falle getappt.

Der Bundestag hat sich auf die Zustimmung zu einem dauerhaften Krisenfonds zum Herauspauken von Schuldensündern in der Währungsunion vorbereitet, den es in der beschlossenen Form jedoch nicht geben wird. Denn in der Nacht zuvor haben die Staats- und Regierungschefs der EU auf einem denkwürdigen Euro-Krisengipfel aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ein Instrument zur Gemeinschaftshaftung für Banken in der Euro-Zone gemacht. Das ist unglaublich. Vielleicht denken die Regierungschefs, wenn sie die nach EU-Vertrag verbotene Haftung für die Schulden anderer durch den Bailout-Fonds ESM auf den Kopf stellen können, dann dürfen sie auch die Regeln eines Vertrags in Frage stellen, bevor dieser Vertrag überhaupt in Kraft ist.

In einem frechen politischen Erpressungsmanöver haben Italiens Ministerpräsident Monti und Spaniens Ministerpräsident Rajoy ihre Zustimmung zu dem vom französischen Präsidenten Hollande geforderten Wachstumspakt davon abhängig gemacht, dass der ESM künftig direkt Banken finanziert. Italien und Spanien drohten damit, die Annahme des auch für sie geschnürten Wachstumspakets zu verweigern, wenn ihnen nicht ohne lästige Auflagen und vor allem ohne Beteiligung des Internationalen Währungsfonds geholfen wird.

Hier: www.faz.net.

Hauptsache die Quote stimmt

Dass die Quotenregelung „entfreit“, haben kürzlich die Jusos eines Regionalverbandes in München erfahren müssen. Da ziehen Frauen an Männern vorbei, obwohl sich ihr Interesse arg in Grenzen hält.

Wie schnell es gehen kann, dass Frauen wegen einer Quote an Männern vorbeiziehen, hat er bei der Vorstandswahl seines Jusos-Regionalverbands München Nord erlebt. Weil von vier Stellen zwei mit Frauen besetzt werden müssen, sind zwei junge Sozialdemokratinnen gewählt worden, die am Tag der Wahl zum ersten Mal bei einer Sitzung erschienen seien. Es standen nur drei Frauen zur Wahl. „Für die Posten der beiden Männer hätten sich dagegen wesentlich mehr Kandidaten interessiert, die schon seit ihrer Schulzeit bei den Jusos aktiv sind.“

Johannes Meiners fordert, dass mehr nach den Bedürfnissen der Männer gefragt wird. Er setzt sich für eine Entdämonisierung des Mannes ein, der häufig als gewaltbereit dargestellt werde und in der Familie oft nur ein Zaungast sei. Frauen sollten aufhören, den Mann automatisch in die Versorger-Rolle zu drängen, indem sie nur nach den erfolgreichen Alphamännchen schielen – so wie es das Zitat von Kaye suggeriert.

Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de.

VD: AH

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