Gesellschaft

#DuBistEinMann

Mit einem Eilverfahren wollte eine Transperson den Slogan #DuBistEinMann unterbinden. Allerdings ist sie damit gescheitert, weil die Gerichte in Deutschland die Meindungsfreiheit schützen möchten. Die NZZ schreibt: 

Was war passiert? Im März dieses Jahres rief die Transperson Monro auf der Plattform X, vormals Twitter, dazu auf, den Deutschen Frauenrat zu unterstützen. Auf dessen Onlineprofil tummelten sich laut Monro viele «Terfs». «Terfs» bedeutet «trans-exclusionary radical feminists» und wird als Schimpfwort für Frauen verwendet, die davon ausgehen, dass es zwei biologische Geschlechter gibt. Daraufhin antwortete eine Vertreterin von Radfem Berlin Richtung Monro: «Times changed! #DuBistEinMann».

Monro empfand dies offenbar als verletzend. Per Eilantrag auf Unterlassung wollte sie den Feministinnen diese Äusserung gerichtlich untersagen lassen. Das blieb in erster und zweiter Instanz erfolglos. Monro zog den Eilantrag schliesslich zurück.

Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main bewerteten das Recht der Feministinnen, ihre Meinung frei zu äussern, höher als den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Transperson. Eine richtige, aber keine selbstverständliche Stärkung der Meinungsfreiheit.

Mehr: www.nzz.ch.

Der Westen und die Religion

Es ist höchste Zeit, dass sich ein religionslos gewordener Westen wieder der Religion zuwendet, intellektuell und lebenspraktisch. Sonst versteht er bald die Welt nicht mehr, meint Martin Grichting in einem ziemlich schonungsfreien Beitrag für die NZZ. Seiner Meinung nach unterschätzen die Politiker die Wirkmächtigkeit religiöser Lehren, da sie nicht mehr davon verstehen. 

Grichting schreibt: 

Wenn es heute um die Frage nach der Ursache von islamisch motivierter Gewalt und Parallelgesellschaften geht, begegnet man immer wieder Deutungen, die den religiösen Hintergrund ausblenden. Die Weigerung muslimischer Migranten, sich in die westlichen Gesellschaften zu integrieren, sei das Erbe des Kolonialismus sowie die Folge rassistischer, wirtschaftlicher und sozialer Diskriminierung. Das führe zu Abschottung und in der Folge zu Gewalt.

Akte der Entmenschlichung, wie die Welt sie beim Überfall der Hamas auf Israel gesehen hat, werden mit der Psychologie frustrierter und perspektivloser Männer oder mit dem Einsatz von Drogen «erklärt». Sosehr das alles auch eine Rolle spielt: Der Elefant im Raum ist die Religion. Man ist offenbar nicht in der Lage, ihn zu sehen.

Nicht nur Gewaltaufrufe gehören zum Bestand islamischer Lehre. Vielmehr segregiert diese Religion die Menschen: «Nehmt euch die Juden und Christen nicht zu Freunden! Sie sind einander Freunde. Wer von euch sich ihnen anschliesst, der gehört zu ihnen.» So lautet die Ansage des Koran [Sure 5,51]. Sie bedeutet im heutigen Kontext: Wer sich im Westen integriert, ist ein Verräter. Nur wer sich in einer Parallelgesellschaft auf Distanz hält, ist ein guter Gläubiger.

Mehr: www.nzz.ch.

Antisemitismus als „Dekolonisierungstool“

Politiker, Medien sowie gewöhnliche Bürger sind darüber überrascht, dass Linke sich in den letzten Tagen eindeutig auf die Seite der Palästinenser oder gar der Hamas gestellt haben. Wie ist es möglich, dass genau jene Gruppen, die seit Jahren nachdrücklich vor einem rechten Antisemitimus warnen, jetzt auf der Seite derer stehen, die Israel mit unvorstellbarer Brutalität überfallen haben? 

Das kommt nicht aus dem Nichts. Viele Linke hegen schon lange gewisse Sympathien mit dem palästinensischen Befreiungskampf. Der Siegeszug gegen „den Westen“ wird in den Zusammenhang einer größeren Revolution gestellt. Die Adorno-Preisträgerin Judith Butler, die übrigens selbst Jüdin und zudem Pazifistin ist, hat bekanntlich einmal gesagt, dass Hamas und Hisbollah als Teil der globalen linken Bewegung zu sehen seien.

Der Historiker Vojin Saša Vukadinović erklärt erfreulicherweise in einem Beitrag für die linke Wochenzeitung JUNGLE WORLD, dass für Teile der Linken dieser Kampf gegen Israel eine konsequente Umsetzung der sogenannten „Dekolonisierung“ ist. Er schreibt: 

Was der Imperativ „decolonize!“, der seit einigen Jahren nicht nur den identitätspolitischen Aktivismus befeuert, sondern in Windeseile von den hiesigen Geistes- und Sozialwissenschaften adaptiert worden ist, in Bezug auf Israel meint, hat die Hamas am 7. Oktober demonstriert. Die universitäre Anhängerschaft dieses Kampfbegriffs bemüht sich nun um Schadensbegrenzung. Zwar dürfte sie in den kommenden Monaten versuchen, sich aus der Affäre zu winden, doch daran, was dieser neumodische wie gesellschaftlich akzeptierte antisemitische Code meint, gibt es keinen Zweifel mehr. Wer ihn verwendet, bezieht Position.

Wenige sind dabei so ehrlich wie Najma Sharif, eine US-amerikanische Influencerin, die für die TeenVogue und In Style schreibt. Noch am Tag des Pogroms setzte sie einen Tweet ab, in dem es hieß: „Was dachtet Ihr alle denn, was Dekolonisierung bedeutet? Vibes? Seminararbeiten? Essays? Loser.“ Der Zuspruch für diese unverhohlene Bejahung des Massenmords lag in kürzester Zeit im sechsstelligen Bereich. Höhnend legte Sharif noch nach: „Wenn ‚nicht so‘, wie denn sonst. Zeigt’s uns lol.“

Statt darüber nachzudenken, in welchem Verhältnis ihr Weltbild und ihr Jargon zum Massaker stehen könnten, sind die Verfechterinnen und Verfechter des Dekolonisierungsgedankens nun bestrebt, diesen zu retten. So behauptete Vanessa Thompson, die vor einigen Jahren an der Goethe-Universität Frankfurt am Main lehrte, nun Professorin an der Queen’s University in Kanada ist und einen deutschsprachigen Reader zu Abolitionismus herausgegeben hat, auf Twitter, dass „das, was passiert“, das „unmittelbare Resultat von Besatzung und Landraub“ sei. Während diese Umschreibung des palästinensischen Überfalls zeigt, dass Thompson ein objektiver Begriff für den Terror nicht über die Tastatur geht, integriert sie ihn umgekehrt sehr flott: Es sei „abstoßend“, dass Menschen die israelischen Opfer betrauern, nicht aber den „Massenmord an den Palästinensern“. 

Auch Frédéric Schwilden hat für DIE WELT diesen Zusammenhang beobachtet, wenn er schreibt: 

Dass es diese Menschen gibt und gab, das wusste ich. Aber dass es so viele sind, macht mich ratlos. Und noch ratloser sollte uns machen, dass diese Menschen in ihrem Sein sogar systemisch unterstützt worden sind und noch werden. Die Bundesregierung fördert stolz jedes Projekt, dass irgendwas mit „Intersektionalität“ und „Postkolonialismus“ im Namen trägt. Und da sind nicht die jungen Männer, die auf der Straße rauchen, oder die Muttis am Gemüsestand. Das sind die akademischen Weißbrote. Aber sie sind der intellektuelle Nährboden, der diese Leute ermutigt, der denen, wie es dann so oft heißt, „eine Stimme“ gibt.

Höhepunkt dieser Haltung war eine Documenta, bei der ein indonesisches Kollektiv aus post-kolonialer Perspektive Karikaturen in Kassel auf- und erst nach großen Protesten wieder abhängte, auf der Juden unter anderem mit SS-Runen im Gesicht oder mit Schweinenasen gezeigt wurden. Die Hamburger Kunsthochschule fand das so überzeugend, dass sie zwei Männern des indonesischen Kuratoren-Kollektivs der Documenta eine Gastprofessur gab.

Die beiden Professoren wiederum likten nach dem Terror dieser Woche einen Beitrag auf Instagram, in dem Jugendliche in Neukölln die Hamas bejubeln.

Und weiter sagt er:

Der Philosoph und Historiker Konstantin Sakkas veröffentlichte vor einiger Zeit den Text mit dem allessagenden Titel: „Die Geburt des Postkolonialismus aus dem Geist des Faschismus“. Er beschreibt das alles sehr gut. Da ist ein Diversity-besoffenes Milieu, das außer ein bisschen Judith Butler wenig gelesen und oft gar nichts verstanden hat. Und dieses Milieu hält es seit einiger Zeit für besonders progressiv, alles zu dekolonialisieren. Besonders Israel natürlich. Es sind Harvard-Absolventinnen, Menschen, die feministische Außenpolitik gut finden, die Gender- oder Postcolonial Studies studieren und sich für queeres Leben und Black Lives Matter einsetzen.

VD: JL

Carl Trueman: Fremde neue Welt

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Für viele Menschen ist die Identitätspolitik unserer Zeit mehr als ein Reizthema. Sie können nicht nachvollziehen, weshalb Bedürfnisse bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, die sich über kulturelle, ethnische, soziale oder sexuelle Merkmale definieren, so stark in den Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen gerückt sind und teilweise sogar die Redefreiheit gefährden. Warum beschäftigt sich die Politik etwa engagiert mit Fragen der Sexualität, die doch eigentlich zutiefst persönliche und diskrete Angelegenheiten sein sollten?

Der Historiker Carl R. Trueman zeichnet in Fremde neue Welt nach, wie sich identitätspolitische Ansätze entwickelt haben. Seiner Meinung wurden die Ursprünge dieser Art zu denken und zu fühlen bereits in der Epoche der Romantik angelegt. Über Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Wilhelm Reich und Herbert Marcuse – übrigens allesamt deutschsprachige Gelehrte – entstand eine neue Sichtweise auf das Selbst, die zusammen mit technologischen Errungenschaften den expressiven Individualismus und die sexuelle Revolution erst ermöglichte. Dieses Buch beschäftigt sich auf kürzere und zugänglichere Weise mit gleichen Themen wie das preisgekrönte Werk Der Siegeszug des modernen Selbst (2020/2022). Im letzten Kapitel wird ausführlich erörtert, wie Christen als Fremde in dieser neuen Welt auf die Entwicklungen reagieren sollten.

»Wir können«, so schreibt Trueman, »im aktuellen kulturellen Umfeld nur dann bestehen und die spezifischen Herausforderungen vor uns angehen, wenn wir tief und breit in Gottes Wahrheit gegründet sind.« Außerdem enthält der »kleine Trueman« Fragen zur Vertiefung, die das Selbststudium sowie Gruppengespräche anregen können.

Ulrich Parzany schreibt in seinem Geleitwort zu Fremde neue Welt: »Trueman macht klar, dass Sexualität heute keine moralische Frage ist. Es geht um die Identität des Menschen, also um die Frage: Wer bin ich? Das haben viele Christen heute noch nicht verstanden.«

Das Buch erscheint voraussichtlich am 10. November und kann derzeit zu einem Vorzugspreis vorbestellt werden. Mehr Informationen und eine Bestellmöglichkeit gibt es hier: verbum-medien.de.

Briten haben die Kirche aufgegeben

Laut einer in der Zeitung The Times zitierten Umfrage sind rund 75 Prozent der Geistlichen der Anglikanischen Kirche der Ansicht, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr als christliches Land bezeichnet werden dürfe. Die jüngsten Volkszählungsdaten bestätigen dies. Im Jahr 2011 lag die Zahl der Menschen, die sich als Christen bezeichneten, bei 60 Prozent, doch bis 2021 war dieser Anteil auf 46 Prozent geschrumpft.

Celia Walden kommentiert die Säkularisierung für The Telegraph mit den Worten: „Ich musste gestern an einen Pfarrer denken, als ich las, dass in einer Umfrage unter fast 1.200 aktiven Geistlichen der Kirche von England die meisten von ihnen die Transformation von Kirchen in ‚Orte, an denen Menschen für nicht-religiöse Veranstaltungen, Aktivitäten und Annehmlichkeiten zusammenkommen‘ unterstützen würden. Offenbar würden mehr als 70 Prozent der Geistlichen ihre Gebäude gerne für die Nutzung durch Gemeindegruppen wie Spielgruppen und Yogakurse, für Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerte und für Einrichtungen wie Cafés und Postämter außerhalb der Gottesdienstzeiten zur Verfügung stellen.“ 

Weiter schreibt Walden: 

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass wir uns als säkulare Gesellschaft in den Kult des Selbst gestürzt haben, gerade weil wir ins Taumeln geraten sind und kein geistiges Grundgerüst mehr haben, das uns Halt gibt. Die Vorstellung, dass uns Nahrung in Form von „Blut und Leib Christi“ gereicht wird, wird belächelt, aber wir schlucken unsere grünen Säfte und „Superfoods“  in der Hoffnung, dass sie uns das geben, was unseren leeren Seelen fehlt – und uns ein ewiges, wenn auch geistig entleertes Leben sichern.

Wie funktioniert das für uns? Nun, wir erleben die größte Krise der psychischen Gesundheit in der Geschichte unseres Landes: Die Zahl der psychischen Probleme bei Kindern ist in den letzten fünf Jahren um 49 Prozent gestiegen, einer von vier 17- bis 19-Jährigen leidet an einer wahrscheinlichen psychischen Störung und die Zahl der „psychischen Erkrankungen und Nervenstörungen“ bei Erwachsenen ist um 22 Prozent gestiegen. 

Wissen Sie, was nachweislich die psychische Gesundheit verbessert, die Isolation verringert und uns das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft gibt, nach dem wir uns sehnen? Altruismus, Nächstenliebe, Spiritualität – die echte Art, bei der man mit etwas Größerem konfrontiert wird als dem erstickenden „Du“. Ich würde vorschlagen, dass Sie in Ihrer örtlichen Kirche vorbeischauen, aber die Kirchenbänke wurden wahrscheinlich herausgerissen, um Platz für einen Kurs für Beine, Hintern und Bäuche zu schaffen.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.telegraph.co.uk.

„Green Culture“

Claudia Roth will Kreative stärker auf Nachhaltigkeit einschwören. Kunst und Kultur sollen inhaltlich Einfluss auf die Klima-Debatte nehmen. Es erinnert irgendwie an den Sozialismus, wenn die Politik dem Kunstbetrieb vorschreibt, was zu tun ist. Künstler sind in der Regel allerdings Leute, die sich nicht vor einen Karren spannen lassen wollen. Ich hoffe, das Ansinnen geht nach hinten los und wenigstens einige „Kulturschaffende“ decken auf, dass sie verzweckt werden sollen, indem sie einen bestimmten Narrativ unters Volk bringen. 

Thomas Schmid schreibt für DIE WELT: 

Was bringt „Green Culture“ für die Kultur? Schnell merkt man, dass es nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern mindestens ebenso um Politik, um Einflussnahme geht. Die Kultur soll vor den Wagen der ökologischen Transformation gespannt werden. Die Frage, was dieser Staatsinterventionismus der Kultur nützen könne, wird nicht einmal gestellt.

Claudia Roth hat es präzise formuliert: „Wir müssen das Leben auf unserem Planeten sichern – und der Kultur kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Nicht nur, indem sie ihren eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich reduziert, sondern auch, indem sie mit Mitteln der Kunst dabei hilft, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven in ihrer Komplexität zu reflektieren und sichtbar zu machen.“

Was Roth hier vergleichsweise vorsichtig formuliert, hört sich im Programm einer der „Green Culture“-Konferenzen schon entschiedener an. Da wird der „Kultur- und Kreativwirtschaft“, die sogleich das Kürzel „KKW“ verpasst bekommt, eine explizit politische Aufgabe zugeschrieben: „Die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) kann Einfluss darauf nehmen, wie die Geschichte der Klimakrise erzählt wird. Die KKW übernimmt hier die Rolle des Übersetzers der Wissenschaft, trägt die Erzählung in die Welt hinaus und kann der Geschichte einen Hoffnungsschimmer verleihen.“ Sorgt also dafür, dass korrekt erzählt wird, dass die Botschaft der Wissenschaft korrekt ins Allgemeinverständliche übersetzt wird.

Der fast heilsgeschichtliche Ton solcher Zeilen kann nicht verbergen, dass hier beinharte Geschaftlhuber und Netzwerker am Werk sind. Dass hier ein politisches Projekt geplant wird, das – wie viele andere Initiativen zur Hebung des allgemeinen moralisch-politischen Niveaus – in eine Menge neuer Planstellen und Arbeitsplätze münden wird. Auch wenn das schamhaft beschwiegen wird: Das Ganze ist auch ein Geschäft.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

Vorstellungen der Transgenderbewegung widersprechen der Realität

Die Ampel will Änderungen des Geschlechtseintrags deutlich erleichtern. Der renommierte Philosoph Gerhard Schurz warnt, damit würden den Menschen „legale Fiktionen“ aufgedrängt. Besonders scharf kritisiert er das geplant „Offenbarungsverbot“:

In ihrem empfehlenswerten Buch „Material Girls“ bezeichnet die Feministin Kathleen Stock die Transgenderforderung, den biologischen Geschlechtseintrag durch einen selbstgewählten Gendereintrag zu ersetzen, als „legale Fiktion“. Unangenehm wird es, wenn Behörden und Mitmenschen durch Sanktionsandrohungen dazu gebracht werden sollen, bei dieser Fiktion mitzumachen.

So kann laut deutschem SBGG-Entwurf wiederholtes „Misgendern“ oder „Deadnaming“ als Beleidigung geahndet werden. Es ist ein „Offenbarungsverbot“ vorgesehen, demzufolge frühere Geschlechtseinträge ohne Zustimmung der Transperson oder besondere Gründe des öffentlichen Interesses weder offenbart noch ausgeforscht werden dürfen; Verstöße werden mit Bußgeld bestraft.

Aus der Umsetzung dieses Gesetzesvorhabens könnten zahlreiche bedenkliche Konsequenzen resultieren. So ergeben sich negative Folgen für die Medizin. Viele Krankheiten, Vorsorgeuntersuchungen, Pharmaka und Therapien sind vom biologischen Geschlecht abhängig, weshalb Mediziner die amtliche Erfassung des biologischen Geschlechts auch bei Transgenderpersonen empfehlen.

Mehr: www.welt.de.

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Alle wollen eine Diagnose

ADHS, Autismus, Depressionen: Psychiatrische Diagnosen sind gerade für junge Menschen attraktiv geworden, beobachtet Therapeut Thorsten Padberg. Er hat eine Theorie, was hinter dem Hang steckt, jede ungute Eigenschaft zur psychischen Erkrankung zu erklären. Bedenkenswert:

Doch wehe, es klappt nicht, was wir uns vorgenommen haben! Das „Weirde“ hat uns überaus erfolgreich gemacht, aber auch ungewöhnlich empfindlich. Ständig sind wir mit uns selbst beschäftigt. Wir kehren unsere besten Seiten heraus. Wenn etwas gut klappt, ist das ganz unser Verdienst, wenn nicht: alles unsere Schuld. Ganz einfach. Oder liegt es vielleicht doch an ADHS?

Sie kommen nicht mit all den vielen Menschen um Sie herum klar? Beschämend, sind doch soziale Kompetenzen so unendlich wichtig. Früher hätte man sie dafür zu einem Kommunikationstraining gejagt! Heute sind Sie nur ein ganz klein wenig autistisch, im Gehirn halt anders verdrahtet. Dafür kann man ja nix. Und bevor mich jemand faul nennt, verweise ich auf meine Neurotransmitter, die mir und meinen Projekten leider depressiv im Wege stehen.

Hier:

Kultur des Todes (20): Abtreibung als Lerninhalt

Es sind Nachrichten, die uns erschüttern sollten. Das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Bundesfamilienministerium möchten den Schwangerschaftsabbruch als verbindlichen Lehrplaninhalt beim Medizinstudium durchsetzen. Die Nachrichtenagentur IDEA meldet: 

Wie man Abtreibungen durchführt, soll künftig ein verbindlicher Bestandteil des Medizinstudiums in Deutschland werden. Das teilte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken mit.

Im Rahmen der Reform der Approbationsordnung für Ärzte sei geplant, den „Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin“ verpflichtend zu machen. Darin seien Handlungs- und Begründungswissen zum medikamentösen und operativen Schwangerschaftsabbruch enthalten, heißt es in der Antwort.

Die Reform, an der das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Bundesfamilienministerium beteiligt sind, sieht außerdem vor, neben medizinischen auch rechtliche und ethische Aspekte von Abtreibungen in den klinischen Prüfungen abzufragen.

Weiter heißt es in der Antwort, dass die sogenannte „Gehsteigbelästigung“ verhindert werden soll. Ein Referentenentwurf liege zur Abstimmung in den beteiligten Ressorts vor. Zum Hintergrund: An manchen Orten halten Abtreibungsgegner Gebets- bzw. Mahnwachen vor Schwangerenberatungsstellen oder Praxen ab, die Abtreibungen vornehmen.

Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, Cornelia Kaminski, bezeichnet völlig zu recht die verpflichtende Einbeziehung des Themas Abtreibung in das Medizinstudium als „verwerflich“. 

Mehr: www.idea.de.

Was die Rückkehr des Heidentums mit der Kindstötung zu tun hat

T.S. Eliot hatte 1939 in einer Reihe von Vorlesungen an der Universität von Cambridge eine berühmt gewordene Weggabelung beschrieben. Die westliche Zivilisation könnte den christlichen Weg weitergehen, sagte er voraus, oder sie könnte das „moderne Heidentum“ annehmen. Eliot, der zum Christentum konvertiert war, hoffte auf das Erstere, befürchtete aber, dass wir uns bereits auf das Letztere eingestellt haben.

Die britische Journalistin Louise Perry beschreibt in einem Artikel für FirstThings, dass die Wiederkehr der Kindstötung, die – wie wir wissen – durch das Christentum verdrängt wurde und nun etwa in Kanada wieder erlaubt werden soll, singnalisieren könnte, dass das Heidentum mit aller Wucht zurückkehrt ist. Das läge auch daran, dass das Christentum in mancher Hinsicht immer heidnisch geblieben sei.

Sie schreibt: 

Eliots Dualismus ist die Grundlage eines 2018 erschienenen Buches des Rechtshistorikers Steven Smith mit dem Titel Pagans and Christians in the City. Man könnte vernünftigerweise fragen, warum unsere Wahlmöglichkeiten auf diese beiden Optionen beschränkt sein sollten, nämlich Heiden oder Christen zu sein. Wenn wir das Christentum vollständig aufgeben, so sagen die säkularen Reformer, sollte das dann nicht den Weg für eine neuere und bessere Leitphilosophie frei machen?

Während Kanada [im Blick auf die gewünschte Sterbehilfe] immer mehr auf die schiefe Bahn gerät, wird in der kanadischen Regierung bereits in aller Ruhe über die Legalisierung der Kindstötung diskutiert. Im Oktober erklärte Louis Roy vom Quebecer Ärztekollegium vor dem „Gemeinsamen Sonderausschuss für ärztliche Sterbehilfe“, dass Eltern die Möglichkeit haben sollten, den Tod von Säuglingen bis zu einem Jahr zu arrangieren, wenn „sehr schwere und schwerwiegende Syndrome“ festgestellt werden. Wenn die Kindstötung wieder legalisiert wird – zuerst in Kanada und dann unweigerlich in der ganzen entchristlichten Welt – werden wir mit Sicherheit wissen, dass sich das Christentum in die Katakomben zurückgezogen hat. Und das Datum wird, so vermute ich, als eine klare historische Linie angesehen werden: der Moment, in dem wir an T.S. Eliots Weggabelung angekommen sind und den älteren, dunkleren Weg gewählt haben.

Das Christentum wird oft als Wasser vorgestellt. „Aber das Recht fließe wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein immerwährender Strom“: die Worte aus Amos 5,24, die von Martin Luther King Jr. neu interpretiert wurden. „Wer an mich glaubt“, verspricht Christus, „aus seinem Herzen werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Wasser tauft, spendet Leben, löscht den Durst, reinigt den Schmutz, vertreibt die Flammen, verwandelt die Dinge zum Besseren. Wenn das Christentum Wasser ist, dann ist es eine unaufhaltsame Kraft: Es fließt nach unten und sickert nach oben, egal wie groß das Hindernis ist.

Was aber, wenn das Christentum kein Wasser ist? Was wäre, wenn wir stattdessen das christliche Zeitalter als eine Lichtung in einem Wald verstehen? Der Wald ist das Heidentum: dunkel, wild, kraftvoll und bedrohlich, aber auf seine Weise auch magisch. Zweitausend Jahre lang haben die Christen den Wald zurückgedrängt, mit Brennen und Hacken, aber auch mit Beschneiden und Kultivieren, um auf der Lichtung einen Garten mit Blick zum Himmel zu schaffen.

Aber sehen Sie, wie sich die Wurzeln ausbreiten und neue Triebe aus dem Boden sprießen. Das Stückchen Himmel weicht zurück. „Das Heidentum musste nicht neu erfunden werden“, schreibt Steven Smith: Es ist nie verschwunden. „In gewissem Sinne ist die westliche Welt wohl immer mehr heidnisch als christlich geblieben. In mancher Hinsicht war das Christentum eher eine Verkleidung als eine substantielle Realität.“

Da es niemanden mehr gibt, der den Garten pflegt, erobert sich der Wald seinen Boden zurück.

Mehr: www.firstthings.com.

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