Briten haben die Kirche aufgegeben

Laut einer in der Zeitung The Times zitierten Umfrage sind rund 75 Prozent der Geistlichen der Anglikanischen Kirche der Ansicht, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr als christliches Land bezeichnet werden dürfe. Die jüngsten Volkszählungsdaten bestätigen dies. Im Jahr 2011 lag die Zahl der Menschen, die sich als Christen bezeichneten, bei 60 Prozent, doch bis 2021 war dieser Anteil auf 46 Prozent geschrumpft.

Celia Walden kommentiert die Säkularisierung für The Telegraph mit den Worten: „Ich musste gestern an einen Pfarrer denken, als ich las, dass in einer Umfrage unter fast 1.200 aktiven Geistlichen der Kirche von England die meisten von ihnen die Transformation von Kirchen in ‚Orte, an denen Menschen für nicht-religiöse Veranstaltungen, Aktivitäten und Annehmlichkeiten zusammenkommen‘ unterstützen würden. Offenbar würden mehr als 70 Prozent der Geistlichen ihre Gebäude gerne für die Nutzung durch Gemeindegruppen wie Spielgruppen und Yogakurse, für Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerte und für Einrichtungen wie Cafés und Postämter außerhalb der Gottesdienstzeiten zur Verfügung stellen.“ 

Weiter schreibt Walden: 

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass wir uns als säkulare Gesellschaft in den Kult des Selbst gestürzt haben, gerade weil wir ins Taumeln geraten sind und kein geistiges Grundgerüst mehr haben, das uns Halt gibt. Die Vorstellung, dass uns Nahrung in Form von „Blut und Leib Christi“ gereicht wird, wird belächelt, aber wir schlucken unsere grünen Säfte und „Superfoods“  in der Hoffnung, dass sie uns das geben, was unseren leeren Seelen fehlt – und uns ein ewiges, wenn auch geistig entleertes Leben sichern.

Wie funktioniert das für uns? Nun, wir erleben die größte Krise der psychischen Gesundheit in der Geschichte unseres Landes: Die Zahl der psychischen Probleme bei Kindern ist in den letzten fünf Jahren um 49 Prozent gestiegen, einer von vier 17- bis 19-Jährigen leidet an einer wahrscheinlichen psychischen Störung und die Zahl der „psychischen Erkrankungen und Nervenstörungen“ bei Erwachsenen ist um 22 Prozent gestiegen. 

Wissen Sie, was nachweislich die psychische Gesundheit verbessert, die Isolation verringert und uns das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft gibt, nach dem wir uns sehnen? Altruismus, Nächstenliebe, Spiritualität – die echte Art, bei der man mit etwas Größerem konfrontiert wird als dem erstickenden „Du“. Ich würde vorschlagen, dass Sie in Ihrer örtlichen Kirche vorbeischauen, aber die Kirchenbänke wurden wahrscheinlich herausgerissen, um Platz für einen Kurs für Beine, Hintern und Bäuche zu schaffen.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.telegraph.co.uk.

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13 Kommentare
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Alex aus Cloppenburg
8 Monate zuvor

Die Vorstellung, dass uns Nahrung in Form von „Blut und Leib Christi“ gereicht wird, wird belächelt, aber wir schlucken unsere grünen Säfte und „Superfoods“ in der Hoffnung, dass sie uns das geben, was unseren leeren Seelen fehlt – und uns ein ewiges, wenn auch geistig entleertes Leben sichern.“
Mehr religiöser Populismus als in dieser Aussage ist wohl kaum möglich. Die Kirchen werden in Zukunft halt kleinere Brötchen backen müssen. Dieser Entwicklung kann man mit Larmoyanz und Vorwürfen in alle Richtungen begegnen. Oder man entsorgt seine Francis Schaeffer Bücher, schaut positiv nach vorne und begreift die Situation als Chance. Christentum als Nischenanbieter ist nicht die schlechteste Perspektive.

Helge Beck
8 Monate zuvor

Walden hat einen herablassenden Ton gegenüber denen, die nicht ihren religiösen Überzeugungen folgen. Sie präsentiert ihre Meinung als Tatsache und verwendet persönliche Erfahrung bzw. anekdotische Beweise, um komplexe Themen wie psychische Gesundheit und Säkularisierung zu vereinfachen.
Statt die Realitäten und Nuancen der modernen Gesellschaft und der Rolle von Religion darin zu erkennen, bietet sie eine eindimensionale und kritische Perspektive. Der Artikel ist scheinbar scheint eine emotionale Reaktion auf die Veränderungen in der modernen Gesellschaft, aber er stellt nicht unbedingt eine ausgewogene oder faire Analyse der Situation dar.

Schandor
8 Monate zuvor

Naja, der Premier ein Hindu, der Major von London ein Moslem usw.
England konvertiert zum Islam – das ist ja auch beabsichtigt, u. a. besonders für Deutschland und Frankreich.
Denkt nur an den Prozentsatz der nicht-nativen Schüler in den Grundschulen: In 15 Jahren werden die wählen. Was werden die wohl wählen? Die Alt-Parteien? Ganz sicher nicht.
Wer das Christentum zur Tür hinausstößt, braucht sich nicht wundern, wenn zum Fenster ganz was anderes reinkreucht …

Helge Beck
8 Monate zuvor

Solche Kommentare widern mich an. Das Wort „reinkreucht“ hat eine abwertende und herabsetzende Konnotation. Hier wird ein Bild von „Ungeziefer“ suggeriert, das andere Religionen oder Kulturen als minderwertig oder unerwünscht darstellt. Shame on you. Gerade deutsche „Christen“ sollten herabsetzende und entmenschlichende Sprache vermeiden. Es ist wichtig, nicht voreilige Schlüsse aufgrund von Religion oder Herkunft zu ziehen. Solche übermäßigen Verallgemeinerungen und Stereotypen führen zu Spaltung und Misstrauen in der Gesellschaft. Die Stärke eines Landes liegt in seiner Vielfalt und seinem Zusammenhalt, nicht in der Ausgrenzung bestimmter Gruppen. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern, aber wir sollten uns alle bewusst sein, wie solche Worte den sozialen Frieden gefährden können.

Udo
8 Monate zuvor

In der Tat, gerade Jesu Aussagen über die Feindesliebe, heben den Anspruch, wie Christen anderen Menschen begegnen sollen, auf ein hohes Niveau. Ob aber gerade der Islam eine Bereicherung unserer Kultur ist? Die pro-Hamas Demos der letzten Tage als Feier von Massakern an Juden und die Reaktion der islamischen Welt und der Islamverbände auf den Hamas Terror, überhaupt die Situation von Freiheit und Menschenrechten in islamisch geprägten Staaten …. Da gibt es wenig, was diese These unterstützen würde. Dann wäre vielleicht der Hinduismus eine Bereicherung mit seinen vier Kasten? Das könnte man ja mal direkt in Indien als Paria oder Dalit testen. Biblisch gesehen sind diese Religionen tragische menschliche Irrtümer, was allerdings auch für ein vom biblischem Zeugnis entkoppelten Kulturchristentum gilt. Aber noch einmal zurück zur Kultur und abschließend eine Stimme aus einer Zeit, in der unsere Politiker noch eine klarere Sicht hatten: “Die europäische Kultur ist auf drei Hügeln gebaut: der Akropolis in Athen, dem Kapitol in Rom und… Weiterlesen »

Helge Beck
8 Monate zuvor

Es ist nicht nur arrogant, sondern auch intellektuell faul, ganze Religionen und ihre Anhänger auf der Grundlage ausgewählter negativer Beispiele zu diskreditieren. Solche Verallgemeinerungen sind nichts anderes als ein Nährboden für Vorurteile und Intoleranz. Und wenn wir schon über über ‚tragische menschliche Irrtümer‘ sprechen: Ist es nicht ein Irrtum, den Wert einer gesamten Kultur oder Religion anhand der Handlungen einer Minderheit zu messen? Die eurozentrische Brille, durch die hier geschaut wird, blendet nicht nur die Vielfalt der menschlichen Erfahrung aus, sondern ist auch ein Schritt zurück in eine Zeit, die wir längst überwunden glaubten. In einer globalisierten Welt gibt es keinen Platz für solch engstirnige Ansichten. Das chauvinistische Christentum des ‚weißen Nordens‘ hat selbst eine traurige Geschichte von Intoleranz und Unterdrückung. In Sachen Glaubwürdigkeit steht es also auf tönernen Füßen. Und für diejenigen gerade in Deutschland, die sich stolz als Christen bezeichnen, aber in den letzten hundert Jahren offensichtlich nichts dazugelernt haben: Das Festhalten an pauschal ausgrenzenden diskriminierenden Ansichten gegenüber… Weiterlesen »

Udo
8 Monate zuvor

Nun ja, das ist sicher ein sehr vielschichtiges Thema und schwierig in einem Blog ausgewogen zu diskutieren. Es wurde allerdings auch nicht behauptet, dass „Christentum“ immer gut und im Sinne Jesu gewesen wäre, denn das war es leider sehr oft nicht, vor allem da nicht, wo es antisemitisch unterwegs war. Für den Streitpunkt dieser Diskussion ist dieses Thema allerdings auch nebensächlich. Fakt ist, dass das Christentum trotzdem zusammen mit dem Judentum Kultur und Gesellschaft im Westen nachhaltig positiv geprägt hat und das heute auch noch tut. Des Weiteren wurden auch keine anderen Menschen beschimpft, sondern es wurde darauf hingewiesen, dass bestimmte Religionen nicht dazu geführt haben, dass Menschen in solchen Gesellschaften in Freiheit und Frieden leben können. Deshalb ist nicht anzunehmen, dass sie unsere Gesellschaft nachhaltig bereichern können. Wer hier andere als „intellektuell faul“ beschimpft und von „ausgewählten Beispielen“ redet oder meint hier würde etwas durch eine „eurozentrische Brille“ betrachtet, erkennt die Realität und die Problematik nur skizzenhaft. Ich empfehle… Weiterlesen »

Helge Beck
8 Monate zuvor

Interessant, dass Sie das Christentum und das Judentum als positive Einflüsse auf die westliche Kultur anführen. Aber ist sehr wahrscheinlich, dass Sie vor knapp hundert Jahren als stramm konservativer deutscher Christ das genaue Gegenteil behauptet und das Judentum in ähnlicher Weise diffamiert hätten, wie Sie es heute mit anderen Religionen tun. Es ist bedauerlich und zeugt von einer gewissen Heuchelei, dass das Gedächtnis einiger deutscher Christen nach 1945 in Bezug auf die eigene Geschichte so selektiv und löchrig zu sein scheint – ganz wie ein sauberer „weißer“ Schweizer Käse. Es ist bezeichnend, dass Sie das europäische Christentum als Fundament unserer Gesellschaft und Kultur anführen, während Sie gleichzeitig andere Religionen und Kulturen marginalisieren. Aber die Realität ist, dass das europäische Christentum weltweit für seine Grausamkeiten, seinen Imperialismus und seine Überheblichkeit bekannt ist. Die Behauptung, das europäische Christentum habe eine moralische Überlegenheit, ist in Anbetracht der Auswirkungen auf Menschen in „solchen Gesellschaften“ nicht nur falsch, sondern auch ironisch. Jede Religion und Kultur hat… Weiterlesen »

Udo
8 Monate zuvor

@Helge Beck: Wenig überzeugende Argumentation von Ihnen und leider gespickt mit Beleidigungen. Sie sollten wirklich einmal die von mir vorgeschlagenen Bücher lesen.
Interessant sind Ihre Hypothesen, was ich wohl so vor 100 Jahren gemacht hätte und wie ich sonst einzuordnen bin. Sie scheinen mir ein wirklicher „Sterotypen-Fan“ zu sein. Kleiner Tip: Gute Argumente sind immer besser als Beleidigungen.
Ein genaues Studium der Kirchengeschichte würde Ihnen im Übrigen zeigen, wieviel Gutes vom Christentum ausgegangen ist.
Darüberhinaus kann ich Sie beruhigen. Ich hätte damals zur Bekennenden Kirche gehört und nicht zu den Deutschen Christen. Ansonsten verweise ich auf meinen letzten Kommentar, zu dem Sie ja nichts substanzielles erwidert haben.

Udo
8 Monate zuvor

… und auch noch zu empfehlen: Michael Kotsch, Helden des Glaubens, Band 1-3

Helge Beck
7 Monate zuvor

deutsche bekennende christen 2023 a la schandor – mir graut vor euch

Markus Jesgarz
6 Monate zuvor

Meine Meinung ist: 
1. 
Leider sind vielen Briten Gott für ihr Leben nicht wichtig.
https://www.facebook.com/markus.jesgarz.3/posts/pfbid0HqBBdrhyKnSTPVPhd7aWA47nvEYBQYBc6cResRhHvXoy1o2StFBQzQ726Vi5zCPxl
2. 
Leider glauben viele Briten nicht an den Himmel.

Markus Jesgarz
6 Monate zuvor

Meine Meinung ist:
1.
Leider glauben viele Deutsche nicht an den Himmel.
https://www.facebook.com/markus.jesgarz.3/posts/pfbid0HqBBdrhyKnSTPVPhd7aWA47nvEYBQYBc6cResRhHvXoy1o2StFBQzQ726Vi5zCPxl?comment_id=315544707611545
2.
Leider beten viele Deutsche sehr wenig.

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