Praktische Theologie

B. Pascal: Getröstet im Schmerz

Blaise Pascal schrieb 1651 in einem Brief an die Familie Périer in Clermont (Briefe I, Matthes & Seitz Berlin, 2015, S. 65)

Deshalb ist es auch unrecht, dass wir frei von Leid wie die Engel sein wollen, die kein natürliches Gefühl haben; doch es ist ebenso unrecht, dass wir keinen Trost finden wie die Heiden, welche die Gnade nicht fühlen; aber es ist recht, dass wir bekümmert und getröstet wie Christen sind, dass der Trost der Gnade über die natürlichen Gefühle obsiegt und dass wir wie die Apostel sagen können: »Man verfolgt uns, so segnen wir« [1 Kor 4,12], damit die Gnade nicht nur in uns, sondern auch siegreich in uns ist; so soll denn, indem wir den Namen unseres Vaters heiligen, sein Wille zu unserem werden; …

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Tim Kellers Center Church deutschsprachig

61ZzZHC62KL SX391 BO1 204 203 200Tim Kellers Buch Center Church ist inzwischen in deutscher Sprache erschienen (vgl. hier). Dem Verlag pulsmedien sei Dank für die Umsetzung des herausfordernden Projektes.

Michael Herbst schreibt in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe:

In Center Church entfaltet Timothy Keller seine theologische Vision für Gemeinde im 21. Jahrhundert: Wie kann Kirche in einer säkularen, nachchristlichen Gesellschaft aussehen, jenseits von Anpassung oder Abschottung, Liberalismus oder Gesetzlichkeit? Was bedeutet es, das Evangelium ins Zentrum zu stellen? Wie lassen sich Kontextualisierung, Gesellschaftstransformation und missionale Gemeinde biblisch bestimmen? Und was passiert, wenn Gemeinden, Organisationen und Projekte vor Ort sich miteinander vernetzen und zu einer Bewegung zusammenschließen? Der erfahrene Gemeindegründer aus Manhattan entwirft ein großartiges Panorama von Gemeinde und zeigt auf, wie Gottesdienst, Gemeinschaft, soziale Arbeit und die Integration des Glaubens in säkulare Berufe zusammenwirken können. Gastbeiträge von Praktischen Theologen und Gemeindegründern kommentieren, wie Kellers Ansätze auch im deutschsprachigen Raum anwendbar sind. „Der Anspruch, der uns bei Timothy Keller begegnet, ist ungemein attraktiv: Wie wäre es, wenn wir so intensiv in der Welt unserer Hörer und zugleich in der Welt des Evangeliums leben, dass wir die Geschichten unserer Hörer in der Sprache des Evangeliums neu erzählen können? Keller bleibt uns praktische Hinweise nicht schuldig und bearbeitet Themen, bei denen wir in Deutschland eine Stimme von außen hören sollten. Lassen Sie sich überraschen!

Hier eine Leseprobe mit dem vollständigen Vorwort: CenterChurch_Leseprobe mit Vorwort.pdf.

Vielleicht ist das Buch ja ein passendes Weihnachtsgeschenk?

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Woran erkennt man einen Narzissten?

Selbstverliebte Narzissten sind eloquent und charmant, ziehen alle Blicke auf sich, wenn sie einen Raum betreten. An Beziehungen liegt ihnen allerdings nicht sehr viel. DIE WELT nennt in Anlehnung an die Untersuchungen von Craig Malkin fünf Kriterien, an denen man einen Narzissten gut erkennen kann:

  • Erstens läßt sich ein Narzisst an seinem meist gut getarnten, aber tief sitzenden Bedürfnis nach Überlegenheit erkennen. Um die zu bekommen, muss er dafür sorgen, dass sein Gegenüber sich unterlegen fühlt.
  • Der Narzisst redet zweitens ungern über Gefühle, denn Gefühle machen verletzlich, und das ist das Letzte, was er sein will.
  • Ein Narzisst präsentiert ein geschöntes Bild seiner Vergangenheit.
  • Es fällt ihm schnell auf, wenn sein Gegenüber seine Ansprüche an Perfektion nicht erfüllt. Narzissten bauen dann Druck auf.
  • Und fünftens verabscheut der Narzisst Abhängigkeit. Er vermeidet alles, was ihn daran erinnert, dass er womöglich nicht jede Sekunde in seinem Leben unter Kontrolle hat. Deshalb ist es ihm wichtig, ständig zu demonstrieren, dass er es ist, der die Spielregeln aufstellt.

Hier mehr: www.welt.de.

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Die Psalmen als „Medizin“

Tim Keller über den Psalter:

Wenn ich die Psalmen als „Medizin“ beschreibe, versuche ich, ihren besonderen Charakter deutlich zu machen, der sie auch vom Rest der Bibel unterscheidet. Sie wurden geschrieben, um gebetet, aufgesagt und gesungen zu werden. Und nicht nur das. Sie wurden geschrieben, um Handlungen hervorzurufen. Der Theologe David Wenham schlussfolgert, dass der kontinuierliche Gebrauch der Psalmen ein „performativer Akt“ ist, der die „Beziehung [zu Gott] auf eine Art verändert wie es das einfache Hören nicht kann“. Wir müssen die Psalmen in unsere Gebete integrieren oder auch unsere Gebete in die Psalmen einbetten. Auf diesem Weg konfrontieren die Psalmen den Beter mit neuen Gedanken, Versprechungen, Verheißungen und auch Emotionen. Wenn wir beispielsweise Ps 139,23–24 nicht nur lesen, sondern beten, laden wir Gott dazu ein, unsere Motive zu prüfen und machen uns aktiv auf den Weg, das Leben zu führen, das Gott in seinem Wort fordert.

Mehr: www.evangelium21.net.

Hat das Leben einen Sinn?

„Wenn das Leben keinen Sinn hat, gibt es nur eines, was man damit tun sollte: alles genießen was man nur genießen kann”, sagte sich der in der Schweiz lebende Skandinavier Benedikt Peters. Doch auf einem Trip durch Indien erlebt er im Traum etwas, das ihn dazu bringt, umzukehren. Er macht sich auf, um von Indien in die Schweiz zurück zu trampen. Auf vielen verschlungenen Pfaden kommt es dann schließlich zu einer Begegnung mit Jesus Christus in der Heiligen Schrift. Gott schenkt neues, erfülltes Leben.

Hier sein Zeugnis:

VD: AR

„Die evangelische Volkskirche geht kaputt“

Der Pfarrer Bernhard Rothen zeichnete bei einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger im Frühjahr 2015 ein düsteres Bild der protestantischen Kirchen: Sie hätten ihre Gestaltungskraft verloren, würden Gemeinplätze vertreten und nicht mehr wahrgenommen.

Zitate:

Heute überwiegt das Persönliche die ­inhaltliche Auseinandersetzung, und zwar überall, auch im Journalismus. Im Kirchenleben konzentriert sich seit dem ­romantischen Theologen Friedrich Schleiermacher alles auf die Frage des Genius des einzelnen Menschen: Ist der Pfarrer nun eine charismatische Person oder nicht? Als Pfarrer muss ich argumentieren und handeln können, und zwar aufgrund der Bibel, welche die ­lebendige Autorität ist.

…

Die Kirche vertritt fast nur Gemeinplätze, sie betätigt sich als ­religiöses Megafon für die moralischen Forderungen der Zeit und tut niemandem weh. Im Moment ist sie noch gegen Sterbehilfe, irgendwann wird sie nicht mehr dagegen sein. Die Kirche passt sich an und wird irrelevant.

Mehr: www.tagesanzeiger.ch.

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„Halloween war mein Lieblingsfest“

„Viele glauben, dass Halloween ein harmloses Gruselfest ist. Aber damit wäre ich vorsichtig. Ich selbst war jahrelang in Satanismus verstrickt und für mich war Halloween ein religiöses Highlight …“, erzählt Gina Marisa Sarlin. Sie schreibt:

Es erstaunt mich schon, dass viele Schulen Kreuze abhängen und Weihnachten plötzlich «Winterfest» nennen. Aber Halloween feiern sie, obwohl man weiss, dass dieses Fest einen okkulten Ursprung hat. Doch ich warne davor, die dunklen Mächte zu verniedlichen. Denn ich habe Erfahrungen gemacht, vor denen ich gerne jeden bewahren würde.

…

Ich kaufte mir eine Satans-Bibel und betete Tag und Nacht zu Satan. Immer wieder bekam ich jetzt krampfartige Anfälle, aber irgendwie stand ich drauf. Es gab mir das Gefühl, von der dunklen Macht beachtet und geliebt zu werden. Immer wenn ich mich nach Liebe sehnte, flehte ich den Teufel um einen Anfall an.

Ich verstrickte mich tiefer in Zauberei, nahm Drogen, fing an zu ritzen und bekam tiefe Depressionen. Aber ich genoss jeden Moment davon, weil mir bewusst war, dass Satan Macht über mich hatte. Er interessierte sich für mich!

Dabei realisierte ich gar nicht, wie kaputt ich war und wie verlogen und zerstörerisch diese dunkle Macht wirkte.

Mehr: www.jesus.ch.

Pfarrer werden oder nicht werden – das ist die Frage

Während die meisten jungen Menschen heute mit der Kirche nicht mehr viel anfangen können, binden angehende Pfarrer ihre gesamte berufliche Existenz an die Kirche. Der Dokumentarfilm Pfarrer werden begleitet junge Männer und Frauen aus dem Osten Deutschlands durch das einjährige Vikariat, eine Art „Probezeit“ nach dem Studium.

Der Film eröffnet Einblicke in die Seelenzustände der Vikare und in den Aufbau der Ausbildung. Was den Film besonders macht, ist – neben der ästhetische Kameraführung und dem grandiosen Schnitt – die Tatsache, dass die Filmemacher Atheisten sind und den angehenden Pastoren einige kritische Fragen stellen.

Nun ist das so eine Sache mit den Dokumentationen. Die Macher haben bekanntermaßen ein journalistisches Erkenntnisinteresse, wollen oft eine herbeigewünschte Welt abbilden. Die Macher dieses Films versuchen – so jedenfalls mein Eindruck – sich offen auf die Welt der Studenten einzulassen. So ergeben sich helle, bewegende und wundervoll ehrliche Momente (z.B. ab 01:05), freilich eben (möglicherweise unfreiwillig) auch Skizzen einer geistlichen und geistigen Krise innerhalb der Kirche.

Besonders bitter fand ich die Versuche, das Evangelium in bestimmte Situationen hineinzusprechen (ca. ab 00:50). Die Antworten auf die Fragen des Journalisten waren – das muss ich leider so sagen –, gänzlich frei vom Evangelium. Ehrlich, aber tief traurig ebenfalls der Moment, indem einer der Studierenden seine Zweifel an der Allmacht Gottes ausspricht.

Naja – so denkt jetzt vielleicht jemand: das sind die Landeskirchler in Sachsen oder Thüringen! Nicht so vorlaut, mein Freund! Bestellt euch doch mal findige Atheisten in eure Gemeinde oder in euren Studentenkreis. Nur zu!

Zurück zum Film. In der Beschreibung der Dokumentation heißt es:

… Warum entscheidet sich ein junger Mensch für ein langwieriges, anspruchsvolles Studium, um schließlich für eine kleine Gemeinde in der Provinz rund um die Uhr erreichbar zu sein? Was sind das für Männer und Frauen, die in einem Talar auf der Kanzel stehen werden, von denen Trost und Zuversicht erwartet wird und deren persönlicher Lebenswandel Vorbildfunktion haben soll?

Die Macher der Dokumentation sind selbst nicht gläubig. Gerade deshalb waren sie von den angehenden Pfarrern und Pfarrerinnen fasziniert. Sie haben einekleine Gruppe während der letzten und entscheidenden Phase ihrer Ausbildung begleitet: durch das Vikariat. Bisher haben sie auf der Universität theoretisches Wissen gesammelt – tote Sprachen, Dogmatik. Jetzt werden sie das erste Mal in real existierenden Kirchengemeinden mit der Arbeitswelt eines Pfarrers konfrontiert, müssen ihren Glauben mit Worten und Gesten zu vermitteln lernen.

In regelmäßigen Abständen kommen sie im Predigerseminar in Wittenberg zusammen, um ihr Wissen zu vertiefen und diese Erfahrungen zu verarbeiten. Die Filmemacher sind dabei: Wenn der Segen geübt, eine Predigt erarbeitet wird, aber auch bei gemeinsamen Festen und privaten Momenten. Ein intensiver Einblick in eine von Traditionen geprägte Welt. Die filmische Begleitung über mehr als ein Jahr beschreibt den Enthusiasmus und die Begeisterung der zukünftigen Pfarrer und Pfarrerinnen, aber auch die Irritationen und Krisen, die sie zu meistern haben.

Hier gibt es den Trailer:

Für ein paar Tage kann der gesamte Film noch bei arte abgerufen werden: www.arte.tv.

VD: CH

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