Praktische Theologie

Amazonasvolk der Awajún

51IYPxvr5YL._SX310_BO1,204,203,200_Michael F. Brown hat ein aufsehenerregendes Buch über das Amazonasvolk der Awajún geschrieben. Er schildert nicht nur ihren lebenslustigen Alltag, sondern auch ihr Misstrauen und die Gewaltbereitschaft. „Mit vielen anderen indigenen Völkern teilen die Awajún die Auffassung, dass plötzlichen Todesfällen und schweren Erkrankungen immer übernatürliche Ursachen zugrunde liegen müssen. Sie herauszufinden ist Sache der Schamanen, die sich in einen ekstatischen Trancezustand versetzen und die Namen der Personen nennen, die das Unglück verschuldet haben sollen.“

Karl-Heinz Kohl hebt in seiner Besprechung des Buches sogar hervor, dass aus der Sicht des Ethnologen Brown die christliche Mission für das Volk ein Segen war:

Aus der historischen Distanz betrachtet, erscheint die hohe Zahl an Gewalttaten innerhalb der Gemeinschaft allerdings eher als ein Übergangsphänomen. In einer Situation, in der sich die alten Traditionen auflösten und die Handlungsspielräume der stark auf ihre Autonomie bedachten Awajún kleiner wurden, führten emotionale Verunsicherungen dazu, dass sich das auch früher schon sehr hohe Aggressionspotential nach innen richtete. Auf lange Sicht erwies sich Brown zufolge die Missionsarbeit der evangelikalen Kirchen als segensreich. Sie lieferten neue Orientierungs- und Wertesysteme, die den Frieden nach innen wahren und bei der Anpassung an die Anforderungen der Moderne halfen.

Hier die Buchbesprechung: www.faz.net.

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Siehe zum Thema auch: Das glücklichste Volk und seine Entkehrung.

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Vatikan: Juden ohne Glauben an Jesus Christus erlöst

Der Vatikan hat ein Dokument herausgebracht, in dem die katholische Kirche ausdrücklich auf jeden Versuch, Juden zum Christentum zu bekehren, verzichtet. Es heißt dort z.B.: „Aus dem christlichen Bekenntnis, dass es nur einen Heilsweg geben kann, folgt aber in keiner Weise, dass die Juden von Gottes Heil ausgeschlossen wären, weil sie nicht an Jesus Christus als den Messias Israels und den Sohn Gottes glauben.“ Pater Norbert Hofmann erläutert das Dokument mit den Worten: „Dieses Dokument bringt insofern auch neue Perspektiven, als es sagt: Die Juden sind gerettet, ohne an Jesus Christus als den Sohn Gottes und den Messias Israels zu glauben. Und das liegt im Heilsratschluss Gottes, das zu bewerkstelligen.“

Bei dem Dokument handelt es sich – so die Nachrichtenagentur kathnews unter Berufung auf den Vatikan – um keine offizielle Aussage des kirchlichen Lehramtes, sondern um „Überlegungen“ der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum. Ein wichtiges Ziel des Dialogs sei die gemeinsame „Bekämpfung aller Erscheinungen rassistischer Diskriminierung gegenüber Juden und aller Formen des Antisemitismus, der sicher noch nicht ausgerottet ist und immer wieder in verschiedenen Formen in unterschiedlichen Kontexten auftaucht“.

Das Dokument, das aus Anlass des 50jährigen Jubiläums von „Nostra Acetate“ verabschiedet wurde, kann hier in einer deutschsprachigen Übersetzung heruntergeladen werden: Vatikandokument-50-Jahre-Nostra-aetate.pdf.

Ebenfalls dazu ein Beitrag des DLF:

 

B. Pascal: Getröstet im Schmerz

Blaise Pascal schrieb 1651 in einem Brief an die Familie Périer in Clermont (Briefe I, Matthes & Seitz Berlin, 2015, S. 65)

Deshalb ist es auch unrecht, dass wir frei von Leid wie die Engel sein wollen, die kein natürliches Gefühl haben; doch es ist ebenso unrecht, dass wir keinen Trost finden wie die Heiden, welche die Gnade nicht fühlen; aber es ist recht, dass wir bekümmert und getröstet wie Christen sind, dass der Trost der Gnade über die natürlichen Gefühle obsiegt und dass wir wie die Apostel sagen können: »Man verfolgt uns, so segnen wir« [1 Kor 4,12], damit die Gnade nicht nur in uns, sondern auch siegreich in uns ist; so soll denn, indem wir den Namen unseres Vaters heiligen, sein Wille zu unserem werden; …

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Tim Kellers Center Church deutschsprachig

61ZzZHC62KL SX391 BO1 204 203 200Tim Kellers Buch Center Church ist inzwischen in deutscher Sprache erschienen (vgl. hier). Dem Verlag pulsmedien sei Dank für die Umsetzung des herausfordernden Projektes.

Michael Herbst schreibt in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe:

In Center Church entfaltet Timothy Keller seine theologische Vision für Gemeinde im 21. Jahrhundert: Wie kann Kirche in einer säkularen, nachchristlichen Gesellschaft aussehen, jenseits von Anpassung oder Abschottung, Liberalismus oder Gesetzlichkeit? Was bedeutet es, das Evangelium ins Zentrum zu stellen? Wie lassen sich Kontextualisierung, Gesellschaftstransformation und missionale Gemeinde biblisch bestimmen? Und was passiert, wenn Gemeinden, Organisationen und Projekte vor Ort sich miteinander vernetzen und zu einer Bewegung zusammenschließen? Der erfahrene Gemeindegründer aus Manhattan entwirft ein großartiges Panorama von Gemeinde und zeigt auf, wie Gottesdienst, Gemeinschaft, soziale Arbeit und die Integration des Glaubens in säkulare Berufe zusammenwirken können. Gastbeiträge von Praktischen Theologen und Gemeindegründern kommentieren, wie Kellers Ansätze auch im deutschsprachigen Raum anwendbar sind. „Der Anspruch, der uns bei Timothy Keller begegnet, ist ungemein attraktiv: Wie wäre es, wenn wir so intensiv in der Welt unserer Hörer und zugleich in der Welt des Evangeliums leben, dass wir die Geschichten unserer Hörer in der Sprache des Evangeliums neu erzählen können? Keller bleibt uns praktische Hinweise nicht schuldig und bearbeitet Themen, bei denen wir in Deutschland eine Stimme von außen hören sollten. Lassen Sie sich überraschen!

Hier eine Leseprobe mit dem vollständigen Vorwort: CenterChurch_Leseprobe mit Vorwort.pdf.

Vielleicht ist das Buch ja ein passendes Weihnachtsgeschenk?

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Woran erkennt man einen Narzissten?

Selbstverliebte Narzissten sind eloquent und charmant, ziehen alle Blicke auf sich, wenn sie einen Raum betreten. An Beziehungen liegt ihnen allerdings nicht sehr viel. DIE WELT nennt in Anlehnung an die Untersuchungen von Craig Malkin fünf Kriterien, an denen man einen Narzissten gut erkennen kann:

  • Erstens läßt sich ein Narzisst an seinem meist gut getarnten, aber tief sitzenden Bedürfnis nach Überlegenheit erkennen. Um die zu bekommen, muss er dafür sorgen, dass sein Gegenüber sich unterlegen fühlt.
  • Der Narzisst redet zweitens ungern über Gefühle, denn Gefühle machen verletzlich, und das ist das Letzte, was er sein will.
  • Ein Narzisst präsentiert ein geschöntes Bild seiner Vergangenheit.
  • Es fällt ihm schnell auf, wenn sein Gegenüber seine Ansprüche an Perfektion nicht erfüllt. Narzissten bauen dann Druck auf.
  • Und fünftens verabscheut der Narzisst Abhängigkeit. Er vermeidet alles, was ihn daran erinnert, dass er womöglich nicht jede Sekunde in seinem Leben unter Kontrolle hat. Deshalb ist es ihm wichtig, ständig zu demonstrieren, dass er es ist, der die Spielregeln aufstellt.

Hier mehr: www.welt.de.

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Die Psalmen als „Medizin“

Tim Keller über den Psalter:

Wenn ich die Psalmen als „Medizin“ beschreibe, versuche ich, ihren besonderen Charakter deutlich zu machen, der sie auch vom Rest der Bibel unterscheidet. Sie wurden geschrieben, um gebetet, aufgesagt und gesungen zu werden. Und nicht nur das. Sie wurden geschrieben, um Handlungen hervorzurufen. Der Theologe David Wenham schlussfolgert, dass der kontinuierliche Gebrauch der Psalmen ein „performativer Akt“ ist, der die „Beziehung [zu Gott] auf eine Art verändert wie es das einfache Hören nicht kann“. Wir müssen die Psalmen in unsere Gebete integrieren oder auch unsere Gebete in die Psalmen einbetten. Auf diesem Weg konfrontieren die Psalmen den Beter mit neuen Gedanken, Versprechungen, Verheißungen und auch Emotionen. Wenn wir beispielsweise Ps 139,23–24 nicht nur lesen, sondern beten, laden wir Gott dazu ein, unsere Motive zu prüfen und machen uns aktiv auf den Weg, das Leben zu führen, das Gott in seinem Wort fordert.

Mehr: www.evangelium21.net.

Hat das Leben einen Sinn?

„Wenn das Leben keinen Sinn hat, gibt es nur eines, was man damit tun sollte: alles genießen was man nur genießen kann”, sagte sich der in der Schweiz lebende Skandinavier Benedikt Peters. Doch auf einem Trip durch Indien erlebt er im Traum etwas, das ihn dazu bringt, umzukehren. Er macht sich auf, um von Indien in die Schweiz zurück zu trampen. Auf vielen verschlungenen Pfaden kommt es dann schließlich zu einer Begegnung mit Jesus Christus in der Heiligen Schrift. Gott schenkt neues, erfülltes Leben.

Hier sein Zeugnis:

VD: AR

„Die evangelische Volkskirche geht kaputt“

Der Pfarrer Bernhard Rothen zeichnete bei einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger im Frühjahr 2015 ein düsteres Bild der protestantischen Kirchen: Sie hätten ihre Gestaltungskraft verloren, würden Gemeinplätze vertreten und nicht mehr wahrgenommen.

Zitate:

Heute überwiegt das Persönliche die ­inhaltliche Auseinandersetzung, und zwar überall, auch im Journalismus. Im Kirchenleben konzentriert sich seit dem ­romantischen Theologen Friedrich Schleiermacher alles auf die Frage des Genius des einzelnen Menschen: Ist der Pfarrer nun eine charismatische Person oder nicht? Als Pfarrer muss ich argumentieren und handeln können, und zwar aufgrund der Bibel, welche die ­lebendige Autorität ist.

Die Kirche vertritt fast nur Gemeinplätze, sie betätigt sich als ­religiöses Megafon für die moralischen Forderungen der Zeit und tut niemandem weh. Im Moment ist sie noch gegen Sterbehilfe, irgendwann wird sie nicht mehr dagegen sein. Die Kirche passt sich an und wird irrelevant.

Mehr: www.tagesanzeiger.ch.

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