Wissenschaft

Das Herodion: Eine biblisch-archäologische Spurensuche

Der berühmte israelische Archäologe Ehud Netzer verstarb im Oktober 2010 an den schweren Verletzungen, die er sich bei einem Sturz bei Ausgrabungen am Herodium zugezogen hatte. Der wichtige Herodes-Forscher begann 1972 mit den Arbeiten südlich von Jerusalem. 2007 fand Netzer das Grab des Herodes.

Der DLF sprach mit Martin Fahrenhorst über diese faszinierende Entdeckung:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/01/10/dlf_20110110_0952_d8c173a9.mp3[/podcast]

Denis Dutton (1944–2010)

Denis Dutton, neuseeländischer Autor und Philosophieprofessor, war Herausgeber der Internetseite Arts & Letters Daily sowie von 1995–1998 Veranstalter des »Wettbewerbes für schlechtes Schreiben« (Bad Writing Contest). Bei diesem Wettbewerb wurden Geisteswissenschaftler ermittelt, die durch einen besonders unverständlichen Schreibstil aufgefallen sind.

Ruhm erreichte der Wettbewerb, als Judith Butler, die »Mutter« der postmodernen Gender Mainstream-Philosophie, vierte Preisträgerin wurde. Sie gewann den Preis für folgenden Satz:

The move from a structuralist account in which capital is understood to structure social relations in relatively homologous ways to a view of hegemony in which power relations are subject to repetition, convergence, and rearticulation brought the question of temporality into the thinking of structure, and marked a shift from a form of Althusserian theory that takes structural totalities as theoretical objects to one in which the insights into the contingent possibility of structure inaugurate a renewed conception of hegemony as bound up with the contingent sites and strategies of the rearticulation of power.

Dutton bemühte sich stets um faire Diskurse und hat deshalb unter anderem auch den Kritikern der heute prominenten Klimatheorien ein Forum eingeräumt. Am 28. Dezember ist Denis Dutton im Alter von 66 Jahren an Krebs verstorben.

Hier ein kurzer Nachruf der Zeitung Der Standard: derstandard.at.

VD: JS

Schummeln bis zum Examen

Aus dem Internet kopierte Hausarbeiten gehören längst zum schulischen und studentischen Alltag. Leider auch bei Christen, sogar bei solchen, die sich auf einen geistlichen Dienst vorbereiten. Die Hochschulen drohen mit härteren Strafen. Experten mahnen: Nur Aufklärung hilft.

Um studentische Kavaliersdelikte, die man einer vom Bachelor-Master-Stress geplagten Jugend getrost verzeihen kann, handelt es sich dabei nach Ansicht der beiden Plagiatsgegner Weber-Wulff und Rieble nicht. „Wer einmal erfolgreich plagiiert, der hört nicht auf“, vermutet Rieble. „Es geht immer weiter: in den Doktorarbeiten, den späteren Publikationen der Unternehmensjuristen und dann womöglich in den Abrechnungen der Seniorpartner einer Anwaltskanzlei.“ Auch Weber-Wulff sieht angesichts der Plagiatspraxis des wissenschaftlichen Nachwuchses schwerwiegende Probleme: „Möchten Sie über eine Brücke fahren, deren Statiker seine Abschlussarbeit gekauft hat? Wollen Sie von einer Ärztin behandelt werden, deren Therapie auf gefälschten Daten basiert?“

Gute Vorbilder und Aufklärung seien das Einzige, was gegen die Flut der Plagiate wirke, sagt Weber-Wulff. „Man muss den Studenten gleich im ersten Semester erklären, wie korrektes Arbeiten aussieht.“ Wissenschaft sei eben ein mühsames Geschäft: „Alles lesen, was man zu einem Thema in die Finger bekommt, dann ordnen und strukturieren, raffen und strecken und dann in eigenen Worten und eigenen Ideen wiedergeben.“ Dabei die Quellen anzugeben sei selbstverständlich. „Denn wir sitzen wie Zwerge auf den Schultern von Riesen, um weiter in die Ferne blicken zu können.“ Dieses Zitat stammt nicht von ihr selbst, das räumt die Professorin freimütig ein. „Das hat Bernhard von Chartres gesagt“, liefert sie die Quellenangabe nach. „Im Jahr 1120.“

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Es gibt keine Schwarzen Löcher

Es gibt keine Schwarzen Löcher – mit dieser Behauptung stellt der Frankfurter Physiker Walter Greiner Einsteins Relativitätstheorie auf den Kopf. Am Donnerstagabend hat der Physik bei seiner Geburtstagsfeier im »Frankfurt Institut for Advanced Studies« (FIAS) diese die moderne Physik umstürzende Behauptung in die Welt zu setzen gewagt.

Hans Riebsamen schreibt für die FAZ:

In einer neuen, über Einstein hinausgehenden Formulierung der Relativitätstheorie, die Greiner seit einiger Zeit mit dem in Mexiko lehrenden Physik-Ordinarius Peter Hess ausarbeitet, sind die Schwarzen Löcher verschwunden. Darüber dürfen sich nicht zuletzt der frühere Universitätspräsident Rudolf Steinberg und der Mäzen Carlo Giersch freuen, die bei Greiners Vortrag »Von Einstein zu Zweistein« in der ersten Reihe saßen.

Die beiden Herren, so behauptete der Physikprofessor nämlich listig, kämen gewiss in den Himmel. Aber sollten sie auf dem Weg dorthin in ein Schwarzes Loch fallen, könne ihnen selbst der liebe Gott nicht mehr helfen. Denn in einem Schwarzen Loch hätte ein Gott, der sich an seine eigenen Gesetze halte, alle Macht verloren. »Solchen Unsinn hat der Herrgott bestimmt nicht gemacht«, sagt Greiner, der angesichts der Wohlgeformtheit unserer Welt fest an einen Schöpfergott glaubt.

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John Warwick Montgomery: Fakten verweisen auf Christus

Als ich vor ungefähr zehn Jahren ein erstes Buchprojekt von J.W. Montgomery betreute, war das eine große Herausforderung für mich. Eine noch größere Herausforderung war die Herausgabe der Festschrift zu Ehren von John Warwick Montgomery (siehe hier). Montgomery ist ein Genie und ein Perfektionist, der hohe Maßstäbe einfordert.

Viele halten John Warwick Montgomery für den führenden lebenden Apologeten biblischen Christentums. Der Universalgelehrte mit Gespür für die Kontroverse lebt in Frankreich, England und den Vereinigten Staaten. Seine internationalen Tätigkeiten haben ihn in persönlichen Kontakt mit einigen der aufregendsten Ereignisse unserer Zeit gebracht: er war nicht nur im Juni 1989 in China, er befand sich auch während der unblutigen Revolution von 1987 auf den Fidschi-Inseln, war daran beteiligt, Ostdeutschen während der Zeit der Berliner Mauer zur Flucht zur verhelfen und war während der »Maitage« 1968 in Paris. Dr. Montgomery ist Verfasser von rund 50 Büchern in fünf Sprachen. Er hat zehn Abschlüsse erworben, darunter einen Master der Philosophie in Jura von der Universität Essex in England, einen Ph. D. von der Universität Chicago, einen Doktortitel Protestantischer Theologie von der Universität Straßburg in Frankreich und das höhere Doktorat in Rechtswissenschaft (LL.D.) von der Universität Cardiff in Wales. Er ist ordinierter lutherischer Geistlicher, in England zugelassener Anwalt und hat die Zulassung als Anwalt vor dem Höchsten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und die Zulassung bei der Anwaltskammer von Paris in Frankreich. Er erreichte Freisprüche für die drei Missionare in Athen, die wegen Proselytismus verurteilt waren, vor dem Griechischen Berufungsgericht in 1986 und gewann die wichtigen Verfahren betreffs Religionsfreiheit Larissis v. Griechenland und Bessarabische Orthodoxe Kirche v. Moldawien vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Im September hielt Montgomery die »Faith and Reason Lecture« am Patrick Henry College. Glücklicherweise wurde der Vortrag aufgezeichnet:

Faith and Reason lecture, Fall 2010 from Sarah Pride on Vimeo.

Glauben fängt mit dem Zweifel an

Der postmoderne Skeptizismus hält es für eine Wahrheit, dass nichts wahr ist. Erst wenn auch diese Wahrheit radikal in Zweifel gezogen wird, kommt man zum Grund der Erkenntnis.

In der Nacht vom 10. zum 11. November 1619 hatte der damals 23 Jahre alte René Descartes drei Träume mit grossen Folgen für Europa. Alles, was Descartes bis dahin bestimmt hatte, will er in dieser Nacht hinter sich gelassen haben. In seinen Meditationen über die Grundlagen der Philosophie, die ungefähr 20 Jahre später erschienen (1641), beschreibt er es folgendermas sen: «… ich will so lange weiter vordringen, bis ich irgendetwas Gewisses, oder, wenn nichts anderes, so doch wenigstens das für gewiss erkenne, dass es nichts Gewisses gibt» (Meditationen, S. 21).

Descartes hat das Bedürfnis nach Gewissheit. Mittels des radikalen und methodischen Zweifels sucht er nach dem, was nicht mehr bezweifelt werden kann. Er scheint selbst überrascht darüber, dass man so gut wie alles anzweifeln kann. Er sieht sich gezwungen, einzugestehen, «dass an allem», was er früher für wahr hielt, «zu zweifeln möglich ist» (Meditationen, S. 41). Das Letzte, was er nicht mehr bezweifeln kann, entdeckt Descartes im Selbstbewusstsein: «Und so komme ich, nachdem ich nun alles mehr als genug hin und her erwogen habe, schliesslich zu der Feststellung, dass dieser Satz: ‹Ich bin, ich existiere›, sooft ich ihn ausspreche oder in Gedanken fasse, notwendig wahr ist» (Meditationen, S. 22). Descartes hatte sein Fundament gefunden. Sein «cogito ergo sum» («Ich denke, also bin ich») ist für ihn eine unerschütterliche Grundlage für das Erschliessen der Welt.

Hier geht es weiter: www.factum-magazin.ch.

Seelige Harmonie bei den Moralpsychologen

Die Moralpsychologie untersucht rein deskriptiv die tatsächlichen moralischen Wertvorstellungen von Menschen, meidet aber selbst ethische Aussagen. Jordan Mejas berichtet heute für die FAZ über eine Tagung von Moralpsychologen im östlichen New England (U.S.A.). In seinem amüsant geschriebenen Artikel »Feierliches Hochamt im Tempel der Vernunft« schildert Mejas, wie Psychologen, Biologen, Neurologen, »und allenfalls solche Philosophen, die sich auf Experimente und Einsichten der Hirnforschung stützen«, kontrovers über Moralbegründungen debattierten. Fast nichts ist in der »Babywissenschaft« unumstritten: Gibt es einen freien Willen?, Sind Moralvorstellungen in uns eingebaut oder durch Erfahrung erworben?, Sind Moralvorstellungen universell oder privat-intuitiv?.

Bei aller Vielfalt der Positionen herrschte in zwei Fragen offenbar Harmonie. Einig waren sich die Moralpsychologen nämlich darin, dass (a) Moral ein Naturphänomen ist (wir also in einer moralischen Welt leben) und (b) wir unsere Moralität keinem Gott zu verdanken haben.

Die säkulare Wissenschaft beherrschte die Konferenz. Als es an ihrem Ende jedoch zu einem ersten Konsens kommen sollte, gingen die Schlussfolgerungen gehörig auseinander. Schon auf die Frage, ob Religion als Teil der Evolution anzusehen sei, blieb die klare Antwort aus. Einig waren sich die Teilnehmer immerhin darin, dass auf Gott zu verzichten sei. Ihm, so das einhellige Resultat ihrer gewiss noch nicht abgeschlossenen oder womöglich nicht abschließbaren Untersuchungen, hat der Mensch die Moral nicht zu verdanken. Dass sie ihm angeboren ist, wollte derart kategorisch allerdings auch nicht jeder behaupten. Nur über den Befund, dass Moral ein Naturphänomen ist, herrschte Einigkeit, wenn auch bloß bis zu einem gewissen Grade. Denn ausschließlich zu verstehen sei das sicherlich nicht. Neben der Natur macht sich in der Moral eben auch die Kultur bemerkbar, und wo die Wirkung der einen aufhört und die der anderen beginnt, ist alles andere als ausgemacht.

Hier der Tagungsbericht: www.faz.net.

Marilynne Robinson: Die Abwesenheit des Geistes

Marilynne Robinson hat sich in ihrem neuen Buch Absence of Mind: The Dispelling of Inwardness from the Modern Myth of the Self mit dem scheinbaren Konflikt von Wissenschaft und Religion befasst. Zum Buch heißt es:

In this ambitious book, acclaimed writer Marilynne Robinson applies her astute intellect to some of the most vexing topics in the history of human thought – science, religion, and consciousness. Crafted with the same care and insight as her award-winning novels, »Absence of Mind« challenges postmodern atheists who crusade against religion under the banner of science. In Robinson’s view, scientific reasoning does not denote a sense of logical infallibility, as thinkers like Richard Dawkins might suggest. Instead, in its purest form, science represents a search for answers. It engages the problem of knowledge, an aspect of the mystery of consciousness, rather than providing a simple and final model of reality. By defending the importance of individual reflection, Robinson celebrates the power and variety of human consciousness in the tradition of William James. She explores the nature of subjectivity and considers the culture in which Sigmund Freud was situated and its influence on his model of self and civilization. Through keen interpretations of language, emotion, science, and poetry, »Absence of Mind« restores human consciousness to its central place in the religion-science debate.

In diesem TV-Mitschnitt spricht sie über ihr Buch:

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Marilynne Robinson
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Tea Party

Gender Forschung: Und sonst? Nichts.

Ferdinand Knauß hat sich auf die Suche gemacht. Er wollte einfach mal wissen, was die Gender Studies über das »Kinderkriegen« zu sagen haben. Knauß:

Ich fand in einer halben Stunde Internet-Recherche sonst keine Publikationen aus dieser Disziplin, die die Fortpflanzung des Menschen (und nicht der Coli-Bakterien) in ihre Theorien der Geschlechtlichkeit zu integrieren versuchen. Die grundlegendste aller anthropologischen Tatsachen, dass nämlich Menschen sich fortpflanzen, und dass sie es auf geschlechtliche Weise tun, dass (nur) Männer zeugen und (nur) Frauen gebären, und dass dies uns Menschen mit unseren nächsten tierischen Verwandten verbindet, ist für die Geschlechterforschung ein blinder Fleck! Ausgerechnet! Da schreiben Geschlechterforscher die Bibliotheken voll über Geschlechterrollen und »Körper« (der »Körper«-Begriff in den Gender Studies wird mein nächster Beitrag, erinnern Sie mich daran!) – und das was doch der existentielle Grund für den Unterschied der Körper und Rollen der Geschlechter ist, spielt offenbar so gut wie keine Rolle. Wie kann diese Geschlechterforschung für ihre Thesen Plausibilität behaupten, wenn sie zum zentralen Urgrund der Geschlechtlichkeit so wenig erhellendes zu sagen hat?

Hier der Beitrag: www.brainlogs.de.

Schwindende Redefreiheit

Jaume Llenas, Leiter der Evangelischen Allianz in Spanien, hat sich besorgt über die Kultur der politischen Korrektheit und die schwindende Meinungsfreiheit in Europa geäußert:

»Wir entfernen uns von der Redefreiheit hin zu dem Recht darauf, nicht verletzt zu werden«, sagt er. Ohne Redefreiheit »gehen wir auf eine Diktatur zu, bei der sie nur noch das ausdrücken dürfen, was als richtig erachtet wird«, warnt Llenas.

Lesen sie die ganze Geschichte hier: www.varldenidag.se.

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