Oktober 2009

Welches evangelikale Werk zahlt das beste Gehalt?

Evangelikale Werke sind nicht dafür bekannt, dass sie ihren Mitarbeitern »dicke Gehälter« zahlen. Die Billy Graham Evangelistic Association ist da (neben einigen anderen, meist mildtätigen, Organisationen) eine Ausnahme. W. Franklin Graham III, Sohn des Evangelisten Billy Graham,  steht bei zwei Vereinen auf der Gehaltsliste und verdiente im Jahr 2008 insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar. Das World Magazine schreibt:

This month, Graham and his compensation are back in the spotlight again. When the Chronicle of Philanthropy released its annual list of the top-paid executives in the nonprofit world, Graham appeared twice, at the top of the list for his salary with BGEA, and only slightly farther down for his only slightly less hefty salary with Samaritan’s Purse. The two combined gave him a total compensation of more than $1.2 million (including expense allowances) for 2008 and made him the highest-paid executive at a Christian ministry listed in the survey, and one of the highest-paid nonprofit executives of any kind.

Hier mehr: www.worldmag.com.

Predigtarchiv von Tim Keller geöffnet

Die Redeemer Presbyterian Church in New York City (U.S.A.) hat anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums das Predigtarchiv geöffnet. So können derzeit 150 Predigten und Vorträge von Dr. Tim Keller gehört oder als mp3-Datei herunter geladen werden.

Ich habe mir gerade Kellers Predigt über Galater 2,4–16 angehört und kann sie sehr empfehlen: Absolutism: Don’t we all have to find truth for ourselves?

Hier das Predigtarchiv: sermons2.redeemer.com.

Predigten aus zweiter Hand

John Piper empfiehlt den Predigern des Evangeliums, ihre Predigten selbst vorzubereiten (sie also nicht aus dem Internet zu laden) und zitiert dazu Jeremia 23,30:

Darum: Sieh, ich gehe gegen die Propheten vor, Spruch des HERRN, von denen einer dem anderen meine Worte stiehlt!

Gibt es Heilsgewissheit ohne Heiligung?

2804_0.jpgDer Bethanien Verlag wird Mitte November ein Buch über die Heilsgewissheit publizieren:

  • Thomas R. Schreiner u. Ardel B. Caneday: Mit Ausharren laufen: Gibt es Heilsgewissheit ohne Heiligung?, Paperback, Betanien, 2009, 350 Seiten, 15,50 Euro

Der Verlag schreibt zum Buch:

Disziplin. Ausdauer. Ausharren. Das Neue Testament beschreibt das Leben als Christ oft als einen Wettlauf, bei dem es um einen Preis geht. Was ist dieser Preis? Eine besondere, zusätzliche Auszeichnung für überdurchschnittliche Leistung? Oder geht es um die Errettung selbst? Kann man disqualifiziert werden, scheitern und den Preis verfehlen? Oder ist der Preis jedem sicher, der bei dem Lauf gestartet ist? Was ist mit den biblischen Warnungen vor dem Versäumen des Preises? Kurz: Ist das Heil sicher oder verlierbar und wie hängt es mit dem Ausharren zusammen?
Die Autoren bieten in diesem Buch Antworten durch eine gründliche Untersuchung der biblischen Lehre vom rettenden Glauben und zeigen die Folgerungen für das Volk Gottes auf. Diese grundlegende Studie untersucht alle relevanten Texte des Neuen Testaments und lotet deren Bedeutung für das Leben als Christ, für das Heil und für den Dienst in Wortverkündigung, Gemeindeleitung und Seelsorge aus.

Dieser Auszug aus dem Buch zeigt, dass die Lektüre theologischer Bücher zu einem spannenden Erlebnis werden kann: ausharren1-47.pdf.

Ed Sanders: »Ist das Vermächtnis des Paulus noch von Bedeutung?«

Ed Sanders gilt als Mitbegründer der »Neuen Paulusperspektive« (engl. New Perspective on Paul). Am 1. Oktober 2008 hat er an der Villanova University (U.S.A.) eine Gastvorlesung zum Thema »Is Paul’s Legacy Relevant Today?« gehalten und dabei danach gefragt, ob Paulus‘ Sichtweisen von der Obrigkeit, der Sexualethik und des Konzeptes von einer Person in Christus heute noch relevant sind.

Die Vorlesung wurde auf Video aufgezeichnet und kann hier nachträglich gehört werden: www.youtube.com.

ZDF-Fernsehrat kritisierte Teile des Beitrags »Sterben für Jesus«

Die Westfälischen Nachrichten melden unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa:

Der ZDF-Fernsehrat kritisierte am Freitag Teile des Beitrags »Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer«, der Anfang August im Magazin «Frontal 21» gezeigt worden war. Die Abmoderation sei «misslungen», sagte der Vorsitzende Ruprecht Polenz. Es habe der Eindruck entstehen können, dass christliche Märtyrer gleichgesetzt würden mit islamistischen Selbstmordattentätern. Bei der Produktion des Beitrags sei nicht die Kirchenredaktion miteinbezogen worden. Dies wäre jedoch für Folge-Beiträge zum Thema Missionare wünschenswert, sagte Polenz. Gegen den Beitrag hatte es mehrere Programmbeschwerden gegeben.

Hier die vollständige Meldung: www.westfaelische-nachrichten.de. Siehe dazu auch den Beitrag des Medienmagazins pro: »ZDF-Fernsehrat kritisiert „Frontal 21“-Beitrag über Mission« und die Mitteilung der Nachrichtenagenur idea: www.idea.de.

Eine abgemilderte Sündenlehre als Problem

Der Anglikanische Archbishoph von Sydney, Peter Jensen, hat am 20. Oktober vor seiner Synode ein kluge Rede gehalten. Während er sich aus gegebenen Anlass umfänglich mit der Finanzkrise befasste, nahm er auch zu prekären theologischen Entwicklungen Stellung. Unter anderem sagte er:

Ich bezweifle nicht, dass wir uns zu Recht der konservativen Theologie verpflichtet fühlen und dass unsere Hochachtung vor der Schrift der richtige Weg ist. Nur das wird das Christentum in einer Kultur wie Australien nach vorne bringen. Ich sehe jedoch einige Spannungspunkte:
Um Menschen zu erreichen, gehen einige mit großem Fingerspitzengefühl auf die Kultur unserer Zeit ein, sind aber weniger bedacht auf die Reinheit der Lehre. Das wiederum hat zur Folge, dass unser Glaube an Struktur verliert und wir zu viele Kompromisse machen und praktisch Unitarier werden [Anmerkung: Also Anhänger eines liberalen, dogmenfreien Christentums mit pantheistischen und humanistischen Tendenzen, das historisch aus der Kritik an der Trinitätslehre entstanden ist.] Die Schwäche des theologischen Lehrfundaments kommt meines Erachtens mit einer abgemilderten Lehre über die Sünde. Auf diesem Weg gelangen wir schnell zu einer semi-pelagianischen Anthropologie, einer exemplarischen Erlösungslehre und einer humanistischen Christologie. Daraus entwickeln sich dann zwei Formen des Glaubens: eine sehr süßlich pietistische, die vor allem nach der geistlichen Erfahrung Ausschau hält, und ein trockene intellektuelle, die sich vor allem um kulturelle Wertschätzung bemüht.

Die komplette Rede gibt es hier als Audio-Mittschnitt und als PDF-Datei: www.sydneyanglicans.net.

CV: AW & HB

American Idols

51WUhNgBu7L._SL160_.jpgTim Keller erklärt in seinem neuen Buch, warum Geld, Sex und Macht uns so schnell vereinnahmen können. Sarah Pulliam Bailey hat für CT über Counterfeit Gods gesprochen und gefragt, wie man herausfinden kann, welche »Götzen« man verehrt. Keller meint, dass die Tagträume viel über unsere verborgenen Wünsche verraten:

Look at your daydreams. When you don’t have to think about something, like when you are waiting for the bus, where does your mind love to rest? Or, look at where you spend your money most effortlessly. Also, if you take your most uncontrolled emotions or the guilt that you can’t get rid of, you’ll find your idols at the bottom. Whenever I hear someone say, »I know God forgives me, but I can’t forgive myself,« it means that person has something that is more important than God, because God forgives them. If you look at your greatest nightmare—if something were to happen that would make you feel you had no reason to live—that’s a god.

Das Buch:

  • Tim Keller: Counterfeit Gods: The Empty Promises of Money, Sex, and Power, and the Only Hope that Matters, Dutton Adult, October 2009, 240 S., ca. 14,00 Euro

gibt es hier:

Einkaufsmöglichkeit

Neuer Fund entzaubert Fossil »Ida«

Ich habe es geahnt: Mit großem Tamtam präsentierten Forscher das Primatenfossil »Ida« als möglichen gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch. Eine neue Untersuchung weckt nun Zweifel daran. Das alte Tier war wohl kein Ururahn des Homo sapiens, sondern gehörte zu einer bedeutungslosen Nebenlinie.

Viele kritisieren die Medienshow Hurums als völlig überzogen. Ida sei mitnichten der Missing Link, womöglich sei sie überhaupt kein Verbindungsglied. Davon ist auch der Paläontologe Erik Seiffert von der Stony Brook University in New York State überzeugt. Im Fachmagazin „Nature“ hat er nun eine Analyse eines zehn Millionen Jahre jüngeren engen Verwandten von Ida veröffentlicht. Sein Fazit: Die Gruppe, zu der Ida gehörte, war nicht das fehlende Bindeglied in unserer Ahnenreihe – und sie ist offenbar ausgestorben.

Hier mehr: www.spiegel.de.

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