Oktober 2009

Herta Müller auf der Buchmesse

RTEmagicC_Herta-Mueller-U-Liste-Gao-IGFM.jpg.jpgWährend ihres Besuchs des IGFM-Stands auf der Frankfurter Buchmesse am 15.10.2009 hat sich die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller für die Freilassung des chinesischen Menschenrechtsanwalts Gao Zhisheng eingesetzt und sich an der IGFM-Unterschriftenaktion für Gao beteiligt.

Rechtsanwalt Gao Zhisheng, geboren 1964, ist einer der bekanntesten Menschenrechtsverteidiger in der Volksrepublik China. Mehrfach wurde er von der chinesischen Staatssicherheit verschleppt, ohne Haftbefehl und Anklage in Gewahrsam genommen, misshandelt und gefoltert. Seit dem 4. Februar 2009 wird er erneut ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne offizielle Anklage gefangen gehalten. Die IGFM befürchtet, dass Gao Zhisheng wieder Misshandlungen und Folter ausgesetzt ist.

Herta Müller, die im Rumänien des totalitären Ceausescu-Regimes aufgewachsen ist, weiß, was es bedeutet in einem kommunistischen Ein-Parteien-Staat leben zu müssen. Sie weigerte sich, mit dem Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten, verlor daraufhin 1979 ihre Arbeit, wurde bespitzelt und bedroht. Zu den anwesenden Mitgliedern der IGFM und den regimekritischen Schriftstellern und Aktivisten der chinesischen Demokratiebewegung sagte Herta Müller, sie sei froh, ihnen allen helfen zu können – und dass der Preis, den sie bekommen habe, auch dazu beitragen könne, anderen Schutz zu geben. Großartig!

Hier geht es zur Unterschriftenliste der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte: U-Liste-Gao-Zhisheng.pdf.

Sido möchte in den Himmel

Der harte Rapper Sido ist das Aushängeschild des berüchtigten Labels »Aggro Berlin«, das mit gewaltverherrlichenden und sexistischen Texten Tausende Platten verkauft hat. Im Interview mit der FAZ erklärt er heute, dass er seinen Lebenstil geändert hat:

Ich bin ruhiger geworden, bin nicht mehr so aufgedreht, nehme weniger Drogen. Man kann nicht zur Ruhe kommen, wenn man weiß, dass alles um dich herum Scheiße ist. Du schläfst nicht gut, bist nicht zufrieden mit dir, mit deiner Umwelt. Das hat man mir auch angemerkt. Mittlerweile bin ich wirklich im Reinen mit mir selber. Ich habe jetzt den Anspruch, ein guter Mensch zu sein. Ich möchte in den Himmel (lacht).

Das ist prima. Allerdings bedarf es einer Klarstellung: Niemand kommt in den Himmel, indem er seinen Charakter schult und versucht, ein guter Mensch zu sein. Das reicht nicht. Gott ist heilg. Die Gemeinschaft mit Gott ist nur möglich, wenn wir durch Jesus Christus, der für unsere Sünden starb, Vergebung für unser Verfehlungen empfangen. Wer dem Sohn glaubt (ihm also vertraut), empfängt das ewige Leben (vgl. Johannesevangelium 3,36). Denke darüber nach. So reich ist seine Gnade!

Hier das Interview mit der FAZ: www.faz.net.

Betet ohne Unterlass

John Piper:

Einer der großen Vorzüge von Twitter und Facebook wird sein, am jüngsten Tag Beleg dafür zu sein, dass wir das Gebet nicht aus Zeitmangel vernachlässigt haben.

Diskussion mit Mark Dever

863.876_9MerkmaleMark Dever hat sich am Boyce College vielen kritischen Fragen gestellt und gelegentlich recht ›klar‹ geantwortet (besonders was das Wesen und die Aufgabe von Theologischen Seminaren anbetrifft) oder auch zurückgefragt. Mark ist eben nicht zögerlich! Er liebt die Gemeinden und das ist gut so.

Hier ein Mitschnitt der provokativen Diskussion: www.sbts.edu.

Wer gern mehr von Mark Dever erfahren möchte, sollte sich das Buch:

  • Mark Dever: 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde, 3L Verlag, 2009, 288 S., ca. 12,00 Euro

anschaffen. Mark schreibt zu dem Buch:

Dieses Buch stellt dar, wie man die biblische Predigt und Gemeindeleitung wiederentdecken kann in einer Zeit, in der allzu viele Gemeinden in einem rein äußerlichen und oberflächlichen Christentum und dem daraus folgenden Pragmatismus sowie Belanglosigkeiten stecken bleiben. Das Ziel vieler evangelikaler Gemeinden hat sich verschoben, nämlich weg von der Verherrlichung Gottes hin zu einem reinen zahlenmäßigen Wachstum – mit der Annahme, dass dieses Ziel, auf welchem Weg auch immer es erreicht wird – Gott verherrlichen muss.

Einkaufsmöglichkeit

Klage gegen Ethikunterricht scheitert

Eine Grundrechtsklage gegen den Ethikunterricht an Schulen in Berlin ist vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert. Die Kläger, ein evangelisches deutsches Elternpaar und ihre 16-jährige Tochter aus Berlin, hatten mit der Religions- und Gedankenfreiheit argumentiert und eine Befreiung ihrer Tochter vom Pflichtfach Ethik verlangt. Das Gericht wies die Klage der Familie als unbegründet zurück.

Hier mehr: www.morgenpost.de.

Heidelberger Konferenz für reformierte Theologie 2010

HKonferenz.jpgEs tut sich etwas im deutschsprachigen Europa. Sebastian Heck hat die Internetseite für die »Heidelberger Konferenz für reformierte Theologie 2010« freigeschaltet. Die Konferenz will reformatorische Christen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Großbritannien, den U.S.A. sowie aus anderen Länder zusammenbringen und:

den robusten Glauben vermitteln, der in den reformierten Bekenntnisschriften, wie zum Beispiel dem Heidelberger Katechismus, zum Ausdruck kommt. Einen Glauben, für den Christen verfolgt wurden. Einen Glauben, für den Christen gestorben sind.

Ein Blick auf das Programm der Konferenz lohnt sich: www.heidelbergerkonferenz.info.

Das Ende von Schuld und Sühne?

Kann man Schläger oder Mörder für ihre brutalen Taten verantwortlich machen? Noch setzt die Rechtsprechung voraus, dass Kriminelle (mehr oder weniger) für ihre Taten verantwortlich sind. Hirnforscher Gerhard Roth zweifelt am Sinn des Schuldprinzips und fordert ein neues Strafrecht. Markus Schulte von Drach schreibt dazu in der Süddeutschen Zeitung:

»Aus psychologischer Sicht kann man uns eine Handlung nur dann als unser Handeln zuschreiben, wenn es von unseren Motiven bestimmt wird«, so Roth. In der Strafrechtstheorie werde aber das genaue Gegenteil als Grundlage für Willensfreiheit angesehen: die Fähigkeit, sich von der Bedingtheit durch Motive zu befreien.
Unterstellt wird seit Kants Vorstellung eines inneren Sittengesetzes, dass grundsätzlich alle Menschen motiviert sein müssten, moralisch-rechtstreu zu handeln oder Strafe zu vermeiden. Allerdings hatte Kant die Frage nach Sittlichkeit, Schuld und Gewissen in die Metaphysik verlagert.
»Unser Rechtsgewissen ist aber das Produkt unserer Erziehung oder Lebenserfahrung und unterliegt wie alle Motive der Persönlichkeitsentwicklung«, sagt Roth. »Ich kann mich nicht außerhalb meiner Persönlichkeit und ihrer Geschichte stellen.«
Ähnlich sehen es auch Wissenschaftler wie der Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer und der Leipziger Kognitionswissenschaftler Wolfgang Prinz, aber auch bekannte Philosophen wie der Amerikaner Daniel Dennett oder sogar Arthur Schopenhauer.
Es wäre demnach an der Zeit, sich von Begriffen wie Schuld und Sühne zu lösen und sich von der Vorstellung von Gut und Böse an sich zu verabschieden, wie es unter anderen der Philosoph Michael Schmidt-Salomon energisch fordert.

Nach der Lektüre des umfänglichen SZ-Artikels »Solln und Sühne« empfehle ich besonders die Abhandlung des Philosophen Daniel von Wachter: »Hat die Wissenschaft festgestellt, dass der Mensch nicht frei ist« sowie meinen Beitrag »Die Entwertung des Menschlichen«.

Seyran Ates zieht sich zurück

Die Berliner Frauenrechtlerin Seyran Ates ist Mitglied der deutschen Islamkonferenz. Die deutsch-türkische Anwältin kämpft seit 20 Jahren für die Rechte muslimischer Frauen in Deutschland. Nun hat die Anwältin wegen mehrerer Morddrohungen ihre Kanzlei geschlossen und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht Ates über die Feigheit deutscher und türkischer Verbände und ihre Hoffnung auf mehr Zivilcourage im Land. Das Medienmagazin pro informiert über die Hintergründe, die zum Rückzug geführt haben: www.pro-medienmagazin.de.

Mark Driscoll in The Washington Post

The Washington Post hat einen Artikel von Mark Driscoll publiziert. Mark schreibt, wie zu erwarten, sehr deutlich:

Christianity is not first and foremost about a sacred place to pilgrimage to, a philosophical system to ponder, a moral code to live, a religious tradition to honor, or an impersonal god to experience. Rather, Christianity is about a person who claimed to be the only God and said he would prove his unprecedented claim by living without sin, dying for sinners, and conquering death through resurrection.
So, as Christians, our aim is not to convince people of some god in general, but to introduce them to Jesus in particular. And since he created us with the ability to communicate, think, love, and experience, Christians have always valued using every means by which the truth and love of Jesus can be revealed.

Hier mehr: newsweek.washingtonpost.com.

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