2011

Ein Gotteshaus? Oh Gott! Versteckt es!

Aus Angst vor „Zwangschristianisierung“ verhunzten Linke und bürokratische Zauderer den Wiederaufbau der Leipziger Paulinerkirche. Dankwart Guratzsch schreibt:

Es war „Leipzigs 68“, denn genau am 30. Mai 1968 detonierten die Sprengladungen, die das instand gesetzte ehrwürdige Gotteshaus, in dem Luther gepredigt und Bach und Mendelssohn die Orgel gespielt hatten, in einen Trümmerhaufen verwandelten. Der Dialog von Religion und Wissenschaft war beendet. Der Schutt wurde eiligst an kaum noch auffindbaren Orten verscharrt.

Trotzdem retteten Beherzte in letzter Minute 80 Prozent der Ausstattung. Bis heute lagern sie in Depots. Mit seinem Entwurf für den Wiederaufbau hatte der holländische Architekt Erick van Egeraat fast so etwas wie die Quadratur des Kreises geliefert. Das neue Hauptgebäude der Universität „umarmt“ gleichsam die Kirche, nimmt sie förmlich mit unter sein Dach. Die Kirche wiederum wird zum Mittelrisalit und Hauptgiebel des Neubaus – Glaube und Wissen scheinen geschwisterlich versöhnt. Diese bestrickende Geste ist es vermutlich gewesen, die auch die Kritiker einer allzu modernen, modischen Lösung beschwichtigt hat. Sie haben dem Projekt mit den zebrastreifenförmigen Fensterbändern verhalten applaudiert, obwohl sie damit ihre eigentliche Wunschvorstellung, den originalgetreuen Wiederaufbau der gotischen Kirche, aufgeben mussten. Aber aus der versöhnlichen Lösung erwuchs neuer Streit, als der Architekt seine Pläne auf einseitiges Insistieren der Universitätsleitung hin änderte. Plötzlich sollte die Kirche keine Kirche mehr sein, weil, so hatten linke Fundamentalisten gewarnt, der Universität von dem Kirchengebäude eine „Zwangschristianisierung“ drohe.

Mit Entsetzen nahmen Theologen, Musiker und Mitglieder des Paulinervereins wahr, dass die Steinsäulen abgesägt, das Steingewölbe in Gips und Plaste ausgeführt und der Altarraum mit einer Plexiglaswand vom Hauptschiff abgetrennt werden sollten. Für den Wiedereinbau wichtiger Ausstattungsstücke wie der barocken Kanzel war damit kein Platz mehr. Führende Theologen, darunter Sachsens Landesbischof Jochen Bohl, appellierten an die Universität, auf die Trennwand zu verzichten. Bohle Vorgänger Johannes Tempel schrieb an den sächsischen Ministerpräsidenten, es werde ein „halbsäkularer Mehrzweckbau, aber keine Kirche“ errichtet. Damit werde der „bewusste böse Traditionsabbruch“ eines Walter Ulbricht „in der heutigen demokratischen Gesellschaft bewusst und dauerhaft erneuert“.

Fünf Professoren für Mathematik und Informatik beklagten: „Die Errichtung einer Trennwand, ganz gleich aus welchem Material und ganz gleich wie beweglich, stellt eine Bestätigung und Erneuerung des Bruches mit einer 560-jährigen Tradition dar, einer Tradition, zu der nur wenige Universitäten Vergleichbares vorweisen können.“ Die deutlichsten Worte fand Friedrich Schorlemmer, evangelischer Theologe in Wittenberg: „Sollte hier Ulbricht noch einmal siegen? Wir Ostdeutsche haben genug von Absperrwänden.“Der Bau stagnierte und ruht bis heute. Aber keines der Argumente wurde gehört. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich versteckte sich hinter dem Maschinenbauprofessor und (seit 2008) Finanzminister Georg Unland und der hinter der Ausflucht, der Auftrag für die Plexiglaswand sei „schon vergeben“.

Mehr: www.welt.de.

„Die Schulä fenkt an“

Harald Martenstein hat sich mit dem Erlernen der Rechtschreibung nach Gehör befasst und seine „Erkänntnisse“ in einen wunderbaren Text gepackt:

Manchmal sagen Leute: Ach, wissen Sie, ich würde auch gerne schreiben – kann man das lernen? Natürlich. Ich habe auf die folgende Weise schreiben gelernt. Eine bezaubernde junge Frau, die mir riesengroß vorkam, betrat das Zimmer, in dem ich saß. Sie lächelte mich an, ging zu einer Tafel, sie schrieb das Wort „Hans“ und das Wort „Lotte“ an die Wand. Dann erklärte sie mir, welcher Buchstabe welchem Laut entspricht. So habe ich schreiben gelernt. Buchstabe für Buchstabe, mit Fibel. Ich war überrascht, als ich in der Zeitung las, wie Kinder heutzutage das Schreiben lernen.

Die Kinder kriegen eine „Anlauttabelle“. Man erklärt ihnen, welcher Laut welchem Buchstaben entspricht. Dann sollen sie loslegen. Sie hören einen Satz, gucken in ihrer Tabelle nach und schreiben: „Die Schulä funkt an.“ Schon nach ein paar Wochen können sie halbe Romane schreiben, besser gesagt, halbe Roh Manne. Der Lehrer darf sie nicht korrigieren. Das würde den Kindern, heißt es, seelischen Schaden zufügen und sie demotivieren. Die Methode „Lesen durch Schreiben“ ist eine Erfindung des Reformpädagogen Jürgen Reichen, sie setzt sich immer mehr durch. In der Zeitung stand auch, dass Eltern verwirrt sind. Ihr Kind schreibt „Di Bollitzei isst da“ und fragt, ob das richtig geschrieben sei. Was sollen die Eltern dem Kind antworten? Beim Elternabend wird ihnen gesagt, dass sie so tun sollen, als sei alles richtig. Falls sie damit ein Problem haben, sollen sie „ausweichend antworten“. Die Eltern können sagen: »Richtig, falsch, das sind relative Begriffe. Alles nur gesellschaftliche Konvention.« Oder: „Was richtig war und was falsch, zeigte sich oft erst nach Jahrzehnten.“

Interessanterweise hat die neue Methode dazu geführt, dass es viel mehr Kinder mit Rechtschreibschwächen gibt als früher …

Mehr: www.zeit.de.

VD: ET

Weihnachtsaktion 2011: De civitate Dei

Ich möchte mich bei allen Lesern des Theoblog auch in diesem Jahr herzlich für das Interesse an den Beträgen und Disputen bedanken! Herzliche bedanke ich mich auch bei den Kommentatoren!

Etliche Leute haben 2011 wieder Bücher oder DVD’s über TheoBlog bei Amazon bestellt (mehr dazu hier) oder über den Buchladen geordert. Danke!

Ich möchte mich durch eine kleine Aufmerksamkeit erkenntlich zeigen. Jeder Blog-Leser hat die Chance, in der Weihnachtszeit ein Päckchen mit dem Buch Vom Gottesstaat (De civitate Die) zu erhalten. Über das wohl bekannteste Werk des Kirchenvaters Augustinus schreibt der Verlag:

Nach seinen berühmten „Bekenntnissen“, in denen Augustinus seine Bekehrung zum Christentum erzählte, entstand in den Jahren 413-426 die zweite philosophisch-theologische Abhandlung „Vom Gottesstaat“. Sie umfaßt 22 Bücher und ist als Verteidigungsschrift angelegt, weil man dem Christentum den Untergang des römischen Reiches anlastete. Die Zurückweisung dieses Vorwurfs und Rechtfertigung sind Gegenstand der ersten 10 Bücher. In den folgenden aber entwickelt der große abendländische Kirchenlehrer seine Theorie vom Gottesstaat, der als moralische Instanz dem von Selbstliebe und Eigennutz geprägten Weltstaat überlegen ist. Basis dieses weltgeschichtlichen Erklärungsmodells, das das Geschichtsbild und alle Geschichtstheorien bis in die Neuzeit wesentlich mitgeprägt hat, ist die Offenbarung.

Um Empfänger des Buches mit über 1000 Seiten werden zu können, sind folgende drei Punkte zu beachten:

  1. Sie müssen TheoBlog regelmäßig lesen (Vertrauenssache).
  2. Sie müssen mir über das Kontaktformular Ihre eMailadresse mitteilen (und dabei das Stichwort: »Weihnachtspäckchen« in der Mitteilung erwähnen).
  3. Am 18. Dezember werde ich von meinen Kindern unter allen übersandten Adressen einen Empfänger über ein Losverfahren auswählen lassen und die gewählte Person kontaktieren (Vertrauenssache). Nach Übersendung der Postanschrift schicke ich das Päckchen an den Gewinner.

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Weitere Vortragsthemen für die zweite E21-Konferenz

In knapp 6 Monaten findet die zweite Evangelium21-Konferenz statt. Neben den beiden Hauptreferenten, John Piper und D.A. Carson, werden wir auch wieder einige Vorträge von Referenten aus dem E21-Leitungskreis hören können.

Folgende Themen sind geplant:

  • ‚Das Alte Testament und die Geschichte der (un)endlichen Gnade Gottes‘ – Referent: Dr. Kai Soltau, Dozent für Altes Testament (EVAK, Wien)
  • ‚Das Wort vom Kreuz und seine Kraft‘ (1Kor 1,18–25) – Referent: Christian Wegert (Hauptpastor, Gemeinde und Missionswerk Arche, e.V., Hamburg)
  • ‚Lebendige Hoffnung durch das ewige Wort Gottes‘ (1Petr 1) – Referent: Matthias Lohmann (Pastor FEG München-Mitte, München)

Die Konferenz wird, wie schon die erste E21 Konferenz, wiederum in der Arche-Gemeinde in Hamburg-Stellingen stattfinden.

Quelle: www.evangelium21.net.

Auferstehung des Fleisches

Notger Slenczka, systematischer Theologe an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat kürzlich einen Vortrag zum Thema „Auferstehung des Fleisches“ gehalten. Der Vortrag fängt sehr verheißungsvoll an, deutet dann aber Verdammnis und ewiges Leben im Sinne von innserseelischen Vorgängen. Der Himmel ist demnach das Einsein mit sich selbst, also ein Gefühl. Schade!

Hier der DLF-Beitrag:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/11/28/dlf_20111128_0944_69164242.mp3[/podcast]

Themelios Vol 36.3

Themelios36.3-229x300.pngDie neue Ausgabe der Zeitschrift Themelios ist vor einigen Tagen erschienen. Dabei ist diesmal u.a. ein Artikel von Jonathan Gibson über Jonathan Edwards. Er schreibt in: „Jonathan Edwards: A Missionary?“:

Jonathan Edwards (1703–1758) is remembered today as a saint, scholar, preacher, pastor, metaphysician, revival leader, theologian, Calvinist—the list goes on. However, ‚If there is one area of Edwards’s life that has been consistently overlooked and understated by contemporaries and scholars alike, it is his role as Indian missionary and advocate for Indian affairs.‘ It is indeed hard to imagine: a white British colonial Puritan, with powdered wig and Geneva bands, as a missionary to native American Indians. Of course, historically, the issue is not debated. In August 1751, following a three-month trial period in the spring of the same year, Jonathan Edwards moved to the frontier mission outpost of Stockbridge where he served for nearly seven years, just prior to his death in March 1758. His role at Stockbridge was two-fold: to pastor the English congregation and to serve as missionary to the Indians.

Hier geht’s zum Journal, das auch als PDF-Datei heruntergeladen werden kann: thegospelcoalition.org.

Grüne Meinungsfreiheit

Soll die Diakonie zwei theologisch konservativ ausgerichtete Organisationen ausschließen? Das fordert der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck. Er wandte sich in einem Brief an den Präsidenten des Diakonischen Werks der EKD, Johannes Stockmeier (Berlin). Der Vorstoß des prominenten Grünen richtet sich gegen die ökumenische Kommunität „Offensive Junger Christen“ und den evangelischen Fachverband für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“. Die Nachrichtenagentur idea schreibt:

In seinem – von Beck veröffentlichten – Antwortbrief versichert Präsident Stockmeier, dass er auch weiterhin dafür eintreten werde, dass es keine Diskriminierung Homosexueller in Kirche und Diakonie geben dürfe. Er erhalte immer wieder Anfragen, inwieweit die Offensive Junger Christen, das ihr angeschlossene Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft und das Weiße Kreuz diese Position teilten. Deshalb suche er mit ihnen das regelmäßige Gespräch, um die Haltung des Diakonischen Werkes der EKD zu verdeutlichen. Dessen Mitglieder seien aber rechtlich selbstständige Organisationen. Das Diakonische Werk verfüge deshalb weder über eine Fach- noch eine Dienstaufsicht. Gemäß der Satzung sei das Diakonische Werk der EKD nicht befugt, in die Arbeit der Mitglieder einzugreifen. Ein Ausschluss könne nur dann erfolgen, wenn Mitgliedsorganisationen nicht mehr in Verbindung zur diakonischen oder volksmissionarischen Arbeit ihrer Kirche stünden. Abschließend schreibt Stockmeier: „Vor diesem Hintergrund ist das Gespräch mit den genannten Fachverbänden ein wichtiger Beitrag, um hier Klarheit zu erlangen und gegen eine mögliche Diskriminierung von Homosexualität einzutreten.“

Ich kann aufmerksame Staatsbürger nur bitten, genau hinzuschauen. Die Desinformationen, die Volker Beck seit Jahren verbreitet, und die politischen Forderungen, die er nachhaltig einklagt, bedrohen – finden sie Gehör – die Meinungsfreiheit, auf die er sich selbst über viele Jahre berufen hat. Gehören nicht Wissenschaftsfreiheit und Lehrfreiheit zu den bürgerlichen Grundrechten? Will Volker Beck die offene Gesellschaft tatsächlich stärken (vgl. auch den Beitrag: Die Tyrannei der liberalen Moral)?

Hier der vollständige idea-Beitrag: www.idea.de.

Egozentrisch oder exozentrisch: Ich oder Gott?

Der anglikanische Pastor Rev. Mario Bergner beobachtet mit Besorgnis, wie der Individualismus der Postmoderne auch in den Kirchen Einzug hält. Meine „egozentrische“ Geschichte ersetzt die „exzentrische“ Geschichte Gottes und leugnet jegliche göttliche Autorität. Glaube ich noch, dass ich die Bibel so lesen kann, dass ich erkenne, was Gott gemeint hat – oder denke ich, das einzig Sichere sei mein Gefühl, das ich beim Lesen eines Bibelwortes habe?

Die Postmoderne benutzt eine Epistemologie (Erkenntnistheorie), die eine Mischung aus subjektiven Erfahrungen, Gefühlen, unserer Kultur und Einflüssen unserer Zeit ist. Die Postmoderne behauptet, durch eigene Wahrnehmung und Erfahrung könne man sich besser der Wahrheit nähern als mit der Vernunft … Der wichtigste Zugang zur Wahrheit (falls man das überhaupt so nennen kann) in der Postmoderne ist das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte … In den letzten zwanzig Jahren bekam „meine Geschichte“, wie sie von den sich als Christen bezeichnenden Angehörigen der LGBT-Community erzählt wurde, in den großen Kirchen ganz langsam den Vorrang vor „Gottes Geschichte“. Vergleichen Sie das einmal mit den Aussagen von Dr. Roberta Bayer über Augustinus, der die Bibel las, um zu erkennen, wie Gott ihn sah. Mit anderen Worten: In der Postmoderne bestimmt meine Geschichte wer ich bin, nicht Gottes Geschichte. Wenn wir und nicht Gott über unsere Identität entscheiden, dann definieren wir uns über unser eigenes Selbst, und das ist Egozentrismus. Martin Luther, ein Schüler von Augustinus, bezeichnete das als die innere Haltung der gefallenen Menschheit: der in sich selbst verkrümmte Mensch. Wenn wir auf Gott schauen, um unsere Geschichte im Lichte des Evangeliums zu verstehen, dann strecken wir uns nach etwas und Jemandem aus, der größer ist als wir: Jesus Christus. Damit werden wir durch einen Mittelpunkt außerhalb unseres Selbst und innerhalb von Gott definiert, und werden so exozentrisch. Wenn wir von unserer Position des gefallenen, in sich verkrümmten Menschen über uns selbst hinausreichen und dafür offen sind, dass Gott bestimmt, wer wir sind, betreten wir den Weg der Erlösung zu unserer christlichen Identität. Dies geschieht nur, wenn wir uns mit allem, was wir sind, dem gnädigen Einfluss von Christus überlassen. Dann kann unsere Geschichte zu unserem Zeugnis werden.

Hier der Beitrag des insgesamt empfehlenswerten Blogs Sex needs Culture: sex-needs-culture.blogspot.com.

VD: MG

Zerrüttungsmodell „Patchwork-Familie“

Die „Patchwork-Familie“ wird seit Jahrzehnten als modisches Experimentiermodell neuen Zusammenlebens gepriesen. Inzwischen zeigt sich aber, dass Patchwork auch Probleme schafft. Felizitas Küble schreibt in einem bissigen Kommentar:

Beginnen wir also mit diesem Gesichtspunkt: Es gibt eine Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen über das „Täterprofil“ in puncto sexueller Mißbrauch. Dazu zählen vor allem die Analysen von Dr. Dirk Bange aus Hamburg, Mitherausgeber des „Handwörterbuchs Sexueller Mißbrauch“.

In seiner Studie „Die dunkle Seite der Kindheit“ belegt der Autor, daß Religionszugehörigkeit keinen Einfluß auf die Mißbrauchs-Häufigkeit hat: sexueller Mißbrauch kommt in katholischen, evangelischen oder konfessionslosen Familien im wesentlichen im gleichen Ausmaß vor. Dasselbe schreibt Clara Wildschütte in ihrer Studie „Psychodynamik einer Mißbrauchsfamilie“.

Von großer Bedeutung für die Häufigkeit sexuellen Mißbrauchs ist jedoch die Frage, ob der Täter ein biologischer oder „sozialer“ Vater (neuer Liebhaber der Mutter, Stiefvater, Pflegevater) ist. So schreibt Sabine Neumann in ihrem E-Book „Sexueller Mißbrauch“ unter dem Abschnitt „Tätergruppen“, daß hierzu „vor allem Vaterfiguren gehören“ (neue Lebenspartner der Mutter, Stiefväter etc), hingegen der Anteil der leiblichen Väter erstaunlich gering ist: „Bei den Familienmitgliedern sind Väter am wenigsten an sexuellem Mißbrauch beteiligt: etwa zu 2%.“ Dr. Bange zitiert in seinem Buch „Die dunkle Seite der Kindheit“ eine Studie von Russel, die zu folgendem Ergebnis gelangt: Demnach wurde jedes sechste Mädchen, das einen Stiefvater hatte, von diesem vor ihrem 14. Lebensjahr sexuell mißbraucht, hingegen erfuhr „nur“ jedes fünfzigste Mädchen sexuelle Übergriffe vom leiblichen Vater (vgl. Bange 1992, S.126).

Auch die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ räumte am 27.10.2008 ein, daß es mit den – vor allem im linken Lager vielgepriesenen – Patchwork-Familien in puncto Mißbrauch zappenduster aussieht. Der Artikel mit dem Titel „Wie böse ist die Stiefmutter?“ machte Schluß mit einigen modernen „Mythen“, wozu auch die besondere Wertschätzung des „sozialen“ Vaters gegenüber dem „biologischen“ gehört.

VD: MG

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner