2012

T. Kellers neues Buch: Center Church

61YKVVeOaEL._AA115_.jpgNächste Woche erscheint Tim Kellers neues Buch:

Ich konnte bereits reinschauen und glaube, dass wir eine instruktive und wichtige Ressource für den Gemeindebau in Großstädten in die Hand bekommen. Selbst Leute – die wie ich – Keller kritisch lesen, sollten sich seine Ausführungen genauer anschauen.

Hier schon mal das Inhaltsverzeichnis mit einer Einleitung und das Kapitel 10 zum Thema Kontextualisierung. Keller stellt in einem kurzen Video das Buch vor:

 

Die Beschneidung des Herzens

Überall wird heute über Beschneidung diskutiert, auch hier im TheoBlog. Pastor Wegert von der Arche in Hamburg hat die Gelegenheit genutzt, um anhand von Phil 3 über die „Beschneidung des Herzens“ zu predigen:

Willst du äußere Religion oder Christus? Willst du dein Vertrauen auf Fleisch setzen oder auf den Sohn Gottes, durch den allein du gerettet werden kannst? Willst du durch Werke selig werden oder durch Gnade? Beides geht nicht. Wer beides will, der zerschneidet, der zerstört das Evangelium des Glaubens. Darum suche nicht länger Symbole, Rituale, Zeremonien und Traditionen, sondern suche die Wirklichkeit, die Beschneidung des Herzens, die überschwängliche Erkenntnis Christi, damit du Ihn und nur Ihn gewinnst zum ewigen Leben.

Die Predigtmitschrift kann hier heruntergeladen werden: tv120826.pdf.

VD: UN

„Sei, was du willst“

Egalia ist die umstrittenste Vorschule Schwedens. Ihr Ziel: die geschlechtsneutrale Erziehung. DIE ZEIT stellt die Einrichtung vor:

Die Erzieherinnen und Erzieher sagen statt »Jungen« und »Mädchen« »Freunde«. Die Pronomen »er« und »sie« gibt es nicht, stattdessen wird der in Schweden mögliche geschlechtsneutrale Kunstbegriff hen benutzt, ein Kompromiss aus han (er) und hon (sie). Erst vor Kurzem wurde er in die Onlineversion der Nationalenzyklopädie aufgenommen. Auch einige Zeitschriften und Bücher arbeiten bereits mit ihm.

Egalia steht mit seinem Konzept nicht mehr allein da. Eine schwedische Grundschule verzichtet neuerdings auf Spielzeugautos, da Jungen ihnen eine größere Bedeutung beim Spielen beimessen, als es den Erziehern lieb ist. An einer anderen Schule wurde die freie Spielzeit von der Agenda gestrichen, mit der Begründung, die Kinder würden dabei auf stereotype Rollenmuster zurückfallen, man habe das Entstehen von Hierarchien und Ausgrenzungen beobachtet.

Gut, dass einige Experten den Ideologiecharakter dieser Pädagogik erkennen:

Der deutsche Entwicklungspsychologe Peter Zimmermann, Professor an der Bergischen Universität Wuppertal, sieht hinter Egalia die gute Absicht, die Gleichwertigkeit der Geschlechter zu fördern, bringt aber die Frage auf, ob dort nicht eine vermeintliche Geschlechterideologie durch eine andere ersetzt werde und man so in eine andere Richtung ausgrenzend wirke. Und er hat noch einen Kritikpunkt: »Kinder kennen bereits sehr früh Geschlechtsunterschiede, aber durch diese Fokussierung bekommt das Thema Geschlecht eine Relevanz, die nicht alterstypisch für die Bewertungen und Handlungen der Kinder ist.« Das Verständnis gesellschaftlich bedingter Rollenbilder, das in Egalia verändert werden solle, werde erst deutlich später entwickelt.

Hier der Artikel: C-Schule-Kindergarten-Schweden.pdf.

VD: MG

Wenn Computerspiele zum Götzen werden

Oliver Jungen hat für die FAZ den Kult um die Gamescom beschrieben und dabei eine geradezu religiöse Hingabe an die Spielewelt ausgemacht. „Die Kölner Gamescom ist ein Erlebnis der dritten Art. Die Jugend betet sie an …“.

Eine Messe ist es durchaus, aber im emphatischen Sinne. Für die Kräfte, die hier freigesetzt werden, hat allein die Theologie ein Raster parat. Dreigestuft ist die Hierarchie: Es gibt die Götter – anthropomorphe Geister wie eh und je -, die Religionsgelehrten sowie die Gläubigen, die in rauhen Mengen herrgottsfrüh den Tempelkomplex umringen. Kurz, es handelt sich um einen fröhlichen Polytheismus, eine Religion im vollen Saft. Nichts von Niedergang, nur weil irgendwo ein Umsatz bröckelt, im Gegenteil: Die Gemeinde wächst. Das alles muss man zugestehen, auch wenn es nicht die eigene Religion ist, ja, selbst wenn einem die Sims, die Warcraft-Monster und all die ununterscheidbaren Kampfsoldaten in ihren sinnlosen Wüstenmissionen fremder sind als die ulkigsten Götter im Hinduismus.

Mehr: www.faz.net.

VD: JS

Homozentrismus

Homosexualität ist zum Trend- und Wahlkampfthema geworden, auch unter den Frommen. Eine Kirchengemeinde geht nun offensiv voran und bietet einen Gottesdienst mit dem Titel: „GoGay – fromm aber nicht hetero: Warum die Kirche homosexueller werden muss“ an (einer der Verantwortlichen, der übrigens zum Vorstand von „Glaube am Montag“ gehört und als Geschäftsführer bei „Kirche mit Vision“ tätig ist, hat sich schon zu einem anderen umstrittenen Thema anfechtbar geäußert).

Was tun, wenn „aus einem irrwitzigen Homozentrismus heraus“ die Gesellschaft regelrecht umgebaut werden soll? Schweigen? Als die Süddeutsche Zeitung der Normalität von homosexuellen Lebensgemeinschaften eine Großreportage gewidmet und dabei sogar das Thema „Leihmutterschaft“ verharmlost hat, versetzte dies den Blogger Ralf Schuler in Rage. Zurecht.

Das Verrückte, ja fassungslos machende an diesem Text ist, dass im Dienste der vermeintlich toleranten Sache die Gesellschaft in einem Aufwasch dazu aufgefordert wird, ihren kompletten bioethischen Kompass über Bord zu werfen. Wenn es um Schwule und Lesben geht, dann ist es geradezu geboten, indische Leihmütter auszubeuten. Da darf weltweit schwunghaft mit Eizellen gehandelt und fremdausgetragen werden, als sei der Mensch eine agrarische Produktionsgenossenschaft. Wenn Gleichgeschlechtler den weltweiten Kinderhandel ankurbeln, werden keine Fragen mehr gestellt. Dass auch “Heteros” aus gutem Grund der Kinderkauf verweigert wird, interessiert nicht. Und von dort bis zum Menschenrecht auf ein Kind ist es nur noch ein Katzensprung.

Mehr: ralfschuler.wordpress.com.

VD: EP

McLarens neues Christentum

Brian McLaren klärt uns in seinem neuen Buch bezeichnend guruhaft Why Did Jesus, Moses, the Buddha, and Mohammed Cross the Road?: Christian Identity in a Multi-Faith World über die Essenz der Lehren von Jesus, Moses, Mohammad und Buddha auf.

Wie in einigen seiner anderen Bücher baut er seine Argumentationen auf falschen Prämissen und Dualismen auf. So behauptet er beispielsweise, traditionell würden Christen ihre Identität durch Abgrenzung und Feindseligkeit entwickeln. Mohammad, Buddha, Jesus sowie anderen religiösen Führern sei es aber darum gegangen, liebevolles Verständnis für Andersdenkende zu stimulieren (das gilt wahrscheinlich besonders für Mohammad nach seiner Auswanderung in die Stadt Medina). Bemerkenswert finde ich angesichts von Mt 28,20 die Aussage: „Wenn Jesus heute hier wäre …“

Accordance 10

Es gibt zwei bedeutungsvolle Nachrichten aus der Softwareschmiede OakTree. Die erste Neuigkeit: Version 10 der führenden Bibel-Software ist erschienen. Über wichtige Neuerungen informiert dieses kleine Video:

Die zweite Nachricht: OakTree will Bibleworks „angreifen“ und wird 2013 eine Version für Windows auf den Markt bringen. Informationen dazu hier: www.accordancebible.com.

Fürsorgliche Diskriminierung

Berthold Rothschild, Psychiater aus Zürich, hat den Disput des Ethikrates um die Beschneidung treffend kommentiert:

Es stimmt, die rituelle Beschneidung ist im religiösen Sinne Symbol für eine Opferung – fremdbestimmt durch die Eltern und durch patriarchale Religionsgesetze. Religiöse Kulturen haben es in einer Welt der vergötzten Selbstbestimmung – die in Tat und Wahrheit aber nie und schon gar nicht weltweit verwirklicht ist – offensichtlich zunehmend schwer. Meine fehlende Vorhaut immerhin schützt mich irgendwie vor gar manchen Heuchlern, die stellvertretend vorgeben, angeblich mein Bestes zu wollen oder gewollt zu haben.

Mehr: www.nzz.ch.

VD: MM

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