Fundamentalismus als Geschäftsidee

Als ich 1983 für ungefähr fünf Monate beim 21. Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf mitarbeitete, hieß der Präsident des Kirchentags Wolfgang Huber. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, kann ich nur bestätigen, was viele denken und sagen: Bischof Huber hat erkannt, dass sich die Zeiten geändert haben und die Kirche ein »kantiges« Profil braucht, wenn sie nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken möchte.

Nicht allen gefällt, dass Huber einen Kurswechsel eingeleitet hat:

Der Chef der evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, tritt ab. Er war seit 2003 im Amt und leitete einen Kurswechsel mit dem Ziel der »Neuevangelisierung Deutschlands« ein. Das Programm ist streng fromm und konservativ: Missionieren für Jesu Christ und eine Offensive gegen den »Vormarsch des Islam«. Die neue Gangart gegen den Islam wurde mit Huber die Generallinie der gesamten evangelischen Kirche. In vielen wichtigen Institutionen sitzen sogenannte »Islam-Experten«. Huber bezeichnete den konsensorientierten Dialog seiner Vorgänger als »Multireligiöse Schummelei« (SPIEGEL vom 17.12.01), »idealisierende Multi-Kulti-Stimmung« (FOCUS vom 22.11.04) und wandte sich gegen »die Islamisierung Deutschlands«: »Natürlich wünsche ich mir keine Islamisierung unseres Landes.« (Cicero, Juni-Ausgabe 2008). Unter Hubers Regie wurden die Evangelikalen (protestantische Fundamentalisten) in den Schoß der Kirche aufgenommen und ihre Massenspektakel (Pro Christ) unterstützt. Wie in der katholischen Kirche dürfte der konservativ-missionarische Kurs wohl auch in der evangelischen Kirche weitergehen. Im folgenden Artikel wird der Kurs Hubers nachgezeichnet und die evangelikalen Strukturen und ihr Einfluss behandelt.

Es lohnt sich, den ganzen Beitrag von Indymedia aufmerksam zu lesen: linksunten.indymedia.org.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

5 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Andreas
Andreas
10 Jahre zuvor

Wie schlimm! Ich bin empört über diesen fundamentalistischen Bischof! Der hat wohl nichts von echter evangelischer Freiheit verstanden, wo jeder machen darf, was er/sie/es will! Und noch weniger weiß er von echter postmoderner Beliebigkeit, äh ich meine natürlich Toleranz. LOL 😀 Andreas P.S.: Hätte ich die Ironie markieren sollen? P.P.S.: „sogenannte »Islam-Experten«“? Macht einen ein unkorrekte Meinung aus einem Experten zu einem sog.E.? P.P.P.S.: Zum Vorwurf der Hetze. Es gibt im Englischen die schöne Redensart: „It needs one to know one!“ Die kennen sich mit dem Thema zumindest auch recht gut aus… P.P.P.P.S.: Wenn man sich mal anschaut, wer alles… Weiterlesen »

Michael
10 Jahre zuvor

Bischof Dr. Wolfgang Huber hat auch anderes gesagt: „Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann.“ Bischof Dr. Wolfgang Huber (16. März 2009, 2003 – 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, „Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. Hermeneutische Fragestellungen.“ – Vorlesung in der Theologischen Fakultät in Ankara, http://www.ekd.de) „Wenn eine Religion einen alleinigen Besitzanspruch auf die Wahrheit erhebt, dann kommt sie auch schnell in die Gefahr eines Fundamentalismus, der andere abwertet.“ Bischöfin Dr. Margot Käßmann (8.10.2009, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche… Weiterlesen »

Michael
10 Jahre zuvor

idea: „Bleibt die Frage: Wer ist eigentlich ein christlicher Fundamentalist?“ Huber: „Da ist es doch gut, sich an den Ursprung des Wortes „Fundamentalist“ zu erinnern: Der Ausdruck „The Fundamentals“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA für fünf Aussagen verwendet: 1. Die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift, 2. Christi Jungfrauengeburt, 3. der Sühneopfertod Jesu, 4. die leibliche Auferstehung, 5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder.“ idea: „Zumindest Jungfrauengeburt und leibliche Auferstehung finden sich auch im Apostolischen Glaubensbekenntnis wieder.“ Huber: „Es gibt dabei aber ein gewisses Spektrum von Auslegungsmöglichkeiten, die sich angesichts der unterschiedlichen Darstellungen in der Bibel auch… Weiterlesen »

EW
EW
10 Jahre zuvor

Wenn man -in Anlehnung an Luther- mal der Vernunft ein bißchen Geltung einräumt, dann kann letztlich nur, wer dumm, ignorant oder böswillig ist, bestreiten, dass Bischof Huber eine ganze Menge für den christlichen Glauben in Deutschland getan hat. Das ist mehr als die meisten selbsternannten Apologeten vorweisen können, die ihm immmer wieder alles mögliche vorhalten oder unterstellen. Der Artikel im ´indymedia´ macht doch deutlich, warum eine gefestigt-linke Gesinnung gegen Huber schäumt (auch wenn die mal wieder manches total missverstehen). Wer offenbar so zwischen den Lagern steht, der verdient es wohl, differenziert gesehen zu werden. Und alles, was hier über Fundamentalismus… Weiterlesen »