Nachchristliche Sexualität

Rod Dreher hat kürzlich den bemerkenswerten Artikel „Nachchristliche Sexualität“ publiziert. Die These: Die Auflösung der Familie ist Symptom einer tiefgreifenden geistlichen Krise in Nordamerika. Auch wenn mehrfach auf die Umstände in Amerika Bezug genommen wird, ist die Analyse auch für Europäer aufschlussreich. Nachfolgend wird der Text in einer von Ivo Carobbio besorgten deutschen Übersetzung wiedergeben.

Nachchristliche Sexualität

Rod Dreher

Vor zwanzig Jahren trat der neugewählte Präsident Bill Clinton auf eine politische Landmine: Er wollte sein Wahlversprechen einlösen und homosexuellen Soldaten erlauben, im Dienst keinen Hehl aus ihrer Homosexualität zu machen. Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde kaum als politische Angelegenheit wahrgenommen; damals befand sich das Land drei Jahre vor dem Defense of Marriage Act-Gesetz (Gesetz zur Verteidigung der Ehe). Ein Jahr darauf outete sich die Komikerin Ellen DeGeneres zur Hauptsendezeit als Lesbe.

Darauf folgte, was Historiker eines Tages als „Kulturrevolution“ bezeichnen werden. Wir treten gegenwärtig in die Endphase des Kampfes um die Schwulenrechte und den Bedeutungsgehalt der Homosexualität ein. Die Konservativen sind besiegt – jene vor Gericht und auch diejenigen vor dem Forum der öffentlichen Meinung. Man glaubt im Allgemeinen, der einzige Grund gegen die gleichgeschlechtliche Ehe sei nur von Bigotterie oder von religiösen Gründen motiviert, und beides – so heißt es – habe bei der Begründung öffentlicher Normen oder bei der Verabschiedung von Gesetzen keinen Platz.

Das Ausmaß der Niederlage, die die Traditionalisten im Hinblick auf die Moral hinnehmen müssen, wird sich stärker zeigen, je mehr ältere Amerikaner von der Bildfläche verschwinden. Meinungsumfrage um Meinungsumfrage zeigt: Für die Jugend ist Homosexualität etwas völlig Normales; die gleichgeschlechtliche Ehe ist keine große Sache, es sei denn freilich, jemand erhebt Einspruch – in diesem Fall wird ihm der moralische Status eines Anhängers der Rassentrennung in den späten 60er Jahren zugeschrieben.

Es handelt sich dabei allerdings um Größeres, als den Menschen beider Lager bewusst ist, nicht zuletzt aus einem Grund, der selbst glühenden Gegnern der Schwulenrechte entgeht. 1993 bezeichnete die Zeitschrift The Nation die Angelegenheit der Homosexuellen-Rechte als Höhepunkt und Grundpfeiler des Kulturkampfes:

„Alle Gegenströmungen gegenwärtiger Befreiungskämpfe lassen sich unter die Rubrik ‚Schwulenrechte‘ subsumieren. Diese aktuelle Entwicklung in der Schwulenbewegung ähnelt dem, was schon andere Gesellschaftsschichten in der Geschichte dieses Landes erlebt haben. Aber sie ist bedeutender, da die sexuelle Identifizierung sich durch alle Bevölkerungsschichten hinweg in einer Krise befindet, und Homosexuelle – plötzlich die auffälligsten Subjekte und Objekte dieser Krise – gezwungen waren, ein vollständiges Weltbild zu erfinden, um diese Krise zu beschreiben. Niemand behauptet, diese Veränderung ist leicht herbeizuführen. Es ist aber möglich, dass eine kleine und verachtete sexuelle Minderheit Amerika für immer verändern wird.“

Der Autor dieser Zeilen sollte recht behalten, und wenn der Begriff „Weltbild“ (engl.: cosmology) vom Leser als philosophisch reichlich vollmundig empfunden wird, wirkt sein heutiger Gebrauch geradezu prophetisch. Der Kampf um die Rechte einer „kleinen und verachtete sexuellen Minderheit“ wäre aussichtslos geblieben, wäre die alte, christliche Kosmologie intakt geblieben. Unverblümt gesagt: Die Schwulenrechte haben sich durchgesetzt, weil das christliche Weltbild aus dem westlichen Denken verschwunden ist.

Die gleichgeschlechtliche Ehe führt den entscheidenden Schlag gegen die alte Ordnung. Die triumphierende Rhetorik von vor zwei Jahrzehnten ist nicht überreif; die Radikalen schätzten viel besser ein als andere, was auf dem Spiel stand, vor allem bürgerliche Verteidiger der gleichgeschlechtlichen Ehe als konservative Erscheinung. Die Schwulenehe wird Amerika auf eine Art und Weise für immer verändern, die erst jetzt sichtbar wird. Zum Besseren oder zum Schlechteren – auf jeden Fall entchristlicht sie unsere Kultur, und genau daran arbeitet sie auch.

Als die Politwissenschafter Robert D. Putnam und David E. Campbell 2010 ihr vielbeachtetes Buch American Grace veröffentlichten, eine Studie über zeitgenössische Glaubensüberzeugungen und Glaubenspraxis, wiesen sie auf zwei einander entgegengesetzte Trendlinien im Hinblick auf sozialtechnische Maßnahmen hin. Beide Linien nehmen um 1990 ihren Ausgang.

Sie entdeckten, dass viele junge Amerikaner, die damals erwachsen wurden, Homosexualität moralisch nach und nach für legitim hielten. Gleichzeitig ließen sie mehr und mehr vom organisierten Glauben ab. Der evangelikale Boom der 70er und 80er Jahre war vorbei, und wäre die spanische Einwanderungswelle ausgeblieben, hätte die römisch-katholische Kirche in den USA ähnliche Verluste hinnehmen müssen wie die etablierten protestantischen Kirchen.

Wie die Untersuchungsergebnisse zeigten, stellte sich die Einstellung zu moralischen Fragen als starkes Anzeichen religiösen Engagements heraus. Genauer: Je liberaler man der Homosexualität gegenüberstand, desto unwahrscheinlicher war auch die religiöse Bindung. Nicht, dass die jüngeren Amerikaner gleich zu Atheisten wurden; die meisten bezeichneten sich als „spirituell, aber nicht religiös“. Mit Atheisten und Agnostiker bilden diese „Ohnes“ (engl.: nones) – die Bezeichnung, die Putnam und Campell gebrauchten – die demographisch am schnellsten wachsende Glaubensüberzeugung.

Nach einer Studie des Pew-Forschungszentrums ist einer von drei Amerikanern unter dreißig ein „Ohne“. Das ist allerdings nichts, wozu junge Leute in ihrer Jugend neigen: Sich die Kirche auf Armeslänge vom Leib halten, bis sie „zur Ruhe gekommen“ sind. Gregory Smith vom Pew-Forschungszentrum berichtete im National Public Radio, die junge Generation sei konfessionell ungebundener als andere. Putnam – jener Harvard-Gelehrte, der durch seinen Bestseller Bowling Alone, einer bürgerkulturellen Studie, bestens bekanntwurde – sagte, es gebe keinen Grund zu glauben, diese Menschen würden später wieder zur Kirche zurückkehren.

Putnam und Campbell sind vorsichtig genug, Wechselbeziehung nicht mit Ursächlichkeit zu verwechseln; allerdings weisen sie darauf hin: Sowie der Schwulenaktivismus sich in den USA ins Zentrum des politischen Lebens drängte (eben zur Zeit der Titelgeschichte in der Zeitschrift The Nation), entfremdeten sich viele junge Amerikaner wegen der lebhaften Rolle vieler christlicher Leitfiguren in ihrem Kampf gegen die Schwulenrechte von den institutionalisierten Kirchen.

In einer abendlichen Unterhaltung, nicht lange nach der Veröffentlichung ihres Buches American Grace, sagte mir Putnam, die christlichen Kirchen müssten ihre Lehre zur Frage der Sexualität lockern, um auf die Loyalität jüngerer Generationen hoffen zu dürfen. Das klingt zunächst nach einer vernünftigen Schlussfolgerung, doch die Erfahrung liberaler Glaubensgemeinschaften in Amerika widerlegt dieses Rezept. Die protestantischen Großkirchen, die der Homosexualität und der allgemeinen sexuellen Befreiung weit offener gegenüberstehen, konnten die Abwanderung aus ihren Reihen nicht aufhalten.

Wenn die Menschen – so scheint es – meinen, das historische und maßgebliche Christentum irre sich in Bezug auf die Sexualität, finden sie normalerweise keine Kirche, die ihren liberalen Ansichten beipflichtet. Fazit: Sie treten aus der Kirche aus.

Das führt uns zu einer eminent wichtigen Frage: Ist die Sexualität etwa das Herzstück der christlich-kulturellen Ordnung? Bedeutet die Preisgabe der christlichen Lehre zu Sex und Sexualität tatsächlich die Beseitigung jenes Einflussfaktors, der dem Christentum seine Kraft als gesellschaftlicher Größe raubt oder geraubt hat?

Der angesehene Soziologe Philip Rieff hätte dies vielleicht nicht auf diese Weise gesagt, aber wahrscheinlich zugestimmt. Sein bahnbrechendes, 1966 erschienenes Buch The Triumph Of the Therapeutic – Uses of Faith after Freud, untersucht, was Rieff die »Dekonversion« des Westens vom Christentum nennt. Dieser Prozess, der seit der Aufklärung im Gange ist, ist allgemein bekannt. Rieff zeigte aber, dass er weit stärker fortgeschritten war, als die meisten Menschen – am allerwenigsten Christen – dies erkannt hatten.

Rieff, der 2006 verstarb, war kein Christ, doch er wusste: Der Schlüssel zum Verständnis einer Kultur ist ihre Religion. Das Wesen jeder Kultur könne an deren Tabus und Verboten erkannt werden. Jede Kultur legt ihren Gliedern zur Erlangung gesellschaftlicher Zwecke eine Reihe moralischer Verpflichtungen auf und hilft ihnen, diese Forderungen auch zu erfüllen. Eine Kultur braucht einen Kultus im Sinne einer sakralen Ordnung, ein Weltbild, das die moralischen Forderungen in einem metaphysischen Rahmen verwurzelt.

Das Verhalten des Menschen ist nicht willkürlich (etwa weil es „gut“ für ihn ist), sondern orientiert seine moralische Vision am Wesen der Wirklichkeit selbst. Das ist die Grundlage der Theorie vom Naturrecht, das im Zentrum gegenwärtiger säkularer Argumente gegen die gleichgeschlechtliche Ehe steht (und die noch niemand überzeugt haben).

Rieff, der in den 60er Jahren schrieb, erkannte die sexuelle Revolution – wenn er diese Bezeichnung auch nicht gebraucht hat – als führendes Kennzeichen des Untergangs des Christentums als bestimmender kultureller Kraft. Im klassischen Christentum, so schrieb er, lag „die Ablehnung des sexuellen Individualismus nahe jener symbolischen Mitte, die nicht länger in Mode ist“. Er meinte damit: Der Verzicht auf sexuelle Autonomie und auf die Wollust heidnischer Kulturen liege im Zentrum der christlichen Kultur, einer Kultur, die sich von ihrem erotischen Instinkt – und das ist entscheidend! – nicht einfach losgesagt hat, sondern diesen Instinkt umgeleitet hat. Das Wiederaufleben des Heidentums im Hinblick auf Sinnlichkeit und sexuelle Befreiung setzt ein starkes Zeichen für den Niedergang des Christentums.

Moderne Amerikaner können kaum begreifen, welch zentrale Rolle die Sexualität im Frühchristentum spielte. Sarah Ruden, die Übersetzerin klassischer Texte (Studium in Yale), erklärt in ihrem Buch Paul Among The People, in welcher Kultur das Christentum ursprünglich aufleuchtete. Sie behauptet, es zeuge von krasser Unwissenheit, zu meinen, der Apostel Paulus sei ein mürrischer Proto-Puritaner gewesen, der leichtlebigen heidnischen Hippies den Spaß verderben wollte.

Tatsächlich wurden seine Lehren zu sexueller Reinheit und Ehe innerhalb der pornographischen, von sexueller Ausbeutung gekennzeichneten griechisch-römischen Kultur jener Zeit als Befreiung willkommen geheißen. Besonders Sklaven und Frauen wurden sexuell ausgebeutet – ihr Wert für die heidnische Männerwelt bestand hauptsächlich in der Fähigkeit der Kindererzeugung und der Bereitstellung sexuellen Vergnügens. Das Christentum des Paulus bewirkte eine kulturelle Revolution; es zügelte und kanalisierte den männlichen Eros und erhöhte den Status der Frau und des menschlichen Leibes; die Ehe – und mit ihr die eheliche Sexualität – wurden um den Faktor Liebe bereichert.

Die christliche Ehe – so Ruden – „unterschied sich von allem Bisherigen wie das Gebot, die andere Wange hinzuhalten“. Es kommt nicht darauf an, dass das Christentum einzig oder vorrangig die Sexualität neu definierte und bewertete, sondern darauf, dass gemäß christlicher Anthropologie der Sex einen neuen und anderen Sinn erhielt, einen, der nach einer radikalen Verhaltensänderung und nach neuen kulturellen Normen verlangte. Wie der Mensch seine Sexualität auslebt, kann gemäß Christentum nicht vom Wesen des Menschen getrennt werden.

Es wäre absurd, wollte man behaupten, die christliche Zivilisation habe je zu einem goldenen Zeitalter gesellschaftlicher Harmonie oder sexueller Glückseligkeit geführt. Es wäre leicht zu zeigen, dass es in der Geschichte des Christentums Zeiten gegeben hat, in denen kirchliche Oberhäupter von sexueller Reinheit geradezu besessen waren. Doch wie Rieff erkannte, begründete das Christentum eine Möglichkeit, die sexuellen Instinkte zu zügeln, sie in der Gesellschaft zu verankern und ihr positive Wege zu zeigen.

Was unsere Zeit von der Vergangenheit unterscheidet – so Rieff – sei, dass wir nicht länger an das christlich-kulturelle Wertesystem glauben, doch wir haben es unmöglich gemacht, uns an einem anderen zu orientieren, das leistet, was Kultur leisten muss: individuelle Leidenschaften zähmen und sie schöpferisch für gesellschaftliche Zwecke zu leiten.

Wir haben die Rolle der Kultur eher umgekehrt: Statt zu zeigen, wessen wir uns enthalten müssen, um zivilisiert zu sein, erzählt uns die Gesellschaft von heute, Sinn und Zweck von Kultur bestehe darin, die alten Barrieren zu durchbrechen und uns zu befreien.

Es ist nicht einfach, zu zeigen, wie es dazu kommen konnte; der Aufstieg des Humanismus, das Heraufziehen der Aufklärung und der Moderne spielen jedenfalls ihre Rolle. Der Philosoph Charles Taylor schreibt in seiner meisterhaften Religions- und Kulturgeschichte Ein säkulares Zeitalter: „Die gesamte ethische Einstellung des modernen Menschen setzt den Kosmos (und natürlich auch den Untergang des sinntragenden Kosmos) voraus …“. Modern zu sein heißt also, an das individuelle Verlangen als Ort der Autorität und Selbstdefinition zu glauben.

Nach und nach habe der Westen den Sinn für die Tatsache verloren, dass das Christentum viel mit gesellschaftlicher Ordnung zu tun hat, schreibt Taylor. Die Preisgabe christlicher Ideale im Hinblick auf die Sexualität wurde zunehmend auch eine Sache der Gesundheit. Die Überzeugung, das Ausleben der Sexualität sei gesund und gut (je mehr, desto besser), sexuelles Verlangen sei ein unlösbarer Teil der persönlichen Identität – diese Überzeugungen gipfelten in den 60er Jahren in der sexuellen Revolution. Deren treibende Kraft meinte, Freiheit und Unverfälschtheit nicht in sexueller Enthaltsamkeit zu finden (die christliche Sichtweise), sondern in der Sexualität und ihrer Auslebung. So fordert der moderne Amerikaner seine Freiheit ein.

Für Rieff befinden wir uns in einer Sonderform einer „revolutionärer Epoche“, da diese Revolution von ihrem Wesen her nicht institutionalisiert werden kann. Sie leugnet ja die Möglichkeit gemeinschaftlichen Erkennens verbindlicher, überindividueller Wahrheiten und kann daher keine neue stabile gesellschaftliche Ordnung schaffen. Rieff sagt: „Die Frage nach dem ‚Zweck‘ heißt ‚mehr‘“.

Unsere nachchristliche Kultur ist demnach eine „Antikultur“. Von der Logik der Moderne und dem Mythos individueller Freiheit sind wir gezwungen, die letzten Spuren der alten Ordnung niederzureißen, in der Überzeugung, echtes Glück und Harmonie sind erst dann unser, wenn alle Beschränkungen null und nichtig gemacht worden sind.

Die Homo-Ehe markiert den endgültigen Triumph der sexuellen Revolution und damit die Entthronung des Christentums, da sie den Kerngedanken des christlichen Menschenverständnisses leugnet. Nach klassisch-christlichem Denken ist die von Gott sanktionierte Einheit von Mann und Frau ein Symbol der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde – und letztlich auch zwischen Gott und seiner Schöpfung. Darum verneint die Homo-Ehe das christliche Weltbild, dem wir unsere moderne Auffassung der Menschenrechte und andere grundlegende Güter der Moderne verdanken. Ob wir diese Dinge in nachchristlicher Ära erhalten können, bleibt abzuwarten.

Ebenfalls abzuwarten bleibt, ob ein Christentum ohne christliche Reinheit aufrechtzuerhalten ist. Der Soziologe Christian Smith jedenfalls hat anhand seines Begriffs „moralistisch-therapeutischer Deismus“ (jenes Pseudo- und Wohlfühlchristentums, das den normgebenden Glauben im heutigen Amerika verdrängt hat) gezeigt, dass diese Aufgabe äußerst schwierig bleibt.

Das konservative Christentum hat den Kampf gegen die Homo-Ehe verloren, und zwar, wie wir gesehen haben, Jahrzehnte, bevor irgendjemand überhaupt auf die Idee kam, die gleichgeschlechtliche Ehe könne je ein Thema werden. Befürworter der Homo-Ehe konnten deshalb so schnell Erfolge verbuchen, weil sie der Öffentlichkeit zeigen konnten: Wofür sie kämpften, stimmte genau mit dem überein, was das Amerika nach 1960 im Hinblick auf den Sinn von Sex und Ehe ohnehin schon glaubte. Die Frage, vor die sich das Christentum im Westen heute gestellt sieht, lautet: Wird es das Christentum in diesem neuen Zeitalter aufgeben müssen oder nicht?

Zu viele Christen meinen, die gleichgeschlechtliche Ehe sei bloß eine Frage der Sexualethik. Sie übersehen, dass die Homo-Ehe und der damit einhergehende Zusammenbruch der Ehe unter minderbemittelten und der Arbeiterklasse angehörigen Heterosexuellen dort große Bedeutung hat, wo die Moderne den autonomen Individualismus heiligt und die zeitgenössische Kultur hochhält, und das vielfach von Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen. Sie begreifen nicht, dass das Christentum – recht verstanden – kein moralisch-therapeutisches Anhängsel des bürgerlichen Individualismus darstellt (übrigens eine häufige Antwort amerikanischer Christen, eine Antwort, die Rieff 2005 als „schlicht erbärmlich“ bezeichnete), sondern der kulturellen Ordnung (oder Unordnung), die heute herrscht, diametral entgegensteht. Sie meinen, diesen Kulturkampf moralisch ausfechten zu müssen, statt sich auf ihr Weltbild zu gründen. Sie haben nicht nur die Kultur verloren: Solange sie das Wesen dieser Auseinandersetzung nicht verstehen und ihre Strategie entsprechend ändern, um aus kosmologischer Sicht zu kämpfen, werden sie wenige Generationen von heute an vielleicht auch ihre Religion verloren haben.

„Der Tod einer Kultur setzt dort ein, wo die normgebenden Institutionen nicht länger imstande sind, ihre Ideale so zu vermitteln, dass sie innerlich binden“, schreibt Rieff. Nach dieser Auffassung ist das Christentum Amerikas, wenn nicht sogar seine Spiritualität, in tödlicher Gefahr. Die Zukunft ist nicht festgeschrieben: Taylor pflichtet Rieffs geschichtlicher Analyse weitgehend zu, räumt einer Erneuerung aber wesentlich stärkeres Hoffnungspotential ein. Trotzdem: Wird der Glaube nicht zurückgewonnen, wird die historische Obduktion einmal schlussfolgern, die Homo-Ehe sei nicht Ursache, sondern Symptom gewesen, ein Anzeichen, das das Endstadium des Patienten offenbare.

– – –

Rod Dreher ist Chefredakteur der Zeitschrift „The American Conservative“ (www.theamericanconservative.com), wo der Artikel ursprünglich erschienen ist. „Nachchristliche Sexualität“ wird hier mit freundlicher Genehmigung wiedergegeben. Übersetzt wurde er von Ivo Carobbio. Den englischen Text sowie eine Autorenbeschreibung finden Sie unter: www.theamericanconservative.com.

Den Artikel gibt es auch als PDF-Datei: Sex_after_Marriage.pdf.

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Matthias
Gast
Matthias

Sehr interessanter Kommentar, die Frage ist aber trotzdem, ob hier nicht zwei Folgen einer Ursache beschrieben wurde, die nur am Rande auftaucht. Der wesentliche Grund für beide Punkte, nämlich Rückgang des kirchlichen Lebens und auch in christlichen Kreisen massiv verändertes Sexualverhalten, ist aus meiner Sicht darin zu suchen, dass das Kreuz aus dem Zentrum geraten ist. Wenn Jesus der (einzige) Weg, die Wahrheit und das Leben ist, dann kann es nicht egal sein, wie ich mein Leben lebe. Dann soll mein Leben ein Wohlklang für ihn sein, dann ist uns auch Gemeinde wichtig. Wenn aber alle Wege letztendlich in den… Weiterlesen »

rolf eicken
Gast
rolf eicken

Ich bin Ron dankbar, dass auch solche Themen in diesem Blog auf einem entsprechenden Niveau dargestellt werden. Matthias hat natürlich recht, wenn er es nur aus seiner Sicht betrachtet. Was aber ist mit den Menschen, die Christus nicht als „die Wahrheit“ sehen? Homosexualität ist etwas, das sucht man sich nicht aus. Ich habe aus rein rationalen Gründen nichts gegen diese Menschen, will aber auch nicht ständig von ihnen vorgehalten bekommen, wie toll das ist. Ob die christl. Lehre oder das Weltbild der Christen von den Homos wirklich in so eklatanter Weise bedroht wird, wie hier dargestellt, möchte ich doch bezweifeln.… Weiterlesen »

Jutta
Gast
Jutta

Ein sehr guter und richtiger Artikel, finde ich. Das Problem – sollte sich die Befürchtung bewahrheiten – sind eben sind die Christen selbst… weil sie nicht mehr „eingeschränkt“ leben wollen … ein möglicher Grund auch dafür könnte vielleicht sein, dass viele „Christen“ – siehe RKK als zahlenmässig größtes Beispiel was die Führungsriege betrifft, denn an der Basis sieht ja doch so manches anders aus – wirklich bigott gelebt haben .. und mit zweierlei Mass gemessen … auch in dem Moment wo eine Kirche sich mit der Politik zusammenschliesst , wird sie unglaubwürdig. Denn dann geht es um Macht. Was die… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Jutta,

und damit den Ruf nach dem “starken Mann” … und was das bedeutet, sagt uns die Offenbarung.

Ähm, sorry, aber es gab schon viele „Rufe nach starken Männern“ in der Geschichte. Warum müssen wir Christen immer so ego-zentrisch sein und unsere eigene Epoche für so wichtig nehmen, dass wenn bei uns eine Diktatur kommt, dass das SOFORT der Antichrist sein muss?

Es kann doch gut sein, dass eine Phase der Unfreiheit kommt in der Geschichte (der westlichen Welt), es aber gut 50 bis 100 Jahre später wieder bergauf geht, da sich die Menschen – dank der Gnade Gottes – wieder besinnen.

Schandor
Gast
Schandor

@Roderich

Ja, ich teile Deine Einschätzung. Überhaupt weiß die Bibel mW nichts von einem solchen „Endzeit-Antichristus“. Der Ausdruck selbst kommt ja nur in den Johannesbriefen vor, und die Idee eines Endzeit-Antichristen wird dort auch sofort wieder relativiert: Ihr habt gehört, dass der Antichrist (Nero) kommt. Doch auf den sollt ihr nicht warten. Es sind schon genug Antichristen gekommen und das wird wohl auch so weitergehen …
Es sieht allerdings ganz nach einem zunehmend repressiven Staatsgebilde aus, was sich da entwickelt. Der Westen taucht ab, der Osten kommt 🙂

Markus
Gast
Markus

Natürlich gibt es biblische Hinweise auf ein entsprechendes Endzeitszenario mit massiv repressivem System plus Antichrist, so einfach kann man das nicht vom Tisch wischen. Die biblischen Aussagen sind aber so komplex, dass 100 % (oder auch nur 95 %)- Aussagen in der Regel problematisch sind. Und ich bin auch sehr vorsichtig, mich hier festzulegen ohne sehr starke Gründe zu haben. Aber: Die Rückführung der Juden nach Israel seit 1880 (mitsamt den weiteren Ereignissen) ist ein historisches Faktum, das als erfüllte Prophetie eine äußerst hohe Signifikanz hat und daher beim Konstruieren von Endzeitszenarien Berücksichtigung finden müsste. Lk 21,24: Als Jerusalem befreit… Weiterlesen »

Jutta
Gast
Jutta

Danke, Markus. Nun, ich denke: vielleicht ist „der“ Antichrist auch nicht unbedingt ein einzelner Mensch. Das Gebilde der EU zB. die ja die nationalen Staaten schwächt, bzw schwächen will… der Islam, der immer stärker wird… das ganze Durcheinander, das herrscht, das Markus auch schon erwähnt hat.. und ich finde das nicht egozentrisch… egozentrisch war/ist eher, dass Christen sich dem Zeitgeist anpassen… weil sie nicht mehr das Salz sein wollen … sondern den Glauben „attraktiv und lebensnah“ ( O-Ton ProChrist, das sich neu formiert ) verkaufen wollen und damit verkaufen sie ihn eben wirklich. Wir haben den Verfall ja auch aus… Weiterlesen »

Andreas Schnebel
Gast

@Markus

Je nach eschatologischem Verständnis existiert- ohne jeden Zweifel- ein solch dispensationalistisches Endzeitszenario, oder eben ein anderes.

Ich empfinde eine solche Eschatologie als „problematisch“ da in einer derartigen Hermeneutik das aktuelle Zeitgeschehen („Rückführung der Juden“) ein wesentlicher Bestandteil der Exegese ist. Dies impliziert eine totale Abkehr vom reformatorischen Sola Scriptura- Prinzip.

@Ron

Klasse Artikel, vielen Dank fürs Teilen! Ich stimme zwar der These: „Sexualität als Herzstück der christlich-kulturellen Ordnung“ nicht zu, aber als ein geeigneter Indikator ist diese sicherlich gut geeignet.

Markus
Gast
Markus

Noch was: Problematisch sind m.E. alle Lehren, die die Wachsamkeit der Christen unterminieren (ich vereinfache etwas): – Ein Extremdispensationalismus, der sagt, dass die Christen, bevor es wirklich schlimm wird, sowieso entrückt werden. – Ein Postmillenialismus, der sagt, dass im Grunde alles besser wird, z.B. dass große Erweckungen kommen, wo die Bibel vielmehr von massiven Verführungen spricht. – Die Lehre, die sagt, man bleibe gerettet, wenn man sich mal bekehrt hat, auch wenn man die Welt liebgewinnt, keine Früchte bringt, keine biblische Ethik lebt, keine Wahrheitsliebe hat usw. – Lehren, die die Offenbarung nur symbolisch deuten. Was ist aber, wenn sie… Weiterlesen »

Markus
Gast
Markus

@Andreas: Vom sola scriptura Prinzip sollten wir natürlich nicht abweichen! Das Prinzip muss aber – was es ja selbst bedeutet – wiederum im Licht der Schrift verstanden werden (und nicht einer – auch ansonsten guten – Tradition). Und zu unserem Thema sagt der Herr in Matt. 24,32-33, dass wir die Zeichen der Zeit beachten sollen. Anders machen ja auch die Prophetien (z.B. auch die alttestamentlichen auf das erste Kommen des Messias) nur wenig Sinn: Um den Messias zu erkennen, mussten die Juden damals historische Ereignisse (Johannes der Täufer, Jesus und seine Zeichen, den Zeitpunkt, nach Dan 9) nehmen, um dadurch… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

REVELATION, n. A famous book in which St. John the Divine concealed
all that he knew. The revealing is done by the commentators, who know
nothing.

Ambrose Bierce

Jutta
Gast
Jutta

..auch wenn es vorrangig mit dem im Artikel angesprochenen Thema nichts zu tun haben mag, passt die Andacht, finde ich. Evangeliumsnetz – Andachten Datum: Montag, 21.04.2014 Bibelstelle: Offenbarung 1, 18 Autor: Jörgen Bauer (auftanken@evangelium.de) Organisation: Evangeliumsnetz e.V., Oraniendamm 70, 13469 Berlin (http://www.evangelium.de/) Thema: Christus der lebendige Herr der Kirche Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offenbarung 1, Vers 18 Jesus Christus offenbart sich hier als der Lebendige und Ewige, der über Zeit und Raum Zeit hinausgetreten ist. Nur ein solch überirdischer Christus, der… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

Markus, wir kennen die Zukunft nicht und können sie auch nicht kennen, da uns die Heilige Schrift keine „Roadmap“ an die Hand gibt, Geschichte zu deuten. Man hat Jesu Ölbergreden verschiedentlich futuristisch, historisch, symbolisch und präteristisch gedeutet. Je nachdem, was einem einleuchtet, baut man darauf. Aber die Zukunft kennen wir nicht und können nichts darüber wissen. Man kann nur hellsichtig (wie Nietzsche und andere) erkennen, was bei der derzeitigen Lage der Dinge wahrscheinlich passieren wird. Die Nebelkerzen „Antichrist“ „Armageddon“ resp. „Weltuntergang“, die vom katastrophilen Dispensationalismus weltweit so stark befeuert worden sind, sind – um es mit einem bei euch Deutschen… Weiterlesen »

Jutta
Gast
Jutta

Bitte, wo war Nietzsche hellsichtig ???
Er war frustriert und enttäuscht und wütend… was sicherlich zu einer Art Hellsichtigkeit führen kann, aber nicht zu einer nützlichen. Und auch obwohl seiner Meinung nach Gott tot ist, gibt es doch immer noch echte Christen.
Ausserdem muss man Jesu Ölbergreden nicht deuten, sondern lesen.
Wenn man die Bibel als Ganzes nimmt, erschliesst sich sehr wohl, was gemeint ist.
Autorentipps: Dave Hunt, Georg Walter, Roger Liebi, Ernst G. Maier, Andre Vornholt.

Markus
Gast
Markus

@Schandor Woher weißt(!) Du, dass uns die Schrift keinerlei Roadmap an die Hand gibt? Ich sage ja nicht, dass diese Roadmap notwendig eindeutig oder sehr konkret sein muss. Die Bibel, auch das NT, ist aber voller Prophetie und die bezieht sich meist auf die Zukunft. Jesus Christus sagt selbst: Die Schrift ist es, die von mir zeugt. Und die Juden wussten einiges, was auf den Messias zutreffen wird. War die Ankündigung der Zerstörung des Tempels und Jerusalems in der Ölbergrede Jesu nur symbolisch gemeint und die Erfüllung gut 30 Jahre später nur Zufall? Die Christen haben sie meines Wissens beherzigt… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

Liebe Jutta, bist Du sicher, dass Du Nietzsche verstanden hast? 😉 … Jesu Ölbergreden nicht deuten, sondern lesen – oje. Wo doch alles so klar dasteht. Seltsam, dass das die meisten Menschen nicht erkennen können, was? Und Dave Hunt bzw. Roger Liebi gehören (was Endzeitfragen betrifft) neben Fruchtenbaum & Konsorten auf keinen Fall zu den Autoren, denen ich in dieser Frage irgend eine Autorität beimesse. Vielleicht liest Du mal den Artikel von Joachim Schmitsdorf, der über eine Neuveröffentlichung Roger Liebis spricht. Dort wird gezeigt, welch kruden Unsinn die dispensationalistische Endzeitkatastrophilie hervorbringen kann. Solche Blüten treibt der fundamentalistisch-ungeschichtliche Biblizismus, der sich… Weiterlesen »

Markus
Gast
Markus

@Schandor,
irgendwie scheinst Du mir hartnäckig die Sachebene zu meiden 😉

Markus
Gast
Markus

Wieder etwas mehr zurück zum Thema. Ein wichtiger Aspekt zur Durchsetzung der antiethischen Ideologie ist m.E. eine tiefgreifende sprachliche Manipulation. Früher hieß das, was heute als „Homosexualität“ bezeichnet wird nämlich ganz anders. Kant nannte es: „Crimen carnis contra naturam“. Die Bibel nennt es de facto: „Widernatürliche Unzucht“. Und so hieß es auch vor der 1968-Unterwanderung.
Das heißt, dass eine (vermeintliche) normativ-moralische Neutralität bzw. Gleichwertigkeit heute manipulativ in die Sprache gepackt wird.
Mein Appell: Wir sollten uns dieser Sprachmanipulation nicht unterwerfen und widernatürliche Unzucht „widernatürliche Unzucht“ nennen! (Genausowenig sollten wir Kindstötung „Schwangerschaftsabbruch“ nennen usw.)

rolf eicken
Gast
rolf eicken

c.:Markus: ich kann mich an der hier sehr komplizierten, theoligschen Diskussion nicht beteiligen, weil ich ein absoluter Laie bin. Zur Homosexualität m/w.: Hat sich einer der Beteiligten die Homos. ausgesucht oder wurde er ohne sein wissentliches Zutun so? Homosexualität ist nicht die Norm, sondern eine auf eine Minderheit beschränkte sexuelle Neigung. Ist sie deshalb „widernatürlich u. Unzucht“? Die Normalität ist der/die Herterosexuelle; aber dürfen wir die anderen deshalb diskreminieren; denn sie können nichts dafür. Wogegen ich mich wehre, ist, dass ich als Hetero mich schon fast entschuldigen muss und die Homos es so darstellen, als sei ihre Neigung ganz normal.… Weiterlesen »

Markus
Gast
Markus

@ Rolf, ich sehe das so: Wir haben Versuchungen. Sie können (unzüchtiger) sexueller Art sein. Sie können Versuchungen zu Aggressionen sein, zu Hass, zu Gewalttaten bis hin zu Mord, Diebstahl und alles mögliche. Ein Aspekt der Versuchung ist immer der Art, dass er ohne unser Zutun ist. Auch Jesus Christus wurde versucht. Dieses Versuchtwerden ist nicht schuldhaft bzw. unmoralisch. Aber jetzt kommt unsere Verantwortung ins Spiel. a) Anerkennen wir, dass dasjenige, zu dem uns die Versuchung treiben will, ggf. schlecht ist? Anerkennen wir gottgegebene ethische Maßstäbe? b) Sind wir bereit dagegen zu kämpfen, innerlich „Nein“ zu sagen oder, wo es… Weiterlesen »

Jutta
Gast
Jutta

… zwar nicht direkt zum Thema, aber darum geht es meiner Meinung nach, und damit erübrigen sich für mich zumindest weitere Kommentare: http://jesaja662.wordpress.com/2014/04/21/jesus-christus-unsere-einzige-hoffnung-jesus-chrsit-our-only-hope/#more-3281 http://jesaja662.wordpress.com/2014/04/20/auferstanden/ http://jesaja662.wordpress.com/2014/04/19/jesus-died-for-me-jesus-starb-fur-mich/ Und ja, ich bin sicher, dass ich Nietzsche richtig verstanden habe. Er mag vieles richtig erkannt haben, ich bin ziemlich sicher auch, dass er zu den Hochsensiblen gehört hat, und die leiden sehr an der Ungerechtigkeit der Welt, und auch an sich selbst, aber trotz allem war er zu bequem, sich selbst in Zweifel zu ziehen und bei sich selbst anzufangen. Eine/die Lösung hat er aus der falschen Ecke erwartet. Meist steckt dabei auch der… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

@Rolf

Je höher Sie „aufsteigen“ werden (Sie wissen, was ich meine), desto stärker werden Sie sich diesbezüglich noch wundern … 😉

Andreas Schnebel
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@Markus Zur „Wachsamkeit“ im Sinne von: 1Kor 16,13 Seid wachsam! Steht im Glauben fest! Seid mutig und stark! 1Petr 5,8 Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er jemand von euch verschlingen kann. besteht Grund und Notwenigkeit… insbesondere vor dem Hintergrund des obigen Artikels! Eine „Wachsamkeit“ im Sinne von Mt24:32-33 ist m. E. vollkommen unnötig und unangebracht. Denn Du zitierst die Mahnung unseres Herrn unvollständig. Ich will zumindest die nächsten zwei Sätze noch mitzitieren: „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

@Alexander Schnebel

Herzlichen Dank für die gute Darstellung!

Jutta
Gast
Jutta

.. zu guter Letzt:
was ist mit dem zweiten Kommen des Herrn ???
Habe ich etwas verschlafen ?

Jörg
Gast
Jörg

@Andreas „Das Zeitgeschehen außerhalb des biblischen Zeit- respektive Offenbarungskontextes, welcher seinen Höhepunkt in Christus fand (Hebr1:1-2), kann und muss als exegetisches Mittel ausgeschlossen werden“ Wohl wahr, und entsprechend sind die Anmerkungen zum Ölbaumgleichnis auch mehr als berechtigt. Erlaube allerdings die Frage, inwiefern deine eigenen weiteren Ausführungen sich von dieser falschen Methodik qualitativ unterscheiden: „Die Prophetie des AT besteht aus Offenbarungen Gottes mit christologischen, soteriologischen und ekklesiologischem Inhalt, enthüllte letztlich ein kosmisches Geheimnis, das Zeugnis über das Kommen des Erlösers, Gott in Person.“ Messianische Prophetien sind zwar vorhanden, aber in sehr geringem Umfang, und um diese zu „christologischen“ Inhalten werden zu… Weiterlesen »

Markus
Gast
Markus

@Andreas bin gerne offen für Hinweise. Aber Du greifst eine Übersetzungsmöglichkeit, wenn auch vermutlich die häufigste, von „genea“ heraus. Es könnte z.B. auch „Geschlecht“, wie das Volk der Juden bedeuten. Du deutest also etwas als sicher, was bestenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, und wirfst den anderen fehlende Bibeltreue vor. Wobei ich diese Stelle nur angeführt habe, weil hier die Schrift uns selbst auf die Zeichen der Zeit verweist. Siehe auch das, was ich dazu zuvor sagte – worauf Du inhaltlich leider nicht eingegangen bist. Dann beziehst Du Dich bei Deinem konkreten sola scriptura Verständnis (das übrigens nicht wirklich klar ist)… Weiterlesen »

Andreas Schnebel
Gast

@Jörg Wir entfernen uns damit wohl etwas vom eigentlichen Thema… Du magst meinen Ansatz nicht teilen, aber dieser Ansatz findet sich ausdrücklich in den Aussagen Christi und der Apostel (christologischer Schlüssel, „was Christum treibet“ etc), welche die gesamte Schrift auf Christus bezogen. Die die Schrift als ein zusammenhängendes Werk verstanden, in welchem durch Adam die Sünde und der Tod zu den Menschen kam und durch Christus, die bereits in der Ewigkeit geplante Erlösung und das Leben zu denen gelangt, die glauben. Einem Heilsplan, der von Genesis 1:1 bis Offenbarung 22:21 kontinuierlich, ohne Brüche entfaltet wird. Es ist derjenige, der meint… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme,
erst dann die Herrschaft der Herren,
erst dann die Knechtschaft der Knechte
vergessen wäre für immer.

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn hier auf der Erde alles so bliebe,
wenn hier die Herrschaft der Herren,
wenn hier die Knechtschaft der Knechte
so weiterginge wie immer.

Doch der Befreier vom Tod ist auferstanden,
ist schon auferstanden, und ruft uns jetzt alle
zur Auferstehung auf Erden,
zum Aufstand gegen die Herren,
die mit dem Tod uns regieren.

Kurt Marti

Roderich
Gast
Roderich

@Jutta, zur Klarstellung: grundsätzlich finde ich die Wachsamkeit sehr wichtig; dazu gehört auch, dass einem die Schwere und Tragweite der heutigen Verirrung, wie sie sich in Gender Mainstreaming auftut, klar wird. Daran mangelt es vielen Christen, und es ist erfreulich, dass Du offenbar so nah an Gott bist, dass Du diese Dinge klar wahrnimmst. Ich bin nur gegen die etwas reflexhafte Aussage, es müsse bald der Antichrist kommen. Das haben schon so viele Generationen vor uns gedacht (z.T. mit guten exegetischen Gründen: Luther sprach vom Antichristen in Rom, der in der Stadt der 7 Hügel residiert etc.). Man kann sicher… Weiterlesen »

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[…] Weiterlesen auf theoblog.de […]

arivle
Gast
arivle

Toller Artikel, aber noch mehr imponieren die vielen guten Erklärungen / Beiträge dazu.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Religionen, vor allem Menschen, die einer bestimmten Religion zugehörig sind. Fest zu stellen ist, dass Religionen immer als Motiv für eine Fehl-Entwicklung herhalten muss, gleich um welchen Glauben es dabei geht. Die „Ultras“ beziehen sich auf das Wort, die „Modernen“ auf den Zeitgeist………….beide haben nicht recht.
Religion bedeuten Mitleid, Aufrichtigkeit, Tolleranz und Respekt. Lebten alle Menschen nach diesen Richtlinien, gäbe es keine Kriege und keinen Hunger. Keine Verbrechen an Mensch und Natur.

Josef
Gast
Josef

@ arivle:

Was meinst du mit „Die „Ultras“ beziehen sich auf das Wort“?

Roderich
Gast
Roderich

@Josef, arivle, „Ultras“ ist ein relativer Begriff. „ultra“ in Bezug auf was: – Ultra-großzügig – Ultra-treu – Ultra-heimtückisch – Ultra-gut – Ultra-böse (es hängt als vom Bezug ab, ob das Ultra das Wort in etwas sehr schlechtes oder etwas sehr gutes verwandelt). Ob etwas „ultra“ ist, sagt also noch gar nichts. Mir scheint da auch so ein Vorurteil mitzuschwingen, nach dem Motto „der goldene Mittelweg ist immer die Wahrheit“ – das ist in seltenen Fällen wahr, aber oft auch nicht. Zwischen Hitler und Helmut Kohl sollte man jedenfalls nicht „die goldene Mitte“ nehmen. Sonst könnte ein jedes falsches unchristliches Extrem… Weiterlesen »

Josef
Gast
Josef

@ Roderich:

Netter Beitrag, aber keine Antwort auf meine Frage:).

Hauptsache was gesagt (oder geschrieben), oder? 🙂 (Bitte mit Humor nehmen!:))

Einfach arivle antworten lassen, dann gibt es hoffentlich die Antwort:).

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[…] Beitrag erschien auch auf: theoblog.de […]

rolf eicken
Gast
rolf eicken

@Roderich: ich bin ganz Ihrer Meinung.
Aber: a) im Krieg und in der höchsten Not, ist der Mittelweg der Tod.
b) Maß und Mitte gehören bei Aristoteles zu den Kardinaltugenden.
Als Beispiel – die rechte Mitte zw. Tollkühnheit und Feigheit ist die Tapferkeit, die ebenfalls zu den Kardinaltugenden gehört. D.h., im Alltag ist die Mitte häufig die rechte Wahl, aber nicht immer. (s.o.)
Gruß
Rolf

Jutta
Gast
Jutta

..nachchristliche Sexualität ist vorchristliche Sexualität:
http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=10720

ja, klar, man kann immer von beiden Seiten vom Pferd fallen …

Roderich
Gast
Roderich

@Josef,
OK, vielleicht ist Dir der Sinn meiner Aussage nicht klar geworden: arivle hat in gewisser Weise „ultras“ mit denen, die Gottes Wort ernstnehmen gleichgesetzt. Ich habe nur kurz dargestellt, warum „ultras“ ein leeres Wort ist. Es ist ein emotional besetztes Schimpfwort, was aber keinerlei Aussagekraft hat.

Die eigentliche Antwort auf DEINE Frage muss er Dir selbst geben.

@Rolf,
ja, und Aristoteles hatte sicher ein gutes Augenmaß bezüglich der „Mitte“. Das ist aber wie gesagt nicht bei jedem so, und „Mitte“ ist nicht automatisch gut. (Sie kann es aber sein – wenn die „Extreme“ korrekt gewählt sind).

Josef
Gast
Josef

@ Roderich:

Wenn dem so ist, nun, ich glaube an das Wort Gottes (Bibel) bzw. ich glaube Gott.

@ arivle:

Wenn du das liest, kommt dir das vielleicht so vor, dass es nicht sein kann, aber die Bibel ist einzigartig in dem Sinne, weil es so deutliche Unterschiede im Vergleich zum Islam/Buddhismus etc. aufweist, dass man nur über Gottes Wort staunen kann bzw. über Gott selbst staunen kann.

Zum Beitrag: Diese heutigen Sodom und Gomorrah-Zustände wurde ja schon vorhergesagt.

Josef
Gast
Josef

@ Arivle:

Sie können ruhig schreiben, wenn ich irgendwas Angreifendes geschrieben habe.

Dr. Ingobert Schuler
Gast

Der Artikel ist hervorragend und bringt die Sache auf den Punkt. Doch in wessen Interesse kann es liegen, die kulturelle und spirituelle jahrtausende lange Ordnung zu zerstören? Religion war immer schon im positiven Sinn das unverzichtbare „Opium“ für das Volk ! Es sind jene Kräfte, welche sich der Freimauerei von Anfang an bemächtigt haben und denen diese Ordnung dem Ziel zur Neuen Weltordnung im Wege steht. Es ist ein faust´scher satanischer Geist, der geradezu vor Kirche und Gottesdienst nicht halt macht? Eine Antwort hierauf findet sich u.a. in der Schrift von G.M.Pachtler „Der stille Krieg gegen Thron und Altar“, erwähnt… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

Die Situation ähnelt der von 1933. In den Neunzigern ist man als dummer Verschwörungstheoretiker betitelt worden, wenn man auf dergleichen zu sprechen kam. Heute sind diese Dinge bekannt, auch wenn einige Ignoranten absichtlich darüber hinwegsehen. Vieles von dem, was Jan Udo Holey in seinem Buch (Geheimgesellschaften im 20. Jahrhundert) noch als ultrageheim einstufte, ist heute dank Internet bekannt geworden. Die Zahl derer, die vorher und nachher darüber geschrieben haben, ist Legion. Aber es nützt nichts mehr – es ist zu spät, genau wie die Protokolle der Weisen von Zion es vorhergesehen haben (Das Dokument ist im deutschsprachigen Raum verboten, da… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

Helmut Thielicke sagt: Es mag also sein und es ist gewiß so, daß man die Botschaft der Liebe (und damit die Botschaft des Evangeliums überhaupt) nicht ausrichten kann, ohne gleichzeitig die Planungen und Taten der Liebe zu betreiben, d. h. eine Organisation der Weltgestalt in Angriff zu nehmen, die prophylaktisch die Misere von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit zu verhüten hilft, die damit der Entfremdung des Menschen und der Blockierung seiner Hörfähigkeit entgegenwirkt und zugleich Chancen zur Menschwerdung vermittelt. Man kann die Botschaft der Liebe, man kann das Evangelium nicht so „an den Mann bringen“, daß man gleichzeitig die Welt unverändert… Weiterlesen »

rolf eicken
Gast
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@ Verehrter Schandor, lassen Sie sich doch nicht manipulieren. Was da von Fr. Dr. Schuler über die Freimaurerei geschrieben wird, ist für die heutige FM kapitaler Unsinn. Das gilt auch für die Aufklärung. Freimaurer haben kein Problem mit der Kirche. Eher ist es umgekehrt. Das liegt aber daran, dass FM eben frei von Dogmen sind und nach Kants „sapere aude“ selbst denken und nicht vordenken lassen und Kirche immer von Dogmen abhängig ist. Es gibt den Freimaurerorden, da muß der, der aufgenommen werden will, Christ sein und Jesus als Sohn Gottes von Herzen bejahen, sonst wird er nicht aufgenommen. Also,… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

@Rolf

Sie sind noch lange kein Ritter Kadosch – und das merkt man Ihren Aussagen ab. Sie Bedauernswerter …

rolf eicken
Gast
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@Schandor, da bin ich ja froh, dass ich mit dem Ritter Kadosch nichts am Hut habe. Ich vergaß zu bemerken, dass mir Ihr Beitrag v. 7.5. gut gefallen hat. Nur der Hinweis auf 1933 ist etwas zu starker Tobak.
Gruß
Rolf

Schandor
Gast
Schandor

@Rolf

Danke. Sie sind ein interessanter Zeitgenosse – ich finde es schön, dass Sie auf Theoblog sind. Vielleicht gelingt es uns in der Zukunft, zu einigen weiteren Übereinstimmungen zu kommen!

Dr. Ingobert Schuler RA em.
Gast

Jetzt auch die Kath. Kirche! Lebensgestaltungsformen „abseits der Ehe“ spielen keine Rolle mehr; jede Form von Diskriminierung, „gegen wen auch immer“, sei abzulehnen: http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/62313.html Das Sakrament der Ehe spenden sich die Brautleute aus Mann und Frau durch die sexuelle Vereinigung mit Samenerguß in die Vagina; dieser Text im Corpus Canonici („penetratio vaginae per membrum virilem adque seminatio intra vagina“) wurde inzwischen abgeändert: Jetzt genügt schon die „feierliche Verbindung des Paares durch den Priester“! Kann demnach also das „Paar“ durch „Gleichgeschlechtliche“ ausgetauscht werden? Ist das schon die Weichenstellung? http://terragermania.com/2014/02/18/osira-lehrergewerkschaft-elektroschocktherapie-gegen-heterosexuelles-verhalten/ Unter “Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule” unterstützt… Weiterlesen »

Dr. Ingobert Schuler RA em.
Gast

6. Eine ungleich starke Mehrheit der Kinderbelästiger ist heterosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder heterosexuellen Lehrer/innen auszusetzen? 7. Was machen Männer und Frauen denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo sie doch anatomisch so unterschiedlich sind? 8. Obwohl die Gesellschaft die Ehe so stark unterstützt, steigt die Scheidungsraten immer mehr. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Heterosexuellen? 9. Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko von Geschlechtskrankheiten und… Weiterlesen »