Erinnerungen an Edith Schaeffer

Ich bezweifle, dass Rachel Marie Stone die Familiengeschichte von Edith und Francis Schaeffer richtig interpretiert. Ihre Sicht der Dinge hinterfragt die Perspektive von Franky leider kaum. Trotzdem will ich auf ihre „Hommage“ an Edith verweisen.

Still, in Sex, Mom, and God, Frank lets us in on a telling conversation with his mother: „Mom, the only reason I’m a writer is because of all those books you read out loud to me. You were a good mother… You opened the doors to everything I love most.“

Edith was from a different time; a time when people didn’t air dirty laundry and where maintaining outward appearances was considered an important part of being a good „witness for Jesus.“ I will not defend her self-abnegating vision of Christian womanhood (to the point that she seems to have tolerated abuse), nor the fact that she presented a picture of family bliss that was not, according to her children, at all accurate.

But acknowledging her shortcomings doesn’t diminish the fact that this creative and thoughtful woman opened doors not just for Frank but for many of us in the evangelical world, helping us to realize that things like literature, music, dance, good food, and beauty aren’t unspiritual or worldly, but pathways to enjoying God and God’s good gifts, a message we might today take as a given, but one that was, in her time, a spirited rejection of the status quo. And for that energetic conviction, I will remember her with gratitude and admiration.

Die Beerdigung findet übrigens am 19. April um 14.00 Uhr in Gryon (Schweiz) statt.

Hier der Artikel von Rachel: www.christianitytoday.com.

Christentum als soziale Utopie

Jakob Augstein liefert in seiner aktuellen „Im Zweifel links“-Kolumne zustimmend eine Kurzversion der Bloch’schen Sozialutopie. Die utopische Hoffnung wird dabei mit ihrer auf Gerechtigkeit ausgerichteten Eschatologie als christliches Erbe verstanden. Die Veränderung der Gesellschaft stellt eine notwendige Etappe und Bedingung im geschichtlichen Prozess der Umsetzung einer endzeitlichen Hoffnung dar. An Bloch anknüpfend, hat übrigens Jürgen Moltmann seinen Wahrheitsbegriff entwickelt. Ungefähr so: Wahrheit ist, was nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

Augstein:

Die christliche Kultur ist in ihrem Wesen eine utopische Kultur. Im Hintergrund des Christentums ist immer das Murren zu vernehmen. Mit diesem schönen Wort bezeichnet Luther den Ausdruck der wütenden Sehnsucht nach einer besseren Welt. Der Prophet Amos empört sich, „dass sie die Gerechten um Geld und die Armen um ein Paar Schuhe verkaufen“. Und sein Kollege Jesaja prophezeit: „Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten.“

Das Christentum ist die Religion der Unterdrückten. Und man sollte nicht vergessen, dass Jesus selbst gleichsam der erste Kommunarde war, von dem es in der Apostelgeschichte heißt: „Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein.“

Das ist immer noch lebendig, jederzeit abrufbar. Wenn sich ein neuer Papst den Namen des Heiligen Franziskus „auferlegt“ – so heißt es in der lateinischen Formel – also den Namen eines Mannes, der sein Hab und Gut unter die Armen teilte, dann versteht in der Ära der menschenfeindlichen Gier des Finanzkapitalismus die ganze Welt diese Botschaft. So korrupt kann die Kirche nicht sein, so verdorben kein Priester, dass das verschüttet würde. Und das erinnert uns auch daran, was wir Heutigen eigentlich mit einem Mann anfangen würden, der mit Tieren spricht. Keine Frage, die Ärzte wüssten eine Lösung: drei Wochen geschlossene Abteilung, täglich 25 mg Zyprexa – und dann wäre Schluss mit der ganzen Heiligkeit.

Ernst Bloch hat an einer berühmten Stelle im „Prinzip Hoffnung“ geschrieben: „Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen.“

Mehr: www.spiegel.de.

Bis zur Vergewaltigung der Texte

Der katholische Theologe Vittorio Subilia (1911–1988) schreibt in seiner Untersuchung zur Rechtfertigungslehre über die neutestamentliche Forschung (Die Rechtfertigung aus Glauben, 1981, S. 31–32):

Man gewinnt den verwirrenden Eindruck, dass die Exegese bis zur Vergewaltigung der Texte Druck ausübt, um sie sagen zu lassen, was sie nicht sagen, um sie so mit den Tendenzen der Epoche in Gleichschritt zu bringen und sie von dem Verdacht eines geheimen Einverständnisses mit einer Ideologie zu befreien, die dem Individuum und dem System auf der Suche nach religiösen Tröstungen dient, um das eigene schlechte, soziale Gewissen zu ertragen und zum Schweigen zu bringen. Das heißt, hinter dem ganzen philologischen und historisch-kritischen Apparat verbirgt sich ein heimlicher Mangel an Freiheit, der der Exegese verbietet, den Sinn der Botschaft authentisch zu erfassen und ihn mit überzeugender Kraft unter dem Volk der Gläubigen zu verbreiten.

Die Unfreiheit und Mutlosigkeit bei der Wahrnehmung und Auslegung der Textbefunde ist nicht nur im Blick auf die Frage der Glaubensgerechtigkeit zu spüren. Habt den Mut, die Texte wieder sprechen zu lassen!

Polyamore Liebe

Sie lieben nicht nur einander, sondern auch noch andere Partner. Sie reden offen miteinander über ihre Gefühle und „besiegen“ ihre Eifersucht. Katrin Hummel macht die FAZ-Leser mit einem skurrilen Familienmodell vertraut, dass auf die Wahrheit des gefühlten Augenblicks setzt:  

Auf einem breiten Sofa liegen, zwischen Bilderbüchern auf einer bunten Patchworkdecke, die beiden älteren Kinder. Sie haben Fieber, Florian fühlt ihnen die Stirn, kocht Tee und schmiert Brötchen. „Ob er mit einem Kumpel Skat spielt oder mit einer anderen Frau ins Bett geht, ist mir egal. Man sollte das tun, was man will“, sagt Marie. „Mach ich doch auch so: Mal will ich Schokolade essen, mal will ich Sex mit einem anderen Mann.“

Sie meint das nicht so wurstig, wie es klingt. Sie kann das, was sie seit acht Jahren lebt, in vielen überzeugenden Worten darlegen und ist doch nicht der Meinung, dass jeder so leben sollte und könnte wie sie selbst. Im Kern geht es den Hardenbergs darum, ehrlich miteinander zu sein, den anderen in seiner Entwicklung zu unterstützen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten.

Eifersüchtig sind sie trotzdem manchmal. Zwei Tage nach der Hochzeit zum Beispiel verbrachte Florian eine Nacht mit einer gemeinsamen Freundin. „Ich dachte, er liebt mich gar nicht“, erzählt Marie, „und hatte eine ganz schlimme Nacht.“ Inzwischen aber spürt sie, wie sehr er sie liebt, und er sagt es ihr auch immer, wenn er von einer anderen Frau kommt.

Mehr: www.faz.net.

Die ungläubigste Region der Welt

Ein nachhaltiges Erbe der SED: Nirgendwo sonst gibt es so wenige Menschen, die einer Religion angehören, wie auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Wie ist es dazu gekommen? Eine Reise durch den Osten Deutschlands auf der Suche nach Antworten, ist das Titelthema der WELT AM SONNTAG vom 31. März 2013.

Alan Posener schreibt:

Als die Forschungsgruppe „General Social Survey“ im vergangenen Jahr die neuesten Ergebnisse ihrer Langzeitstudie über den Glauben an Gott in verschiedenen Ländern veröffentlichte, waren hierzulande viele schockiert. Während etwa in den Philippinen 94 Prozent und in Westdeutschland 54 Prozent der Befragten angaben, sie hätten immer an Gott geglaubt und würden es weiterhin tun, waren es in der früheren DDR nur 13 Prozent – von denen ja viele offensichtlich nicht an den persönlichen Gott der christlichen Glaubensbekenntnisse glauben, der Gebete erhört und am Leben jedes Einzelnen Anteil nimmt. In Westdeutschland hingegen glauben noch 32 Prozent, also fast die Hälfte der Konfessionsgebundenen, an den persönlichen Gott, den ihre Kirchen verkünden; nur neun Prozent bekennen sich als Atheisten.

Einer, den die Ergebnisse der Studie nicht schockiert haben, ist Professor Gert Pickel, der an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig Religionssoziologie lehrt. „Die Ergebnisse sind nicht neu“, sagt er. „Seit 1981 werden diese Daten erhoben, ich arbeite auch mit ihnen, und sie belegen konstant einen weltweiten Trend, den wir Säkularisierung nennen. Diese Entwicklung ist in Ostdeutschland besonders stark ausgeprägt, aber sie findet fast überall in der Welt statt. Übrigens sind die Ergebnisse für China und Vietnam etwa noch schlimmer.“

Mehr: www.welt.de.

Frohe Ostern

2Kor 5,15:

Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.

Europa leidet an einer dissoziativen Identitätsstörung

„Wir wissen nicht, wer wir sind. Unsere Identität ist in Teile zerfallen, und wir haben keine Ahnung von unserer Geschichte“, meint Sophie Dannenberg. Kurz: „Ganz Europa leidet offensichtlich an einer dissoziativen Identitätsstörung.“

Hier das Interview mit Sophie Dannenberg über ihr neues Buch Teufelsberg: www.welt.de.

Gefährlicher Glaube

Das ZDF bringt am Freitag, den 29. März 2013, um 19.30 Uhr eine Terra-X Sendung über Christenverfolgung. Zu den Gästen der Sendung gehören die Professoren Heiner Bielefeldt, Thomas Söding und Thomas Schirrmacher. Das ZDF schreibt:

Brennende Kirchen und flüchtende Menschen: Das sind keine Bilder aus der Vergangenheit, sondern aktuelle Nachrichtenbilder vor allem aus dem Nahen und Mittleren Osten. Gezeigt werden immer häufiger Christen und andere Minderheiten, die ihren Glauben und Überzeugung nicht friedlich ausüben können, ausgegrenzt und verfolgt werden. Die Dokumentation geht zu den Anfängen des Christentums zurück und fragt: Warum sterben seit 2000 Jahren Menschen im Zeichen des Kreuzes? Warum provoziert dieser Glaube immer wieder Gewalt und Gegengewalt? Hat Jesus das gewollt oder zumindest in Kauf genommen? Was führt zu Brutalität und Hass, mit denen damals und heute gegen Christen vorgegangen wird?

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