Bücher

Fallobst im Frühjahr

Der Artikel von Felicitas von Lovenberg vermittelt Einblicke in das Verlagswesen und die Übersetzungsvergütung. Interessant:

Dabei darf man nicht vergessen, dass die Verlage überhaupt nur mit maximal zehn Prozent der belletristischen Buchtitel überhaupt einen Gewinn erzielen – und dass diese Umsätze bei allen Häusern in erster Linie mit Unterhaltungstiteln generiert werden.

Und:

Die Suche nach einer Vergütungsregel, welche die Verlage nicht schröpft, aber die Übersetzer dennoch signifikant besser stellt, geht noch jemanden an: den Leser. Seit Jahren hinkt die Entwicklung der Buchpreise denen für Herstellung und Vertrieb hinterher; die magische Grenzen von zwanzig Euro müsste eigentlich öfter überschritten werden. Auch deswegen müssten übersetzte Bücher mehr kosten.

Eine Lösung der Übersetzerhonorierung ist auch deshalb dringend nötig, weil das nächste Problem bereits vor der Tür steht: Der Onlinebuchhändler Amazon hat am Wochenende bekanntgegeben, 2010 in Amerika erstmals mehr E-Books als Taschenbücher verkauft zu haben. Wenn die E-Books der Zukunft die Taschenbücher der Vergangenheit ersetzen und die Taschenbücher von heute das anspruchsvolle Hardcover-Programm von morgen – wo bleibt dann der Leser, der von einem Buch mehr erwartet als nur gute Unterhaltung?

Hier: www.faz.net.

Ethics for a Brave New World

Die Brüder John und Paul Feinberg haben 1993 das Buch Ethics for a Brave New World herausgegeben. Nun wurde das empfehlenswerte Werk neu aufgelegt. John Kilner schreibt zum Buch:

Since the first edition, changes in the world have only made this book’s title more apt. Again and again, science fiction has become science fact; and with masterful theological discernment, Ethics for a Brave New World helps us to make sense of what is happening. It does a tremendous service by gathering and interpreting an ocean of literature on key issues of our day. Readers will come away informed about the issues, conversant with the multifaceted debates that swirl around these vital challenges, and equipped and inspired to engage them in a way that glorifies God.

Hier Inhaltsverzeichnis und Vorwort zur erweiterten Auflage: ethics-for-a-brave-new-world-download.pdf.

Justin Taylor hat mit dem Theologen John Feinberg über das Buch gesprochen:

Das Buch kann hier bestellt werden:

„Neuer Calvinismus“: Bücher mit Einfluss

Kevin DeYoung hat eine Liste mit Literatur zusammengestellt, die in den Kreisen des »Neuen Calvinismus« beliebt und verbreitet ist. Ich gebe die Liste hier wieder und habe, soweit mir bekannt, Übersetzungen verlinkt.

  1. John Piper: Sehnsucht nach Gott
  2. Wayne Grudem: Systematic Theology (Anmerkung: Das Buch wird derzeit in einer deutschen Übersetzung lektoriert. Wir dürfen hoffen, dass es 2011 in deutscher Sprache erscheinen wird.)
  3. J.I. Packer: Gott erkennen
  4. C.S. Lewis: Pardon, ich bin Christ
  5. John Piper: Dein Leben ist einmalig
  6. R.C. Sproul: Die Heiligkeit Gottes
  7. Jerry Bridges: Disciplines of Grace
  8. C.J. Mahaney: Cross-Centered Life
  9. Mark Driscoll and Gary Breshears: Doctrine
  10. Sonstige: R.C. Sproul: Chosen by God; John Piper: God is the Gospel; Joshua Harris: Dug Down Deep; Francis Chan: Mein Leben als Volltreffer: wen(n) Gottes geniale Liebe antreibt; David Platt: Radical

Interview mit Michael Horton

John Starke hat mit Michael Horton über seine Systematische Theologie gesprochen. Horton über seine Intention:

God’s people have profited tremendously from these contemporary systems. I wanted to offer a summary of the Christian faith from a confessional Reformed perspective, interacting with contemporary biblical scholarship and some of the more recent questions that have been raised both within and outside of the tradition. Robert Reymond’s fine work explores the richness of Reformed theology, though I have some differences that I mention, mostly in a footnote here or there. But, like Reymond, I wanted to show how Reformed teaching holds together, not just on some topics (like sin and grace), but as an attempt to articulate the broader system of faith and practice.

Mehr Informationen über sein neustes Buch gibt es hier. Das vollständige Interview gibt es bei der TGC: tgcreviews.com.

Der christliche Glaube – Systematische Theologie von M. Horton

41hpuOkrM7L._SL160_.jpgIch weiß nicht, ob so ein ›prophetischer‹ Satz von Zondervan über Michael Hortons Systematische Theology klug ist.

Michael Horton’s highly anticipated The Christian Faith represents his magnum opus and will be viewed as one of—if not the—most important systematic theologies since Louis Berkhof wrote his in 1932.

Das Buch ist jedenfalls gesetzt und wird Ende Januar bis Anfang Februar erscheinen. Hier schon einmal ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis und die ersten Seiten: 0310286042_samptxt.pdf.

Im Gespräch mit Umberto Eco

Felicitas von Lovenberg hat einen blendend gelaunten Umberto Eco am Rand des Münchner Literaturfests getroffen. Trotz diverser Whiskeys, die er im Verlauf der Unterhaltung bestellt, ist das Glas vor ihm immer leer. Das ist aber nur einer der vielen Tricks, die dieser Schriftsteller beherrscht.

Ernüchternde Worte von Eco über die Mediendemokratie in Italien (und ganz Europa):

Denn das Modell Berlusconi wird in ganz Europa siegen, ja, auf der ganzen Welt. Und das sehr bald. Mit seinem Medienpopulismus, wo das Parlament nichts mehr zu sagen hat, hat Berlusconi ein Laboratorium erfunden, das die Zukunft bestimmen wird. Darum interessiert man sich überall so für Italien: weil man Angst um sein eigenes Land hat. Wenn Sarah Palin in Amerika gewinnt, wird es auch dort so weit sein. Und selbst, wenn Berlusconi eines Tages weg ist, wird das Fernsehen ihn längst ersetzt haben. Früher, wenn ein Mafiaboss erwischt wurde, führte man ihn mit gesenktem Haupt ab. Heute guckt er in die Kameras und winkt.

Hier das Gespräch mit dem großen Schriftsteller: www.faz.net.

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