Wächst das Interesse an Francis Schaeffer?
Francis Schaeffer scheint im deutschsprachigen Europa wieder mehr Aufmerksamkeit zu empfangen. Kaum zu fassen, wie viel Geld inzwischen für seine Bücher auf dem antiquarischen Markt geboten wird. Genesis in Raum und Zeit mit gerade Mal 127 Seiten wird derzeit für fast 70 Euro angeboten.
Das Buch enthält eine Art Auslegung des biblischen Schöpfungsberichts. Schaeffer geht mit Jean Paul Satre davon aus, dass wir Menschen uns mit dem „Rätsel des Sein“ auseinandersetzen sollten und Gott auf wichtige Fragen dazu in der Heiligen Schrift Stellung genommen hat. Zitat (Francis A. Schaeffer, Genesis in Raum und Zeit, 1976, S. 18):
Wie ich anderswo schon sagte, hat Jean Paul Sartre das grundlegende philosophische Problem, vor dem wir stehen, treffend formuliert: Die Tatsache, daß etwas — anstatt nichts — da ist. Dies ist das unbestreitbare und unreduzierbare Minimum, von dem der Mensch ausgehen muß. Ich kann nicht sagen, es sei nichts da; es ist offensichtlich, daß etwas da ist. Ebenso klar ist, daß dieses Etwas zumindest aus zwei Teilen besteht: Ich bin da und etwas anderes, das sich von mir unterscheidet. Dies alles führt uns selbstverständlich zum modernen Begriff des Seins. Das Sein ist da. Aber damit stellt sich sogleich die Frage: „Ist es immer dagewesen?“” Das ist das grundlegende ungelöste Problem des modernen Menschen.