Autorenname: Ron

Geburtenrate

Hier eine faszinierende Grafik, die die Rückläufigkeit der Geburtenrate bezogen auf einzelne Länder zwischen 1800–2009 anzeigt. Einfach unten auf »Play« klicken. Rechts in der Tabelle kann man einzelne Länder auswählen. Lässt man sich die Entwicklung für die U.S.A. anzeigen, wird um das Jahr 1960 ein Phänomen sichtbar, das den Titel »Pillenknick« bekommen hat.

Hier die Grafik: www.gapminder.org.

Zu dieser Statistik passt ein Beitrag von Thomas Schirrmacher.

Kabbala in Hollywood

Kabbala-Lehre, Buddhismus, Scientology und manches mehr: In Hollywood suchen immer mehr Stars in pseudo-religiösen Lehren nach dem Glück. Daraus hat sich ein ganzer Pool neu zusammengebastelter Spiritualität gebildet.

Hier der Artikel von Christiane Heil: www.faz.net.

Die Welt bleibt unberechenbar

Immer mehr Entscheidungen werden von rechnenden Maschinen getroffen. Längst greifen sie auch in unsere Alltagswelt ein. Aber wer von uns weiß schon, was ein Algorithmus ist, wie er funktioniert und vor allem, wo seine Grenzen liegen? Was wir brauchen, ist ein Zeitalter der digitalen Aufklärung.

»Du kannst dein eigenes Gehirn mit deinem eigenen Gehirn erforschen, aber nicht ganz« – so übersetzte Hans Magnus Enzensberger den Gödelschen Unvollständigkeitssatz. Er lautet: »Jedes hinreichend mächtige formale System ist entweder widersprüchlich oder unvollständig.« Jedes interessante System produziert entweder Widersprüche, oder es enthält Aussagen, die sich nicht beweisen lassen. Es muss unentscheidbare logische Aussagen geben, folgerte Alan Turing, der britische Mathematiker, dessen Konzepte von Algorithmus und Berechenbarkeit eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Computers spielten. In bestimmten Fällen kann man nicht vorhersagen, ob ein Programm beendet wird oder in eine Endlosschleife gerät. Es gibt auch keinen allgemeinen Algorithmus, der dies berechnen könnte. Aber die Annahme des interessierten Publikums und der Entscheidungsträger lautet, dass Simulationen Algorithmen zur Basis haben, die berechenbare Probleme beschreiben und entscheidbar sind.

Hier der Artikel von Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des Computermagazins c’t: www.faz.net.

VD: TD

Bonhoeffers Rechtfertigungslehre

Im NachfolgeBlog.de gibt es ein wunderschönes Zitat von Dietrich Bonhoeffer über die »iustitia externa«:

Christ ist der Mensch, der sein Heil, seine Rettung, seine Gerechtigkeit nicht mehr bei sich selbst sucht, sondern bei Jesus Christus allein. Er weiß, Gottes Wort in Jesus Christus spricht ihn schuldig, auch wenn er nichts von eigener Schuld spürt, und Gottes Wort in Jesus Christus spricht ihn frei und gerecht, auch wenn er nichts von eigener Gerechtigkeit fühlt. Der Christ lebt nicht mehr aus sich selbst, aus seiner eigenen Anklage und seiner eigenen Rechtfertigung, sondern aus Gottes Anklage und Gottes Rechtfertigung.

Hier mehr: www.nachfolgeblog.de.

Das mysteriöse Lutherzitat

Johannes hat in seinem Kommentar auf ein Phänomen hingewiesen, dass vielen Francis Schaeffer-Lesern vertraut sein dürfte: Schaeffer und manch andere Mitarbeiter von L’abri haben es häufig nicht geschafft, von ihnen verarbeitete Quellen genau zu kennzeichnen. Schaeffer war an diesem Punkt, bedingt auch durch Überlastung, nachlässig.

Johannes erwähnt ein Zitat, dass Francis Schaeffer Luther zugeschrieben hat. Es lautet (Francis Schaeffer, Gott ist keine Illusion, Wuppertal: Brockhaus, 3. Aufl., 1974, S. 14):

Wenn ich mit lauter Stimme und klarer Auslegung alle Teile der Wahrheit Gottes verkündige, außer gerade dem einen kleinen Punkt, den die Welt und der Teufel eben in diesem Augenblick angreifen, dann bezeuge ich Christus überhaupt nicht, wie mutig ich auch Christus bekennen mag. Wo die Schlacht tobt, da wird die Treue des Kämpfers auf die Probe gestellt; und auf allen anderen Schlachtfeldern treu zu sein, ist für den Christen in diesem Augenblick nichts anderes als Flucht und Schande, wenn er in diesem Punkt nachgibt.

Bei Schaeffer heißt es im Original (Francis Schaeffer,The God Who Is There, Band 1: The Complete Works of Francis Schaeffer: A Christian Worldview, Crossway Book, Wheaton, Illinois, 10. Aufl. 1991, S. 11):

If I profess with the loudest voice and clearest exposition every portion of the truth of God except precisely that little point which the world and the devil are at that moment attacking, I am not confessing Christ, however boldly I may be professing Christ. Where the battle rages, there the loyalty of the soldier is proved, and to be steady on all the battlefield besides, is mere flight and disgrace if he flinches at that point.

Die Lektoren bei Brockhaus haben sich seinerzeit alle Mühe gegeben, Ungenauigkeiten von Schaeffer aufzuarbeiten. Aber an dieser Stelle ist es ihnen nicht gelungen, die Quelle herauszufinden. Auch im Buch Die große Anpassung (Asslar: Schulte und Gerth, 1988, S. 68–69) fehlt die Quelle.

Woher kommt also dieses Zitat? Ist es überhaupt von Luther?

Wer in der englischsprachigen Literatur forscht, wird schnell auf Schaeffer verwiesen (wie z.B. hier). Terry Mortenson und Thane H. Ury schreiben in ihrem Buch Coming to Grips with Genesis: Biblical Authority and the Age of the Earth (Master Books, 2008):

This famous statement is quite often quoted, but hardly ever with proper documentation. It can be found in secondary sources like Elizabeth Rundle Charles, Chronicles of the Schönberg-Cotta Familiy (London: T. Nelson and Sons, 1864), p. 276. Many writers mistakenly attribute the quote to D. Martin Luthers Werke: Kritische Gesamtausgabe, ed. J.K.F. Knaake, et al. (Weimer: H. Bohlau, 1883), Briefwechsel, vol. 3, p. 81f., which express only similar sentiments. Cf. Luther’s 1523 comment, in the original German in Briefe, Sendschreiben und Bedenken (Berlin: G. Reimer, 1826), p.345.

Das Buch Briefe, Sendschreiben und Bedenken habe ich zwar im Internet gefunden. Aber das Zitat oder dem Zitat ähnliche Gedanken finde ich weder auf S. 345 oder anderswo.

In der Weimarer Ausgabe, Briefe 3, steht in Luthers Brief Nr. 619:

Auch hilft nicht, daß jemand wollt sagen: »Ich will in allen Stücken sonst gern Christum und sein Wort bekennen, ohn daß ich müge schweigen eines oder zwei, die meine Tyrannen nicht leiden mögen, als die zwo Gestalt des Sacraments oder desgleichen.« Denn wer in einem Stück oder Wort Christum verleugnet, der hat ebendenselbigen Christum in dem einigen Stück verleugnet, der in allen Stücken verleugnet würde, sintemal es nur ein Christus ist, in allen seinen Worten sämptlich und sonderlich.

Zweifellos sind hier Ähnlichkeiten zu dem Zitat oben erkennbar, aber es sind eben nur Ähnlichkeiten.

Schließlich habe ich noch eine kleine Abhandlung von Bob Cadwell zum Thema gefunden (Concordia Journal, Fall 2009, Vol. 35, Nr. 4, S. 356–359). Auch Caldway konnte die originale Quelle nach längerer Recherche nicht finden. Er schreibt:

The existence of the saying (on lips of a character other than Luther) in Elizabeth Charles‘ book—and its re-quoting without attribution a few years later— strongly suggests that this may have been the source of the saying. It is easy to sec how this could have been attributed to Luther It came from a book about Luther and his times. It is certainly consistent with other things Luther said. Further it sounds like Luther at his bombastic best. This does not necessarily close the debate. If someone can find the quote in a reputable source, we would all be better served for it. Until that time, however, I think we would do well to treat the quote as spurious and not attribute it to Luther.

Es würde mich freuen, wenn jemand sich auf die Suche macht und an dieser Stelle weiterkommt.

Türkei: Katholischer Bischof erstochen

Erzbischof Luigi Padovese, Vorsitzender der Türkischen Bischofskonferenz, ist in seinem Haus erstochen worden. Das meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Kath.net meldet:

Nach dem Mord haben die türkischen Behörden einen Verdächtigen mit der Tatwaffe festgenommen. Es handelt sich um Padoveses Chaffeur Murat A., wie der Gouverneur von Iskenderun, Mehmet Celalettin Lekesiz, am Donnerstagnachmittag mitteilte. Der Fahrer arbeitete den Angaben zufolge seit viereinhalb Jahren für den Bischof und soll in psychologischer Behandlung gewesen sein.

Es sehe so aus, als handele es sich «um eine persönliche Angelegenheit» und nicht um ein religiöses oder politisches Motiv, sagte der Gouverneur. «Wir untersuchen die Tat aber genauestens.» Er habe den Bischof gut gekannt und sei tief betrübt.

Padovese, Vorsitzender der Türkischen Bischofskonferenz und Apostolischer Vikar von Anatolien, war am Donnerstag im Garten seines Hauses in Iskenderun niedergestochen worden und auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der Vatikan verurteilte die Tat in einer ersten Reaktion als schrecklich und unglaublich. In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt gewaltsame Übergriffe gegen katholische Geistliche in der Türkei gegeben. Im Februar 2006 sorgte die Ermordung des in Trabzon tätigen römischen Priesters Andrea Santoro für breites Aufsehen.

Hier weiter: www.kath.net.

Bauch zu vermieten

Der Trend ist ungebrochen: auch viele westliche kinderlose Paare wenden sich nach Indien, um sich dort von einer Leihmutter ihr Baby austragen zu lassen. Dass das nicht immer problemlos geht, zeigt das Beispiel eines deutschen Paares, das noch immer keine Pässe für seine Zwillinge bekommen hat: die Kinder hängen seit mehr als 2 Jahren in Indien fest. Doch wie läuft das Geschäft mit den Leihmüttern? Und was empfinden die dabei?

Hier ein Bericht von Kai Küstner: swr2_kontext_weltweit_20100529_indische_leihmuetter.6444m.mp3.

ZDF nachtstudio: Der Mann Jesus

Die Figur Jesus beschäftigt die Theologen unterschiedlicher Couleur seit fast 2000 Jahren: war er ein Rebell, ein Revolutionär, war er ein Aufrührer oder eher ein Träumer – was für ein Mensch verbirgt sich hinter der historischen Gestalt? Und welche Menschen sind ihm nachgefolgt?

Über diese und andere Fragen diskutierte Volker Panzer anlässlich der Passionsspiele in Oberammergau mit seinen Gästen dem Rabbiner Walter Homolka, dem diesjährigen Jesus-Darsteller Frederik Mayet, dem Theologen Wolfgang Stegemann, dem Regisseur der Passionsspiele Oberammergau Christian Stückl und dem Religionsphilosophen Christoph Türcke im ZDF-nachtstudio am Sonntag, den 30. Mai 2010 um 0.25 Uhr.

Der Zuschauer sollte nicht zu viel erwarten.

Hier der Mitschnitt: www.zdf.de.

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