Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Timotheus 9

image.pngAusgabe 9 des Magazins Timotheus ist erschienen. Diesmal geht es um ein Thema, über das heute kaum noch gepredigt und gesprochen wird: die Buße.

In Zeiten der großen Erweckungen, in den Zeiten Luthers, Calvins, Whitefields, Edwards oder Spurgeons nahm die „Buße“ ihren rechtmäßigen und lehrmäßig richtigen Platz ein.

Die Biografien großer Gottesmänner zeugen von der Wucht und Wichtigkeit „echter Buße“ und wir tun gut daran, daraus zu lernen. Angesichts dieser Tatsachen fragen wir: „Was bedeutet Buße wirklich?“ Diese Ausgabe kann niemals die Lehre der Buße als ganzes erfassen und es bleibt letztlich ein fehlerhafter Versuch diesem wichtigen Thema literarisch gerecht zu werden.

Vielleicht kann diese Ausgabe als Plädoyer oder Anstoß dafür dienen, der Buße in Denken, Leben und Praxis den richtigen Platz zu geben.

Hier eine Bestellmöglichkeit und mehr: www.timotheusmagazin.de.

Die Herrschaft der Zeit

Hubert Windisch schreibt in seiner Minima Pastoralia (Würzburg: 2001, S. 23):

Eines der markantesten Zeitzeichen der Gegenwart ist das ausgeprägte Interesse an der Zeit als solcher. Es ist bemerkenswert, dass gegenwärtig über nichts so viel nachgedacht und gerätselt, publiziert und gestritten wird wie über die Zeit selbst. Es fällt dabei die Selbstbezüglichkeit des Phänomens der Zeit auf. In gewisser Weise kann man von einer herkunfts- und zukunftslosen Zeit-Selbst-Befassung sprechen, von einem tempus incurvatum in se ipsum, worin sich letztlich Nietzsches Botschaft vom Tode Gottes geltend macht. Denn diese Botschaft ist – genau besehen – eine Botschaft von der Göttlichkeit der Zeit. Die Aufkündigung der Herrschaft Gottes ist die Ankündigung der Herrschaft der Zeit. Der Tod Gottes erhebt die Zeit zum Gott. Da Gott aber tot ist, ist die Herrschaft der Zeit, und das, was die Zeit ausmacht, unerbittlich.

Die falschen Hirten

201210240914.jpgDer Reformator Huldrych Zwingli (1484–1531) hat bereits in den Anfangsjahren der Züricher Reformation erkannt, dass eine nachhaltige geistliche Erneuerung der Kirche aufs engste mit den Pfarrhäusern verbunden ist. Das geistliche Amt – immer anfällig für Missbrauch – war einerseits in der mittelalterlichen katholischen Kirche tief abgesunken. Zahlreiche Kleriker verwalteten ihr Amt gänzlich ohne Verkündigungsdienst. Andererseits förderte die reformatorische Betonung des allgemeinen Priestertums beim täuferischen Flügel eine chaotische und oft bildungsfeindliche „Narrenfreiheit“.

Zwingli strebte eine am Ganzen des Wortes Gottes geschulte Wiederherstellung des Pfarramtes an. Entscheidend für ihn war die Verkündigung des Evangeliums als Exegese der entsprechenden Bibelstellen zur Kirche. Zur Festigung des Hirtendienstes gehörte für ihn aber auch, dass die Hirten Vorbilder sind. Dieses Hirtenverständnis führt täglich ans Kreuz.

Über die falschen Hirten, also über die Wölfe, schrieb Zwingli 1524 in seinem Der Hirt:

I. Alle, so nit leerend, sind nüts denn wolf, ob sy schon Hirten, bischof oder küng genennt werdind. Sich hieby, wie vil sind der leerenden Bischöfen? II. Welche denn schon leerend, und nit das wort gottes, sunder tröum leerend, sind aber wolf. III. Welche das wort gottes leerend , doch nit zü der eer gottes , sunder uf sich und ir houpt, den papst, zü schirm irs erdichten hohen stanbs ziehend, sind schädlich wolf tummend in den lleideren der schafen. IV. Welcheelche schon leerend, und leerend ouch mit dem wort gottes, und aber die grossen verärgrer, die höupter, nit anrürend, sunder tyranny wachsen lassend , sind schmeichlend wolf oder Verräter des volks. V. Welche nit mit den werken übend, das sy mit dem wort leerend, sind nüts under dem christenen volk, brechend vil mee mit den werken, denn sy mit wort buwind. VI. Welche der armen nit achtend, sy verdrucken lassend und beschweren, sind falsch Hirten. VII. Welche namen der Hirten tragend, und aber weltlich herrschend, sind die bösten wärwolfen. VIII. Welche rychtag zemmen legend, sack, seckel, spycher und teller füllend, sind ware wärwolf. Und endlich, welche anders mit der leer weder erkanntnuß, liebe und kindliche furcht gottes under den menschen fürnemend ze pflanzen, die sind falsche Hirten. Und nun bald mit jnen von den schafen, oder aber sy fressends gar. IX. Daby ouch lychtlich verstanden wirt, daß alle die falsche Hirten sind, die an die creaturen von dem schöpfer fürend.

Professor Hans Scholl hat einen hervorragenden Aufsatz über das Pfarramt und Pfarrerbild bei Huldrich Zwingli geschrieben „Nit fürchten ist der Harnisch: Pfarramt und Pfarrerbild bei Huldrych Zwingli“ in: Zwingliana XIX,1, Zürich 1992, S. 361–392). Zum 9. Merkmal des falschen Hirten heißt es dort (S. 380):

Zwinglis Liste zum falschen Hirten schließt mit „9. Daby ouch lychtlich verstanden wirt, das alle die valsche Hirten sind, die an die creaturen von [weg von] dem Schöpfer füerend. Zwingli kann mit dieser Formel „vom Schöpfer weg auf das Geschöpf lenken alles zusammenfassen, was er am spätmittelalterlichen Amtsverständnis kritisiert und ablehnt: die Vernachlässigung der Wortverkündigung zugunsten der Kirchengesetze, die Verkehrung des kirchlichen Dienstauftrages in Herrschaftsstrukturen usw. Überall geschieht das gleiche: An die Stelle des creator wird die creatura gesetzt. Die Ehre, die dem Schöpfer zukommt, wenn der Mensch richtig leben und atmen soll, wird auf das Geschöpf umgebogen. Aus dieser Verkehrung kommt der ganze Zerfall.

Der vollständige Aufsatz kann hier heruntergeladen werden: www.zwingliana.ch.

Scholls Buch Verantwortlich und frei mit Studien zu Zwingli und Calvin gibt es hier:

Die Visualisierung der digitalen Welt

Ende der 70er Jahre verknüpften einige Gelehrte des nachmodernen Denkens die „Entterrorisierung“ der Welt mit öffentlichen Zugängen zu Speichern und Datenbanken (vgl. z.B. F. Lyotard, Das postmoderne Wissen, S. 191–193). Die gleiche Verteilung der Spieleinsätze, also der Informationen, ermögliche den Eintritt in eine gerechtere Welt.

Rückblickend erkennen wir ernüchtert, dass zwar fast alle Daten öffentlich sind, aber die Leute sich für Texte kaum noch interessieren. Mal abgesehen davon, dass das Internet heute ein beliebter Tummelplatz für Verbrecher und Terroristen geworden ist, erobern datenhungrige bewegte Bilder das digitale Netz.

DIE WELT hat von Envisional erhobene Zahlen zum Datentausch im Internet veröffentlicht:

  1. 35,8 Prozent Pornografie
  2. 35,2 Prozent Filme
  3. 12,7 Prozent TV-Sendungen
  4. 4,2 Prozent Software
  5. 3,9 Prozent PC-Spiele
  6. 2,9 Prozent Musik

Hier:  www.welt.de.

Vom Verschwinden des Menschen

Der katholische Theologe J. B. Metz beharrt darauf, dass die Ablösung von Gott zugleich die Entmächtigung und Auflösung des Menschen bedeutet. Besonders warnt er (wohl in Anlehnung an Heidegger) vor der rein technischen Rationalität, die für ihn bereits Phänomen des Niedergangs ist. „Alles wird technisch reproduzierbar, am Ende auch der produzierende Mensch selbst“ („Vom Verschwinden des Menschen“, in: Kaufmann u. Metz: Zukunftsfähigkeit, 1987, S. 130).

„Dieses Verschwinden des Menschen wird“ – wie Gerald Kruhöffer zu Metz schreibt – „um so erfolgreicher geschehen, je mehr es sich nicht als Bedrohung und Unterdrückung vollzieht, sondern als Vergnügen und Zerstreuung – vor allem durch die Massenmedien“ (Der Mensch – das Ebenbild Gottes, 1999, S. 79).

Ohne Gottesgedächtnis gibt es, wenn es zum Schwure kommt, für Metz keine Rettung („Vom Verschwinden des Menschen“, S. 138).

Amerika verliert seinen Glanz

Die Vereinigten Staaten von Amerika – früher vielfach leuchtendes Vorbild für Christen in Deutschland – haben ihren Glanz verloren. Der Fernsehjournalist Markus Spieker, der in Los Angeles promoviert hat und zu den Bewunderern des amerikanischen Lebens gehörte, beklagt den Niedergang der politischen Kultur, der Moral und Frömmigkeit.

Idea schreibt:

Die Vereinigten Staaten von Amerika – früher vielfach leuchtendes Vorbild für Christen in Deutschland – haben ihren Glanz verloren. Der Fernsehjournalist Markus Spieker (Berlin), der in Los Angeles promoviert hat und zu den Bewunderern des amerikanischen Lebens gehörte, beklagt den Niedergang der politischen Kultur, der Moral und Frömmigkeit. In einer Titelgeschichte des evangelischen Wochenmagazins ideaSpektrum (Wetzlar) zeigt sich der 42-Jährige auch enttäuscht vom Präsidentschaftswahlkampf: „Irgendwie beschämend, dass die Noch-Weltmacht Nummer Eins keine besseren Rivalen anzubieten hat als Barack Obama und Mitt Romney. Auf der einen Seite der glücklose Amtsinhaber, der die Gleichgeschlechtlichen-Ehe einführen will und außerdem christliche Universitäten dazu zwingt, an ihre Studenten Verhütungsmittel zu verteilen. Auf der anderen Seite der steinreiche Mormone, der so viel Empathie versprüht wie der Ex-Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann.“ Wirtschaftlich und finanziell seien die USA kein Vorbild mehr. Die Arbeitslosigkeit liege bei zehn Prozent, die Staatsverschuldung bei 16 Billionen Dollar (12,2 Billionen Euro), und die Kluft zwischen Armen und Reichen wachse.

Mehr: www.idea.de.

Welchen Auftrag hat die Kirche?

The University Reformed Church hat ein wunderschönes „Vorstellungsvideo“ produziert. Mehr noch als die ästhetischen Aufnahmen gefällt mir, was Kevin DeYoung über die Auftrag der Kirche sagt: Es geht darum, gute Saat, also das Wort Gottes, auszustreuen. Jesus spricht (Mk 4,26ff): „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn einer Samen aufs Land wirft; er schläft und steht auf, Nacht und Tag. Und der Same sprosst und wächst empor, er weiss nicht wie. Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.“

Glauben wir das noch?

Hier das Video:

Wofür betest Du?

(c) Ligioner Ministries

Horizonterweiterungen sind hilfreich, auch wenn es um die Gestaltung des Gebetslebens geht. Archie Parrish gibt hilfreiche Anstöße für Gebete, die Gott ehren und mehr als das eigene Leben zur Sprache bringen:

What makes a “big” prayer? A multitude of words doesn’t do it. Only prayers that are consistent with God’s character and focus on advancing God’s kingdom can truly be called “big.”

The Bible provides many examples of such prayers. In response to big prayers, God delivered His people from the dreaded Assyrians (2 Kings 19:14–37). The restoration of the people of God from the Babylonian captivity was an answer to big prayers (see Jer. 29:10–14; 50:4–5; Dan. 9; Ezra 8:21; Neh. 1:4–11; 4:4–5; 9:1–38). Samson, in his weakness, received strength to pull down Dagon’s temple through big prayer (Judg. 16:28–30). In answer to big prayers, God gave the greatest outpouring of the Spirit on the church in Jerusalem on the day of Pentecost (Acts 1:14).

Jesus prayed big prayers. Some would say that our Lord’s High Priestly Prayer in John 17 was His biggest prayer. In this prayer, He asked that His people would be kept from the evil one (v. 15), that they might become one (v. 21), and that they might be with Him and behold His glory (v. 24). As the hour drew near when He would die, Jesus prayed that the work of redemption would be accomplished, even at the cost of His life (Matt. 26:39, 42). Now at the right hand of the Father, He lives forever to pray big prayers of intercession, pleading the power of His sacrifice to counter the accusations of the adversary against His people (Heb. 7:25).

Mehr: www.ligonier.org.

Facebook: Du bist nicht allein

Manchmal kann Kulturhermeneutik helfen. Dieses Werbevideo präsentiert uns eine Welt, in der Facebook selbstverständlich ist wie ein Stuhl. Das Netzwerk ermöglicht Kommunikation, Freundschaften, Sport, kurz: Es gibt dir einen Platz, an dem du sein kannst und nie allein bist. Das ist fast ein religiöses Angebot.

VD: DG

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