Bücher

Gott, Gier und Geld

Danny Fröse hat das Buch Gott, Gier und Geld von Costi W. Hinn gelesen und seine Eindrücke veröffentlicht. Costi Hinn gehörte einst als Neffe von Benny Hinn zu den Anhängern des Wohlstandsevangeliums. Da er immer mehr Ungereimtheiten entdeckt hat und von seiner Frau auf „wunde Punkte“ aufmerksam gemacht wurde, hat er mit Gottes Hilfe den Ausstieg geschafft und die eigentliche Bedeutung des Evangeliums sehen können.

Danny Fröse schreibt: 

Viel interessanter ist für den Leser jedoch das Zeugnis Costi Hinns über sein eigenes Leben. Hinn wuchs in dieser charismatischen Prägung des Wohlstandsevangelium auf und genoss ein von Reichtum geprägtes Leben. Als Predigerkind war er natürlich fest überzeugt, dass auf seinem Onkel und seinem Vater eine ganze besondere Salbung lag. Aber in der Schule musste er Anfeindungen erleben, weil man seinen Onkel als Irrlehrer beschimpfte. Hinn scheut sich nicht, zu beschreiben, wie schwierig sein eigenes Verhalten in der Schule war. Er war arrogant, überheblich und dachte von sich selbst, die Salbung zu haben, die anderen fehlte. Doch der Glaube an das Wohlstandsevangelium begann zu bröckeln, als einer seiner Onkel an Krebs starb. Immer wieder bekommen wir einen Einblick, wie Hinns Zweifel wuchsen: „Ich erinnere mich an den Moment, als ich das erste Mal realisierte, dass unser Lebensstil dadurch ermöglicht wurde, dass wir andere ausnutzen und von Freiwilligen und Mitarbeitern unterstützt wurden, die nicht wie wir lebten. […] Irgendwas schien nicht zu stimmen. Aber ich war noch Jugendlicher und so wischte ich die Zweifel und Bedenken fort“ (S. 56).

So wurde Hinn Teil von einem Team, das mit seinem Vater und Benny Hinn um die Welt reiste. Er war voll in die Arbeit integriert und fühlte sich gut dabei, einen sehr verschwenderischen Lebensstil zu führen. An einer Stelle führt er die Liste der edelsten und teuersten Hotels auf, in denen er während dieser Zeit gastierte. Ein Abschnitt beschreibt ausgezeichnet die Diskrepanz des Wohlstandsevangeliums mit dem biblischen Evangelium.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Mattson und Eglinton reden über Bavinck

51yRUcNPOiLWenn zwei ausgewiesene Bavinck-Experten wie Brian Mattson und James Eglinton sich unterhalten, lohnt es sich, mal „reinzuhören“. Evangelium21 hat ihr Gespräch in die deutsche Sprache übersetzt.

Wie wahr und hilfreich, was Eglinton hier über Bavincks späte überkonfessionelle Apologetik sagt:

In meiner Biografie wird dieser Wandel auf eine Gesinnungsänderung um 1900 zurückgeführt, das Jahr, in dem der deutsche Atheist und Philosoph Friedrich Nietzsche verstarb. Zu Lebzeiten war Nietzsche in den Niederlanden relativ unbekannt. Aus dem wenigen, was Bavinck damals über ihn schrieb, kann gefolgert werden, dass er kaum mehr als die Titel seiner Bücher gelesen, Nietzsche aber nicht studiert hatte. Nach seinem Tod wuchs Nietzsches Bekanntheit jedoch in den Niederlanden enorm. Neben Nietzsches offener Abscheu gegen Jesus (aufgrund seiner freiwilligen Schwäche und dienenden Haltung) war seine revolutionärste Idee, dass wir, wenn „Gott tot ist“, nicht zur Einhaltung der moralischen Werte des Theismus verpflichtet sind. Aus diesem Grund hatte diese neue Ausrichtung des Atheismus das Potential für drastische moralische Folgen.

Angesichts der plötzlichen Popularität Nietzsches nach seinem Tod realisierte Bavinck, dass die Verteidigung des Neo-Calvinismus allein nicht ausreicht, da die Anhänger Nietzsches jede Form des Christentums verabscheuten – sowohl liberal als auch orthodox – und dem Christentum an sich ein Ende bereiten wollten. In der Biografie beschreibe ich Bavincks Erkenntnis so, dass Nietzsche nicht mit einer Gartenschere zu dem Baum des Christentums gekommen war, sondern mit einer Axt. Für Nietzsche musste das ganze Ding weg, nicht nur einige Äste. Und damit standen Bavinck und seine theologischen Rivalen vor einer gemeinsamen existenziellen Bedrohung. In diesem Kontext begann Bavinck neben seiner ungebrochenen Unterstützung des Neo-Calvinismus, das Christentum allgemeiner zu verteidigen. Die Art, wie er die Balance hält zwischen seiner Förderung des Christentums allgemein und dem Festhalten an eigenen Traditionen, erinnert an C.S. Lewis’ Pardon, ich bin Christ oder als jüngeres Beispiel Tim Keller.

Welche Relevanz hat dieser Gesinnungswandel für uns heute? Wir leben immer noch in Nietzsches Schatten. Die westliche Kultur ist unersättlich hungrig nach Macht, getrieben von der Suche nach Vorherrschaft, verachtet das Schwache und Verletzliche und hat eine moralische Vorstellungskraft (wie Nietzsche selbst), die eher an Pontius Pilatus als an Jesus erinnert. Um dies zu verstehen und darauf reagieren zu können, brauchen wir gute Ressourcen. In den letzten zwanzig Jahren im Leben Bavincks war Nietzsche wahrscheinlich sein häufigster Opponent. Wir würden davon profitieren, hier von Bavinck zu lernen.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

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Von der Abtötung der Sünde

Owen Von der AbtoetungSebastian Götz stellt ein bedeutendes Werk zur Sündenlehre vor, nämlich John Owens Buch Von der Abtötung der Sünde. Er schreibt:

Wie werde ich die Sünde los? Jeder aufrichtige Christ wird sich diese Frage von Zeit zu Zeit stellen. Der eine geht mit eiserner Disziplin gegen einzelne Sünden vor und schafft es vielleicht, die eine oder andere Sünde unter dem Deckel zu halten. Falls es gelingt, steht aber oft schon die nächste Sünde vor der Tür, im Zweifel der Stolz über das Erreichte. Ein anderer gibt möglicherweise frustriert auf, weil er denkt, dass er keine Chance hat, siegreich zu sein. Er hofft, dass Gott ihm irgendwie gnädig sein wird. Trotzdem schlägt ihn die Sünde immer wieder zu Boden. J.I. Packer beschreibt im Vorwort des hier besprochenen Buches, welche „Kampfmethode“ er selbst als junger Christ kennengelernt hat. Er dachte, er müsse einfach alles loslassen und es dem Christus in ihm überlassen, zu kämpfen. Zu dieser Zeit wusste er allerdings noch nicht, dass ein bekannter Pastor, der diese Strategie lebte und lehrte, sich völlig verausgabt und einen vollständigen Nervenzusammenbruch erlebt hatte.

Gibt es  noch einen anderen Weg, mit der Sünde umzugehen? Hilft nur eiserne Selbstdisziplin, Frustration oder das höhere, geistliche Leben? Der englische Puritaner John Owen beschreibt, wie Nachfolger von Jesus Christus Sünde Stück für Stück abtöten können. Sein Buch Von der Abtötung der Sünde ist eigentlich eine ausgearbeitete Zusammenstellung von seelsorgerlichen Predigten zu Römer 8,13. Dort steht: „Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben“. Die Predigten wurden ursprünglich in Oxford gehalten und erstmalig 1656 veröffentlicht. Obwohl das Buch nicht einfach zu lesen ist, wurde das Werk sehr bekannt. J.I. Packer, der die oben beschriebenen Verirrungen am eigenen Leib erfahren hat, bekennt sogar: Owen „half mir, mich als Christ selbst zu verstehen und vor Gott demütig und aufrichtig zu leben, ohne vorzutäuschen, entweder jemand zu sein der ich nicht bin, oder nicht zu sein, was ich bin“ (S. 16).

Mehr: www.evangelium21.net.

Das Buch kann beim 3L Verlag bestellt werden.

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J.I. Packer: Gott erkennen

Benjamin Schmidt vom Herold Verlag stellt eines der wichtigsten christlichen Bücher aus dem 20. Jahrhundert vor: Gott erkennen von J.I. Packer. In seiner Besprechung schreibt er:

Packer weist in seinem Vorwort darauf hin, dass es ihm beim Verfassen des Buches Gott erkennen nicht darum ging, eine Abhandlung über Gott zu schreiben. Vielmehr wollte er „eine Reihe kleiner Studien über große Themen“ zu einem großen Thema über Gott und über unser Leben zusammenzufassen (S. 9). Die meisten Abschnitte des Buches waren ursprünglich für eine Artikelreihe des Evangelical Magazine erschienen und wurden für die Buchausgabe noch einmal stark erweitert.

Gott erkennen richtet sich an Menschen, die ein Gespür für den herrschenden Mangel an der Kenntnis über Gottes Wesen (sowohl in Kirche und Gesellschaft als auch im persönlichen Leben) haben, die sich aber mit der Flucht in den Skeptizismus nicht abfinden wollen. Ein großer Vorteil von Gott erkennen ist, dass es sich nicht an Theologen, sondern an gewöhnliche „aufrichtige Leser“ richtete, weshalb die Sprache bewusst einfach gehalten wurde. Dennoch sollte man schon eine gewisse Wertschätzung für – oder zumindest keine Abneigung gegen – handfeste Bekenntnisse haben, wenn man dieses Buch mit Gewinn lesen will. Wer sich aber darauf einlässt, der wird ermutigende und vor allem tragfeste Antworten finden.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Visual Bible Guide

Helmut Henschel hat für Evangelium21 das hier schon im Dezember empfohlene Buch Visual Bible Guide rezensiert. Er schreibt:

Challies Visual Bible GuideDie größte Stärke des Buches zeigt sich im dritten und letzten Teil des Visual Bible Guide. Dort wird der rote Faden des Heilsplanes Gottes im Sinne der Biblischen Theologie ausgebreitet. Jesus selbst ist Mitte und Auslegungsprinzip der Schrift. Von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende zeigt die Bibel, dass es in ihr nicht so sehr um uns, sondern um Gott – d.h. Jesus – geht. An diesem Punkt sind die Visualisierungen besonders hilfreich, ist es so doch möglich, sehr schnell einen Überblick über die Entfaltung von Gottes Plan durch die ganze Schrift zu erhalten. Dabei wird aufgezeigt, wie die einzelnen Bücher und Gattungsgruppen der Bibel auf ihre eigene Art auf Jesus hinweisen und seine Zentralität deutlich machen. Das bringt am Ende sehr effektive Auslegungshilfen, die beim eigenen Studium enorm hilfreich sein können. Durch die Grafiken einprägsam ausgeführt, erfährt man z.B., dass man die literarischen Bücher des Alten Testaments als Ausdruck der Sehnsucht nach Jesus verstehen sollte. Das dürfte gerade jungen Christen eine große Ermutigung sein, die Texte nicht nur zu lesen, sondern auch diesbezüglich zu interpretieren.

Zwei Eigenschaften heben diese Publikation besonders hervor: Naturgemäß die Visualisierungen und Informationsgrafiken, die ihre besondere Stärke im letzten Teil entwickeln, und der konsequent biblisch-theologische Ansatz, der sich durch das ganze Buch zieht und dann vor allem im dritten Teil ausführlich zur Sprache kommt. Das alleine ist eine Anschaffung und Lektüre auf jeden Fall wert.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Der vergessene Wegbereiter der „Neuen Calvinisten“

Wenn du Kenner der Evangelikalen danach fragst, wer in den 70er und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts den reformierten Flügel dieser großen Bewegung geprägt hat, wirst du Namen wie J.I. Packer, Martyn Lloyd-Jones, John Stott, Francis Schaeffer, R.C. Sproul oder James Montgomery Boice hören. Ihre Predigten, Vorträge und Bücher konnten eine beachtliche Wirkung entfalten und werden heute noch gern gelesen. Von David F. Wells haben – besonders in Europa – nur sehr wenige etwas gehört. Es wird also Zeit, dass Sarah Eekhoff Zylstras Artikel über diesen beeindrucken Mann in der deutschen Sprache erscheint. Vielen Dank an die Mitarbeiter von Evangelium21 für die Übertragungsarbeit!

Wells Buch No Place for Truth kann ich herzlich empfehlen. Wells beschreibt dort ein sich wandelndes Wahrheitsverständnis der Frommen in den Vereinigten Staaten. Dazu schreibt Sarah Eekhoff Zylstra:

Amerikaner begannen damit, Medikamente, Selbsthilfebücher und Therapeuten zu suchen, um mit dieser Scham fertig zu werden. Und Christen, die dieselben öffentlichen Schulen besuchten und dieselben Fernsehprogramme sahen, waren dieser Veränderung gegenüber nicht immun.

Anstatt das Leben an der Bibel auszurichten, begannen Christen, sich an ihren Gefühlen, Gedanken und Erfahrungen zu orientieren, wofür sie dann entsprechende Bibelstellen heraussuchten. Pastoren fokussierten sich nicht mehr darauf, biblische Lehre zu studieren und zu erklären, sondern begannen, den Menschen zu helfen, sich in ihrem Leben zurechtzufinden. Die Gemeinden gaben schwierigere Lehren zugunsten von besucherfreundlichem Marketing auf. Die Emerging Church interpretierte Anbetung, Evangelisation und was es bedeutet, Pastor zu sein, um.

Zunehmend verlagerte sich auch der Unterricht in den theologischen Seminaren von systematischer Theologie oder hebräischer Exegese zu Kursen wie „Geistliches Wachstum“ oder zu Themen wie Theologie und die Künste. Christliche Buchläden, die einst vor Theologiebüchern strotzten, tauschten diese langsam gegen weniger ernsthafte Bücher aus, bevor sie selbst diese gegen Poster und Potpourri eintauschten, bemerkte der Präsident des Southern Baptist Theological Seminary, Al Mohler.

„Wenn man seinen geistlichen Dienst beginnt, sind diese Einsichten, wie das Evangelium auf die Gemeinschaft und die Kultur einwirkt, sehr wichtig“, sagt Pastor Chris Castaldo, der kurz nach dem Erscheinen von No Place am Moody Bible Institute und anschließend bei Wells am Gordon-Conwell studierte. „Wells war eine der Stimmen, die das auf eine Art und Weise angesprochen haben, die durchdacht und klar war. Er hatte keine Angst, Dinge zu benennen und zu sagen: ‚Das ist so nicht richtig‘“.

Wells geht in No Place nicht so sehr auf die Lösung ein, was bei einigen Lesern Kritik hervorgerufen hat. Der Grund hierfür war aber schlicht, dass er noch nicht fertig war (No Place wurde zu einer Reihe ausgebaut) und weil er dachte, die Antwort sei selbstverständlich: Kehre zurück zum Evangelium. Lebe ein gottzentriertes, durch die Gnade und das Opfer Christi bestimmtes Leben.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Ermordet in Kabul

Fuehrer Ermordet in KabulIm Frühjahr 2017 erhielt ich die Einladung zu einer Trauerfeier für Simone Beck. Simone war Missionarin und brach 2003 nach Afghanistan auf, um dort als Lehrerin und Spracherkunderin zu arbeiten. Ihre Liebe zu Jesus Christus und den Menschen in dem fernen Land kostete sie das Leben. Am 20. Mai 2017 wurde sie in Kabul brutal ermordet.

Schwester Heidemarie Führer, Diakonisse der Aidlinger Schwesternschaft, hat mit ihrem Buch Ermordet in Kabul einen berührenden und aufrüttelnden Lebensbericht vorgelegt. Sie kannte Simone nicht persönlich, hat aber akribisch Briefe, E-Mails, Fotos und sonstige Dokumente ausgewertet und sich mit Simones Familie und anderen wichtigen Kontaktpersonen eingehend ausgetauscht. Herausgekommen ist ein gut lesbarer Band über eine alleinstehende Frau, die in einem islamischen Land für die Weitergabe des Evangeliums alles gegeben hat.

Ich empfehle das Buch sehr gern. Wer mehr darüber wissen möchte, sollte diese Rezension lesen: www.evangelium21.net.

Hier ein Auszug:

Es ist eine Stärke des Buches, dass es die Leser mit den Entbehrungen und Kämpfen konfrontiert, die Missionare im Verborgenen auszuhalten haben. Auf Simone warteten viele Prüfungen. Zu dem Gedicht „Die Nacht ist vorgedrungen“ von Jochen Klepper notierte sie: „Wir wünschen uns sehr, dass auch die Khiva erfahren, dass Gott sie vom Dunkel ins Licht führt, dass ihre Rettung von Gottes Angesicht herkommt! Manchmal scheint die Dunkelheit hier überwältigend“ (S. 175). Nicht nur körperliche und seelische Erschöpfung und menschliche Konflikte führten Simone an ihre Grenzen. Wiederholt klopften Selbstzweifel bei ihr an:

„Stichflammen der Anfechtung und des Zweifels züngelten aus der Tiefe ihrer Seele immer wieder herauf und wollten ihren Glauben versengen: War alles, alles umsonst? Was habe ich falsch gemacht? War ich zu ungeschickt, die wichtigen Leute zu überzeugen? War ich am falschen Ort? Wegen äußerer Umstände musste ich mein Tal verlassen. Ich habe nichts zu Ende gebracht. Habe ich mich getäuscht in der Einschätzung der Lage? Habe ich versagt? Warum hilft mir Gott nicht? Warum bin ich nicht nach meiner Geburt gestorben? Wofür habe ich so gekämpft? Ich bin ausgelaugt, zerbrochen in tausend Stücke …“ (S. 184)

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Wenn Gott sich abwendet

Eine Besprechung des Buches Im Weltabenteuer Gottes leben von Günter Thomas wird in der nächsten Ausgabe von Glauben und Denken heute erscheinen. Ein Zitat, das den Geist des Essays gut sichtbar macht, möchte ich aber schon hier wiedergeben. Thomas, Professor für Systematische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum, fragt (S. 60):

Könnte es aber sein, dass sich der lebendige Gott dann, wenn seine Lebendigkeit nicht mehr gesehen wird, abwendet? Könnte es sein, dass in der Weltchristenheit die überall schrumpfenden liberalen Kirchen des Westens nicht die Fackel tragen, sondern sich als ein erschöpfter und ausgezehrter Läufer letztlich selbst aus dem Lauf der Christentumsgeschichte nehmen? Könnte es sein, dass sie eine Episode in der Geschichte sein werden, weil sich Gott von ihnen abgewandt hat? Könnte es sein, dass Jesus das Versprechen ‚ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende‘ nicht aufkündigt, aber eben an anderer Stelle weiterführt, weil die westlichen Kirchen ihn gar nicht als lebendigen Christus dabeihaben möchten? Könnte es sein, dass Gott sein Angesicht vom westlichen Protestantismus abgewendet hat?

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Studie: Warum studierst du Theologie?

„Warum studierst du Theologie?“ Dieser Frage geht Maximilian Baden anhand einer quantitativen, fragebogenbasierten Studie nach, die 2016 bis 2018 im ganzen deutschsprachigen Raum stattfand. Knapp 600 Erstsemester im Theologiestudium haben Auskunft zu ihrer Studienmotivation gegeben.

Hier ein DLF-Bericht zur Studie:

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Paul Helm über „The Rise and Triumph of the Modern Self“

Paul Helm schreibt über das neue Buch The Rise and Triumph of the Modern Self – Cultural Amnesia, Expressive Individualism and the Road to Sexual Revolution von Carl Trueman:

41+mYYRIPWL SX331 BO1 204 203 200Ich habe Carl Trueman’s The Rise and Triumph of the Modern Self – Cultural Amnesia, Expressive Individualism and the Road to Sexual Revolution gelesen (Crossway). Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Es ist eine gewichtige, klare und gründliche Abhandlung seines Themas, des modernen Verständnisses des eigenen Ichs. Während des gesamten Buches scheint der Autor sein Material unter Kontrolle zu haben und hat einen klaren, souveränen Stil. Er ist von Beruf Historiker und ein konservativer Protestant. Eine Behandlung dieser Art von Analyse der zeitgenössischen Kultur macht das Buch ziemlich einzigartig.

Man kann dieses Buch als eine Studie über eine Ideengeschichte oder über die menschliche Kultur und den Einfluss ihrer Elemente auf unsere heutige Welt betrachten, die Welt der menschlichen Werte und Prioritäten ihrer Kultur. In theologischer Hinsicht ist das Buch also eine Übung in der Anthropologie, der Lehre vom Menschen, die eine Einschätzung einiger ihrer aktuellen Ausprägungen beinhaltet. Einige der verwendeten Daten stammen aus der Psychologie, andere aus der Poesie. In den Argumenten stammen sie aus der politischen Philosophie. Wenn Sie sich an den Text halten, werden Sie, so meine Vermutung, eine Menge lernen. Truemans Stil ist klar, und sein Inhalt ist sehr gut organisiert. Er kennt sich bestens aus mit den Sitten unserer nichtchristlichen Nachbarn, mit heranwachsenden Kindern und der Agenda der Medien.

Ich habe mir das Buch vor einigen Wochen gekauft und gehöre ebenfalls zu den begeisterten Lesern.

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