Bücher

Es ist nicht alles Gott, was glänzt

Gottwasglänzt.jpgUnsere Welt ist eine Götzenfabrik. Die Götzen verzaubern unsere Sinne und unseren Verstand. Wir dienen ihnen gern. Ergeben opfern wir ihnen unser Leben.

In seinem neuen Buch Es ist nicht alles Gott, was glänzt horcht der amerikanische Theologe und Pastor Tim Keller die Götzen aus. Er hört genau hin und erspürt, dass sich unsere Welt im Blick auf die Götzenverehrung nicht wesentlich von der Antike unterscheidet. Jede Zeit hat ihre eigenen Götzen. Im alten Griechenland wurden der Göttervater Zeus oder die Liebesgöttin Aphrodite verehrt. Heute heißen unsere Götter Schönheit, Macht, Geld oder Erfolg. In der Antike waren die Götzenwohnungen Tempel, heute sind es hochgeschossene Bankgebäude, Fitnesscenter oder Stadien.

Götzendienst ist für Keller kein überkommener Aberglaube. Wir müssen nicht alte Bücher lesen oder weite Reisen unternehmen, um Götzen zu finden. Die Heimat der Götzen ist unser Herz. Alles kann nämlich zum Götzen werden. Alles, was uns wichtiger ist als Gott, alles, von dem wir uns das versprechen, was allein er geben kann, ist ein Götze. Also können auch gute Dinge zum Götzen werden: erfüllte Sexualität, Reichtum, beruflicher Erfolg oder politische Macht erobern im menschlichen Herzen schnell den Platz, der nur Gott gehört.

Mächtiger als persönliche Götzen sind für Tim Keller solche, die unsere Kultur oder die Religion beherrschen. Kulturellen Götzen kommen wir nur schwer auf die Spur, weil sie fast unmerklich unser Denken und Empfinden systemisch prägen und positiv in die Gesellschaft integriert sind. In den westlichen Kulturen wird heute besonders die individuelle Freiheit angebetet, was zum Zerbruch der Familien, zu zügellosem Materialismus, Karrieresucht und der Verherrlichung von Sex, Schönheit und Profit führt (vgl. S. 168). Fast noch verführerischer sind religiöse Götzen, die sogar inmitten lebendiger Gemeinden beheimatet sein können. Geistliche Gaben oder Erfolg im Dienst werden gelegentlich mit Gott selbst verwechselt. Auch hinter geistlichem Perfektionismus oder Moralismus verbirgt sich ein religiöser Götzendienst. »Der Mensch neigt dazu, dass er immer versucht, Gott und andere durch sein untadeliges Verhalten und seine Perfektion zu beeindrucken und zu manipulieren … Wir mögen zwar mit Worten bekennen, dass Jesus unser Vorbild und unsere Inspiration sei, aber dennoch erwarten wir die Erlösung als Lohn für unser moralisch einwandfreies Leben« (S. 170).

Götzendienst ist aus der Sicht der Zehn Gebote Sünde (vgl. 2Mose 20,4–5). Aber wir können diese Götzen nicht so einfach rauswerfen. Es genügt nicht, wenn wir uns von falschen Göttern trennen. Keller zeigt, und hier sehe ich eine Stärke des Buches, wie sich tiefer liegende Götzen schnell einen Weg bahnen, um dann unerfüllte Sehnsüchte zu stillen. »Appelle wie ›Ich will mich nicht mehr vom Geld beherrschen lassen‹, werden wenig bringen, wenn wir keine vollständige ›Herz-OP‹ bekommen. Und das ist möglich, wenn wir unser Vertrauen auf Gott setzen« (S. 99).

In einem Nachwort erklärt Keller auf der Grundlage von Römer 1,21–25, wie wir Götzen aufspüren und dem Glauben an den lebendigen Gott Raum geben können. Zurecht verweist er auf Martin Luther, der in seinem »Großen Katechismus« (1529) und in seiner Abhandlung »Von den Guten Werken« (1520) die Frage der Abgötterei sehr eingängig behandelt. Warum beginnen die Zehn Gebote mit einem Verbot des Götzendienstes? »Weil die grundsätzliche Ursache hinter jeder Sünde Götzendienst ist. Wann immer wir eines der Gebote brechen, haben wir zuvor schon das erste Gebot gebrochen« (S. 208). Wesentlich am Götzendienst ist, dass wir Gott nicht Gott sein lassen, also unser Herz für etwas mehr schlägt als für Gott. Deshalb schreibt Keller: »Paulus gibt uns zwei Empfehlungen, wie wir die Götzen loswerden können: ›Wir sollen uns nach oben orientieren‹ und: ›unser Leben ist mit Christus bei Gott verborgen‹ (Kolosser 3,1–3). Das heißt, wir sollen das, was Jesus für uns getan hat, wertschätzen, uns darüber freuen und darin ruhen. So entsteht fröhlicher Lobpreis, und wir nehmen die Gegenwart Gottes wahr, wenn wir beten« (S. 214).

Es ist nicht alles Gott, was glänzt, ist ein goldig gestaltetes und leicht zu lesendes Buch. Der Autor illustriert seine Botschaft immer wieder anhand von eingängigen Anekdoten oder greift auf biblische Geschichten zurück. Der theologisch versierte Leser wird an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Tiefgang erwarten. Aber das Buch ist nicht für Theologen geschrieben. Es wurde für verunsicherte Christen und suchende Menschen verfasst. Es ist ein seelsorgerliches Buch. Keller erreicht die Tiefenschichten des Herzens und macht auf einfühlsame Weise Mut, die löchernen Zisternen zu verlassen und zur Quelle des Lebens zu gehen (vgl. Jeremia 2,13).

  • Timothy Keller: Es ist nicht alles Gott, was glänzt: Was im Leben wirklich trägt, Asslar: Gerth Medien, 2011, ISBN: 3865915892, 14,99 €.

Ferdinand Hahn: Theologie des Neuen Testaments

Nachfolgend meine Buchbesprechung zu:

  • Hahn, Ferdinand: Theologie des Neuen Testaments, Bd. 1: Die Vielfalt des Neuen Testaments, Bd. 2: Die Einheit des Neuen Testaments, 3. Aufl., Tübingen: Mohr Siebeck 2003, 1736 S., 39,90 Euro.

ursprünglich erschienen in Glauben und Denken heute 1/2011:

Ferdinand Hahn, von 1976 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor für Neues Testament an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, zählt international zu den renommiertesten Neutestamentlern. Er wirkte maßgeblich an der ökumenischen Einheitsübersetzung mit und publizierte fast genau fünfzig Jahre, nachdem Rudolf Bultmann seine Theologie des Neuen Testamentes vorlegte, seine eigene Theologie in zwei Bänden (2003). Bereits zwei Jahre später erschien eine korrigierte und erweiterte Auflage. Nun ist das Werk erfreulicherweise als durchgesehene zweibändige UTB-Taschenbuchausgabe herausgegeben worden. Die Bände sind nur zusammen erhältlich. Allerdings wird das Werk mit 1736 Seiten von Mohr Siebeck in Tübingen für 39,90 Euro abgegeben (früher 219,00 Euro). Damit sollte es auch für Pastoren und Studenten erschwinglich sein.

Ferdinand Hahn bietet mit diesem Lehrbuch eine Gesamtübersicht über das Neue Testament. Im ersten Band erläutert er zunächst die Geschichte der Neutestamentlichen Theologie und beschreibt seine eigene Aufgabenstellung. Er stellt die NT-Theologie thematisch dar und fragt dabei, anders als Bultmann, neben der Vielfalt auch nach den Gemeinsamkeiten und der Einheit des neutestamentlichen Zeugnisses. Hahn setzt die Einheit des NTs nicht voraus, sondern will sie mittels Analyse der verschiedenen Traditionen historisch-kritisch erarbeiten (vgl. I, 22–28). Die zweite große Aufgabe betrifft die immer noch umstrittene Beziehung zwischen der Jesusüberlieferung und der urchristlichen Verkündigung. Den einleitenden Ausführungen folgt eine Darstellung der Vielfalt des urchristlichen Zeugnisses in Gestalt einer Theologiegeschichte des Urchristentums. Der Autor behandelt die Frage nach der theologischen Relevanz der Botschaft Jesu und erörtert die Verkündigung der aramäisch und der griechisch sprechenden Gemeinden. Hahn geht auf die paulinische und die seiner Auffassung nach deuteropaulinische Theologie und die außerpaulinischen Schriften des Judenchristentums ebenso ein wie auf die synoptischen Evangelien samt der Apostelgeschichte und der johanneischen Theologie.

Kurz zu Paulus: Hahn lehnt die These von einer allmählichen »Entwicklung« oder »Wandlung« des paulinischen Denkens, wie sie beispielsweise von Udo Schnelle oder Jürgen Becker vertreten wird, ab. Angesichts der Tatsache, dass die uns überlieferten Briefe aus einem relativ kurzen Zeitraum stammen und nach Christian Dietzfelbinger »die Probleme Gesetz und Gerechtigkeit für den ehemaligen Phärisäer Paulus von seiner Berufung an grundlegende Bedeutung im Zusammenhang mit der Christuserkenntnis hatten“, hält er sie für problematisch (I, 181). Insgesamt lasse sich zeigen, »daß eine innere Einheit der Theologie des Paulus vorhanden ist, die nur durch verschiedene Situationsbezogenheit in geringfügigem Maße modifiziert wurde« (I, 181). Das gilt auch für die z.B. von Heikki Räisänen behauptete Uneinheitlichkeit des Gesetzesverständnisses bei Paulus (I, 232). Es kann »mit der Mehrheit der Ausleger die Einheitlichkeit des Gesetzesverständnisses schon deswegen vorausgesetzt werden, weil sich die Aussagen der verschiedenen Briefe wenn nicht decken so doch ergänzen und weil einzelne Spannungen einen erkennbareren sachlichen Grund haben« (I, 233). Hervorheben möchte ich auch, dass Hahn, anders als viele neuere Exegeten, den Galaterbrief für einen frühen Paulusbrief hält. Die in diesem Brief und anderswo entwickelte Rechtfertigungslehre ist, verschränkt mit der Christologie, nach Hahn die Mitte der paulinischen Theologie (vgl. I, 187). »Angesichts der hohen Bedeutung der Frage nach der Rechtfertigung für das Selbstverständnis des Apostels überrascht es nicht«, schreibt er, »daß gerade diese Thematik seine Soteriologie entscheidend bestimmt“. »Es trifft keinesfalls zu«, so Hahn weiter, »daß die Rechtfertigungslehre erst in einer späteren Lebensphase im Zusammenhang der Auseinandersetzungen mit judaisierenden Gegnern ausgebildet worden sei. Sie begegnet auch nicht nur im Galater- und im Römerbrief, sondern ebenso in wichtigen Aussagen der Korintherbriefe und des Philipperbriefs. Dabei zeigen die meist kurzen Aussagen außerhalb des Galater- und Römerbriefs, daß Paulus eine Kenntnis der Rechtfertigungsbotschaft in seinen Gemeinden voraussetzt.« (I, 245). Wenig später stellt er fest: »Obwohl auch in neuerer Zeit die zentrale Stellung der Rechtfertigungslehre bisweilen in Frage gestellt wird, kann bei einer sorgfältigen Analyse der Texte ihre Bedeutung nicht bestritten werden« (I, 246). Der erste Band endet mit einem Ausblick auf die Übergangszeit zur Alten Kirche.

Im zweiten Band folgt eine ausführliche Erörterung der Einheit des neutestamentlichen Zeugnisses anhand von Einzelthemen. Nach Hahn erfüllt die neutestamentliche Theologie »ihre Aufgabe erst dann, wenn die Frage beantwortet wird, wie die vielfältigen urchristlichen Zeugnisse inhaltlich zusammengehören« (II, XVII). Denn: »Wenn das Neue Testament in seiner Verbindung mit dem Alten Testament Grundlage der christlichen Botschaft, des christlichen Glaubens und der christlichen Kirche war und ist, muß nach dem dafür maßgebenden Zeugnis und dessen Einheit gefragt werden« (II, XVII).

In fünf großen Teilen bespricht Hahn das Alte Testament als Bibel des Urchristentums, die Offenbarung Gottes in Jesus Christus, sowie jeweils die soteriologische, ekklesiologische und eschatologische Dimension des Offenbarungsgeschehens. Da Hahn nicht nur Einzelinterpretationen erarbeitet, sondern thematisch verwandte Aussagen systematisch miteinander in Beziehung setzt, erkennt der Leser schnell die fundamentaltheologische Bedeutung der neutestamentlichen Exegese. Hahn liefert, um nur zwei Beispiele zu nennen, im Teil zur soteriologischen Dimension des Offenbarungshandelns eine umfängliche neutestamentliche Anthropologie mit materialreichen Abschnitten zur Geschöpflichkeit und zum Sündersein des Menschen (II, 310–335) sowie eine Soteriologie, die die herausragende Bedeutung des Osterereignisses hervorhebt. Für Hahn ist das Ostergeschehen kein »historisches Ereignis« in dem Sinn, dass die Auferstehung faktisch oder objektiv nachgewiesen werden könnte wie etwa die Kreuzigung. Das Zeugnis von der Auferstehung ist aber historisches Faktum, das sich mit wissenschaftlichen Mitteln weder bestätigen noch hinterfragen lässt (I, 130–131). Eine neutestamentliche Theologie muss, so der Autor, von der »im Ostergeschehen kulminierenden Geschichte Jesu« ausgehen (I, 131). »Ostern ist das ‚Urdatum‘ einer genuin christlichen Verkündigung« (I, 131).

Ausgehend von diesen Voraussetzungen kann Hahn im zweiten Band beeindruckend herausarbeiten, welchen hohen Stellenwert Jesu Tod und Auferstehung innerhalb des reichen neutestamentlichen Befundes haben. Hahn schreibt, um nur ein Thema herauszunehmen, über den Sühnetod: »Die große Zahl der hierher gehörenden Textstellen läßt erkennen, daß die Sühnevorstellung im Blick auf Jesu Sterben für das Urchristentum im Vordergrund stand und dementsprechend für das Neue Testament zentral ist. Die Auffassung von der stellvertretenden Sühne ist die fundamentale Deutungskategorie für Jesu Tod, die sich aus alttestamentlicher Tradition nahelegte« (II, 386).

Beide Bände enthalten einen Anhang mit Literaturübersichten sowie ein Stellen-, Personen- und Sachregister (I, 772–862 u. II, 808–874). Der Satz ist glänzend gelungen; die Durchnummerierung der Absätze erleichtert die Orientierung. Da Hahn hebräische und griechische Zitate ohne Umschrift anbietet, ist die Vertrautheit mit den biblischen Sprachen für den Leser ein Vorteil. Fast immer wurden Übersetzungen der Zitate in den Text eingearbeitet. Dadurch sind die Ausführungen auch ohne Kenntnis der Ursprachen verständlich.

Der Ertrag dieser Neutestamentlichen Theologie ist trotz historisch-kritischer Vorgehensweise ungemein fruchtbar, da Hahn sich gegen die religionsgeschichtliche Schule dafür entschieden hat, konsequent beim neutestamentlichen Kanon zu bleiben, nach einer einheitlichen Theologie sucht und seine Leser möglichst nahe an die neutestamentlichen Texte heranführt. Kavin Rowe’s Bekenntnis, das Werk von Hahn sei »die bedeutendste Theologie seit Bultmann« (Journal of Biblical Literature, 25, no. 2, 2006, 394), ist keine Übertreibung.

Theologen und Pastoren mit besonderem Interesse am Neuen Testament liegt somit neben den Werken von Peter Stuhlmacher und Ulrich Wilckens (letztgenanntes ist noch nicht abgeschlossen) eine weitere empfehlenswerte deutschsprachige Darstellung der neutestamentlichen Theologie vor.

 

Calvin – Ein großer Reformator

201105211546.jpgJoel hat mich darauf hingewiesen, dass die Calvin-Biografie von TH. L. Parker, erschienen bei Hänssler, derzeit sehr günstig zu haben ist. Vielen Dank für den Hinweis! Parker, eine Calvin-Kenner, porträtiert den Theologen und Prediger Johannes Calvin und lässt viele authentische Quellen sprechen.

Das Buch mit 340 Seiten gibt es zur Zeit für ca. 10 Euro neuwertig aus zweiter Hand oder auch bei Hänssler.

Zum Beispiel hier:

 

Calvins Bibel- und Gesetzesverständnis

201105191603.jpgReiner Zimmermann schreibt in:

  • Reiner Zimmermann: Calvinismus in seiner Vielfalt: Die Bedeutung des Reformators für die evangelische Christenheit, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlagsgesellschaft, 2011, S. 98

Calvin wusste sich – wie wir sahen – durchaus als Schüler Luthers. So konnte auch er sein »Sola scriptura« anerkennen. Aber Calvin glaubt nicht, dass Gott die Absicht habe, alle Menschen zu erlösen, im Mittelpunkt seines Bibelverständnisses steht Gottes Ehre, die die Erwählten durch ihren Glauben und Gehorsam bekennen und verkünden sollen. Calvin vertritt, wie auch Zwingli, die Verbalinspiration aller biblischen Bücher: »Die Theologie soll darstellen, was in der Bibel niedergelegt ist. Der Gedanke der Inspiration der Schrift wird damit zur Lehre vom Diktat des Heiligen Geistes, unfehlbar von jenen Menschen vermittelt, die die Worte der Schrift niederschrieben.« Dementsprechend galten auch bei den Puritanern – als Schülern von Knox und Calvin – alle Texte der Bibel als gleichwertig, die alttestamentlichen wie die des Neuen Testaments, es sei denn, alttestamentliche Ordnungen wurden ausdrücklich von Jesus oder den Aposteln für nicht mehr gültig erklärt. »Das Alte Testament nimmt bei Calvin eine andere Stellung als in der lutherischen Theologie ein: Das zeremonielle Mosaische Gesetz ist mit dem Erscheinen Christi abgeschafft. Dagegen gilt das alttestamentliche Moralgesetz auch für die Christen. Sie stehen unter seiner Verpflichtung und sollen ihren Wandel nach den Vorschriften führen, die man der Gesetzesverkündigung der Schrift entnehmen kann. Desgleichen soll das gesellschaftliche Leben nach der Richtschnur des biblischen Gesetzes gestaltet werden.«

 

Das Leben nach der digitalen Explosion

201105180826.jpgDie Zeitschrift Christianity Today hat mit Tim Challies (siehe auch seine Rezension des Buches Love Wins von Rob Bell) über sein neuen Buch Next Story: Life and Faith After the Digital Explosion gesprochen.

Ein Auszug:

CT: You point out that the „new Calvinists“ gained influence by adopting technology. How do you see those tools shaping the movement?

Challies: You can’t really understand new Calvinism apart from the Internet. It allowed us to hear from these people in an unprecedented way. We seem to have short attention spans, and much of what we’re learning and hearing comes through social media. Far more people are getting John Piper in 140-character chunks than are listening to his 45-minute sermons, which means we’re not learning in more holistic ways.

CT: Is a specifically Reformed understanding of technology possible?

Challies: If it is, I don’t know that I want to major in it. But certainly, I am Reformed in my understanding of God’s sovereignty over all creation and my heightened sense of human depravity. A Reformed understanding would take into account God’s sovereignty even over technology as the starting point and ending point. God saw fit to allow us technology, and God cares how we use it. Our job is to ensure that we’re using technology in a way that’s subject to his authority.

CT: Does the emphasis on depravity lead to a stronger sense of caution or skepticism toward new technologies?

Challies: I think Reformed theology causes us to expend more effort understanding our sinfulness. That might give us a different starting point when we look at technology. We might have more reasons to doubt ourselves, but we also need a heightened sense of God’s sovereignty.

Mehr hier: www.christianitytoday.com.

 

Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG)

201105062310.jpgDie RGG4 bietet in lexikalischer Form in 15.665 Artikeln und Teilartikeln einen fundierten Überblick über Religion und Religionen, wie sie gelebt und gedacht wurden und werden. Sie zeigt den neuesten (kritischen!) Forschungsstand in geographischer und konfessioneller Weite, dargestellt von 3.972 ausgewiesenen Kennern der jeweiligen Materie aus 74 Ländern. Das Handwörterbuch besteht aus 8 Teilbänden und einem Registerband, der das Werk nach weiteren Suchbegriffen erschließt. Das editorisch vorzüglich gearbeitete und typographisch ausgezeichnet ausgestattete Werk zum unentbehrlichen Hilfsmittel sowohl für alle akademischen Theologen und Pfarrer als auch für alle Kulturwissenschaftler – und darüber hinaus für jeden geistig Interessierten werden.

Der Preis wurde gerade von 498,00 auf 99,00 Euro reduziert.

Im Zweifel für den Zweifel?

Cover.jpgDas Jahrbuch des Martin Bucer Seminars:

  • Ron Kubsch (Hg.): Im Zweifel für den Zweifel?: Beiträge zur christlichen Apologetik, Bonn: VKW, 2010, 215 S., 9,90 Euro

ist kürzlich als idea-Dokumentation erschienen. Im Vorwort heißt es:

Eine Apologetik, die sich auf eigene Gefühle beruft, ist heute sehr verbreitet. Ein »das habe ich erlebt« mag für ein persönliches Zeugnis hilfreich sein, für die denkerische Verteidigung des christlichen Glaubens ist das allerdings zu wenig. Für die Verkündigung des Evangeliums im öffentlichen Raum braucht es auch die Kenntnis objektiver Gründe für den eigenen Glauben. Der Apostel Petrus erwartet nach 1Petr 3,15–16 von den Christen, dass sie den Grund für ihre Hoffnung vernünftig kommunizieren können. Ein apologetisch denkender Christ glaubt nicht nur, er kann auch erklären und begründen, warum und woran er glaubt …

Die in diesem Band gesammelten Aufsätze wollen Christen dabei helfen, in den Glaubensdingen sprachfähig zu werden. Sie gehen auf die Studienwoche »Im Zweifel für den Zweifel?« zurück, die das Martin Bucer Seminar im Sommer 2010 zusammen mit Mitarbeitern von »L’Abri« in Berlin veranstaltet hat oder sind im Rahmen anderer apologetischer Dienste entstanden.

Hier die Titelei mit dem Inhaltsverzeichnis: MBSJB2010.pdf.

Das Buch mit Beiträgen von Daniel von Wachter, Harald Seubert, Thomas Schirrmacher, Robb Ludwick und Wim Rietkerk kann hier bestellt werden:

 

Im Schatten des Kreuzes: Verfolgung und Christusnachfolge

31BQweHAiJL._SL500_AA300_.jpgIm Februar 2010 habe ich kurz über die deutschen Herausgabe des Buches In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Discipleship von Glenn Penner berichtet. Das Buch:

  • Glenn Penner: Im Schatten des Kreuzes: Verfolgung und Christusnachfolge – eine biblische Theologie, Brockhaus Verlag, 2011, 432 S., 16,95 Euro

ist inzwischen beim Brockhaus Verlag in deutscher Sprache erschienen. Der Verlag schreibt dazu:

Glenn M. Penner widmet sich in seiner umfassenden Studie einem oft verdrängten Thema: dem Verhältnis von Verfolgung, Leid und echter Christusnachfolge. Hierfür untersucht er ausgewählte Texte der gesamten Bibel – von den fünf Büchern Mose bis zur Offenbarung des Johannes. Außerdem zeigt er, dass es bereits in der Bibel viele verfolgte Menschen gab und dass Gott selbst ein leidender Gott ist. Doch Leid und Verfolgung haben nicht das letzte Wort, sondern Christen dürfen auf ein besseres Leben hoffen, auf die Ewigkeit.

Glenn ist inzwischen selbst bei seinem Herrn. Sein Buch ist ein Vermächtnis. Ich empfehle es.

 

Datenschatten

201104201802.jpgThomas Thiel hat eine hervorragende Rezension zu einem wichtigen Buch geschrieben:

Technik und Wissenschaft, heißt es, hätten die Welt entzaubert, aber man kann auch zu dem Schluss gelangen, dass sich mit dem technischen Fortschritt eine neue Art des Unheimlichen über sie gelegt hat. Man spricht gern von technischer Magie, muss es jedoch nicht Verzauberung nennen. Es ist kein verlockendes, eher ein diffuses und gespenstisches Gefühl, das sich einstellt. Es äußert sich am stärksten dann, wenn maschinelle Leistungskraft dem eigenen Vermögen in Bereichen voraus ist, die man zum engeren Kern der Persönlichkeit rechnet. Wenn Taschenrechner eine bestimmte Art logischen Denkens abnehmen, ist das relativ leicht zu verschmerzen. Wenn aber Algorithmen in Urteil- und Geschmacksbildung eingreifen, wenn sie besser wissen, welches Lied man jetzt gerade hören möchte oder welches Buch man sich als nächstes bestellen sollte, und wenn Fremde Wissen über die eigene Person erlangen, dessen Quellen man nicht kennt und das mit unvermuteten Effekten und in unerwarteten Situationen hervortritt, dann äußert sich das als eine neue Form von prometheischer Scham: die Erfahrung, dass uns nur noch eine fiktive Autonomie bleibt, die von technischen Verfahren unsichtbar kanalisiert wird.

Hier die Buchbesprechung, die auch darauf eingeht, das soziale Netzwerke bereits vor der Einführung von Gesichtserkennungsfunktionen stehen: www.faz.net.

Das Buch gibt’s hier:

 

Vaughan Roberts: Gottes Plan – kein Zufall!

201104121924.jpgDie Bibel ist nach wie vor das meistverkaufte Buch. Trotzdem ist heute der durchschnittliche Europäer nahezu unwissend, was den Inhalt der Heiligen Schrift angeht. Bei Christen steht es um die Bibelkenntnis meist nur geringfügig besser. Wir kennen die zwei großen Teile, also das Alte und das Neue Testament. Wir haben unsere Lieblingsverse und -geschichten, so wie Vers 16 im 3. Kapitel des Johannesevangeliums oder das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Aber kennen wir den heilsgeschichtlich bedeutsamen Unterschied zwischen dem Noahbund und dem Abrahambund? Haben wir uns schon mal gründlich mit den Spreisevorschriften oder dem Aufbau des Tempels beschäftigt? Was eigentlich ist das Reich Gottes? Ist uns beim Bibellesen schon der Christus des Neuen Testamentes im Alten Testament begegnet?

Christen, die eine gute Sonntagsschule oder Jungschararbeit kennengelernt haben, sind im Vorteil. Sie erinnern sich an den Auszug von Ägypten, Daniel und die Löwengrube oder die Speißung der Fünftausend. Da aber auch in der Kinder- und Jugendarbeit oft das Spieleprogramm das Erlernen biblischen Stoffes ersetzt hat, ist auch die christliche Sozialisation keine Garantie dafür, dass die Bibel ein vertrautes Buch ist.

Nun ist eine Arbeitshilfe von Vaughan Roberts erschienen, die helfen kann, die Grundlinien der Bibel von Anfang bis Ende besser zu verstehen. Gottes Plan – kein Zufall!, erschienen beim 3L-Verlag, will jungen und gereiften Christen einen Überblick über die gesamte Bibel verschaffen und dabei zeigen, dass alle 66 Bücher dieses einen dicken Buches aufeinander bezogen sind und in einem engen Verhältnis zu Jesus Christus stehen.

Vaughan Roberts ist Rektor der anglikanischen St. Ebbe’s Kirche in Oxford (Großbritannien) und seit 2009 President des Proclamation Trust, einem Werk, dass besonders den auslegenden Predigtstil stärken möchte. Roberts hat viel Stoff aus dem Klassiker Gospel and Kingdom von Graeme Goldsworthy übernommen, aber dem Buch ein eigenständiges Profil verliehen. Einer kurzen Einleitung in die Bibel folgen acht Kapitel, die angefangen vom Schöpfungsbericht bis hin zum vollendeten Reich im Buch der Offenbarug führen. Die Kapitel sind mit Schlüsselversen, ansprechend gestalteten Tabellen und Abbildungen angereichert (vgl. die Abbildung anbei). Am Ende jeden Kapitels befinden sich Fragen zum vertiefenden Weiterstudium.

Da das Buch nur 158 Seiten umfasst, musste sich der Autor auf die wichtigsten Themen beschränken. Aber die Vereinfachung mitsamt einiger Unschärfen ist die klare Stärke des Buches. Der Leser erkennt schnell wichtige Grundmuster, die das erschließen der Heiligen Schrift enorm erleichtern. So lässt sich Bibel leichter im Zusammenhang lesen. Roberts:

Mit Ausnahme von einigen der Sprüche enthält die Bibel keine isolierten Aussprüche. Ich sollte mich davor in Acht nehmen, wahllos zuzugreifen und einzelne Verse ohne Rücksicht auf ihren Zusammenhang zu entnehmen. Es ist nahezu unvermeidlich, dass ich die Bibel missverstehe, wenn ich sie auf diese Weise lese. Jeder Vers muss im Kontext des Kapitels, in dem er auftaucht, verstanden werden, und jedes Kapitel im Licht des Buches als Ganzem. Und es gibt einen größeren Zusammenhang, den wir ebenso berücksichtigen müssen: die gesamte Bibel.

Roberts liest die Bibel christozentrisch. Er stellt klar heraus, dass Gott schon immer den Plan hatte, Jesus Christus als den Retter für die Welt zu senden. »Die ganze Bibel«, schreibt Roberts, »weist vom Anfang bis zum Ende auf ihn hin«. Obwohl der Autor so wegführt von der vorschnellen Frage: »Was bedeutet der Text für mich«, wird es dem Leser möglicherweise trotzdem »warm ums Herz«. Mir ging es bei der Lektüre ein wenig so wie den Jüngern von Emmaus. Nachdem Jesus ihnen Mose, die Propheten und alle Schriften »auf Christus hin« ausgelegt hatte, fragten sie sich: »Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete, als er uns die Schriften aufschloss?« (Lk 24,32).

Das Buch mit kann die Bibellektüre erheblich bereichern und beleben. Ich empfehle es herzlich!

Hier eine Leseprobe und die Abbildung von oben als PDF: Schaubild.pdf.

Das Buch:

  • Vaughan Roberts: Gottes Plan – kein Zufall!: Die Bibel im Zusammenhang erklärt, Waldems: 3L Verlag 2011, 158 S., 12,20 Euro

kann hier bestellt werden:

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner