Gesellschaft

Generation „Maybe“

Oliver Jeges, 29 und Volontär an der Axel-Springer-Akademie, beschreibt sich und seine Generation als verunsichert: „Wir 20- bis 30-Jährigen sind eine Generation ohne Eigenschaften. Gut ausgebildet, aber ohne Plan, ohne Mut, ohne Biss. Weil alles möglich ist, sind alle heillos überfordert.“

Weiter heißt es in dem Die WELT-Beitrag:

Was früher der Inbegriff von Biederkeit war, gilt mittlerweile wieder als erstrebenswert. Bei Licht betrachtet kommt eine Generation zum Vorschein, die sich lieber für spießige Fernsehserien wie „Desperate Housewives“ oder „How I Met Your Mother“ interessiert als für Ideen.

Eine Umfrage hat vor Kurzem ergeben, dass jeder Fünfte unter 30 Auschwitz nicht kennt. Man darf vermuten, dass es sich dabei nicht nur um Bildungsverlierer handelt. Aber nicht nur ein scharfes Bewusstsein, auch der Mut scheint auf der Strecke zu bleiben. Weder im Beruf („Irgendwas mit Medien“) noch im Privaten („Irgendwann möchte ich auch Kinder haben“) wollen wir uns festnageln lassen. Wir wollen nicht planen, sondern in den Tag hinein leben. Den Eigenschaftslosen fehlt der Kompass.

Wir schlafwandeln durch eine vernetzte Welt voller Möglichkeiten und fühlen uns verunsichert angesichts der Fülle von Optionen. Wir wollen Lebenskünstler sein und denken wie Beamte. Wir verwalten das Erbe unserer Eltern und Großeltern. Ein postmodernes „Anything goes!“ hat uns überrumpelt, und jetzt wissen wir nicht mehr weiter. Wir haben uns in eine Mentalität des Entweder-oder verrannt, die uns zum Verhängnis wurde; wollen überall dabei sein und nichts verpassen. Ein Irrweg. Der Mut zur Entscheidung ist wieder gefragt. Auch wenn das manchmal unangenehm ist.

Hinrichtungen im Iran auf Rekordniveau

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist am heutigen Dienstag darauf hin, dass die Zahl der Hinrichtungen im Iran so hoch ist wie seit den Massenhinrichtungen in den 80er Jahren nicht mehr. Allein im vergangenen Jahr sind nach Informationen des UN-Sonderberichterstatters für den Iran, Ahmed Shaheed, 670 Hinrichtungen bekannt geworden. Die IGFM geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl bedeutend höher sein könnte. Zahlreiche Hinrichtungen würden nicht offiziell bekannt gegeben und heimlich in Gefängnissen oder Einrichtungen der islamischen Revolutionswächter vollstreckt. Die IGFM kritisierte außerdem, dass die Islamische Republik Menschen hinrichte, die nach internationalem Recht keinerlei Straftat begangen hätten, z.B. wegen Abwendung vom Islam oder „Kampf gegen Gott“.

Anlässlich des derzeit in Genf tagenden UN-Menschenrechtsrates erklärte der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin: „Die Todesstrafe wird im Iran systematisch eingesetzt, um Andersdenkende mundtot zu machen“. Nach staatlichen iranischen Quellen erfolgen die meisten Hinrichtungen angeblich wegen Drogendelikten. Viele Strafverfahren in der Islamischen Republik seien völlig intransparent seien. Die iranischen Behörden würden den Betroffenen oft kein Urteil, keine Urteilsbegründung und zum Teil nicht einmal die Anklage aushändigen. Anwälten würde systematisch Akteneinsicht verwehrt.

Mangelnde Wertschätzung alter Menschen

Der Heidelberger Theologe Wolfgang Drechsel hat die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung alter Menschen kritisiert. epd meldet:

„Nicht-Altsein gilt als schön“, sagte Drechsel am Samstag bei einer Tagung über Altenseelsorge in Pforzheim-Hohenwart. So werde in Medien und Werbung entweder das „Nicht-Alter“ gezeigt mit Rezepten für Anti-Aging oder Bedrohungsszenarien einer überalternden Gesellschaft Gründe für die „Abwertung des Alters“ liegen nach Auffassung des Theologen im gesellschaftlichen Streben nach einem gelingenden Leben. Dieses sei zugeschnitten auf die jungen, dynamischen und fitten Menschen, die meinten, ihr Leben selbst in der Hand zu haben. Der „Mythos des gelingenden Lebens“ übe Druck auf die Menschen aus, die sich dann immer mehr mit sich selbst beschäftigten statt mit anderen.

Die Schwachen, Gebrechlichen, Kranken und Dementen fielen aus dieser Wahrnehmung heraus, kritisierte Drechsel. Wer dagegen das Leben auch mit seinen Schattenseiten wie Schwäche, Krankheit und Tod sehe, begehe eine Art „Tabu-Bruch“. Menschen, die sich als von Gott geliebt und gewürdigt wahrnehmen, könnten eine kritische Distanz zu den gesellschaftlichen Vorurteilen einnehmen.

So ist das. Hier mehr: www.epd.de.

Forscher fordern Tötung von Neugeborenen

Eltern soll es erlaubt werden, ihr Baby umbringen zu lassen – dafür plädieren zwei Wissenschaftler. Ihre Begründung: Kindsmord sei auch nichts anderes als eine Abtreibung. Sie meinen das alles ganz ernst. Wer A sagt, muss auch B sagen. Oder A überdenken?

Babys seien noch keine „wirklichen Personen“, sondern nur „mögliche Personen“, argumentieren Alberto Giubilini und Francesca Minerva im Fachmagazin „Journal of Medical Ethics“. Mütter und Väter sollen deshalb das Recht haben, ihren wenige Tage alten Säugling töten zu lassen, finden die Forscher.

Mit ihren Thesen lösen die Wissenschaftler weltweit große Empörung aus. „Folgen wir dieser Argumentation, dann ist es uns in Zukunft auch egal, wenn eine Mutter ihr Kind mit eine Decke erstickt“, sagt Trevor Stammers, Direktor am St. Mary´s University College in London.

Die Autoren setzen Neugeborene und Föten gleich, da beiden „noch die Fähigkeiten fehlen, die ein moralisches Recht auf Leben rechtfertigen.“ Ein Baby habe genau wie ein Fötus noch keinen „moralischen Status als Person“. Deshalb sei das Töten eines Babys auch nichts anderes als eine Abtreibung im Mutterleib. „Sind die Umstände nach der Geburt so, dass sie eine Abtreibung gerechtfertigt hätten, dann sollte die Abtreibung auch nach der Geburt noch möglich sein“, sagen die Wissenschaftler.

Quelle: www.focus.de.

Israel: Angriffe auf christliche Kirchen mehren sich

Der DLF berichtet über zunehmende Pöbelei gegenüber in Israel lebenden Christen. Kirchen werden mit Sprüchen wie: „Jesus ist tot“, „Tod dem Christentum“ oder „Wir werden euch kreuzigen“ beschmiert.

Hier der kurze Bericht:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2012/02/28/dlf_20120228_0936_56e5af21.mp3[/podcast]

Die Inflation der ADHS-Diagnosen

Ritalin ist eine Pille gegen eine erfundene Krankheit, gegen die Krankheit, ein schwieriger Junge zu sein. Immer mehr Jungs bekommen die Diagnose. Die Pille macht sie glatt, gefügig, still und abhängig.

Christiane Hoffmann und Antje Schmelcher haben sich für die FAZ kritisch mit dem ADHS-Wahn auseinandergesetzt:

Jeder zehnte Junge in Deutschland ist krank. Zu wild und zu laut. Er testet ständig Grenzen. Er kann in der Schule nicht stillsitzen, ist ungeduldig, kann sich nicht konzentrieren, er wird wütend und aggressiv. Er stört. Er provoziert, obwohl er es nicht will, er fühlt sich missverstanden. Er bekommt schlechte Noten. Er ist schwierig und anstrengend für Eltern und Lehrer, so schwierig, dass er irgendwann beim Kinderarzt sitzt und die Diagnose bekommt: ADHS, das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom. Dann ist der Junge nicht mehr schwierig, sondern krank.

Für ein schwieriges Kind gibt es Gründe: überforderte Eltern, eine kaputte Familie, unfähige Lehrer, zu viel Computerspiele und zu wenig Kletterbäume. Wenn ein schwieriges Kind für krank erklärt wird, braucht sich niemand verantwortlich zu fühlen: Krankheiten können genetisch veranlagt sein oder Schicksal oder beides. Keiner kann etwas dafür. Nicht der Junge, nicht Eltern, nicht Lehrer, nicht Umstände. Wer krank ist, bekommt Medizin. Eine Pille, die gesund macht. Für die wilden Jungs gibt es eine Pille, die sie still und aufmerksam macht: Ritalin.

Hier: www.faz.net.

Christenverfolgung im Sowjetreich aufarbeiten

Thomas Schirrmacher, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, hat die Aufarbeitung der Christenverfolgung in der Sowjetunion gefordert. Noch lebten genügend Zeugen, die sich daran beteiligen könnten, sagte er am Sonntag in Ulm. Das Medienmagazin pro schreibt:

Der Theologe berichtete unter anderem von seinen Besuchen in der DDR und der Tschechoslowakei vor dem Fall der Mauer. Er unterschied zwischen einer eher schleichenden Christenverfolgung in der DDR und einer unmittelbaren und brutalen Verfolgung in der Tschechoslowakei und Rumänien. Die Geschichte der Christenverfolgung und der Unterdrückung der Religionen in den kommunistischen Staaten von 1917 bis 1989 sei eigentlich noch ungeschrieben, sagte Schirrmacher.

Selbst in den großen Kirchen im Westen sei das Interesse an einer Aufarbeitung verhalten, kritisierte er. Deswegen habe das „Internationale Institut für Religionsfreiheit“ beschlossen, einen zusätzlich historischen Zweig mit diesem Ziel aufzubauen. Neben Forschungsarbeiten soll es künftig auch eine Wanderausstellung zum Thema geben.

Mehr: www.pro-medienmagazin.de.

Ayaan Hirsi Ali: Krieg den Christen

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Das Titelthema der aktuellen Newsweek-Ausgabe heißt: „Krieg den Christen„. Ayaan Hirsi Ali schreibt in ihrem Beitrag The „Global War on Christians in the Muslim World“:

We hear so often about Muslims as victims of abuse in the West and combatants in the Arab Spring’s fight against tyranny. But, in fact, a wholly different kind of war is underway—an unrecognized battle costing thousands of lives. Christians are being killed in the Islamic world because of their religion. It is a rising genocide that ought to provoke global alarm.

The portrayal of Muslims as victims or heroes is at best partially accurate. In recent years the violent oppression of Christian minorities has become the norm in Muslim-majority nations stretching from West Africa and the Middle East to South Asia and Oceania. In some countries it is governments and their agents that have burned churches and imprisoned parishioners. In others, rebel groups and vigilantes have taken matters into their own hands, murdering Christians and driving them from regions where their roots go back centuries.

Mehr: www.thedailybeast.com.

VD: RH

Kinder brauchen Vater und Mutter

Familienexperten in Deutschland sehen sich durch eine neue US-Studie in ihren Bedenken gegen eine außerfamiliäre Betreuung von Kleinkindern bestätigt. Forscher haben durch Untersuchungen zeigen können, dass die Hirnentwicklung des Kindes durch intensive mütterliche Zuwendung in den ersten Lebensjahren gestärkt wird.

Keinen signifikanten Einfluss haben dagegen Faktoren wie das Alter oder die soziale Stellung der Eltern. Über ihre Erkenntnisse berichteten Wissenschaftler der Washington Universität in St. Louis (Bundesstaat Missouri) um die Psychiatrie-Professorin Joan Luby in der Fachzeitschrift der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Hartmut Steeb (Stuttgart), Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz – sie befasst sich intensiv mit Fragen der Familie – fordert angesichts der Studie ein Umdenken in der Politik. Sie wirbt seit Jahren für eine Betreuung von unter Dreijährigen in Krippen, damit mehr Mütter einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Steeb gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Jetzt ist die Politik gefragt, ob die Ideologie wichtiger ist oder die Vernunft und ob das Wohl des Kindes oder das Wohl der Wirtschaft Vorrang hat.“

Mehr: www.idea.de.

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