Religionsfreiheit

Brennende Orgeln

Wir haben uns daran gewöhnt, dass irgendwo in der Welt christliche Kirchen angegriffen werden. Doch der Hass auf christliche Symbole breitet sich auch in Nordamerika und Europa weiter aus. Reinhard Bingener berichtet in der FAZ über wachsende Gewalt gegen christliche Symbole in Frankreich und Amerika (31.08.2020, Nr. 202, S. 3).

Er schreibt:

Lunte sagt, es gebe „keine eindeutige Hauptquelle“ für das Schwinden der Scheu, Kirchen zu beschädigen. „Mal sind es Islamisten, mal Anarchisten, mal geistig gestörte Personen. Und wenn ein Opferstock aufgebrochen wird, sind es einfach materielle Gründe.“ Über zunehmende Gewalt gegen Symbole des Christentums wird inzwischen auch in den Vereinigten Staaten berichtet.

Mehr hier, allerdings hinter einer Bezahlschranke: www.faz.net.

Schon ist das Bankkonto weg

Nachdem LGBT-Aktivisten Stimmung gemacht haben, schloss eine weltweit führende Bank die Konten zweier Beratungszentren. Die beiden betroffenen christlichen Organisationen unterstützen Menschen, mit unerwünschten gleichgeschlechtlichen Anziehungskräften und Fragen der geschlechtlichen Identität umzugehen. Sie sehen sich nun mit einer überwältigenden Blockade ihrer Geschäftsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen konfrontiert.

Die Taktik, mit der vorgegangen wird, ist – wie so oft – auch in diesem Fall schlicht: Aktivisten denunzieren Gruppierungen sowie Personen und die Banken oder Firmen wollen keinesfalls in den Verdacht geraten, „homophobe“ Organisationen zu unterstützen. Wer laut schreit, findet Gehör. Also kündigen die Unternehmen die Geschäftsbeziehungen auf.

Dass dies eine Form der Diskriminierung ist, fällt kaum jemanden auf und die Kirchen, Politiker und Medien interessiert das alles überhaupt nicht. Dabei ist bei solchen Vorfällen meist leicht zu erkennen, dass die Aktivisten durch Hass motiviert sind und zudem zu Hetze und Hass anstiften. Mike Davidson, der beide Gruppen leitet, erhielt auf seinem Smartphone eine Textnachricht mit folgender Botschaft:

Bring dich um. Du alter Boomer … Du bist das größte Stück Scheiße und ich hoffe, du fällst tot um. Ich hoffe, du und deine Familie werden vergewaltigt und getötet. Tu es. Bringe Dich um. Tue es einfach.

Hier die Einzelheiten: www.lifesitenews.com.

VD: CV

Wie Christen in China unterdrückt und verfolgt werden

Seit den achtziger Jahren wendet sich eine wachsende Zahl an Chinesen dem Christentum zu. Der Kommunistischen Partei missfällt diese Entwicklung. In den vergangenen Monaten haben die Repressionen gegen die protestantischen Hauskirchen zugenommen. Jetzt nutzen die Christen Chinas geopolitische Ambitionen, um im Ausland zu missionieren. Der Theologe Tobias Brandner aus Hongkong hat der NZZ erklärt, wie sie das machen. Die Zeitschrift fragt: „In einem Gespräch mit der NZZ vor fünfzehn Jahren haben Sie gesagt, die Chinesen seien ‚spirituell heimatlos‘.“ Die Antwort: 

Das ist unverändert so. Autoritäre Gesellschaften führen zu einer gewissen Schizophrenie: Die meisten Chinesen glauben zwar nicht an die Ideologie der Kommunistischen Partei Chinas, aber sie müssen ständig Lippenbekenntnisse ablegen. Zudem ist das Trauma der Kulturrevolution nie verarbeitet worden. Ausserdem führt das enorme wirtschaftliche Wachstum dazu, dass die Menschen zwar wirtschaftlich besser dastehen, aber feststellen: Die Gesellschaft hat Schaden davongetragen. Eine Entsolidarisierung, ein Verlust von Gemeinschaft, moralischer Zerfall. All dies sorgt dafür, dass die Menschen spirituell suchend sind, heimatlos. Sie finden in Religionen neuen Halt, eine neue Vision, neue Werte. Auch der Buddhismus wächst, aber das Christentum wächst am stärksten. Theologen gehen davon aus, dass es bis zu 80 Millionen Christen gibt in China.

Auf die Frage: „Wie geht es den Christen in China heute?“, antwortet Prof. Brandner: „Repression erfahren erst Personen, die stark sichtbar sind. Auch in China kann der Glaube auf individueller Ebene relativ gut gelebt werden. Aber der Staat beansprucht die letzte Autorität für sich. Die chinesischen Christen stehen damit im Zwiespalt. Für sie ist die letzte Autorität der liebe Gott und nicht der Staats- und Parteichef Xi Jinping.“

 Mehr: www.nzz.ch.

China: Pastor Wang Yi zu 9 Jahren Haft verurteilt

In China ist während der Weihnachtszeit der Pastor Wang Yi  von der Early Rain Covenant Church zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Amnesty International bezeichnet das Urteil als Schlag gegen die in China eigentlich garantierte Religionsfreiheit. Wang habe nur seinen Glauben praktiziert und sich friedlich für Menschenrechte in China eingesetzt, sagte Patrick Poon, der für Amnesty International in Hongkong arbeitet.

Die NZZ meldet (vgl. auch den Bericht der NYT): 

Das Urteil gegen Wang und das scharfe Vorgehen gegen Gläubige zeigen jedoch, dass Religionsfreiheit in China nur auf dem Papier besteht. Es ist Ziel der Kommunistischen Partei, dass die religiösen Gruppen sich der Partei und dem Staat unterordnen. Die Repressalien werden denn auch immer schärfer.

Mehr: www.nzz.ch.

Türkei: Aktive Christen unerwünscht

Der erneute Einmarsch der Türkei und mit ihr verbundener islamistischer Milizen in Syrien ist mit ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen, insbesondere der Vertreibung von Kurden, Christen und Jesiden im türkischen Nachbarland verbunden. Fast unbemerkt „reinigt“ die Regierung Erdoğan aber auch das türkische Inland von Christen und anderen Minderheiten. Ausweisungen und Einreiseverbote für engagierte Christen nehmen ein immer größeres Ausmaß an, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Seit Beginn 2019 sind bereits insgesamt 25 Personen ausgewiesen worden, die inoffiziell als Bedrohung für die nationale Sicherheit dargestellt werden. Hinzu kommen Ehepartner und weitere Familienangehörige, so dass allein in diesem Jahr bereits 60 bis 70 Personen Opfer dieser Politik geworden sind. Die Opfer sind Ausländer, die sich zum Teil bereits vor Jahrzehnten in der Türkei niedergelassen hatten und die in ihren türkischen Gemeinden als besonders aktiv gelten. Sie stammen aus Deutschland, Großbritannien, Finnland, USA, Neuseeland, Kanada und Australien. Die meisten Betroffenen erfuhren von ihrer Ausweisung bei einer Ausreise aus dem Land, manche auch erst bei der Wiedereinreise.

„Die Religionsfreiheit einschließlich des Rechts auf Mission wird in der türkischen Gesetzgebung garantiert. Eine Ausweisung von missionarisch aktiven Gläubigen ist rechtswidrig. Die Anschuldigung, die Betroffenen seien eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit, ist lächerlich und empörend“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. 

Die Ausgewiesenen sind in der Türkei integriert. Die allermeisten lebten und arbeiteten im Großraum Istanbul, Ankara und Izmir. Sie haben dort Familien und Beruf, besitzen Häuser oder haben Kinder in Ausbildung. Sie haben sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, sind teilweise sogar Arbeitgeber für Einheimische. Die Ausgewiesenen erhalten gleichzeitig ein Einreiseverbot. Die türkische Regierung gibt keine schriftliche Erklärung ab, warum die Betroffenen plötzlich eine Bedrohung darstellen und ihnen der Code „N-82“ oder „G-82“ zugeordnet wird, der faktisch als Einreiseverbot wirkt. Etliche ausgewiesene Christen haben gegen diese Anordnung der Behörden Klage eingereicht.

Dazu IGFM-Sprecher Lessenthin: „Es ist notwendig, dass Vertreter der Bundesregierung diese Gerichtsverfahren, die ihr allesamt bekannt sind, beobachten und dafür Vertreter der Botschaften und Konsulate zu den Gerichtsverhandlungen entsenden. Das Auswärtige Amt sollte von der türkischen Regierung Erklärungen fordern, weshalb der Code N-82 oder G-82 angewendet wird.“

Die Serie der Ausweisungen begann im Juli 2017 und hat 2019 ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Es gibt bei diesen ausgewiesenen Personen keine Gemeinsamkeiten, außer der, dass sie alle protestantische Christen sind, die aktiv im Gemeindeleben stehen oder/und evangelistisch tätig sind.

Die Erklärung von Abu Dhab und ihre Probleme

Es wurde als historischer Moment markiert: am 4. Februar 2019 haben Papst Franziskus und der Kairoer Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb in Abu Dhabi das „Dokument über die Geschwisterlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet.

In einem Interview hat Bischof Athanasius Schneider Probleme in der vom Vatikan unterstützten Erklärung deutlich benannt:

Der Papst bezog sich hier leider nicht auf den objektiv falschen Satz aus dem Abu Dhabi-Dokument, der besagt: „Der Pluralismus und die Vielfalt der Religionen, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Rasse und der Sprache werden von Gott in seiner Weisheit gewollt.“ Dieser Satz ist in sich selbst falsch und widerspricht der Göttlichen Offenbarung, weil Gott uns geoffenbart hat, dass Er keine verschiedenen Religionen will, sondern nur die eine Religion, die er im ersten Gebot des Dekalogs befohlen hat: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Sklaverei. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein geschnitztes Bild oder eine Abbildung von irgendetwas machen, das sich im Himmel oder auf der Erde oder im Wasser oder unter der Erde befindet. Du sollst dich nicht vor ihnen verneigen und ihnen nicht dienen“ (Ex. 20, 2-5). Unser Herr Jesus Christus bestätigte die beständige Gültigkeit dieses Gebotes und sagte: „Es steht geschrieben:“ Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und Ihm allein dienen“ (Mt. 4,10).

Mehr: www.kath.net.

Der Lügendetektor

Pastor Gottfried Martens hat tausend Iraner und Afghanen getauft. Nun prüfen Richter, ob sie wirklich fromm sind – oder nur ihre Chancen im Asylverfahren verbessern wollen. Doch wie soll man Religiosität beweisen? Ein heißen Thema. DIE ZEIT hat sich damit beschäftigt:

Martens’ Dreieinigkeits-Gemeinde gilt als eine der Gemeinden Deutschlands mit dem größten Anteil an Flüchtlingen, die nach ihrer Ankunft hier zum Christentum übergetreten sind. Aber die Fälle der nachträglichen Konversion beschäftigen die Verwaltungsgerichte in ganz Deutschland. Wie viele Fälle es genau sind, das weiß man auch beim Bamf in Nürnberg nicht. Hierzu würden keine Zahlen erfasst, teilt man auf Anfrage von Christ&Welt mit. Martens schätzt, dass es sich um eine vierstellige Zahl an Fällen handelt, allein in seiner Gemeinde gebe es Hunderte Gerichtsfälle.

Hier: www.zeit.de.

Das Reformationsdenkmal in Genf wurde beschädigt

Das Internationale Reformationsdenkmal in Genf erinnert an die Wirkung der Reformation auf die Welt. Das große Monument mit den Darstellungen von Calvin, Farel, Beza und Knox wurde wahrscheinlich am 15. Juli 2019 beschädigt. Die Stadt lässt nach den Tätern ermitteln. Die Tatsache, dass Regenbogenfarben auf das Denkmal geworfen wurden, deutet in eine bestimmte Richtung. Der Regenbogen ist ein Symbol der LGBT-Gruppen.

Mehr Informationen und Fotos gibt es hier: evangelicalfocus.com.

Rede frei! Mit Recht über das Evangelium sprechen

2019 RedeFreiWie können und dürfen Christen in ihrem Beruf, in der Schule und in der Öffentlichkeit über ihren Glauben reden? Fragen wie diese beantwortet eine 60-seitige Orientierungshilfe unter dem Titel „Rede frei! Mit Recht über das Evangelium sprechen“. Herausgeber sind die Deutsche Evangelische Allianz, die Juristenvereinigung „Christ und Jurist“ sowie die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International (Allianz zur Verteidigung der Freiheit). Vertreter dieser drei christlichen Verbände haben die 60-seitige Broschüre auf der Bundestagung von „Christ und Jurist“ am 24. Mai in Wiesbaden erstmals vorgestellt.

Hier die Broschüre: 2019_RedeFrei.WEB.pdf.

Die „vergessene Verfolgung“

Christen sind bei weitem die am meisten verfolgte religiöse Gemeinschaft und erleben derzeit etwas, was in einigen Teilen der Welt einem Völkermord gleichkommt, dies ergebe ein Bericht, der vom Auswärtigen Amt Großbritanniens in Auftrag gegeben wurde. Außenminister Jeremy Hunt habe gemäß einem Artikel von DAILY MAIL Anfang Mai die „politische Korrektheit“ kritisiert. Sie habe nämlich dazu geführt, dass man sich mit der Unterdrückung der Christen, die er die „vergessene Verfolgung“ nannte, nicht auseinandergesetzt habe.

Hier der Beitrag: www.dailymail.co.uk.

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