Praktische Theologie

Klaus Vollmer: Gemeinde aufbauen, nicht abbauen

Klaus Vollmer, Gemeinde aufbauen, nicht abbauen (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 81–82):

Ich weiß, daß es in vielen gläubigen Kreisen geradezu eine hysterische Angst vor geistiger und theologischer Klärung gibt. Der Grund liegt sehr häufig darin, daß gewisse Leute, die sich Theologen nennen, die Gemeinde nicht aufgebaut, sondern mit ihren gottlosen Sprüchen abgebaut haben. Von hierher ist zu verstehen, wenn mancher einfach keine Lust und kein Vertrauen mehr zu theologischer Arbeit hat, weil er befürchten muß, daß die Gemeinde nur zerstritten wird. Aber es gilt auch hier der Satz: Der Mißbrauch hebt den guten Gebrauch nicht auf … Holt Euch zu theologischer Arbeit nur solche Männer, die mit Euch beten und Gott loben können und die nachgewiesen haben, daß alle theologische Arbeit in dem Versöhnungsopfer von Golgatha gemessen werden muß, und von denen Ihr wißt, daß sie eine lebendige Ewigkeitshoffnung haben.

Die Evangelikalen: Weder einzig noch artig

Jürgen Mette meint in seinem Buch Die Evangelikalen: Weder einzig noch artig – Eine biografisch-theologische Innenansicht, die Krise der evangelikalen Bewegung sei hausgemacht. Das Problem seien vor allem die eigenen Richtungsstreitigkeiten. Das große Ganze trete in den Hintergrund, es herrschten Individualismus und Separatismus.

Er selbst gibt seiner Sehnsucht nach Vielfalt und Wachstum wie gewohnt leidenschaftlich Ausdruck. Ohne große Schmerzen ist er dabei bereit, für einen „modernen“ Aufbruch den Verzicht auf Glaubensinhalte, die für das Christentum naturgemäß dazugehören, hinzunehmen, etwa Jungfrauengeburt, Sühneopfer oder leibliche Auferstehung. Die Lösung geht also in die Richtung: breiter werden.

Ich reagiere auf solche Vorschläge mit einer gewissen Trauer und muss zugleich schmunzeln. Wohin eine Theologie der versöhnten Vielfalt führt, können wir nämlich an den deutschen Landeskirchen ablesen. Aufgrund ihres Profilverlustes steuern sie geradewegs in die Bedeutungslosigkeit hinein. Hansjörg Hemminger sagte kürzlich im Materialdienst der EZW (1/2019, S. 4) über die empirischen Gründe:

Wirksam sind, soweit empirische Daten dazu vorliegen, zwei miteinander verbundene Megatrends: der gesellschaftliche Geltungsverlust der Kirchen als Institutionen (Entkirchlichung) auf der einen Seite, der weltanschauliche Plausibilitätsverlust einer religiösen Lebensorientierung (Entreligionisierung) auf der anderen Seite. Evelyn Finger brachte es schon 2017 auf den Punkt: „Warum rennen die anderen trotzdem davon? Natürlich, weil viele nicht mehr an Gott glauben und weil es sozial kaum mehr sanktioniert ist, dies offen zuzugeben … Ist dieser Trend unumkehrbar? Manches spricht dafür.“

Viele Probleme der Evangelikalen sind in der Tat hausgemacht. Vielleicht liegen aber die Ursachen ganz woanders als wie Mette vermutet: Der enorme theologisch-geistliche Substanzverlust unter den Evangelikalen hat zu einer inneren Verunsicherung geführt, so dass kaum noch mit Überzeugung und Freude missioniert wird. Die Evangelikalen schwimmen mit dem Strom. Sie haben den Menschen nichts mehr zu geben, was diese in ihrer Kultur nicht sowieso vorfinden. Was uns weiterbrächte, wäre eine denkerische Aufarbeitung der Verunsicherung und eine daraus resultierende konfrontative und missionarische Ausstrahlung. Doch davon sind wir weiter entfernt als noch vor 20 Jahren.

Ich will zwei Rezensionen zum Buch Die Evangelikalen empfehlen. Daniel Facius hat für den Bibelbund die Besprechung „Segmentiert, amputiert, ramponiert?“ veröffentlicht. Er schreibt dort:

Und noch ein Weiteres muss verwundern: das fast völlige Fehlen einer Auseinandersetzung mit der „Wahrheit“. Mette schreibt viel über Gnade und Liebe, geht aber kaum darauf ein, dass Jesus gekommen ist, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben (Joh 18,37) und seine Gemeinde als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit baut (1Tim 3,15). Wer ernsthaft an einer Beilegung von innerevangelikalen Streitigkeiten interessiert ist, muss sich vordringlich mit dem Problem befassen, wie sich Liebe und Gnade und Wahrheit zueinander verhalten. Nicht jede inhaltliche Auseinandersetzung, nicht jede Kritik ist nämlich per se „ungnädig“. Auch scheint Mette die Frage des Schriftverständnisses als zweitrangig aufzufassen. Schon damit wird er auf entschiedenen Widerspruch bei den Bekenntnis-Evangelikalen stoßen (müssen), die übrigens zu Recht darauf hinweisen, dass ein Nachfolger Jesu auch und gerade von dessen Schriftverständnis lernen sollte, in dem für die „Option des Unglaubens“ keinerlei Raum ist. Ohne eine gemeinsame Überzeugung von der Bedeutung und Qualität der Grundlage (!) des christlichen Glaubens, der Heiligen Schrift, wird man zwar gnädig und liebevoll diskutieren, zu einer wirklich vertieften Einheit aber kaum kommen können.

Des Weiteren empfehle ich eine Rezension, die „Chilla“ bei Amazon veröffentlicht hat. Es heißt dort:

Einige seiner Kritikpunkte an diesen Bibeltreuen sind sehr nachvollziehbar: Etwa, dass die besten Bibelkenner oft auch die größten (und lieblosesten) Rechthaber sein können. Oder, dass von den „gegnerischen“ Positionen häufig Zerrbilder gezeichnet werden – Strohmänner, die sich leichter anzünden lassen. Selbst seine Ermahnung, dass die Bibeltreuen eigentlich die größten Bewahrer der Schöpfung sein müssten, sich auf diesem Feld aber erstaunlich wenig hervortun, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Es gibt also sicher so manches, was bibeltreue Christen aus diesem Buch für die kritische Selbstreflexion mitnehmen können (und sollten!).

Bühne äußert Unverständnis darüber, wie Mette jene als Glaubensgeschwister sehen kann, die „die Jungfrauengeburt, das Sühneopfer Jesu und seine leibliche Auferstehung offen leugnen oder umbiegen“ (S. 156). Mettes direkte Antwort auf diesen Vorwurf: „Männer und Frauen, die Jesus als Herrn bekennen, sind meine Brüder und Schwestern. Damit mache ich mich nicht eins mit ihren theologischen Extravaganzen.“ (ebd.) Dass er die Ablehnung solcher fundamentaler Glaubensinhalte als „theologische Extravaganzen“ ansieht, macht deutlich, wie anders er die Bibel versteht. Entscheidend fürs Christsein ist nicht, ob jemand zentrale biblische Glaubensinhalte teilt, sondern lediglich ob er sich in irgendeiner Weise zu Jesus bekennt. An diesem Punkt wird dann auch verständlich, warum es so schwer (ja eigentlich unmöglich) für ihn ist, echte Brücken zum „bibeltreuen“ Lager zu bauen. Beide Seiten sehen die Bibel als „Wort Gottes“ an, verstehen darunter aber etwas völlig anderes. Und so bleibt Mette nur die Flucht in die Polemik und die Hoffnung, dass einige von ihrem angestaubten Bibelverständnis bekehrt werden.

Einführung in die „Christozentrische Seelsorge“

Csm 2019 1 Seelsorge ed47f3db38Vom 10.–15. März 2019 werden wir in Friedrichshafen am Bodensee einen Einführungskurs zur „Christozentrischen Seelsorge“ anbieten. Folgende Themen sind geplant:

  • Einführung in die christozentrische Seelsorge (I bis V)
  • Sei ein Friedensstifter: Konfliktlösungen in der Gemeinde

Der Einführungskurs wurde für den Einstieg in die „Christozentrische Seelsorge“ entwickelt. Es geht um Grundlagen, auf die in den Aufbaukursen und Vertiefungskursen immer wieder zurückgegriffen wird. Ergänzt wird das Angebot durch eine Einführung in das Modul „Seelsorge an der eigenen Seele“ (SaS) sowie die „Gesprächsdokumentation“ (Ron Kubsch, Thomas Jeising. Lilia Stromberger). Eric Sollberger aus der Schweiz wird einen Tag zum Thema „Konfliktlösungen in der Gemeinde“ gestalten.

Mehr Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier: www.bucer.de.

Klaus Vollmer: Gemeinde kennt keine Stars

Klaus Vollmer, Die Gemeinde kennt keine Stars (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 35–37):

Das Neue Testament spricht an keiner Stelle von besonderen Methoden und Praktiken, die besonders erfolgreich seien. Es spricht auch nicht von bedeutenden Mitarbeitern, die alles richtig gemacht hätten und die man nur noch nachzuahmen brauche. Nein, und das Folgende ist würdig, daß man dem gründlich nachdenkt: die Botschaft der Heiligen Schrift spricht eindeutig und überaus häufig von der Gemeinde! Das Neue Testament spricht von dem unverfügbaren Geheimnis der Gemeinde Jesu, das darin liegt, daß kein menschliches Wollen bei der Gründung am Werke war und daß keine menschliche Instanz in der Lage ist, sie zu vernichten, und daß der auferstandene Herr es selbst ist, der seine Gemeinde bis zur ewigen Herrlichkeit erhalten und vollenden wird.

Die Gemeinde kennt keine Stars, die es besonders gut machen, sondern sie spricht von Dienern und Sklaven, die um Jesu willen nicht mehr anders können, als sich dieser Gemeinde hinzugeben! Und derjenige wird der Größte genannt, der bereit ist, die untersten und niedrigsten Dienste anzunehmen. Die Gemeinde, der gedient werden soll und der ganz gewiß immer gedient werden wird — dafür sorgt der Herr selber —, hat nichts Großartiges und Faszinierendes an sich. Sie ist die Gemeinschaft von Menschen, die in der Vergebung ihrer Sünden jenen Frieden erfahren haben, von denen eine Welt noch nicht zu träumen wagt. Die Gemeinde hat kein attraktives Aussehen, denn diese Welt ist von lauter Selbstherrlichkeiten bevölkert, die wenig Interesse an Menschen der Demut und des inneren Friedens haben.

Aber in dieser Gemeinde wohnt die Gegenwart des Heilands und des Herrn über die ganze Welt. Und nicht die Völker geben der Gemeinde Platz und Recht zum Leben, sondern es ist die Gemeinde, die dieser Welt die Hoffnung und die ewige Rettung zu geben vermag. Nicht die Welt zeigt das Ziel der Geschichte an, sondern es ist die Gemeinde, die der Welt den Weg in die Heimat zu zeigen weiß. Es sind nicht die Mächtigen, die einer Welt in ihren großen Lebensfragen helfen können, nein und tausendmal nein, sondern es ist die Gemeinde, die jenes Geheimnis in sich erfährt, das allein die Nöte der Menschheit zu lösen vermag.

Gemeinschaft, die das Evangelium stiftet

Wilhelm Lütgert, ein großer Gelehrter und Theologe, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung bekommt, sagte vor rund 100 Jahren einmal in einem Vortrag zu Phil 1,3–6 (Im Dienst Gottes, 1990, S. 11–11):

Die Gemeinschaft, die da ist, ist nicht gestiftet durch des Apostels gewaltige Persönlichkeit. Sie gründet sich nicht auf ihn, sonst dürfen wir ihm freilich seinen Dank nicht nachsprechen, sondern sie ist gestiftet durch das Evangelium, das er bringt. Bringen auch wir das Evangelium, so stiften auch wir Gemeinschaft am Evangelium. Nichts führt die Gemeinde zusammen und nichts hält sie äußerlich und innerlich zusammen als das Evangelium. Es stiftet Gemeinschaft, und zwar wirkliche und darum bleibende Gemeinschaft. Es können uns mancherlei Interessen verbinden zu vorübergehender Gemeinschaft, sie geht so weit und dauert so lange als die Interessen, auf die sie sich gründet. Auch gemeinschaftliche Arbeit stiftet eine tiefgehende und darum lang dauernde Gemeinschaft: aber eine ganze und darum ewige Gemeinschaft stiftet sie nicht. Eine Gemeinschaft, die die ganze Person bis in ihre tiefste Tiefe erfaßt und das ganze Leben umspannt, kann allein das Evangelium stiften.

Es füllt nicht nur unsere Gedanken, sondern unser Herz, uns selbst, und mit wem wir es teilen, mit dem teilen wir uns selbst. Man gibt sich selbst, wenn man das Evangelium gibt, man gibt seinen innersten Besitz, seine Seele und seine Liebe. Alle die, die bei Gott sind, sind auch beieinander.

Was Zwiespalt unter uns stiftet, das ist nicht das Evangelium, sondern das, was wir zum Evangelium hinzubringen, unser Eigensinn und unser Eigenwille. Freilich bringt uns auch das Evangelium nicht lauter Freude, sondern auch Schmerz. Es hat etwas Strenges an sich, weil es uns zum Ernst, zur Buße, zum Kampf aufruft. Zu einem Kampf, der nicht nach außen geht, sondern nach innen, und der uns weh tut, zu einer Arbeit an uns selbst, die die ganze Not und Mühe der Arbeit an sich trägt. Und hierzu brauchen wir einer den andern. Aber gerade dadurch stiftet das Evangelium Gemeinschaft, denn alle weichliche und törichte Liebe, die sich scheut, ein ernstes Wort zu sprechen, ist bald verbraucht und stiftet nicht Gemeinschaft. Wo nun das Evangelium wirklich ist, da ist auch eine solche Gemeinschaft, die liebevoll und doch ernst ist.

Und darum ist das eine bleibende Gemeinschaft. Ist sie einmal wirklich und ganz da, so kann sie nicht mehr zerreißen. Sie hält uns beisammen, so daß wir uns sofort wieder verstehen, wenn wir uns wieder treffen. Sie überdauert die Zeit und geht bis zum großen Tag Jesu Christi. Sie überwindet daher jede Trennung, weil sie uns vereinigt, bis wir vor seinem Angesicht und zu seiner Rechten stehen. Erst diese Hoffnung ist wahrhaftige Gemeinschaft.

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Der christliche Glaube in Nordamerika

Was glauben die Menschen in den USA über Gott, Jesus Christus, Sünde und Ewigkeit? Ligonier’s „State of Theology“- Umfrage hilft, Antworten auf diese Fragen zu finden. Alle zwei Jahre messen Ligionier und LifeWay-Research die theologischen Überzeugungen in den Vereinigten Staaten, um Christen zu helfen, die heutige Kultur besser zu verstehen.

Die Ergebnisse der Umfrage 2018 wurde vor einigen Tagen veröffentlicht. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse kann hier heruntergeladen werden: Ligonier-State-of-Theology-2018.pdf.

Der Gottesdienst und die Psalmen

Dietrich Bonhoeffer schreibt (Gemeinsames Leben; Das Gebetbuch der Bibel, Werkausgabe, Bd. 5, S. 115–116, unter Logos):

In vielen Kirchen werden sonntäglich oder sogar täglich Psalmen im Wechsel gelesen oder gesungen. Diese Kirchen haben sich einen unermeßlichen Reichtum bewahrt, denn nur im täglichen Gebrauch wächst man in jenes göttliche Gebetbuch hinein. Bei nur gelegentlichem Lesen sind uns diese Gebete zu übermächtig in Gedanken und Kraft, als daß wir uns nicht immer wieder zu leichterer Kost wendeten. Wer aber den Psalter ernstlich und regelmäßig zu beten angefangen hat, der wird den anderen, leichten, eigenen „andächtigen Gebetlein bald Urlaub geben und sagen: ach, es ist nicht der Saft, Kraft, Brunst und Feuer, die ich im Psalter finde, es schmeckt mir zu kalt und zu hart“ (Luther).

Wo wir also in unseren Kirchen die Psalmen nicht mehr beten, da müssen wir den Psalter um so mehr in unsere täglichen Morgen- und Abendandachten aufnehmen, jeden Tag mehrere Psalmen möglichst gemeinsam lesen und beten, damit wir mehrmals im Jahr durch dieses Buch hindurchkommen und immer tiefer eindringen. Wir dürfen dann auch keine Auswahl nach eigenem Gutdünken vornehmen, damit tun wir dem Gebetbuch der Bibel Unehre und meinen besser zu wissen, was wir beten sollen, als Gott selbst. In der alten Kirche war es nichts Ungewöhnliches, „den ganzen David“ auswendig zu können. In einer orientalischen Kirche war dies Voraussetzung für das kirchliche Amt. Der Kirchenvater Hieronymus erzählt, daß man zu seiner Zeit in Feldern und Gärten Psalmen singen hörte. Der Psalter erfüllte das Leben der jungen Christenheit. Wichtiger als dies alles aber ist, daß Jesus mit Worten der Psalmen auf den Lippen am Kreuz gestorben ist.

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Eine praktische Lektion in der Dämonenkunde

Eowyn Stoddard berichtet über Erfahrungen mit der finsteren Welt:

Nach wenigen Monaten auf „unserem“ Missionsfeld – einer postkommunistischen, toten, atheistischen Region – waren meine Familie und ich geschockt. Nein, kein Kulturschock, obwohl es davon einiges gab. Es war der Schock, dämonischen Kräften zu begegnen, die über unser Verstehen hinausgingen.

Zahlreiche seltsame Dinge waren passiert: Urin war literweise in unseren Kinderwagen gegossen worden, Blut war an unsere Wohnungstür geschmiert worden, ein kleines Loch war in die Vordertür gebohrt worden, was auf einen geplanten Einbruch hindeutete (das Loch wurde benutzt, um eine kleine Kamera einzuführen), viel Krankheit, wenig Schlaf für alle von uns und sogar das Gefühl einer bösen Gegenwart in unserem Schlafzimmer.

Zuerst dachten wir, dass wir nur fantasieren, aber der schaurige Höhepunkt waren die Alpträume, die unseren zweijährigen Sohn plagten.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

3 Fragen für Alistair Begg

Alistair Begg hat drei Fragen zu seinem Dienst beantwortet. Die erste Frage lautet: „Was ist Ihre Methode der Predigtvorbereitung?“.

Die Antwort:

Wann immer ich gebeten werde, meine eigene Vorbereitungsmethode zusammenzufassen, erwähne ich die folgenden Punkte, die ich von einem alten Pfarrer gelernt habe, als ich noch Theologiestudent war. Fünf Schritte oder Hinweise, die ich gerne im Hinterkopf behalte: Denke dich leer, lese dich voll, schreibe dich klar, bete dich heiß und sei du selbst, aber predige dich nicht selbst.

Diese Hinweise helfen mir, mich von Anfang bis Ende zu konzentrieren. Abgesehen von der wesentlichen Ermächtigung des Heiligen Geistes, ist dieser eine Aspekt der Predigtvorbereitung am engsten mit der Redegewandtheit und der Wirkung bei der Präsentation verbunden ist: Die Freiheit auf der Kanzel hängt von einer sorgfältigen Organisation des Textstudiums ab. Ein guter Lehrer macht den Weg frei, erklärt den Weg und geht dann auf dem Weg.

Die anderen Antworten gibts hier: equip.sbts.edu.

Entscheidungschristentum

Reinhard Bingener in der FAZ (15.08.2018, Nr. 188, S. 1):

Die Evangelische Kirche in Deutschland wartete vor kurzem mit einer bemerkenswerten Rechnung auf. Bei der Vorlage ihrer jährlichen Statistik rechnete die EKD vor, mit 180 000 Taufen und 25 000 Eintritten seien im Jahr 2017 abermals mehr Menschen in die evangelische Kirche eingetreten als aus ihr ausgetreten. Formal betrachtet, ist diese Rechnung korrekt. Der Sache nach handelt es sich aber um Schönfärberei, die einer Kirche unwürdig ist. Der tatsächliche Saldo wird nämlich erst sichtbar, wenn man den 25 000 Eintritten die 200 000 Austritte entgegenhält und den 180 000Taufen die 350 000 Todesfälle. Dann wird auch erkennbar, dass die evangelische Kirche von zwei etwa gleich starken Entwicklungen in die Zange genommen wird: von einer stark negativen demographischen Entwicklung und von der weiterhin hohen Zahl von Austritten.

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