Die Evangelikalen: Weder einzig noch artig

Jürgen Mette meint in seinem Buch Die Evangelikalen: Weder einzig noch artig – Eine biografisch-theologische Innenansicht, die Krise der evangelikalen Bewegung sei hausgemacht. Das Problem seien vor allem die eigenen Richtungsstreitigkeiten. Das große Ganze trete in den Hintergrund, es herrschten Individualismus und Separatismus.

Er selbst gibt seiner Sehnsucht nach Vielfalt und Wachstum wie gewohnt leidenschaftlich Ausdruck. Ohne große Schmerzen ist er dabei bereit, für einen „modernen“ Aufbruch den Verzicht auf Glaubensinhalte, die für das Christentum naturgemäß dazugehören, hinzunehmen, etwa Jungfrauengeburt, Sühneopfer oder leibliche Auferstehung. Die Lösung geht also in die Richtung: breiter werden.

Ich reagiere auf solche Vorschläge mit einer gewissen Trauer und muss zugleich schmunzeln. Wohin eine Theologie der versöhnten Vielfalt führt, können wir nämlich an den deutschen Landeskirchen ablesen. Aufgrund ihres Profilverlustes steuern sie geradewegs in die Bedeutungslosigkeit hinein. Hansjörg Hemminger sagte kürzlich im Materialdienst der EZW (1/2019, S. 4) über die empirischen Gründe:

Wirksam sind, soweit empirische Daten dazu vorliegen, zwei miteinander verbundene Megatrends: der gesellschaftliche Geltungsverlust der Kirchen als Institutionen (Entkirchlichung) auf der einen Seite, der weltanschauliche Plausibilitätsverlust einer religiösen Lebensorientierung (Entreligionisierung) auf der anderen Seite. Evelyn Finger brachte es schon 2017 auf den Punkt: „Warum rennen die anderen trotzdem davon? Natürlich, weil viele nicht mehr an Gott glauben und weil es sozial kaum mehr sanktioniert ist, dies offen zuzugeben … Ist dieser Trend unumkehrbar? Manches spricht dafür.“

Viele Probleme der Evangelikalen sind in der Tat hausgemacht. Vielleicht liegen aber die Ursachen ganz woanders als wie Mette vermutet: Der enorme theologisch-geistliche Substanzverlust unter den Evangelikalen hat zu einer inneren Verunsicherung geführt, so dass kaum noch mit Überzeugung und Freude missioniert wird. Die Evangelikalen schwimmen mit dem Strom. Sie haben den Menschen nichts mehr zu geben, was diese in ihrer Kultur nicht sowieso vorfinden. Was uns weiterbrächte, wäre eine denkerische Aufarbeitung der Verunsicherung und eine daraus resultierende konfrontative und missionarische Ausstrahlung. Doch davon sind wir weiter entfernt als noch vor 20 Jahren.

Ich will zwei Rezensionen zum Buch Die Evangelikalen empfehlen. Daniel Facius hat für den Bibelbund die Besprechung „Segmentiert, amputiert, ramponiert?“ veröffentlicht. Er schreibt dort:

Und noch ein Weiteres muss verwundern: das fast völlige Fehlen einer Auseinandersetzung mit der „Wahrheit“. Mette schreibt viel über Gnade und Liebe, geht aber kaum darauf ein, dass Jesus gekommen ist, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben (Joh 18,37) und seine Gemeinde als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit baut (1Tim 3,15). Wer ernsthaft an einer Beilegung von innerevangelikalen Streitigkeiten interessiert ist, muss sich vordringlich mit dem Problem befassen, wie sich Liebe und Gnade und Wahrheit zueinander verhalten. Nicht jede inhaltliche Auseinandersetzung, nicht jede Kritik ist nämlich per se „ungnädig“. Auch scheint Mette die Frage des Schriftverständnisses als zweitrangig aufzufassen. Schon damit wird er auf entschiedenen Widerspruch bei den Bekenntnis-Evangelikalen stoßen (müssen), die übrigens zu Recht darauf hinweisen, dass ein Nachfolger Jesu auch und gerade von dessen Schriftverständnis lernen sollte, in dem für die „Option des Unglaubens“ keinerlei Raum ist. Ohne eine gemeinsame Überzeugung von der Bedeutung und Qualität der Grundlage (!) des christlichen Glaubens, der Heiligen Schrift, wird man zwar gnädig und liebevoll diskutieren, zu einer wirklich vertieften Einheit aber kaum kommen können.

Des Weiteren empfehle ich eine Rezension, die „Chilla“ bei Amazon veröffentlicht hat. Es heißt dort:

Einige seiner Kritikpunkte an diesen Bibeltreuen sind sehr nachvollziehbar: Etwa, dass die besten Bibelkenner oft auch die größten (und lieblosesten) Rechthaber sein können. Oder, dass von den „gegnerischen“ Positionen häufig Zerrbilder gezeichnet werden – Strohmänner, die sich leichter anzünden lassen. Selbst seine Ermahnung, dass die Bibeltreuen eigentlich die größten Bewahrer der Schöpfung sein müssten, sich auf diesem Feld aber erstaunlich wenig hervortun, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Es gibt also sicher so manches, was bibeltreue Christen aus diesem Buch für die kritische Selbstreflexion mitnehmen können (und sollten!).

Bühne äußert Unverständnis darüber, wie Mette jene als Glaubensgeschwister sehen kann, die „die Jungfrauengeburt, das Sühneopfer Jesu und seine leibliche Auferstehung offen leugnen oder umbiegen“ (S. 156). Mettes direkte Antwort auf diesen Vorwurf: „Männer und Frauen, die Jesus als Herrn bekennen, sind meine Brüder und Schwestern. Damit mache ich mich nicht eins mit ihren theologischen Extravaganzen.“ (ebd.) Dass er die Ablehnung solcher fundamentaler Glaubensinhalte als „theologische Extravaganzen“ ansieht, macht deutlich, wie anders er die Bibel versteht. Entscheidend fürs Christsein ist nicht, ob jemand zentrale biblische Glaubensinhalte teilt, sondern lediglich ob er sich in irgendeiner Weise zu Jesus bekennt. An diesem Punkt wird dann auch verständlich, warum es so schwer (ja eigentlich unmöglich) für ihn ist, echte Brücken zum „bibeltreuen“ Lager zu bauen. Beide Seiten sehen die Bibel als „Wort Gottes“ an, verstehen darunter aber etwas völlig anderes. Und so bleibt Mette nur die Flucht in die Polemik und die Hoffnung, dass einige von ihrem angestaubten Bibelverständnis bekehrt werden.

Kommentare

  1. @ Ron:
    Das vielleicht davor am besten weglassen, denn es stimmt: „Der enorme theologisch-geistliche Substanzverlust unter den Evangelikalen hat zu einer inneren Verunsicherung geführt, so dass kaum noch mit Überzeugung und Freude missioniert wird.“
    Ich erlebe gerade in meinem freikirchlichen Gemeindeumfeld in einem atemberaubenden Tempo ein Rückgang in biblischer Theologie: Das zeigen Sätze wie: die Bibel kann auslegen jeder wie er will, es ist jedem seine Sache was er glaubt, alle kommen in den Himmel usw.
    Man gewinnt sogar mittlerweile eher den Eindruck, dass bibeltreues Christsein immer mehr schlecht gemacht werden soll (z.B. https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/ard-radiosendung-widmet-sich-den-evangelikalen-107932.html), anstatt dazu aufzufordern immer mehr Jesus als das Zentrum zu sehen und alles das in Frage zu stellen, was in seinem Wort nicht steht und dem wir nachjagen. Dafür stehen ökumenische Bestrebungen, moralisch ethische Toleranz und Glaubensersatz wie Nachhaltigkeit u.v.a. mehr im Vordergrund.
    Jesus immer mehr Raum zu geben und ihm wirklich nachfolgen ist das Gebot der Stunde

  2. Man sollte ein Netzwerk gründen, in welchem sich Jesusnachfolger verbinden können, die an dem absoluten Vertrauen in Vater, Sohn und Heiligen Geist festhalten und die Schrift, aller notwendigen Textkritik zum Trotz, als das durch Menschen niedergeschriebene Wort Gottes ansehen.

  3. @ FrankS: Es gibt mehrere solche Netzwerke wie Evangelium 21, Bibel und Bekenntnis, KfG, Bibelbund, EfA, Maleachi Kreis und die Vernetzungen der russlanddeutschen Gemeinden um nur einige zu nennen.

  4. Roderich meint:

    Danke, Matze.
    Du hast damit ein Programm für die öffentlich-rechtlichen vorgegeben; demnächst dürfen wir kritische Dokus zu diesen „rechten Netzwerken“ erwarten … 🙂
    Das Establishment arbeitet nämlich fleißig an folgender Gleichstellung:
    Nationalsozialismus = rechtsextrem = rechts = konservativ = bibeltreu.
    Von besorgten Christen, die diese Dynamik nicht verstehen, kann man daher demnächst verstärkt Dementis hören: „Wir sind aber nicht rechts“.

    Zunächst werden dann die konservativsten Gruppierungen öffentlich diffamiert; gemäßigter konservative Christen werden sich dann von denen distanzieren, bis sie selber dran sind; die noch gemäßigteren werden ihnen aber dann nicht beispringen, in der Hoffnung, dann selber aus dem Schneider zu sein.

    Kurz zusammengefasst: alles, was nicht „links“ oder marxistisch oder multikulturalistisch oder pro Gender ist, steht für das Establishment auf dem Kieker und wird in absehbarer Zeit desavouriert, und Christen, die das Spiel nicht verstehen, werden ihre Zeit mit Unterwerfungs-Distanzierungs-Übungen verschwenden. Sie handeln damit aber ganz und gar unbiblisch.
    Christen sollen dem Bösen nicht weichen.

  5. Schlotti meint:

    Die beiden letzten Artikel hier auf der Seite spiegeln sehr gut das traurige Bild wieder, das ich angesichts der aktuellen Situation habe. Mette, Bolz-Weber und indirekt auch Dietz. Alle werden gepusht, veröffentlichen und man spricht über sie. (Damit meine ich jetzt nicht Rons Berichte hier, die ja informieren wollen!) Mette und Dietz wollen Evangelikale sein. Schaut man sich jedoch einmal ihre Positionen zur Schriftfrage an, frage ich mich, was wohl Evangelikale vor 20, 30 oder 40 Jahren dazu gesagt hätten. Warum bestehen sie darauf Evangelikale zu sein? Warum sind sie nicht so ehrlich und bezeichnen sich als Post-Evangelikale? Denn eins steht fest: Wenn sie evangelikal sind, dann hat der Begriff keinerlei Aussagekraft mehr! Ich persönlich empfinde das als überaus traurig.

    Was mich dann noch besonders stutzig macht, ist, dass sich kaum ein Evangelikaler dazu äußert. Ich höre oder lese die „typischen“ Rezensionen von Bibelbund o.ä. Gut so! Aber keinerlei Wort von bestimmten Bibelschulen oder theologischen Seminaren. Muss man also deren Schweigen so verstehen, dass sie Mette, Dietz, Brudereck usw. tatsächlich noch als evangelikal ansehen? Wenn ja, dann ist das ein Armutszeugnis.

    Ron schreibt irgendwo, dass er bei etwas das er gelesen hat schmunzeln musste. Ich bewundere das aufrichtig. Denn ich kann nicht mehr schmunzeln, sondern ärgere mich und kann nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Liebe Grüße
    Schlotti

  6. @ Roderich @ Schlotti
    Was Du beschreibst @Roderich, ist uns schon in der Schrift vorhergesagt. Der Glaube wird als töricht, als etwas das völlig abwegig ist für den Menschen angesehen. Warum?
    Dem Menschen läuft es total zuwider seinen Stolz (positives Selbstbild oder wie es noch heisst) und seine Selbsterlösungsversuche an der Garderobe abgeben zu müssen. Beides greift aber in den Gemeinden immer mehr um sich und ersetzt ein biblisches Evangelium. Dann ist es auch logisch @ Schlotti, dass sich zu solchem Themen immer wenige Leute aus dem evangelikalen Spektrum kritisch dazu äussern weil es sie nämlich selbst so sehen oder tolerieren
    Rückblende: Vor ca. 40 Jahren waren folgende Liedtexte evangelikaler Standard
    https://www.youtube.com/watch?v=q2N9Sv76FjM
    Manomann, wie hat sich das alles verändert!!

  7. Schlotti meint:

    Noch ein kleiner Nachtrag …

    1986 veröffentlichte Eckhard J. Schnabel sein Buch „Inspiration und Offenbarung“, das 1997 in zweiter (ich glaube unveränderter) Auflage erschien. Kurze Zeit später wurde Schnabel Dozent an der Bibelschule Wiedenest und Gastdozent an der FTA in Gießen. In „Inspiration und Offenbarung“ setzt sich Schnabel mit allen wichtigen Fragen zum Schriftverständnis auseinander. Für mich war es eine Wohltat zu lesen, wie „ungeniert“ er sich zur völligen Inspiration und Irrtunmslosigkeit der Schrift bekennt. Dieses Buch erschien ja auch zu einer Zeit, in der in gewissen Kreisen das Schriftverständnis heiß diskutiert wurde.

    Schnabel ist in evangelikalen Kreisen und darüber hinaus, wahrlich kein Leichtgewicht in der Theologie (dazu ist er ein sehr demütiger Mann). Auch wenn Bücher allein nicht genügen. Ich würde mir von Herzen wünschen, dass Schnabel sein Buch aktualisiert, auf gegenwärtige Entwicklungen eingeht und es als dritte Auflage herausgegeben wird. Gerade angesichts jüngster Veröffentlichungen von Mette, Dietz u. a. wäre dies ein großer Gewinn. Anhand seiner Veröffentlichungen kann ich mir nicht vorstellen, dass sich sein Schriftverständnis großartig geändert hat. Und obwohl er nun seit mehr als 20 Jahren in den USA Professor ist, hat er, soweit ich es beurteilen kann, den deutschprachigen Raum weiterhin gut im Blick.

    Wie geasagt können Bücher allein keine Wende bringen. Doch sie können jungen Predigern eine große Hilfe sein, in den konkreten Gemeinden/Kirchen ihren Dienst zu tun.

    Liebe Grüße
    Schlotti

  8. Theophil Isegrim meint:

    @ Schlotti: Nunja, Mette darf nicht kritisiert werden. Sein großes Thema ist nämlich Gnade und Liebe. Zwar ist das alles sehr verdreht, denn wer von Gnade redet, der meint eigentlich auch Gericht, denn was soll Gnade ohne Gericht? Aber so weit denken sie nicht. Sie sprechen diese Themen an und machen sich damit quasi zu Experten von Gnade und Liebe und wer da etwas kritisiert, der kritisiert Gnade und Liebe.

    Ich hatte so ein Gnade/Liebe-Exemplar – der übrigens ein äußerst liebloser Mensch war, aber dies geschickt verbergen konnte – in den 1990er Jahren mal vor mir und konnte ihn gut studieren. Die sind nicht leicht zu packen. Aber oftmals haben sie nur eine zwar raffinierte Masche, aber halt nur eine. Damit ist ihr Verhalten gut vorhersehbar. Somit kann man einigen Leuten die Augen öffnen, wenn man kurz vorher ankündigt, was als nächstes kommt.

    Und dann haben sie noch eine andere Eigenschaft. Sie wirken sehr authentisch und überzeugend. Das liegt daran, daß sie wirklich fest von dem überzeugt sind, was sie tun und daß es absolut positiv ist. So ähnlich wie Mielke ehrlich davon überzeugt war ein Humanist gewesen zu sein. So ein richtig schöner Realitätsverlust im Wahn aufgelöst.

  9. Theophil Isegrim meint:

    Ach noch was Schlotti. Kennst Du das Buch „Biblische Hermeneutik“ von Gerhard Maier? Kann ich Dir nur sehr empfehlen.

  10. Roderich meint:

    @Theophil,

    So ähnlich wie Mielke ehrlich davon überzeugt war ein Humanist gewesen zu sein.

    War er doch auch. Der Sozialismus (mit all seinen Greueltaten) ist nur eine (sehr plausible, wenn auch nicht die einzige mögliche) Konsequenz des Humanismus, der mit dem Gutsein des Menschen anfängt. Um das Gute im Menschen nach vorne zu bringen und damit es sich entfalten kann, welches ja nur durch die Strukturen der Gesellschaft verdeckt / entartet ist, müssen wir mit Gewalt die Gesellschaft zur klassenlosen Gesellschaft umfunktionieren (auch wenn man dabei ein paar Störenfriede ausräumen bzw. umbringen muss).

    @Schlotti,

    Eckhard Schnabel ist wahrlich kein Leichtgewicht in der Theologie

    Das stimmt genau! Sein riesiges Werk „Urchristliche Mission“ (SCM Brockhaus 2018) hat 1806 Seiten und ist wissenschaftlich fundiert und kostet nur 79,95€. Ist wohl ursprünglich auf Englisch erschienen („Early Christian Mission“, Inter Varsity 2004, 1972 Seiten, die englischspr. Version hat auf Amazon 7 x 5 Sterne erhalten!)

  11. Roderich meint:

    Hier noch ein guter Artikel von W.L.Craig: „Ist Ungewissheit eine solide Grundlage für religiöse Toleranz?“

    https://de.reasonablefaith.org/schriften/wissenschaftliche-schriften/ist-ungewissheit-eine-solide-grundlage-fuer-religioese-toleranz

    „Religiöse Toleranz auf der Ungewissheit in Bezug auf die Wahrheit seiner eigenen religiösen Überzeugungen zu gründen, ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Diese Ansicht setzt naiv voraus, dass die Quellen für religiöse Intoleranz hauptsächlich intellektuell und nicht sozial sind. Es wird unbegründet vorausgesetzt, dass alle Religionen epistemisch gleichwertig sind, und dabei außer Acht gelassen, dass manche Religionen religiöse Toleranz unterstützen. Schließlich ist die These in sich widersprüchlich, denn insofern sie die Objektivität einiger moralischer Prinzipien voraussetzt, stellt sie eigentlich einen Einwand gegen die großen religiösen Traditionen dar.“

    (Dabei geht es um interreligiöse Toleranz; aber man kann dies auch gut auf das Verhältnis zwischen Postevangelikalen und Evangelikalen beziehen.)

  12. Theophil Isegrim meint:

    @ Roderich: Das geht in eine andere Richtung. Ich meinte folgendes Zitat und er war voll davon überzeugt: „Ich bitte um Verzeihung. Das ist doch nur eine natürliche menschliche Sache. – Das ist doch eine formale Frage – Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen! Na ich liebe doch, ich setze mich doch dafür ein!“ – 13. November 1989 vor der Volkskammer

  13. Zitat Theophil Isegrim:
    „Die sind nicht leicht zu packen. Aber oftmals haben sie nur eine zwar raffinierte Masche, aber halt nur eine. Damit ist ihr Verhalten gut vorhersehbar. Somit kann man einigen Leuten die Augen öffnen, wenn man kurz vorher ankündigt, was als nächstes kommt.

    Und dann haben sie noch eine andere Eigenschaft. Sie wirken sehr authentisch und überzeugend. Das liegt daran, daß sie wirklich fest von dem überzeugt sind, was sie tun und daß es absolut positiv ist. So ähnlich wie Mielke ehrlich davon überzeugt war ein Humanist gewesen zu sein. So ein richtig schöner Realitätsverlust im Wahn aufgelöst.“

    Zitat Jesus:
    „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

    Wenn ich diese Analyse über den „Menschenschlag“, die „Mettes“ unter den Christen, lese, sehe ich da nicht mal ein Bemühen um Liebe.
    Und jetzt kommt mir nicht mit, wer liebt, der sagt auch Unbequemes.

    Glaube heißt Liebe üben (Gal 4,6), viel Erfolg beim Üben!

  14. Schlotti meint:

    Hallo T, wenn ich über Mette, Dietz usw. schreibe, dann um die Personen und deren Ansichten zu beschreiben. Wie sonst sollte das gehen? Ich treffe damit aber kein Urteil über die Personen. Es sei denn sie glauben, dass die Ansichten eines Menschen infrage zu stellen, gleichzeitig heißt den Menschen zu verurteilen. Wie soll es dann aber zu einem echten Austausch oder einer Diskussion kommen? Ich gehe davon aus, dass wenn jemand etwas schreibt, er auch damit rechnen muss kritisiert zu werden. So wie sie es ja auch mit uns machen. 😉 Ich unterstelle ihnen aber deshalb nicht gleich Lieblosigkeit. Also gleiches Recht für alle! Liebe Grüße Schlotti

  15. Lieber T,
    Schlotti schrieb zurecht „Wie soll es dann aber zu einem echten Austausch oder einer Diskussion kommen?“. Denn leider bedenkst du nicht, dass du mit deinem Kommentar genau das machst, was du kritisierst. Du hast recht, man muss auf den Tonfall achten und darauf, welche Wörter u. Formulierungen man verwendet. Trotzdem muss Gemeinde sich darum bemühen, die Lehre rein zu erhalten. Das setzt auch offensichtliche Angriffe auf die Lehre voraus, als auch verborgene. Das muss man thematisieren können.

    Viele Grüße
    PeterG

  16. Helge Beck meint:

    Die Evangelikalen sind doch ein Produkt der Neuzeit, wenn sie letztendlich da auch ankommen ist das doch zu begrüßen.

  17. @Helge Beck: Die Neuzeit begann im 15. Jahrhundert. Ich bezweifle, dass es damals schon Evangelikale gab.

    Liebe Grüße, Ron

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  1. […] Nachtrag: Ron Kubsch trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er die hausgemachten Probleme des Evangelikalismus grundsätzlich anders verortet. […]

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