Praktische Theologie

„Transformation“ statt „Mission“

Auf einem dreitägigen Zukunftsforum haben kürzlich rund 800 Verantwortliche aus 563 Kirchenkreisen über die Zukunft der EKD nachgedacht. Karsten Huhn war für ideaSpektrum dabei und hat u.a. folgende Beobachtung gemacht (ideaSpektrum, Nr. 21, 21. Mai, S. 15):

Auffallend: Das in den 2000er Jahren vorübergehend beliebt gewordene Wort Mission ist erst mal wieder von der Tagesordnung verschwunden. Stattdessen dominiert jetzt das Wort Transformation. Auf dem Zukunftsforum hat man es so oft gehört, dass man es am liebsten auf den Index setzen möchte.

Zum Todestag von Francis Schaeffer

Am 15. Mai 1984 verstarb Francis August Schaeffer. Da er im deutschen Sprachraum inzwischen leider nicht mehr so bekannt ist wie er sein sollte, hat Jonas Erne eine Einführung in sein Leben und Werk verfasst.

Vor 30 Jahren (am 15. Mai 1984) ist Francis August Schaeffer gestorben. Heute hört man relativ selten von ihm. Und doch war er ein Mann, der wie kaum ein Anderer die Menschen seiner Zeit kannte und liebte. Wer war denn dieser Francis Schaeffer? Was hat ihn zu dem Menschen gemacht, der er war? Und: Was kann er unserer Zeit lehren, was uns verloren gegangen ist? Diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir nachgehen. Heute, 30 Jahre nach seinem Tod, können wir vieles sehen, was Schaeffer uns geradezu prophetisch vorausgesagt hat. Mit seinem Tod ist eine schmerzliche Lücke entstanden, die so einfach niemand füllen kann. Zugleich hat er uns aber auch einen reichen Schatz an Schriften hinterlassen, die es absolut wert sind, immer wieder gelesen zu werden. Nicht nur gelesen, vor allem auch gelebt. Francis Schaeffer war ein Mann, dem das Zusammenspiel von Glauben und Tun ganz besonders wichtig war. Er nahm die Menschen ernst, er lebte ihnen vor, was er predigte. So war sein „Missionswerk“ L’Abri (französisch für „die Zuflucht“) ein reines Glaubenswerk. Er schrieb keine Bettelbriefe, sondern erbat sich das fürs Leben Notwendige direkt bei Gott – und er bekam es. Wir wollen in den folgenden Seiten das Leben von Schaeffer und seine Botschaft an unsere Zeit betrachten. Möge dieser Mann uns ermutigen, ein echtes, authentisches Leben zu führen, durch welches die Menschen die Kraft und Wahrheit Gottes erkennen können.

Hier geht es zum Text von Jonas: schaeffer.pdf.

Matt Chandler: Persönliche Evangelisation

Hier ein (nicht unkritischer) Artikel über Matt Chandler. Joe Maxwell schreibt für CT unter anderem:

For a long time, Chandler had prayed for his dad to know Christ. „I remember being confused with the idea of [Dad having] free will, but then me asking God to save him. To me those two things were incompatible.“

He found the answer in classically Reformed teachings, especially those of John Piper. Chandler embraces the view that God predestines some to heaven and others to hell. Another turning point came at the first Passion conference in 1997—“probably the most delightfully devastating moment of my growth,“ says Chandler. Piper spoke on being a Christian hedonist, and Chandler signed up.

After that, people flocked to his Bible studies, and his itinerant preaching drew thousands. In 2002, Chandler took over First Baptist Church of Highland Village, with about 160 members; today, it is the Village Church, ranked the ninth largest in the SBC.

The high-speed trip hasn’t stopped. Nor has it been easy.

Just as his church was mushrooming in late 2009, Chandler suffered a seizure on Thanksgiving morning and was diagnosed with a malignant brain tumor. Bald from chemotherapy, he kept preaching, inviting people to pray for his healing via regular video updates. Eight months later, doctors proclaimed him cured. Chandler says God miraculously healed him. Later that year, Chandler told Justin Taylor of the Gospel Coalition, „I’m not sure how men and women without a strong view of God’s sovereignty and authority over all things handle things like this.“

It was much easier trusting God when „the stakes“ were lower, „when we were a small church with no money, and thousands of people weren’t downloading my sermons every week,“ says Chandler. Today he is familiar with wild rides; perhaps he’s been prepared to lead hundreds of pastors on one doozy of a future spin.

Alex R. hat mich auf Matts Vortrag über persönliche Evangelisation hingewiesen: www.ministrygrid.com.

Spurgeon Konferenz 2014

Spurgeon CoverDer Glaube kommt aus der Verkündigung, die Verkündigung aus dem Wort (vgl. Röm 10,17). Die Spurgeon Konferenz, benannt nach Charles Haddon Spurgeon, „the Prince of Praechers“, möchte Predigern aufzeigen, wie sie Gottes Wort verstehen, auslegen und verkündigen können.

Die Vorträge, gehalten von David Jackmann, ehemaliger Präsident des „Proklamation Trust“ in London, und Dr. Michael Clark, Neutestamentler am Studienzentrum München, sollen dazu ermutigen, Gottes Wort kraftvoll zu verkündigen. In Gruppenarbeiten wird das Erlernte weiter vertieft und praktisch angewandt.

Die Konferenz findet zwischen dem 6. und 9. August 2014 in München statt. Sie wird in englischer Sprache abgehalten (aber ins Deutsche übersetzt).

Eine Anmeldung ist notwendig und kann hier erfolgen: www.bucer.de.

Ein Flyer mit weiteren Informationen kann hier heruntergeladen werden: spurgeon_web_d.pdf.

Das gefühlte (Pseudo)Evangelium

SentimentalDer Historiker Todd M. Brennemann hat ein Buch über den nordamerikanischen Evangelikalismus geschrieben. In:

beschreibt er die Evangelikalen als regressive Leute mit einem Hang zur Sentimentalität und zum Kitsch. Wie wahr!

Professor Jay Green hat für CT eine gute Rezension verfasst.

Homespun Gospel could very well launch a broad reinterpretation of contemporary evangelicalism. By placing sentimentality at its center, Brenneman challenges some long-standing assumptions about the movement’s contours and priorities. He argues that evangelicals’ “culture of emotionality” and “appeal to tender feelings” subtly shape both their beliefs about God and their manner of engaging the modern world. Sentimentalism elevates personal emotional needs—and their satisfaction through divine help—to evangelicalism’s highest priority.

Brenneman invites us to look closely at a popular yet understudied segment of evangelical discourse and commercial life. He focuses on the contributions of three celebrity pastors: Max Lucado, Rick Warren, and Joel Osteen. During the past 25 years, he says, these profitable “evangelical brands” have produced mountains of books and merchandise that reflect both the emotional and therapeutic appeal of evangelical teaching and the abiding popularity of sentimentalism.

Hier mehr: www.christianitytoday.com.

Ed Welch bald in Deutschland

NBS-Conference-neu

Ed Welch arbeitet als Seelsorger und Lehrer für das CCEF (Christian Counseling and Educational Foundation). Er studierte Seelsorge an der Universität in Utah (Ph.D. im Fachbereich Neuropsychologie) sowie Theologie (M. Div) am Biblical Theological Seminary, Hatfield, Pennsylvania (USA). Im Juni wird er für einige Veranstaltungen in Deutschland und in der Schweiz sein.

Mehr Informationen dazu hier und im Flyer: NBS-Flyer Konf-2014 D.pdf.

Hier noch ein Interview mir Dr. Welch über Seelsorge und die Heilige Schrift:

Die Torheit der Predigt

Nachfolgend ein Gastbeitrag von Stefan Beyer zum Wesen der Evangeliumsverkündigung:

 Die Torheit der Predigt

Die Allianz Gebetskonferenz beschäftigte sich dieses Jahr mit dem Thema „Mit Geist und Mut gegen den Strom“. Die Frage war: Müssen wir Christen heutzutage Bauchredner des Zeitgeistes sein, um noch gehört zu werden, oder möchte Gott die Torheit der Predigt gebrauchen, um die gute Nachricht eines gestorbenen und auferstandenen Messias zu den Herzen der Menschen zu bringen? Der Weg, den Paulus beschreibt, um diese gute Nachricht weiterzugeben und Glauben zu wecken, unterscheidet sich von vielen zeitgenössischen Ansätzen, aber auch von Vorbildern aus anderen Religionen.

Im 1. Korintherbrief gibt er Rechenschaft über die Art und Weise, wie er das Evangelium in Korinth verkündigt hat (1. Korinther 2,1-5):

So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch. Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft.

Er legte keinen Wert auf überzeugende Rede oder Weisheit, sondern konzentrierte sich auf die Verkündigung des Evangeliums. Er kam nicht in Stärke, sondern in Schwäche. Die Kraft seiner Überzeugung rührte nicht von seiner überlegenen Rhetorik, sondern durch seine Worte offenbarte sich Gottes Geist und Gottes Kraft. Er betont an anderer Stelle (Römer 1,16), daß im Evangelium selbst Gottes Kraft wirksam wird und er den Glauben schafft, den er verlangt (Ephemer 2,8.9). Darüber hinaus gab der Herrn den Aposteln noch besondere Wundergaben, um die Verkündigung des Evangeliums zu bestätigen (2. Korinther 12,12).

Auch wenn wir in der Regel nicht diese Form von Wundergaben haben, um unsere Predigt zu untermauern, so dürfen wir doch auf die gleiche Macht Gottes vertrauen, die aus dem Wort Gottes erwächst (Hebräer 4,12). Wir sind nicht darauf angewiesen, unsere Botschaft zu verändern oder empfänglicher zu gestalten, sondern wir dürfen im Vertrauen auf den Herrn die gute Nachricht weitersagen, denn Gott gefällt es, „durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben“ (1. Korinther 1,21).

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