2009

Eine ESV Study Bible zu verschenken!

Ich möchte mich auch in diesem Jahr bei allen Lesern des Theoblog ganz herzlich für das Interesse an den Beträgen und Disputen bedanken!

In den zurückliegenden Monaten habe ich viele nette Leute kennen und schätzen gelernt. Wenn ich bedenke, dass an so manchen Tagen das Blog über 2500 Mal besucht wurde, weiß ich gar nicht, was ich dazu sagen soll.

Dankbar bin ich natürlich für die ermutigenden Briefe, die ich gelegentlich erhalte. Dankbar bin ich auch für die zahlreichen kritischen Leser und die empfangenen unbequemen Anfragen. Ich bemühe mich, Auseinandersetzungen klar und sachlich aber zugleich respektvoll und fair zu führen. Nicht immer gelingt das. Sollte sich jemand persönlich angegriffen fühlen, bin ich an einer »Aufarbeitung« interessiert.

Übrigens: Etliche Leute haben im vergangenen Jahr Bücher über TheoBlog bei Amazon bestellt und mir auf diese Weise 5 Prozent des Kaufpreises als Werbekostenerstattung zukommen lassen. Herzlichen Dank für diese Form der Unterstützung (mehr dazu hier).

Ich möchte mich auch in diesem Jahr durch eine kleine Aufmerksamkeit erkenntlich zeigen.

esvst2.jpgJeder Blog-Leser hat die Chance, in der Weihnachtszeit ein Päckchen mit der wirklich herausragenden ESV Study Bible zu empfangen (Buch des Jahres 2009, siehe hier).

Um Empfänger dieses Päckchens werden zu können, sind folgende drei Punkte zu beachten:

  1. Sie müssen TheoBlog via RSS oder Atom abonniert haben (Vertrauenssache).
  2. Sie müssen mir über das Kontaktformular Ihre eMailadresse mitteilen (und dabei das Stichwort: »Weihnachtspäckchen« in der Mitteilung erwähnen).
  3. Am 20. Dezember werde ich von meinen Kindern unter allen übersandten Adressen einen Empfänger über ein Losverfahren auswählen lassen und die gewählte Person kontaktieren (Vertrauenssache). Nach Übersendung der Postanschrift schicke ich die Bibel mit einem Päckchen an den Gewinner.

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Der aufziehende Kulturkampf 2.0

Thomas Schirrmacher sieht am Horizont Anzeichen für einen aufziehenden Kulturkampf 2.0:

Die Europäische Union hat gewaltige Aufgaben vor sich. Doch statt Arbeitslosigkeit und Rassismus zu bekämpfen, grast sie die Gesetzgebung ab, wo Kirchen als Religionsgemeinschaft vermeintliche Sonderrechte haben. Religionsfreiheit, nein danke? Kirchliches Selbstbestimmungsrecht nach § 140 des deutschen Grundgesetzes, aber wieso denn? Jede Kirche soll gefälligst wie jede Firma dem unmittelbaren Zugriff des Staates unterliegen. Gewissensnöte Gläubiger? Die werden schon einknicken, wenn der Druck nur stark genug ist.

Die EU, genauer bestimmte politische Kräfte in der EU, wollen die christlichen Kirchen in die Knie zwingen. Nicht etwa den in einigen Teilen mit klarem politischen Machtanspruch auftretenden Islam, nicht die islamistische Minderheit, die unverhohlen Gewalt einsetzt, denen man vielmehr erstaunlich sanftmütig entgegentritt und deren Kritiker man mit millionenschweren Aktionen gegen Islamophobie das Leben schwer macht. Nein, den christlichen Kirchen, die in den Ländern der EU ganz wesentlich den Staat mittragen, die Demokratie stützen, die Zivilgesellschaften bereichern. Den Kirchen, die den Gedanken eines friedlichen Europas und seine Begründer mit hervorgebracht haben – man denke nur an europäischen Urvater Robert Schumann.

Die Stellungnahmen für das »Institut für Ethik und Werte« kann hier als PDF-Datei herunter geladen werden: schirrmacher_zu_Manhattan_Kulturkampf_2009_0_.pdf.

Weihnachtsaktion für Accordance Module

Die Softwareschmiede OakTree bietet bis zum 31. Dezember attraktive Rabatte für die Bibelsoftware Accordance an. Die großen Kollektionen werden mit 20 Prozent Nachlass verkauft. Für Exegeten dürfte besonders interessant sein, dass der Word Biblical Commentary auf CD-ROM für US$ 349 verkauft wird (Normalpreis US$ 1190 und das aktuelle Angebot für die Logos Bible immer noch US$ 699) .

Hier mehr: www.accordancebible.com.

Die »Manhattan-Erklärung« auf Deutsch

Freundlicherweise hat das Institut für Ethik & Werte die »Manhattan-Erklärung« übersetzt. In der Präambel heißt es:

Heutige Christen sind Erben einer zweitausendjährigen Tradition. Zum Inhalt dieser Tradition gehören die Verkündigung von Gottes Wort, das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, Widerstand gegen Tyrannei sowie der karitative Einsatz zugunsten der Armen, Unterdrückten und Leidenden.

Im vollem Bewusstsein, dass christliche Gemeinschaften und Institutionen über die Jahrhunderte oft versagt haben und unvollkommen geblieben sind, machen wir uns das Erbe der Christen zu eigen, die sich für unschuldiges Leben einsetzten, indem sie ausgesetzte Säuglinge von den städtischen Müllhalden des Römischen Reiches retteten und dessen Duldung des Kindermords öffentlich anprangerten. Wir gedenken mit Ehrfurcht der Gläubigen, die während der Pest in den Städten blieben, um sich um Kranke und Sterbende zu kümmern, oder lieber mutig in den Arenen starben als ihren Herrn zu verleugnen.

Im Mittelalter waren es die christlichen Klöster, die nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch die abendländische Literatur und Kunst bewahrten. Christen waren es, die das Übel der Sklaverei bekämpften. Päpstliche Erlasse im 16. und 17. Jahrhundert verurteilten den Sklavenhandel und exkommunizierten die Händler. Evangelikale Christen wie William Wilberforce bewirkten das Verbot des Sklavenhandels in Großbritannien und gründeten karitative Vereine zur Unterstützung der Armen, der Häftlinge und der Opfer der Kinderarbeit, die oft an Maschinen gekettet wurden.

Es waren Christen, die in Europa das Königtum von Gottes Gnaden angefochten haben und sich erfolgreich Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung erkämpften, um moderne Demokratie überhaupt zu ermöglichen. In den Vereinigten Staaten waren Christen unter den ersten Frauenrechtlerinnen. Die große Bürgerrechtsbewegung der 1950 und 1960er Jahre wurde von Christen angeführt, die sich auf die Heilige Schrift beriefen und den Adel aller Menschen als Gottes Geschöpfe ungeachtet Rasse, Religion oder Rang bekräftigten.

Die gleiche Sorge um die Würde des Menschen hat im vergangenen Jahrzehnt Christen dazu geführt, gegen entmenschlichende sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel anzugehen, sich um Aids-Opfer in Afrika zu kümmern sowie sich vielfältig für Menschenrechte einzusetzen, ob für sauberes Trinkwasser in den Entwicklungsländern oder für Heime für Abertausende von Kindern, die Krieg, Seuchen oder Geschlechterdiskriminierung zu Waisen gemacht hatten.
Wie unsere Vorgänger im Glauben sind Christen heute dazu berufen, das Evangelium der kostbaren Gnade zu verkündigen, die wahre Menschenwürde zu schützen und für das Gemeinwohl einzustehen. Bleibt die Gemeinde ihrer Berufung in die Nachfolge Jesus Christi und den Dienst ihrer Mitmenschen treu, vermag sie einen weitreichenden Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.

Die autorisierte deutsche Ausgabe kann hier herunter geladen werden: Manhattan_Declaration_German.pdf.

Türkischer Protest gegen Schweizer Minarettverbot

Die türkische Regierung avanciert zum Wortführer gegen das Minarettverbot in der Schweiz. Religiöse Minderheiten hätten in seinem Land mehr Rechte als in Europa, behauptet Premier Erdogan – die tatsächliche Lage ist anders. Christen kämpfen im Alltag mit vielen Problemen.

Doch gerade die Lage der Christen in der Türkei muss differenziert betrachtet werden: 100.000 bis 120.000 Christen leben nach inoffiziellen Schätzungen heute noch in der Türkei, das ist weniger als ein halbes Prozent der Bevölkerung. Die übergroße Mehrheit von ihnen wohnt in Istanbul. Die Stadt ist Sitz des ökumenischen Patriarchen, dem Oberhaupt der christlichen Weltorthodoxie – obwohl es kaum noch 2000 Griechen in Istanbul gibt. Auf etwa 60.000 wird dagegen die Zahl der Armenier geschätzt, auch sie haben ein Patriarchat in der Stadt. Daneben existieren vor allem assyrische beziehungsweise syrisch-orthodoxe sowie kleinere katholische und protestantische Gemeinden.

Während die Griechen, Armenier und Juden nach dem »Vertrag von Lausanne« von 1923 zu den drei staatlich anerkannten Minderheiten gehören und ihre eigenen Schulen und Kirchen unterhalten dürfen, haben es die assyrischen, katholischen und protestantischen Türken bedeutend schwerer. Im Südosten des Landes kämpfen die syrisch-orthodoxen Christen um die Rechtssicherheit ihres wichtigsten Klosters Mor Gabriel: Keine 3000 von ihnen leben heute noch in der Grenzregion zu Syrien, bis zu einer halben Million sollen es noch zu Anfang des letzten Jahrhunderts gewesen sein.

Hier der Artikel von Daniel Steinvorth aus Istanbul: www.spiegel.de. Ich empfehle außerdem den Beitrag »Wo sind die türkischen Christen?«, der zeigt, dass vor knapp 100 Jahren der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung in der Türkei noch bei 30 Prozent lag.

Paul Washer: Das vergessene Evangelium

Paul Washer hat vor einigen Wochen in Wales auf einer Konferenz die reformatorische Rechtfertigungslehre verteidigt. Ganz unzeitgemäß fordert Washer, klarer über das Thema »Sünde« und die Gerechtigkeit von Jesus Christus zu sprechen.

Ein Mittschnitt seiner Predigt kann hier eingesehen werden (Ton- und Qualität sind allerdings nicht besonders gut):

Wie gehts weiter mit Web 2.0?

Es mehren sich die Anzeichen, dass das viel gelobte Mitmach-Netz in eine Akzeptanzkrise geraten ist. Wikipedia leidet unter Autorenschwund, kritische Studien untergraben das Vertrauen in die sozialen Netzwerke.

Es mehren sich die Hinweise darauf, dass das zumal von seinen Aktivposten gefeierte Web 2.0 in eine Akzeptanz-Krise geraten ist. Grund für den ruchbaren Niedergang des Mitmach-Netzes ist nicht das kulturpessimistische Lamento des »FAZ«-Herausgebers Frank Schirrmacher, der in seinem neuen Buch »Payback« das Internet generell zeiht, es mache süchtig, sei der Konzentration abträglich und zermansche das Hirn wie sonst nur harte Drogen. Grund für die miese Sozialprognose, die virtuellen Netzwerken gestellt wird, sind vielmehr Zahlen, die vom Niedergang interaktiver Beteiligung künden.So hat der englischsprachige Ableger des Online-Lexikons Wikipedia, Inbegriff und Archetyp der Web-2.0-Utopie, im ersten Quartal dieses Jahres fast 50 000 seiner ehrenamtlichen Autoren verloren, wie eine Erhebung des Spaniers Felipe Ortega belegt. Das sind etwa zehn Mal mehr Abgänge als im Vorjahr. Grund für den Schwund ist laut Ortega vor allem das für Novizen kaum mehr zu durchschauende Regeldickicht.

Hier der Artikel von Hendrik Werner: www.welt.de.

Was ist eine gesunde Gemeinde?

Das Buch 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde von Mark Dever habe ich bereits kurz vorgestellt. Erfreulicherweise sind inzwischen weitere Bücher aus dem »Hause Dever« (also IX Marks) übersetzt worden, nämlich einmal:

  • 9Marks Was_ist_Gesunde Gemeinde_ProMark Dever: Was ist eine gesunde Gemeinde?, cap-Musik Verlag, 140 S., 9,95 Euro.

Das Buch erörtert die Frage: Wie soll eine Gemeinde aussehen, die sich an biblischen Vorgaben orientiert? Dever schreibt dazu in der Einleitung:

Lieber Freund, wenn Sie sich Christ nennen und gleichzeitig denken, dass ein Buch über gesunde Gemeinden nur für Gemeindeleiter oder Menschen mit einer Vorliebe für Theologie ist, während Sie lieber Bücher über das individuelle Leben als Christ lesen wollen, dann wäre es vielleicht an der Zeit, einmal innezuhalten und noch einmal genau zu überlegen, wie die Bibel einen Christen definiert. Darüber werden wir im ersten Kapitel nachdenken. Anschließend werden wir uns ansehen, was genau die Gemeinde ist (Kapitel 2), welches letztendliche Ziel Gott mit der Gemeinde im Sinn hat (Kapitel 3) und warum die Bibel der Maßstab für das Leben in unseren Gemeinden sein muss (Kapitel 4). Wenn Sie bereits davon überzeugt sind, dass die Bibel unsere Gemeinden anleiten will, Gottes Herrlichkeit immer besser zu entfalten, dann können, Sie auch gleich zum zweiten Teil des Buches übergehen, wo ich neun Merkmale einer gesunden Gemeinde aufzeigen möchte. Möge Gott unsere gemeinsamen Überlegungen dazu benutzen, seine Braut für den Tag seines Kommens vorzubereiten (Epheser 5,25-32).

Hier die Einleitung sowie das Inhaltsverzeichnis als PDF-Dateien. Bestellt werden kann das Buch hier:

Einkaufsmöglichkeit

Das zweite Buch stammt von Thabiti M. Anyabwile. Anyabwile ist leitender Pastor der First Baptist Church in Grand Cayman Islands (U.S.A.). Er hat mehrere Abschlüsse in Psychologie und war zuvor Assistenzpastor der Capitol Hill Baptist Church in Washington. In der Einleitung des Buches:

  • Was_ist_gesundes Gemeindemit_Pro.inddThabiti M. Anyabwile: Was ist ein gesundes Gemeindemitglied?, cap-Musik Verlag, 150 S., 9,95 Euro

heißt es:

Das vorliegende Buch wurde durch Was ist eine gesunde Gemeinde? inspiriert, verfolgt jedoch einen etwas anderen Schwerpunkt: »Wie sieht ein gesundes Mitglied der Gemeinde nach biblischen Maßstäben aus?« Somit richtet sich dieses Buch ausdrücklich an jedes Gemeindemitglied und nicht so sehr an Menschen mit Leitungsfunktionen in der Gemeinde. Es will dazu ermutigen, dass Menschen ihren Beitrag dazu zu leisten, dass die Gemeinde die Herrlichkeit Gottes zum Ausdruck bringen kann.

Auch hier die Einleitung sowie das Inhaltsverzeichnis als PDF-Dateien. Bestellt werden kann das Buch hier:

Einkaufsmöglichkeit

Obwohl beide Bücher aus einer baptistischen Perspektive geschrieben wurden, sind sie auch für Christen interessant, die keine baptistische Ekklesiologie vertreten.

Warum Benedikt XVI. so »grottenschlecht« ist

Wie zu erwarten, fand das »Philosophische Quartett« vergangene Nacht etliche Anhaltspunkte dafür, dass Papst Benedikt XVI. einen Kreuzzug gegen die Moderne führt.

Posener, zu Gast bei Sloterdijk und Rüdiger Safranski, führt in »Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikan auf die moderne Gesellschaft« vor, wie stark und deutlich das Pontifikat des Papstes auf Politik und Gesellschaft ausgerichtet ist. Hinter der »Regensburger Rede« über den Islam, hinter dem Wort von der »Diktatur des Relativismus«, hinter der Wiederaufnahme der antisemitischen Pius-Brüder in die Kirche steckt ein schlechter Wille des Kirchenoberhauptes, nämlich die Moderne zu bekämpfen und somit, gleichsam als feiner Nebeneffekt, die verloren gegangene Denkhoheit zurück zu erobern.

Peter Sloterdijk gefiel das naturgemäß gut; für ordentlichen Krawall ist er stets zu haben. Und möchte es auch in Zukunft nicht missen. Nach einem langen ideengeschichtlichen Exkurs über die Hoheit des Wahrheits-Begriffes bei Platon, Aristoteles und Augustinus rief er begeistert aus, man erlebe mit Benedikt ein seltenes Schauspiel. »Ein herrschender Platoniker an der symbolischen Macht! Wir sollten das Schauspiel genießen, so lange er noch da ist.« Wo Benedikt seine erste Enzyklika der Liebe widmet (Deus caritas est, »Gott ist Liebe«), handeln alle Enzykliken Sloterdijks im Grunde von Selbstverliebtheit.

Hier der Artikel von Holger Kreitling: www.welt.de.

Dawkins‘ Eigentor

w1000.jpgIn Großbritannien haben Atheisten eine Kampagne gegen religiöse Erziehung gestartet. Eltern sollten ihren Kindern nicht mehr den eigenen Glauben weitergeben und ihnen somit keinen religiösen Stempel aufdrücken.

Die beiden glücklichen Kinder, die Richard Dawkins & Co. für ihre neuste Anzeige gewählt haben, stammen allerdings aus einer bekannten christlichen Familie.

Hier mehr: www.timesonline.co.uk.

VD: AW

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