April 2010

Das Letzte, was ich von den Kindern sah

Die türkische Regierung leugnet den Völkermord an den Armeniern. Zwischen 1915 und 1917 wurde das älteste christliche Volk fast vollständig vernichtet. Daran erinnert eine herausragende Dokumentation im ARD-Fernsehen. Sie wird für Wirbel sorgen.

»Aghet – ein Völkermord« läuft am Freitag, den 9. April, um 23.30 Uhr im Ersten.

Hier ein Beitrag dazu von Karen Krüger: www.faz.net.

Zondervan goes to iPad

6a00e54fc7cbdb88340133ec61e9eb970b-450wi.jpgDer amerikanische Verlag Zondervan hat damit begonnen, akademische Literatur für Theologen und Pastoren für das iPad verfügbar zu machen. In einer Mitteilung heißt es:

In the iBookstore, you will see many titles available for purchase, including full-color textbooks like The New Testament in Antiquity and popular reference works like The Inklings of Oxford. In addition, we look forward to seeing Zondervan titles on the iPad through some of our partners‘ apps (like Logos Bible Software and Olive Tree).

Mehr Informationen dazu hier: www.zondervan.com.

Tim Keller zur Erneuerung der Apologetik

Tim Keller fordert eine Erneuerung der christlichen Apologetik:

There is a lot of resistance right now among younger evangelical leaders toward apologetics. We are told we don’t need arguments any more because people aren’t rational. We need loving community instead. But I think this is short-sighted for two reasons. First, Christians in the West will finally be facing what missionaries around the world have faced for years—how to communicate the gospel to Muslims, Buddhists, Hindus, and adherents of various folk religions. All young church leaders should take courses in and read the texts of the other major world religions. They should also study the gospel presentations written by missionaries engaging those religions. Loving community will be extremely important, as it always is, to reach out to neighbors of other faiths, but if they are going to come into the church, they will have many questions that church leaders today need to be able to answer.

Second, there a real vacuum in Western secular thought. When Derrida died I was surprised how many of his former students admitted that High Theory (what evangelicals call ‚post-modernism‘) is seen as a dead end, mainly because it is so relativistic that it provides no basis for political action. And a leading British intellectual like Terry Eagleton in recent lectures at Yale (published as Religion, Faith, and Revolution by Yale Press) savaged the older scientific atheism of Dawkins and Hitchens as equally bankrupt. Eagleton points out that the Enlightenment’s optimism about science and human progress is dead. Serious Western thought is not going back to that, no matter how popular Dawkins‘ books get. But postmodernism cannot produce a basis for human rights or justice either.

Kellers zweite Anmerkung zur »Höheren Theorie« deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen. Im Buch Die Postmoderne habe ich 2006 geschrieben (S. 61):

Während die Postmoderne im Kulturleben und in der Politik westlicher Gesellschaften allgegenwärtig ist, verliert sie im Raum des Denkens allmählich ihren Einfluss. In Frankreich, wo der Dekonstruktivismus seinen Siegeszug begann und Andersdenkende geradezu paralysierte, gibt es bereits brillante Entwürfe gegen die Diktatur des Dialogs.  Seit Jahren sind in den Feuilletons Grabgesänge zu lesen, die erklären, die Postmoderne habe sich in Illusionen verzettelt und sei inzwischen Schnee von gestern .

Hier mehr von Tim Keller zum Thema: theresurgence.com.

Monopolverlust der Ehe

Bis in die 1970er Jahre hinein haben fast alle Erwachsenen geheiratet. Seit der Postmoderne sinken nach Auskunft des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie die Heiratsquoten deutlich ab.

Das Institut schreibt zu dieser demographischen Entwicklung:

Der »Zweite Demographische Übergang« beendete diese Epoche der bürgerlichen Familiengesellschaft. Ehe und Familie verlieren seitdem sukzessive an sozialer Geltung: Zunächst nahmen Scheidungen zu, dann breiteten sich nichteheliche Lebensgemeinschaften aus und schließlich wuchs die Zahl der Singles. Die Familiengründung verschob sich immer mehr in ein höheres Lebensalter, zuerst wurden höhere Geburtenparitäten seltener und schließlich nahm auch die Kinderlosigkeit zu. Kinder sind längst nicht mehr ein selbstverständlicher Teil der Lebensplanung, sondern konkurrieren mit anderen Optionen (Konsum, Freizeit, Beruf). Im Zentrum der postmodernen Mediengesellschaft steht das autonome Individuum: Sein Selbstverwirklichungsstreben soll nicht durch endgültige Bindungen an Personen (Kinder, Ehegatten), Institutionen (Staat, Kirche) und Moral behindert werden. Die »traditionelle« Familie gilt dem postmodernen Individualismus als überholte Institution und ihr Bedeutungsverlust als emanzipatorische Befreiung. Gerne verdrängt werden die Kosten dieser Emanzipation: Weil die Familie ausfällt, muss immer häufiger der Staat für Kinder und alte Menschen sorgen. Gleichzeitig schwindet das Reservoir junger Arbeits- und Pflegekräfte, Steuer – und Beitragszahler. Diese Kollateralschäden der Emanzipation unterhöhlen die Fundamente des seit dem 19. Jahrhundert aufgebauten Wohlfahrtsstaatsgebäudes. Im Gegensatz zu Deutschland hatten die »neuen Industrieländer« kaum Zeit, eine solche Sozialarchitektur zu errichten: Fast zeitgleich erleben sie den ersten und den zweiten »Demographischen Übergang« – umso härter dürften sie die sozialen Konsequenzen des »exzessiven Individualismus« (E. Durkheim) treffen.

Hier mehr: www.i-daf.org. Interessant ist ausserdem folgender Artikel: www.welt.de.

R.B. Gaffin: Die Heilsordnung bei Paulus

201004071023.jpgGuy Davies hat das Buch:

  • Richard B. Gaffin Jr.: By Faith, Not By Sight: Paul and the Order of Salvation, Paternoster, 2006, 114 S., ca. 10 Euro

rezensiert. Thema des Buches ist die paulinische Heilsordnung (ordo salutis) und damit auch die »Neue Paulusperspektive« . Davies:

Gaffin also discusses eschatology and justification. Over and against N. T. Wright and other advocates of the „New Perspective on Paul“, the theologian does not think that justification is primarily concerned with the issue of who is a member of the church. He insists that justification is a forensic declaration that the believer is righteous in Christ. Justification thus defined that makes the gospel good news for guilty sinners. Paul emphasises that the Christian is justified on believing in Christ. Justification is therefore an event in the believer’s past. We have been justified by faith (Romans 5:1). But the apostle also teaches that there will be a future justification for believers (Romans 2:13, Galatians 5:5). Future justification will be „according to works“, but this does not compromise „justification by faith alone“. The believer’s past justification will not be imperilled by the future justification. N. T. Wright argues that future justification will be on the basis of a lifetime of faithfulness of God (see p. 98). But works will not be the basis of the believer’s future justification. Paul does not teach a future justification „by works“, but „according to works“. The distinction is an important one. The Christian is both transformed and justified on his or her union with Christ.

Hier die vollständige Buchbesprechung: exiledpreacher.blogspot.com.

Das Buch von Gaffin kann hier bestellt werden:

Die Christusbotschaft des Ken Wilber

In ihrem neuen Buch Spirituelle Kräfte des Neuen Zeitalters beschreiben Martin und Elke Kamphuis die Christusbotschaft des in den Emerging Church-Kreisen so geschätzten Ken Wilber wie folgt (siehe auch hier):

Inhalt seiner Verkündigung solle die sogenannte Christusschaft aller Menschen gewesen sein, die gemäß Ken Wilber zum Märtyrertod am Kreuz führte. Ein Medium will folgende Botschaft von Jesus bekommen haben: «Ich lebte, um die Möglichkeiten der Menschen zu zeigen. Was ich getan habe, können alle Menschen tun, und was ich bin, können alle Menschen sein.» Darum solle er seinen Jüngern den folgenden Auftrag gegeben haben: «Gehet hin in alle Welt und predigt den Menschen das Evangelium von der Allmacht der Menschen.»

Wilber ist der Meinung, die damaligen Menschen hätten Jesu Botschaft nicht verstanden, weil sie in ihrer evolutionären Bewusstseinsentwicklung noch nicht auf seiner Ebene angekommen waren. Dies solle auch für seine Jünger gegolten haben, die sich gemäß Wilber noch auf einer niedrigeren Bewusstseinsebene befanden, indem sie noch an einen Gott außerhalb von sich selbst glaubten. Da Jesus den spirituellen Stand seiner Jünger erkannte, solle er es für notwendig gehalten haben, sie über Gott als den Vater zu unterrichten, statt über ihre eigene Göttlichkeit. Zeichen der Höherentwicklung der Menschen des Neuen Zeitalters soll die Erkenntnis über «die wahre Botschaft Jesu» sein. Diese könne folgendermaßen lauten: «Jesus war nicht Mensch wie wir, sondern wir sind Götter (Gott) wie er.»

Für Wilber steht fest, dass der wesentliche Inhalt der Lehre Christi «reine Gnostik war». Die Gnostik bietet Erlösung über die eigene Erkenntnis der Wahrheit an. Die Wahrheit solle z.B. lauten: «Gib die Suche auf nach Gott, der Schöpfung und anderen Dingen. Suche ihn, indem du dich selbst als Ausgangspunkt nimmst. … Dich selbst kennen, heißt Gott kennen».

Das Buch, das sich kritisch mit der Esoterik und dem New Age-Denken auseinandersetzt:

  • Martin und Elke Kamphuis: Spirituelle Kräfte des Neuen Zeitalters: Von der Wirklichkeit Gottes und der Gefahr kosmischer Kräfte, Basel u. Gießen: Brunnen Verlag, 2010, 160 S., 9,95 Euro

kann hier bestellt werden:

Das iPad und die geistliche Transformation

Zum Verkaufsstart des iPad hat der falsche Steve Jobs einen persönlichen Brief im Internet publiziert. Darin heißt es:

The truth is, this is all about spiritual emptiness. That is why you’re standing in line. Except for Scoble, who is an attention whore and just doing it to get attention. The truth is, all over the world, across every culture, there exists a sense of yearning. A kind of malaise. An emptiness. At the risk of sounding like Dr. Seuss: There is a hole in your soul. That is what we’re addressing at Apple. That is the hole we aim to fill. Sadly, as you may have begun to suspect, that hole can never really be filled. The truth is that modernity, the condition of living in our modern world, has inflicted terrible wounds on your inner self. These wounds can never be healed. They can only be treated. At best we provide palliative care. Not a cure. Because, my dear fellow human beings, there is no cure for what ails you. The products we create provide only temporary relief. Their magic eventually wears off. The sense of childlike wonder they impart will, over time, begin to fade. And then you need a new product. Think back to June 29, 2007. Do you remember the rapture? The wonder of iPhone? The magic? Now that is gone, but here we come with another shot of digital Dilaudid. Sleep well, my friends. Sleep deeply and rest, cradled in the arms of my electronic medicine.

Er legt noch eine Schippe drauf: »Hold your iPad. Gaze at it. Pray to it. Let it transform you.«

Ist natürlich alles Quatsch.

VD: JA

Krankenhausseelsorge 2.0

In Japan haben Wissenschaftler einen Roboter entwickelt, der menschliche Gesichtsausdrücke imitieren kann. Die Mensch-Maschine ist weiblich. Eine echte Frau hat dafür Modell gestanden. Ihre Roboter-Kopien für 78.000 Euro sollen bald einen echten Job bekommen – im Krankenhaus zur Unterhaltung von Patienten.

Hier mehr: www.welt.de.

iBooks

SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Marc Pitzke in New York zweifelte am Konzept des iPad. Jetzt hält er den neuen Apple-Rechner in seinen Händen und ist begeistert. Von iBooks ist er sogar überwältigt:

Die spektakulärste iPad-App ist iBooks, Apples Version des E-Book-Stores. iBooks steckt beim ersten Test noch spürbar in den Kinderschuhen und verlangt dringend nach einem Ausbau, doch schon jetzt degradiert das iPad damit Amazons Kindle über Nacht zur »älteren Generation«. Der Kindle verhält sich zum iPad nun wie der PC zum Mac … »Das iPad ist seinen Preis allein wegen iBooks wert«, jubelte Andy Ihnatko, der Tech-Korrespondent der »Chicago Sun Times« – völlig zu Recht.

Ist das iPad vielleicht doch der bessere iBook-Reader? Hier der vollständige Test: www.spiegel.de.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner