Die klassische Annahme einer stabilen und „naturgegebenen“ menschlichen Identität wird in unserer Kultur nachhaltig hinterfragt. Prozesse wie Fragmentierung, Relativierung und Durchmischung haben zur „Entbettung“ des Menschen geführt und lassen einheitliche Identitätserfahrungen kaum mehr zu. Angesagt sind kurzweilige identitätsstiftende Erlebnisse. Leute versuchen, durch den Konsum vorgefertigter Angebote, das Andocken an eine oder mehrere Subkulturen oder durch kreative Akte sich selbst einen Sinn zu geben. Allerdings erzeugt das „Regime der Kurzfristigkeit“ Bindungsarmut und Gefühle von Wurzellosigkeit, Zerrissenheit und Angst.
Diese Verlusterfahrung kann ein Anstoß dafür sein, (noch einmal) über Aspekte des christlichen Menschenbildes nachzudenken. Das bewährt sich nämlich auch unter den Herausforderungen, die die Identitätsfindung in der Spätmoderne mit sich bringt. Die christliche Lehre von Schöpfung und Erlösung hält Antworten auf Fragen bereit, die rastlose Vagabunden umtreiben.
David Mills hat vor einigen Jahren in einem Beitrag für FIRST THINGS das sich ausbreitende Konzept von „Neuer Spiritualität“ vorgestellt. Es geht nicht mehr um „Geistliches Leben“ im engeren Sinn, sondern um Grenzenlosigkeit und Selbstverwirklichung. Für Lady Gaga ist Spiritualität beispielsweise ein Glaube, der alle Menschen gleichermaßen so akzeptiert, wie sie sind. In einem Interview mit der TIMES erklärte sie, dass in ihrer Spiritualität kein Platz ist für Religionen, die irgendwelche Leute nicht akzeptieren. Spiritualität ist „Liebe und Vergebung“. Mills verweist auch auf eine Studie, die gezeigt haben soll, dass Spiritualität mit dem Wachstum an Selbsterkenntnis, Fürsorge, Globalisierung und die Akzeptanz unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen in Verbindung gebracht wird.
Diese Spiritualität ist nicht nur selbstwidersprüchlich (Lady Gaga schließt etwa einige Leute aus ihrer Religion aus), sie hat freilich mit einem durch das Evangelium geformten Glauben so gut wie nichts mehr zu tun. Es ist die Religion des Menschen, der das Evangelium nicht kennt, eine „geistlose“ Religion. Mills verweist auf Pascal, der ungefähr Folgendes gesagt hat: Der Mensch, der um seinen geistlichen Tod weiß, will nicht den Gott der Spiritualität, sondern den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Die Prediger der „Neuen Spiritualität“ sind Diebe und Räuber, die kommen, um zu stehlen und zu schlachten. Sie wollen Menschen an sich binden. Sie suchen und finden Leute, die sich Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken“ (vgl. 2Tim 4,3). Die Schafe, die in Jesus Christus ihren Hirten gefunden haben, werden ihnen nicht gehorchen. Diejenigen, die noch auf der Suche sind, sollten sich von Jesus Christus finden lassen. Denn er ist die Tür zu einem wirklich geistlichem Leben. Er hat als guter Hirte selbstlos sein Leben gelassen, damit wir geistlich Tote mit Gott versöhnt werden können. Er ist gekommen, damit wir „das Leben und volle Genüge haben“ (vgl. Joh 10,7–12).
Erfreulicherweise liegt ein weiteres Buch von William Lane Craig in deutscher Sprache vor. In seinem Buchtheo:logisch: Warum der christliche Glaube vernünftig ist spannt er einen weiten Bogen von der Feinabstimmung des Universums und vom Ursprung des Lebens über die Realität des Bösen bis zur Person Jesu Christi. Das tut er stets konsequent nach den Regeln der Logik und zeigt, dass der Glaube an Gott keineswegs unvernünftig ist.
Herausgekommen ist ein anspruchsvolles und zugleich gut lesbares Buch, das uns zu den wichtigen Fragen des Lebens führt. Denn es geht nicht nur darum, ob Gott existiert oder nicht, sondern auch um die jeweiligen Konsequenzen für den einzelnen Menschen.
Die deutsche Evangelische Kirche scheue die Abgrenzung gegenüber dem Islam und stehe für einen „Wohlfühl-Protestantismus“, kritisiert der Schriftsteller Klaus Rüdiger-Mai. Wer die Kirche jedoch in die “Hauptabteilung Kirchen des Kanzleramts“ verwandle, falle weit hinter den Reformator zurück. Politische Korrektheit schwächt die Kirche. Wir haben uns an eine Kirche ohne Kreuz gewöhnt.
Obwohl der Laizismus keine Lösung ist, sei der achtenswerte DLF-Beitrag von Klaus Rüdiger-Mai empfohlen:
Wer den Skandalfilm „Die letzte Versuchung Christi“ (1988) oder „Shutter Island“ (2010) und zuletzt „The Wolf of Wall Street“ (2013) gesehen hat, dürfte überrascht sein, zu hören, dass sich der Regisseur Martin Scorsese von Jugend an suchend mit dem christlichen Glauben auseinandersetzt. Ein nachhaltiger Impuls zur Suche stammt aus dem Jahr 1988. Nach einer Sondervorführung von „Die letzte Versuchung Christi“ (in dem Film wird Jesus eine Beziehung zu Maria Magdalena unterstellt), überreichte Erzbischof Paul Moore dem Filmemacher eine Ausgabe von Shūsaku Endōs historischem Roman „Schweigen“. Das Buch hinterließ einen tiefen Eindruck. „Das Thema, das Endō hier behandelt, ist in meinem Leben seit meiner frühesten Jugend präsent“, so der Regisseur. „Ich wurde in einer streng katholischen Familie groß und beschäftigte mich stark mit Religion. Die Spiritualität des römischen Katholizismus, in die ich als Kind eintauchte, ist das Fundament meines Lebens, und diese Spiritualität hing mit dem Glauben zusammen.“ Während Scorsese den Roman las, fand er sich zu seiner eigenen Überraschung mit tiefgreifenden Fragen des Christentums konfrontiert, mit denen er „noch immer“ ringt, wie er sagt. „In der heutigen Phase meines Lebens grüble ich ständig über Themen wie Glauben und Zweifel, Schwäche oder das Schicksal des Menschen nach – und Endōs Buch berührt diese ganz direkt.“
„Silence“
Mit dem Film „Silence“, der auf dem Buch von Endō beruht, hat der Meisterregisseur nun ein Werk in die Kinos gebracht, das fast keine große Frage ausläßt. Der Film thematisiert, was Theologen, Religionsphilosophen oder Missionare umtreibt. Um einige Themen zu nennen: Was ist Wahrheit? Wie können wir das Evangelium kontextualisieren? Wie sollen sich Christen in Verfolgungssituationen verhalten? Zerstört die christliche Mission fremde Kulturen? Gibt es nach dem Abfall vom Glauben eine weitere Chance zur Umkehr? Und natürlich die übergroße Frage: Warum schweigt Gott?
Die Handlung
Der Film dreht sich um Pater Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Pater Francisco Garpe (Adam Driver), die 1638 von Portugal ins für die westliche Welt völlig abgeschottete Japan aufbrechen, um der Wahrheit hinter den Gerüchten nachzugehen, dass ihr berühmter Lehrer Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) seinem Glauben abgeschworen habe. Ferreira, ein Vorbild für viele junge Priester in Portugal, soll nicht nur dem Christentum den Rücken zugekehrt, sondern sogar zum Buddhismus übergetreten sein und eine Japanerin geheiratet haben.
Nachdem Rodrigues und Garpe im Hafen Macaus angekommen sind, zeichnet sich das Bild der christlichen Mission in Japan durch Gespräche mit Augenzeugen immer düsterer. Christen sind in Japan von ständiger Verfolgung der Feudalherren bedroht und werden durch Folter zum Glaubensabfall gezwungen.
In einer Kneipe finden die Priester den einzigen Japaner von Macau. Obwohl Kichijirō ein zwiespältiger Trunkenbold ist, scheint nur er sie unentdeckt nach Japan führen zu können. Angeblich stammt Kichijirō aus einer christlichen Familie. Während diese ihrem Glauben treu blieb und grausam hingerichtet wurde, verleugnete er das Christentum und wurde von seinen Peinigern in seinem Heimatdorf zurückgelassen. Er hatte es dann fluchtartig wegen plagender Schuld- und Schamgefühle verlassen. Nun betäubt er sein schlechtes Gewissen im Rausch.
Doch Kichijirō tut scheinbar alles, um sich zu rehabilitieren: Kurz nach der Landung in einer entlegenen Küstenregion nahe Nagasaki bringt er die beiden Jesuiten mit den ärmlichen Dorfbewohnern Tomogis zusammen, die alle dem von den Missionaren gebrachten Katholizismus treu geblieben sind und ihren Glauben im Geheimen praktizieren. Für sie sind die beiden Priester sprichwörtlich ein Geschenk Gottes: Endlich haben sie Geistliche, die ihnen die Sakramente spenden. Die Jesuiten selbst sind von dieser Aufgabe tief bewegt, auch wenn sie zunehmend begreifen, dass die Dörfler eine Art improvisiertes Christentum praktizieren und womöglich nicht alle Inhalte des Glaubens voll verstehen.
Tagsüber müssen sich die Priester verstecken. Erst in der Dunkelheit können Rodrigues und Garpe ihre seelsorgerischen Aufgaben wahrnehmen. Nach katholischer Lehre braucht es für den Zuspruch der Vergebung die Beichte bei einem Priester. Endlich sind sind sie da. Die Bauern bekennen ihre Sünden. Auch wenn die Priester nicht immer verstehen, um was es geht, erteilen sie die Absolution. (Als Protestant musste ich während dieser Szene an Luther denken. Dieser schrieb: Gott „schüttet also seine Christen noch viel reichlicher und decket ihnen mit Vergebung der Sünden alle Winkel voll, auf dass sie nicht allein in der Gemeinde Vergebung der Sünden finden sollen, sondern auch daheim im Hause, auf dem Felde, im Garten, und wo einer nur zum andern kommt, da soll er Trost und Rettung haben.“)
Als sich die befreundeten Priester auch bei Tageslicht hervorwagen, werden sie Zeuge eines grausamen Zwischenfalls: Samurai-Truppen marschieren in Tomogi ein und zwingen die Bewohner zur Glaubensprüfung. Sie müssen auf Bildern von Jesus, Maria oder Kruzifixen herumtrampeln, um damit zu beweisen, dass sie nicht dem Christentum folgen. Kichijiro, dem Pater Rodrigues erst zuvor noch die Beichte abgenommen hatte, verleugnet seinen Glauben erneut und läuft eilig davon. Letztlich werden drei aus dem Dorf, die sich der zynischen Kontrolle verweigert haben, zum Tod durch Kreuzigung verurteilt. Fassungslos sehen die beiden Pater mit an, wie die Märtyrer in der Meeresbrandung gekreuzigt werden. Sie sterben unter dem Anprall der Wellen langsam und unter großen Qualen vor Erschöpfung. Ihre Leichen werden verbrannt und die Asche wird verstreut, um sie einer kultischen Verehrung zu entziehen. Verzweifelt beginnt Rodrigues in seinen Gebeten angesichts des erlebten Leidens seiner Glaubensbrüder das Schweigen Gottes ins Feld zu führen.
Die eigentliche Aufgabe der Jesuiten ist allerdings noch nicht erfüllt: Das Schicksal von Pater Ferreira ist weiterhin ungeklärt. Gegen das sehnliche Bitten der Dorfbewohner verlassen Rodrigues und Garpe das Dorf Tomogi und teilen sich auf, um jeder für sich, weiter ins Land vorzudringen. Hier spitzt sich dann die Handlung dramatisch zu.
Erste Eindrücke
(1) Um es gleich zu sagen: „Silence“ ist ein beeindruckender Film. Ich kann mich nicht daran erinnern, einen Kinosaal jemals beklommener verlassen zu haben (und Spielbergs Film „Schindlers Liste“ hatte mir schon einiges abverlangt). Die Wucht der Bilder, die kurzen aber präzisen Dialoge, die offenbarten leiblichen und seelischen Qualen, haben mir fast den Atem genommen.
(2) Die Schauspieler glänzen durchweg. Ob Adam Driver (Garpe), Liam Neeson (Ferreira, er spielte Oskar Schindler in Schindlers Liste) oder Yōsuke Kubozuka (Kichijirō), sie spielen grandios. Andrew Garfield (Rodrigues) hat einen Oscar verdient.
(3) Für den Film braucht es Nerven wie Stahl. Schon die Eingangsszene zeigt die Brutalität, mit der die Inquisition die Christen gefoltert und gemordet hat. Die einheimischen Gläubigen werden mit kochend heißem Wasser aus Vulkanquellen übergossen. Besonders grausam war die Technik des ‚ana-tsurushi’, die im Film zu sehen ist: Das Opfer wurde von einem Gerüst mit dem Kopf nach unten in eine Grube gehängt, der Körper fest verschnürt, um die Blutzirkulation zu hemmen. Während es unerträglichen Druck auf den Kopf litt, tropfte ihm langsam Blut aus Mund und Nase oder einer Schnittwunde. Bis der Tod eintrat, dauerte es oft bis zu einer Woche. Ich kann nicht nachvollziehen, dass der Film ab 12 freigegeben wurde.
(4) Die problematische Theologie und die Missionsmethodik von Franz Xaver (1506–1552) und den Jesuiten will ich hier nicht erörtern. Es ist jedoch einen Hinweis wert, dass die Bibel – zumindest im Film – so gut wie keine Rolle spielt. Obwohl ich Filmen gern eine zweite Chance gebe, ist das schon jetzt für mich die Erklärung für das vorgebliche Schweigen Gottes. Ich kann mich sogar an eine Szene erinnern, in der (vermeintlich) Jesus doch spricht. Im Schweigen vernimmt Rodrigues seine Stimme, die zum Glaubensabfall aufruft. Die Heilige Schrift, die ja Verfolgung und Martyrium deutlich anspricht, bezeugt auf breiter Grundlage, dass es gerade das Wort Gottes ist, dass in Stunden schwerster Anfechtung und Not Orientierung, Halt und Trost gibt. Gott spricht durch sein Wort.
(5) Der Film stellt Fragen, viele gute Fragen. Antworten gibt er nicht. Deutet er Antworten an, sind sie unorthodox und mystisch. Trotzdem kann „Silence“ zum tiefschürfenden Gespräch anstiften.
(6) Wieder einmal ist deutlich geworden, wie wichtig solide Begründungen der Religionstoleranz sind und das sie geschützt werden muss.
(7) Die japanische Inquisition hat den Gläubigen einen „Abfall vom Glauben“ leicht gemacht. Die Apostasie wird scheibchenweise serviert: „Das ist nur eine Formsache. Es reicht eine Geste, mehr wollen wir nicht.“ Doch die erste Überschreitung hat die Herzen der Menschen gebrochen und weitere Schritte vorbereitet.
(8) Mehr als einmal habe ich mich während des Films gefragt: Was hätte ich wohl in dieser Situation getan? Wäre ich standhaft geblieben?
Als der Film „Taxi Driver“ 1976 in New York uraufgeführt wurde, war das ein Ereignis der amerikanischen Popkultur. Aus dem jungen Robert de Niro wurde über Nacht ein großer Darsteller und Scorsese gilt seit dem als gefeierter Kultregisseur. „Taxi Driver“ entwickelte sich zum Referenzwerk postmodernen Filmstils und die Kritiker haben sich beim Ringen um die richtige Interpretation die Finger wundgeschrieben. Diese Aufmerksamkeit wird „Silence“ nicht bekommen. Ein Ereignis ist der Streifen über Glaube, Zweifel, Martyrium und Apostasie allemal.
Ron Kubsch
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Der Film kommt am 2. März 2017 bundesweit in die Kinos.
FSK ab 12 freigegeben.
162 Minuten.
Internet: www.silence-film.de.
Wir haben uns auseinandergelebt, heißt es beim Zerbruch einer Partnerschaft immer wieder. Was damit genau gemeint ist, können die Paare oft nicht beschreiben. Die Psychiaterin Heidi Kastner hat die Erfahrung gemacht, dass dann oft Banalitäten wie Haare im Waschbecken oder schmutzige Socken im Bad genannt werden.
Die Gerichtspsychiaterin und Chefärztin einer Landesnervenklinik in Österreich hat viele zerbrechende Beziehungen studiert und ihre Beobachtungen in dem Buch Tatort Trennung. Ein Psychogramm publiziert. Das Ergebnis überrascht. Sie warnt vor einer Überbetonung von Romantik und Sex und der Flucht aus der Partnerschaft.
Livia Gerstner, die das Buch für die FAZ vorstellt, schreibt:
Man kann Heidi Kastners Buch als Kampfansage an die romantische Liebe lesen oder als Kritik an einer Gesellschaft voller Egomanen, deren Drang nach Selbstverwirklichung und individuellem Glück wenig Kompromisse zulässt. Worum es ihr aber vor allem geht, ist Schadensminimierung. Der Verlust einer emotionalen Bindung, sagt Kastner, sei das belastendste Ereignis im Leben eines Menschen. Für Kastner ist daher jede Trennung ein Tatort. Hier werden Menschen in Verzweiflung gestürzt, in Verbitterung getrieben und in ihrer Selbstdefinition erschüttert. Ein Tatort, den es zu vermeiden gilt.
Die Nachrichtenagentur kath.net meldet mit Berufung auf eine Mitteilung der kanadischen Prolife-Seite lifeseitenews.com, dass das französische Parlament am 16. Februar 2017 einem Gesetzentwurf zugestimmt hat, das die sogenannten „Fehlinformationen“ über Abtreibung unter Strafe stellt.
Künftig kann man mit Gefängnis bis zu zwei Jahren und mit Geldstrafe bis zu 30.000 Euro bestraft werden, wenn man im Internet „abschreckende“ Informationen über die Abtreibung verbreitet. Zwar hatte der Senat mit seiner konservativen Mehrheit noch versucht, das umstrittene Gesetz zu verhindern, doch das Parlament mit seiner sozialistisch ausgerichteten Mehrheit konnte das Gesetz durchbringen … Bei den sogenannten „Fehlinformationen“ handelt es sich um Informationen mit dem Ziel, Schwangere von Abtreibungen abzuhalten.
D.A. Carson hat kürzlich darauf hingewiesen, dass es subtile Wege gibt, die Autorität der Schrift in unserem Leben an den Nagel zu hängen. Er beschreibt dabei anschaulich, was passieren kann, wenn wir nur Gegenwartsliteratur studieren. Kurz: Vor flacher Lebenshilfe-Theologie und Kitsch schütz das Studium bewährter Klassiker.
The problem with reading only contemporary work is that we all sound so contemporary that our talks and sermons soon descend to the level of kitsch. We talk fluently about the importance of self-identity, ecological responsibility, tolerance, becoming a follower of Jesus (but rarely becoming a Christian), how the Bible helps us in our pain and suffering, and conduct seminars on money management and divorce recovery. Not for a moment would I suggest that the Bible fails to address such topics—but the Bible is not primarily about such topics. If we integrate more reading of, say, John Chrysostom, John Calvin, and John Flavel (to pick on three Johns), we might be inclined to devote more attention in our addresses to what it means to be made in the image of God, to the dreadfulness of sin, to the nature of the gospel, to the blessed Trinity, to truth, to discipleship, to the Bible’s insistence that Christians will suffer, to learning how to die well, to the prospect of the new heaven and the new earth, to the glories of the new covenant, to the sheer beauty of Jesus Christ, to confidence in a God who is both sovereign and good, to the non-negotiability of repentance and faith, to the importance of endurance and perseverance, to the beauty of holiness and the importance of the local church. Is the Bible truly authoritative in our lives and ministries when we skirt these and other truly important themes that other generations of Christians rightly found in the Bible?
Auf Lebensquellen.de habe ich wieder einmal ein sehr schönes Zitat gefunden. Diesmal eine Paränese von Augustinus:
Ich habe eine große Sünde gesündigt und bin mir vieler Vergehen bewußt; aber ich verzweifle nicht, weil, wo die Vergehungen übergeflossen, auch die Gnade überfließt. Wer an der Vergebung der Sünde verzweifelt, leugnet, daß Gott barmherzig ist; ein großes Unrecht tut er Gott, weil er seiner Gnade mißtraut. So viel an ihm ist, leugnet er die Liebe, Wahrheit und Macht Gottes; meine ganze Hoffnung aber ruhet in der Liebe der Annahme, in der Wahrheit der Verheißung und in der Macht der Erlösung.
Großbritannien ist das Land mit den meisten Hassverbrechen in Europa. Die Leute sind dort aber gar nicht schlimmer als anderswo. Staatsanwaltschaft und Polizei haben eine Hassverbrecherindustrie etabliert. Jemand, der meint, er sei ein Diskrimnierungsopfer, kann ohne Nennung von Indizien oder Beweisen online eine Anzeige einreichen. Auch anonym. Das kann freilich Leben und Karrieren ruinieren.
Jochen Buchsteiner schreibt für die FAZ:
Dabei ist es nie leichter gewesen, ein Hassverbrechen anzuzeigen – und nie war es vager definiert. Als Staatsanwaltschaft und Polizei vor acht Jahren in der Spätphase der Labour-Ära den Tatbestand neu umrissen, fassten sie darunter „jedes kriminelle Delikt, das vom Opfer oder irgendeiner anderen Person als eines wahrgenommen wird, das von Feindseligkeiten oder Vorurteilen motiviert ist, die auf persönlichen Charakteristika gründen“. Im Leitfaden der Polizei zum Umgang mit Hassverbrechen ist ausdrücklich festgehalten, dass keine Beweise vorliegen müssen, um ein Hassverbrechen zu den Akten zu nehmen. „Das Opfer muss seine Wahrnehmung weder rechtfertigen noch Indizien liefern, und die Polizei darf seine Wahrnehmung nicht unmittelbar anzweifeln.“ Nicht allen leuchten diese Polizeirichtlinien ein. Die Polizei, hieß es in unlängst in der Zeitschrift „The Spectator“, werde „entmutigt“, ihrer eigentlichen Arbeit nachzugehen und zu ermitteln. Beweise würden durch Gefühle ersetzt.
In Deutschland gibt es die von Anne Wizorek gegründete Kampagne #Aufschrei, die sexuelle Hassverbrechen öffentlich, etwa in sozialen Netzwerken, anzeigen sollen. In Großbritannien werden viele solcher Delikte offenbar schon über den Rechtsstaat geklärt.
In einigen Grafschaften registriert die Polizei inzwischen Hassverbrechen, die nicht einmal mehr Rückschlüsse auf die Motivation zulassen. In den Richtlinien der Polizei von Surrey wird das Beispiel eines Mannes erwähnt, der eine Schimpftirade über sich hat ergehen lassen müssen, die „absolut nichts über seine sexuelle Orientierung enthielt“. Wenn dieser Mann das „so wahrnimmt, dass er wegen seines offenen Schwulseins angegriffen wurde“, müsse die Polizei das „als Hassverbrechen registrieren, das auf sexueller Orientierung beruht“. Dabei reicht es nicht mehr, so die Polizeirichtlinien in Manchester, den Vorfall ungerührt zu den Akten zu nehmen. „Gleichgültigkeit“ könnte den Betroffenen „zum zweiten Mal zum Opfer machen.“
Ein Gutteil der Hassverbrechen wird mittlerweile online registriert. Dazu genügt es, eine Website aufzurufen und ein Formular auszufüllen. Das kann anonym geschehen, ohne Angaben zur Person, des Anzeigenden oder des Opfers. O’Sullivan, der noch immer in der Kneipe sitzt, nimmt die Weinkarte in die Hand und klappt sie auf wie einen Laptop. „Sehen Sie, ich könnte jetzt auf die Webpage gehen und berichten, was mir gerade irgendwo schräg vorgekommen ist. Und in alle Felder, die nach Details fragen, tippe ich: Nein, Nein, Nein.“ Er faltet die Weinkarte wieder zusammen. „Das ist reinster Orwell, ein Dienst an der Gedankenpolizei, der Tod des gesunden Menschenverstandes.“
Ich empfehle die Lektüre des FAZ-Artikels mit großem Nachdruck!