Josia ist online!

Josia.pngIch freue mich sehr, dass ein neues Blog online geschaltet wurde. „Josia – Truth for Youth“ ist für junge Leute mit einem Herz voll brennender Leidenschaft für Gott gedacht.

Josia kurz erklärt:

Wir von Josia fühlen und wissen uns durch dasselbe Anliegen verbunden: Das Evangelium der Gnade Gottes unter jungen Menschen in Deutschland zu verbreiten und Jugendliche zu motivieren, ihr Leben voll und ganz in den Dienst unseres Königs Jesus Christus zu stellen. Wir wissen, dass wir bei diesem Vorhaben voll und ganz von der Gnade unseres souveränen Gottes abhängig sind. Wir hoffen, dass uns dieses Wissen von dem Denken befreit, irgendetwas aus eigener Kraft auf die Beine stellen zu können.

Mit unserer Arbeit haben wir nicht vor, uns von anderen Christen abzugrenzen oder die Fehler anderer aufzuzeigen. Vielmehr ist es unser Ziel, junge Christen, die von Herzen daran glauben, dass sie aus Gnade allein, durch Glauben allein und in Christus allein gerechtfertigt und erlöst sind, zu ermutigen und zu stärken. Wir wollen versuchen, gemeinsam neu zu entdecken, wie die Botschaft des Evangeliums unser gesamtes Leben ergreifen und durchdringen kann, wenn wir uns ganz auf das ausrichten, was Gott in seinem Wort zu uns sagt.

Josia bietet neben News und Veranstaltungshinweisen auch Buchvorstellungen, Predigten und Materialen rund um die Bibel. Das Projekt hat gerade begonnen und braucht noch viel Unterstützung. Wie man den Betreibern helfen kann, wird hier kurz beschrieben: www.josiablog.de.

Viel Erfolg und Gottes Segen!

Sterbehilfe: Dunkel und noch dunkler

In Belgien gibt es seit 2002 ein Recht zu sterben. Dieses Recht bezieht sich nicht nur auf körperliche Qualen, sondern auch auf seelisches Leiden. Die Entscheidungen des Einzelnen – so die Denkvoraussetzung – muss akzeptiert werden. Es stehe einem Außenstehenden nicht zu, dass subjektiv empfundene Leiden eines Einzelnen zu werten.

Kurz vor Weihnachten ist es nun in Belgien zu einem weiteren Tabubruch gekommen. Die von Universitätsärzten ausgeführte Sterbehilfe an einem taubblinden belgischen Zwillingspaar zeigt die fatale Verlinkung von Sterbehilfe und Behinderung.

Melanie Mühl hat für die FAZ dieses tragischen Fall nachgezeichnet und kommentiert. Mit gefällt, dass sie auf eine traurige Fehlentwicklung aufmerksam macht: Viele behinderte Menschen werden in unserer Gesellschaft alleingelassen:

Zwei Brüder beschließen zu sterben. Die eineiigen Zwillinge aus dem belgischen Dorf Putte heißen Marc und Eddy V., sie sind fünfundvierzig Jahre alt und wurden taub geboren. Als sie erfuhren, dass sie nun auch noch erblinden würden, sahen sie den einzigen Ausweg im Tod. Ihr ganzes Leben haben sie Seite an Seite verbracht, gemeinsam bewohnten sie ein Appartement, gemeinsam absolvierten sie eine Ausbildung zum Schuhmacher und gemeinsam starben sie nun kurz vor Weihnachten 2012. Es waren Ärzte des Brüsseler Universitätsklinikums, die ihnen die tödlichen Injektionen spritzten.

Mehr: www.faz.net.

Eine Untersuchung des „Neuen Modernismus“

Zum 100. Geburtstag von Francis Schaeffer hat das Baptist Bulletin einen Vortrag wiederveröffentlicht (Erstveröffentlichung im Februar 1951), den Schaeffer im August 1950 in Genf zum „Neuen Modernismus“ gehalten hat (Second Plenary Congress of the International Council of Christian Churches).

Hintergrund für die Ausführungen bildet Schaeffers Kritik der dialektischen Theologie und sein Gespräch mit Karl Barth. Auszüge des Briefes, den Karl Barth dann am 3. September 1950 enttäuscht an Schaeffer sandte, sind im TheoBlog bereits unter den Kommentaren veröffentlich worden.

Hier der Vortrag in Englisch: An-Examination-of-the-New-Modernism.pdf.

Das Verhältnis der Grünen zu den Kirchen

Mehrere Studien deuten an, dass die deutschen Journalisten politisch den Grünen nahe stehen (siehe dazu hier). Die Grünen sind längst in der bürgerlichen Mitte angekommen. Die Zeit ist gekommen, diese Mitte abzuschöpfen. Frau Göring-Eckardt sagte es für die Tagesthemen so: „Wir wollen die bürgerliche Mitte, wenn man sie so nennen will, niemand anderem überlassen.“

Die Grünen bemühen sich deshalb sehr um ein entspanntes Verhältnis zu den Kirchen. Dieter Rulff fragt sogar, ob es eine neue C-Partei gibt:

Weitgehend unbemerkt aber womöglich erkenntnisträchtiger war da schon die Frage, die bereits kurz vor der Urwahl die Zeitung der evangelischen-lutherischen Kirche Sachsen „Der Sonntag“ aufwarf: „Ist die Kirche Grün?“ betitelte sie einen Artikel über die politische Ausrichtung der Glaubensgemeinschaft. Bebildert war er passenderweise mit einer Aufnahme von der Dresdner EKD-Synode 2011, auf der, neben der Ratsvorsitzenden Göring-Eckardt, der sächsische Landesbischof Jochen Bohl zu sehen ist – in seinen früheren Jahren ein Führungsmann bei den saarländischen Grünen. Man muss nicht gleich so weit gehen wie der Pfarrer der lippischen Landeskirche Hans-Immanuel Herbers, der die Antwort auf die titelgebende Frage auf die knappe Formel brachte: „Die evangelische Kirche ist die kirchliche Organisationsform von Rot-Grün“.

Der folgende DLF-Beitrag deckt dankenswerter Weise auf, dass es trotz Übereinstimmung in vielen bioethischen Entscheidungen große Unterschiede zwischen dem politischen Willen der Grünen und den christlichen Werten der Kirchen gibt. Während einerseits Politiker der Grünen die thematischen Gemeinsamkeiten mit den Kirchen hervorheben, pflegt die Basis – wie der Beschluss „Säkularismus neu denken!“ der GRÜNEN JUGEND zeigt – den Atheismus. Wie aggressiv die Abkehr von einem abendländischen Wertekanon eingefordert wird, zeigt z.B. folgender Absatz aus dem Beschluss:

Die GRÜNE JUGEND will daher den Art. 140 GG [Anmerkung: es geht hier um staatskirchenrechtliche Bestimmungen] aus dem Grundgesetz streichen und das Staatskirchenrecht im Grundgesetz neu regeln. Eine weitere auf religiösen Werten beruhende Institution, die im Grundgesetz in Artikel 6 besonders geschützt wird, ist die Ehe. Die GRÜNE JUGEND fordert schon lange die Abschaffung der Ehe. Als Alternativkonzept wollen wir stattdessen den Familienvertrag einführen, der verbindliche Regelungen zwischen Personen, die für einander Verantwortung übernehmen wollen, ermöglicht. Nur so können wir der Vielfalt unserer Lebensweisen gerecht werden.

CDU-Generalsekretär Gröhe findet das zu recht „unaufrichtig“.

Hier der ausgezeichnete DLF-Beitrag zum Thema:

Theistische Evolution nach D. Alexander und BioLogos

Reinhard Junker hat eine kritische Analyse der theistische Evolution nach Denis Alexander und nach BioLogos publiziert. In der Einleitung heißt es:

In der akademischen Theologie gilt die Frage nach der Vereinbarkeit von Schöpfung und Evolution als geklärt. In Stellungnahmen der Großkirchen, in Schulbüchern und in Unterrichtsmaterial für Lehrer ist es Standard, dass eine Abstammung des Menschen aus dem Tierreich und eine allgemeine Evolution der Lebewesen den Inhalten des christlichen Glaubens nicht widersprächen. Dabei wird gewöhnlich aus seiner historisch-kritischen Perspektive argumentiert, die biblischen Schilderungen der Anfänge offenbarten ein veraltetes Weltbild, das man abstreifen müsse, um zu den eigentlichen theologischen Aussagen zu gelangen. Wer an der Historizität der biblischen Urgeschichte festhält, wurde früher als naiver Biblizist abgetan und in den letzten Jahren einer rauer werdenden Auseinandersetzung als Fundamentalist gebrandmarkt.

Nachdem es um das Thema „Schöpfung und Evolution“ aus theologischer Sicht eher ruhig geworden war, erschienen in den letzten Jahren vermehrt Bücher und Internetbeiträge zu dieser Frage, und zwar von konservativ gesonnenen Christen. Auch von evangelikalen Autoren wird dabei Evolution als mit der christlichen Schöpfungs- und Heilslehre vereinbar dargestellt und – angesichts der vermeintlichen Beweislast für Evolution – dafür geworben, dass Christen die Evolutionsanschauung mit der Abstammung des Menschen von tierischen Vorfahren akzeptieren sollten. Es gebe gute Möglichkeiten, die Bibel mit der Evolutionslehre zu versöhnen. Zwei dieser Entwürfe werden in diesem Artikel vorgestellt und kritisch untersucht.

Hier der vollständige Aufsatz: a12.pdf (siehe dazu auch: b47.pdf und a13.pdf).

J. Budziszewski und das Naturgesetz

J. Budziszewski ist Experte für politische und ethische Philosophie und zählt zu jenen Gelehrten, die eine Rückkehr naturrechtlicher Argumentationen in den intellektuellen Diskurs eingeleitet haben. Doug Wilson hat mit Budziszewski über das Naturrecht und die allgemeine Gottesoffenbarung gesprochen. Das Gespräch ist interessant, da Wilson in der Tradition von Cornelius Van Til steht und ein durchaus zwiespältiges Verhältnis zum Naturrecht hat. Richtig lustig wird es übrigens ab Minute 52:18.

Accordance Bible Software

Boris Repschinski hat für die Zeitschrift für katholische Theologie (133, S. 206–212) die Bibelsoftware Accordance besprochen. Sein Fazit:

Nach Jahren der Arbeit zunächst mit Bibleworks, dann auch mit der Stuttgarter elektronischen Studienbibliothek und zuletzt auch Logos 4 ist Accordance innerhalb kurzer Zeit zu meinem »Arbeitspferd« geworden. Die leichte und intuitive Bedienung haben die Einarbeitung relativ kurz gehalten. Der Umgang mit originalspachlichen Texten ist so einfach, dass auch Anfänger sehr schnell mit Accordance zurecht kommen. Auch das Layout der graphischen Suche in den Konstruktfenstern ist intuitiv und weitgehend automatisiert. Doch ist diese Einfachheit auch ein wenig trügerisch: Die Möglichkeiten, Abfragen zu gestalten sind so umfangreich, dass sie kaum ausgeschöpft werden können. Besonders attraktiv sind die Möglichkeiten, Suchanfragen für ganze Textgruppen zu formulieren. Hier ist Accordance schneller, flexibler und zuverlässiger als Logos 4.

Hier die Besprechung: www.uibk.ac.at.

Rudolf Otto und das „Heilige“

RudolfOtto.jpgNur wenige Werke haben das Verständnis von Religion im 20. Jahrhundert so nachhaltig geprägt wie Das Heilige von Rudolf Otto (1869–1937), der die Erfahrung des „Numinosen“ zum Zentrum aller Religionen erklärt. Das Buch ist bis heute ein Klassiker und spielt in den Diskussionen über das Verhältnis von Religion und Moderne eine Schlüsselrolle.

Der DLF hat Leben und Ansatz von Otto auf akkurate Weise vorgestellt:

Ist der Mann wirklich am Ende?

rosin.jpgFrauen sind auf dem Gipfel der Macht, Männer am Boden, sagt Hanna Rosin in ihrem Buch Das Ende der Männer: Und der Aufstieg der Frauen, das im Januar erscheint (vgl. a. hier). Der Berlin Verlag schreibt zu dem Buch:

In fast allen Bereichen unserer heutigen Lebens- und Arbeitswelt sind Frauen auf dem Vormarsch. In „Das Ende der Männer“ zeigt die Israelitin Hanna Rosin auf, warum Frauen bald an der Spitze der Gesellschaft stehen werden – ein großes Debattenbuch, in Bedeutung und Weitsicht vergleichbar mit den Werken Simone de Beauvoirs oder Naomi Wolfs. Ist die jahrtausendealte Herrschaft des Patriarchats am Ende? Noch nicht, sagt Hanna Rosin, doch die massiven Veränderungen der Berufswelt und des Bildungssystems haben eine Dynamik in Gang gesetzt, die das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nachhaltig verändert. So scheinen viele Anforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft – Flexibilität, soziale Intelligenz, Kommunikationsfähigkeit – eindeutig Frauen in die Hände zu spielen, während Männer oft von den Umwälzungen überfordert sind. Hanna Rosin zeigt – frei von ideologischen Prämissen –, wie sich heute das Leben von Männern und Frauen unterscheidet, wie sehr sich die Art und Weise geändert hat, wie heute gearbeitet, gelernt, zusammengelebt wird. Differenziert und mit vielen konkreten Beispielen gelingt es Rosin, die Chancen und Schattenseiten des »weiblichen Jahrhunderts« in den Blick zu nehmen. Das Ende der Männer ist keine feministische Streitschrift, keine Prophezeiung, sondern eine messerscharfe, weitsichtige Diagnose.

DIE ZEIT hat sich mit Frau Rosin über ihr Buch unterhalten. Das Gespräch ist m.E. nicht sonderlich ergiebig. Allerdings finde ich eine Aussage interessant, die die ZEIT-Redakteurin bei der Gelegenheit platziert hat:

Es gibt jedenfalls eine starke Ideologie, die eine Präsenz der Mutter beim Kind fordert, und die immerwährende Drohung, man könnte eine schlechte Mutter sein, wenn man nicht beim Kind ist.

Ob das Bindungsforscher auch so sehen?

Falls die Präsenz der Mutter bei dem Kind ideologisch aufgeladen ist, spricht nichts dagegen, die Kinder auf natürliche Weise auszulagern. Christoph Schreiber berichtet heute in der FAZ über ein neues „Kinderbetreuungsmodell“, die so genannte „24-Stunden-Kita“ (FAZ vom  11.01.2013, Nr. 9, S. 12). Es läuft gut. So können Eltern beispielsweise in der Kita „nidulus“ ihre Kinder für 183 Euro im Monat unterbringen. Das ist „weniger als ein Sechstel der tatsächlichen Kosten. Den Rest zahlt der Steuerzahler.“ Der Kindergarten, so heißt es in der Selbstbeschreibung, „ist gedacht als Lösungsangebot für Eltern und Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Organisationsformen. Die Einzigartigkeit unseres Hauses liegt in den flexiblen Öffnungszeiten. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.“ So haben die kleinen Kinder ab dem zweiten Lebensjahr ihr „Nestchen“. Ein Geschäft mit Zukunft:

Trotz aller Bedenken ist die Nachfrage nach 24-Stunden-Plätzen ungebrochen. „Das Konzept ist gerade der Renner auf dem Markt“, sagt die Geschäftsführerin. Zehn bis zwanzig Rund-um-die-Uhr-Kitas gebe es mittlerweile in Deutschland, schätzt sie. Tendenz steigend.

Ich hoffe mal, dass viele Eltern altruistisch auf ihren Instinkt vertrauen.

Wo sind die „Betrügerinnen“?

Der Kirchengeschichtler Reinhart Staats hat in einem Leserbrief (FAZ vom 09.01.2013, Nr. 7, S. 30) darauf hingewiesen, dass nicht das grammatikalische Geschlecht für unnötige sprachliche Diskriminierungen verantwortlich gemacht werden kann. „Zum Beispiel ist ‚der Mensch‘ ein Maskulinum, und zum Glück hat sich die politische Sprache noch nicht in ‚die Menschin‘ verguckt. Im Schwedischen ist dasselbe Wort (människa) weiblichen Geschlechts, ohne dass daraus in Schweden politisches Kapital geschlagen wird.“ Der Satzzusammenhang muss in den Blick genommen werden.

Ein Satz von Prof. Staats ist so köstlich, dass ich ihn hier gleich bewerben möchte:

Die allgemeine Konsequenzmacherei im Sprachlichen hört aber bezeichnenderweise meist dort auf, wo in einem feministisch korrekt gemeinten Text zum Beispiel nur „Betrüger“, aber keine „Betrügerinnen“ oder „Verbrecherinnen“ und schon gar keine „Sünderinnen“ auftreten.

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