Jesus begegnen – im Zweifel

Hier meine Predigt vom letzten Sonntag. Es geht um das Thema „Zweifel“. Predigtgrundlage ist der Text über den sinkenden Petrus in Mt 14,22–33.

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Lukas

@ Ron
Danke, ich habe mir Deine Predigt angehört. Seltsamerweise habe ich mir Deine Stimme ganz anders vorgestellt.

Lukas

@ Ron
Kann ich nicht formulieren. Ist nur interessant, wenn man jemanden zuerst in seinen Texten „sprechen hört“ und dann echt sprechen hört. Also eine Enttäuschung war es für mich nicht, wie für gewisse Korinther der Paulus in Person rhetorisch weniger mitreissend war als der Paulus in seinen Briefen.

Lukas

@ Ron
Was „schwächelnd“? Auf uns im Süden, wie wir eher an Zwinglis Zunge gewöhnt sind, macht Deine mündliche Sprache eher einen sehr staatstragenden Eindruck, wenn ich mal so sagen darf.

Johannes

: Nein, „staatstragend“! Und im Herzen bist Du ganz sicher ein Luther-Typ. 😉

Schandor

Danke für die Stärkung!

Besonders gefallen haben mir drei Dinge:

1) Der dreifache Zweifel (Hurra, ich bin kein Zweifler im Sinne von Jak 1 \o/ )
2) Die Erwähnung, die „Stille Zeit“ habe kein(!) Mandat in der Bibel (die Evangelikalen betrachten einen ja schon fast nicht mehr als Christen, wenn man gesteht, dass man keine tägliche „Stille Zeit“ einhält. Es gibt eben strukturierte und unstrukturierte Menschen.)
3) Das Wort „Entzweiflung“

Also nochmals danke!

Lukas (der andere)

Ron, gerne mehr in Zukunft!

Johannes

Ich schließe mich Lukas (dem anderem) an! Da kann das Internet doch auch mal sinnvolle Dienste leisten! 😉

Johannes

Ups, natürlich: (dem anderen)!

Johannes G.

,

du bist vielleicht kein Ulrich Parzany, aber diese Art des Vortrags liegt mir sowieso nicht 😉 Ich höre viel lieber Leuten zu, die etwas ruhiger und weniger „emotional“ sind. Deinen Vortragsstil und deine Ausdrucksweise finde ich jedenfalls sehr angenehm.

Wenn du wirklich mal Probleme beim Predigen haben möchtest, dann lege dir Schwäbisch als „Primärsprache“ zu und versuche das dann auf der Kanzel abzustellen 😉

Liebe Grüße
Jo

Johannes G.

:

Kein Problem 🙂 Bei mir sieht es auch nicht anders aus 😉 Freue mich aber schon auf deine Rückmeldung! Meine „Buchbesprechung“ wird sehr wahrscheinlich dieses Jahr auch nicht mehr fertig. Aber ich warte damit dann sowieso noch, bis du dich gemeldet hast.

Liebe Grüße
Jo

Johannes G.

Kurzer Nachtrag:

G. Schwäbisch? Ich komme aus Sachsen!

OK, das ist sicher gleichwertig 😉 Respekt! 🙂

Schandor

Mir fällt noch eine 4. Art des Zweifelns ein:

das „Nicht-mehr-glauben-können„.

Wenn man beispielsweise jahrelang um eine bestimmte Sache bittet, sie aber nicht erlangt, dann – so scheint es mir wenigstens – kann man in einen Zustand gelangen, in dem man nicht mehr an die Erfüllung des Erbetenen glauben kann. Aber ist so jemand ein Vorwurf zu machen?

Roderich

@Schandor,
grundsätzlich darf man glauben, dass Gott alle Gebete hört. Dass er nicht alle unsere Gebete so erhört, wie wir das wollen – das mag zwar zu Zweifeln führen, aber letztlich sind sie nicht berechtigt (wenn auch verständlich), denn Gott verändert sich nicht. Gott ist gut, all the time.

(Und – es gibt ja auch Gründe für mangelnde Gebetserhörung, die an uns selber liegen können).

Der Test wäre: man versuche mal mit aller Kraft, Gott nachzufolgen, und zu leben im Heiligen Geist, und DANN zu sehen, ob Gott die Gebete immer noch nicht erhört.

Schandor

@Roderich

Aha, darin liegt also die Lösung! Und wenn die Gebete nicht erhört werden, dann muss man schließen: Na, irgendwo hab ich noch zu wenig im Heiligen Geist gelebt, eine Kleinigkeit falsch gemacht, Gott irgendwo nicht richtig nachgefolgt, da ein Schräubchen, dort ein Gnöbschchen. Ein Automatengott also, der exakt bedient werden muss, damit er funktioniert. Einer, der die Gabe erst spendet, wenn man die richtige Münze einwirft. Wenn ich als Böser schon in der Lage bin, meinen Kindern Gutes zu tun (auch wenn sie mir in manchem nicht gehorchen), dann … naja, Du weißt, wie es weiter geht.

Diesmal war Dein Rat nicht gut, Ahitophel!

Bettina Klix

Vielen Dank für diese inspirierende Predigt!
Ich möchte ein Zitat aus einem Buch beisteuern, das ich gerade lese:
„Der Christ ist in Bewegung. Er kommt immer schon vom Glauben her, aber er muß ihn ergreifen. Seine Taufe bedeutet, daß er von Gott selbst in die Verwandlung hineingerissen wird. Gerade daß er sich nicht von sich selbst empfängt. sondern als angenommen sich annehmen muß, hat zur Konsequenz, daß er sich auf den Weg machen muß, UM DANN WIE EIN SINKENDER PETRUS DIE RETTUNG ZU ERFAHREN.“(Hervorhebung von mir)

Gefunden in: Hans-Rudolf Müller-Schwefe, Christus im Zeitalter der Ökumene,1986

Schandor

„Gebetslosigkeit“ Ist hier gemeint: zu kurz beten? Oder gar nicht beten? Ersteres kann aber gar nicht gemeint sein, denn soooooo lange Gebete wie manche heute verrichten, kennt die Bibel gar nicht. Außer eben die Gebetsmarathone (nächtelang durchbeten, aber ich kann das nicht). Ich habe mich gefragt, ob durch längere Gebete sowas wie unsichtbare Kanäle zur Gottheit geschaffen werden. Ob Gott vielleicht so ist, dass er erst die bemerkt, die die Hand schon ganz lange nach oben halten, um aufzuzeigen. Nein, „Gebetslosigkeit“ im Sinne von „kein Gebet“ — das kann ich mir nicht vorwerfen. Eher so etwas, dass das Gebet — allgemein gesagt — in der Verzweiflung erstickt wird. Die „überfromme Aktivität“ kenne ich aus den Freikirchen. Das hat mich immer schauderhaft angemutet. Als müsse man Gott in einer optisch-devoten Haltung begegnen (nichts dagegen, auf Knien zu beten!!!). Nun, und das Beten mit „überschäumenden Gefühlen“ — das habe ich ohnehin immer nur als Einbildungstheater emotional Nachholbedürftiger verstanden 🙂 Hab mir das… Weiterlesen »

Roderich

Hier ein paar gute Luther-Zitate von der Webseite http://www.trostfinden.com/gebete/5275-martin-luthers-stille-zeit zum Thema Gebet: Luther erlebte in seinem Gebetsleben dieselben Schwierigkeiten wie wir: Mangel an Konzentration. Als erste Hilfe gibt er einen praktischen Rat: „Darum ist es gut, dass man frühmorgens lasse das erste und des Abends das letzte Werk sein und hüte sich mit Fleiß vor diesen falschen, trügerischen Gedanken, die da sagen: Harre ein wenig, über eine Stunde will ich beten, ich muss dies oder das zuvor fertigen; denn mit solchen Gedanken kommt man vom Gebet in die Geschäfte, die halten und umfangen denn einen, dass aus dem Gebet des Tages nichts wird“. Und hier von http://www.ead.de/gebet/monatliches-allianzgebet/editorial0804.html : „Ein unverschämtes Gebet“. Hören wir hier einmal auf Worte Martin Luthers zu diesem Thema: „Ein unverschämtes Gebet, das fest anhält und sich nicht abschrecken lässt, gefällt Gott wohl! … sobald die Not da ist, schnell in die Kammer gelaufen und auf die Knie gefallen, und gesagt: Herr, hier komme ich, muss das… Weiterlesen »

Schandor

@Roderich

Wenn Luther recht hat (woran ich sehr zweifle), dann …

Dass man sofort beten muss und nicht „zuvor fertigen“ darf, das sollte wirklich jeder wissen. Das ist nichts Neues.

Hoffentlich hat Luther mit seinem „unverschämten Gebet“ recht. Aber wie gesagt: daran zweifle ich (Verstandeszweifel 😉 ).

Lukas*

Die Sache mit dem unverschämten Gebet hat aber durchaus biblische Rückendeckung. Abraham feilscht erfolgreich um Sodom und Lukas 18,1-8 (Die bittende Witwe) geht in eine ähnliche Richtung. Deinen „Verstandeszweifel“ – insbesondere in dieser Sache – kenne ich aber gut. Hier hilft mal wieder nur eines – ausprobieren.

Schandor

@Lukas

Ah, danke für den Hinweis! Hast recht – ausprobieren wird das beste sein. Carsons Betlehrbuch ist auch heute eingetroffen; s‘ wird sicher auch hilfreich sein.

LG

Björn

Wo findet man die Predigt?

sehe hier keinen Link oder änliches, würde Sie gerne hören!

Lieben gRuß,

 

Björn