Spiritualität in und Kirche out

Auf der Bundesratstagung der Baptisten sprach in diesem Jahr Prof. Tobias Faix von der CVJM-Hochschule in Kassel zur Frage, wie von der Kirche entfremdete Menschen noch erreicht werden können. Die Antwort: Die Kirche müsse selbstkritischer werden, die übernommenen Lehren stärker hinterfragen. Wir bräuchten eine größere Offenheit für die Wirklichkeit des Unglaubens. In einer Pressemitteilung des Bundes ist zu lesen:

Um die Situation der Kirchen in diesem neuen Kontext zu verdeutlichen verwendete Faix das Bild einer Brücke, die neben einem Fluss steht, der seinen Flusslauf geändert hat: „Wir können die Brücke renovieren und schön anmalen, zum Beispiel durch modernen Lobpreis. Die Brücke führt dennoch nicht mehr über den Fluss.“ Stattdessen müssten wir unsere bisherigen Dogmen und Lehren hinterfragen, um die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit zu erreichen. Konkret wurde Faix bei klassischen Formen der Verkündigung. So sei beispielsweise die Rede von Schuld und Vergebung vielen Menschen fremd, da kein Schuldbewusstsein vorliege. Der Begriff Sünde werde als ethisch-bevormundend wahrgenommen und auch Kampfesmetaphorik, zum Beispiel der Kampf Gut gegen Böse, entspreche nicht dem pluralistischen Zeitgeist. Diese biblischen Botschaften seien für die Menschen von heute nicht mehr verständlich. Es bedürfe daher neuer Wege der Verkündigung, um die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit zu erreichen, so Faix. Gerade in der Leistungsgesellschaft seien die Themen Scham und Ausgrenzung hochaktuell. Der Mensch werde durch seine Arbeit, sein Aussehen oder seinen Verstand beurteilt, wie befreiend sei da die Rede von der bedingungslosen Annahme Christi und die gelebte Annahme von Menschen jeglicher Herkunft in den Ortsgemeinden. Christen sollten „die Sprengkraft des Kreuzes nutzen“, um bei und mit den Menschen zu sein und „anfassbar“ zu werden. Kirche dürfe nicht darin bestehen, innerhalb der eigenen vier Wände die immergleichen Dogmen rauf- und runter zu beten. Stattdessen sollten Christen ihr Umfeld sehr aufmerksam beobachten, zuhören und auf die Lebenswelt der Menschen eingehen. Es gehe nicht darum, das eigene Verständnis der biblischen Botschaft zu relativieren, sondern durch eine Haltung der Offenheit das Evangelium neu vorzuleben und verständlich zu machen. Dass dabei auch Altes hinterfragt und neu durchdacht wird, solle nicht als Gefahr verstanden werden, sondern als Aufgabe, das Evangelium lebendig in einen neuen Kontext einzupflanzen.

Nun, es gibt dazu eigentlich nicht viel zu sagen. Vieles erinnert an Vorträge, die Brian McLaren vor 11 Jahren in Deutschland gehalten hat. Die alten Wege seien zu verlassen. Wir sollten uns selbst in den Augen der vom Glauben entfremdeten Menschen attraktiv machen. Es geht nicht um Schwerpunktverlagerungen in der Evangeliumsverkündigung, sondern um die Kompatibilität von Verkündigung und dem Bedürfnishorizont des Menschen, der fern von der Kirche lebt. Wer das glaubt, wird selig.

Ich habe vor 11 Jahren auf McLarens Thesen geantwortet und will an dieser Stelle nochmals darauf verweisen: fta-emch-101.pdf.

Kommentare

  1. PeterG meint:

    Was meint Tobias Faix damit? Sollen wir nicht mehr von Sünde/Schuld sprechen, oder sollen wir diese Begriffe für unsere Zeitgenossen verständlich umschreiben?
    Übernommene Lehren zu hinterfragen ist ein gutes Ziel. Prüfstein dafür kann aber nur die Bibel als Gottes Wort sein. Meint T. Faix das?

  2. Sergio meint:

    Man weiss nicht, ob man weinen oder lachen soll. Es geht also nicht mehr um Sünde und die Erlösung davon, nur weil die Leute von heute das nicht hören wollen? Das Kreuz als Weg aus der Scham? Was für ein Quatsch. Das Problem ist, dass Faix selbst schon total von der postmodernen Denkweise vereinnahmt zu sein scheint. Was hat doch Paulus gesagt über jemanden, der ein anderes Evangelium verkündet? Der sei …

  3. Maschenka meint:

    Mir fällt dazu nur ein, was Paulus in 1. Korinther 2 schrieb:
    „Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.“

  4. Christopher Rinke meint:

    Auch wenn es müßig sein mag: Ich widerspreche. Dem Duktus des Artikels und der Interpretationsschneise der Kommentare. Was hier Tobias Faix unterstellt wird, ist schlicht unzutreffend, was jede und jeder, die oder der dabei war, bestätigen kann. Eurer Schreibe nach zu urteilen, wart ihr es nicht, was freilich die Frage aufwirft, warum ihr dann darüber diskutiert. Es ging bei der zitierten Stelle übrigens sinngemäß um die Frage, wie zielführend es ist, einem Tauben das Evangelium zu SAGEN, oder ob es nicht angemessen ist, es ihn besser LESEN zu lassen.
    P.S. Ich verstehe meinen Kommentar nur als Richtigstellung weniger als Einladung zu langer Diskussion…

  5. @Christopher Rinke: 1. Die Frage, ob man nur über das diskutieren darf, was man selbst als Augenzeuge erlebt hat, muss ich als rhetorische einstufen. Sonst sollten wir etwa den Beruf des Historikers abschaffen. 2. Wenn der Artikel unzutreffend ist, wurde unzuftreffend berichtet. Ich bin von einer glaubwürdigen Berichterstattung ausgegangen. 3. Also ging es nur um das „Wie“ der Kommunikation des biblischen Evangeliums?

    Liebe Grüße, Ron

  6. Christopher meint:

    Zu 3.: Genau darum ging es.

  7. @ Christopher: Dass Verpackung und Inhalt voneinander losgelöst seien, höre ich in frommen Kreisen seit Jahrzehnten. Ich glaube es nicht (mehr). Dass ein Referent unabhängig von seinen theologischen Positionen referiert, eben so wenig.
    Es ist ein Beispiel dafür, dass progressive Ideen nach 10, 15 Jahren „Mainstream“ auch in Freikirchen geworden sind. Höchste Zeit für das neue Alte!
    Kürzlich geschrieben: http://biblipedia.de/2018/04/30/der-einfluss-der-konsumgesellschaft-auf-die-kirche-eine-persoenliche-reflexion-zur-icf-movement/

  8. Simon meint:

    Als Teilnehmer des Bundesrates habe ich die (hervorragend präsentierten) Gedanken von Tobias Fax persönlich gehört und erlebt. Ich kann also berichten, dass es im Anschluss durchaus einige lebhafte Diskussionen und z.T. offen ausgedrückte Irritation gegeben hat. Irritation vor allem über den frenetischen Applaus und die anscheinend weitgehend unkritische Aufnahme des Vortrags auf dem Bundesrat (es gab später noch weitere positive Bezüge darauf). Es war klar, dass hier ein neuer theologischer Status Quo in den Raum gestellt wurde, soweit die Theorien nicht sowieso schon bekannt waren (und im Grunde genommen ist das alles ja nichts überraschend Neues, darauf hat Ron hingewiesen).
    @ Christopher Rinke, Zitat: „Was hier Tobias Faix unterstellt wird, ist schlicht unzutreffend, was jede und jeder, die oder der dabei war, bestätigen kann“. Ich bin Teil von „jede und jeder“. Sorry, nein, ich kann das NICHT bestätigen. Ich sehe hier nichts Unzutreffendes sondern realistische Einschätzung des Gesagten. Ich sehe im Rückblick auf den Vortrag auch keine tendenziöse „Interpretationsschneise“. Spannend, wie subjektiv doch unsere Rezeption ist… Einiges Bedenkenswerte fehlt sogar noch, so z.B. der Ruf nach einer „Theologie des gemeinsamen Essens“.
    Zum Brücken-Bild (die Choluteca Bridge in Honduras): Das gewählte Bild der inzwischen deplatzierten Brücke, das einen zentralen Platz in diesem Vortrag eingenommen hat, ist einen genaueren Blick wert. Vor allem, wenn man die angedeuteten Gedanken weiterführt. Niemand wäre praktisch in der Lage, zum Versetzen der Brücke das Fundament dieses großen Bauwerkes auszuheben und neu zu platzieren. Oder alternativ: das Fundament zu verschieben – absolut undenkbar. Eher würde die Brücke vollständig vom bisherigen Fundament getrennt und auf ein neu zu legendes aufgebaut werden müssen. Es geht also in diesem starken Bild im wahrsten Sinne um Dekonstruktion und Neuerrichtung. Um Zurücklassen des Alten. Genauso konnte (und sollte?) es auch im Vortrag verstanden werden. Ich hoffe in diesem Sinne, dass viele Zuhörer des Bundesrates noch einmal ernsthaft über 1. Kor. 2,2 und 1. Kor 3,11 nachdenken.

  9. @alle: Ich habe mich inzwischen in einem sozialen Netzwerk mit Tobias ausgetauscht. Tobias hat freundlicherweise in Aussicht gestellt, den Vortrag öffentlich zugänglich zu machen. Dann können die verschiedenen Rezeptionen überprüft werden. Bis dahin vielen Dank an alle Mitdenker.

    Liebe Grüße, Ron

  10. Tobias Faix meint:

    Lieber Simon, @alle,
    danke für die engagierte Diskussion und die unterschiedlichen Interpretationen des Gehörten oder Gelesenen. Ich möchte hier noch mal meine Intension des Vortrags darlegen, da mir das doch wichtig erscheint. Ausgangspunkt und Auftrag war die Frage warum heutige Menschen sich durchaus als spirituell oder zumindest indifferent bezeichnen, aber die Kirche als Expertin von Spiritualität nicht davon profitiert. Also: Wie können wir missionarisch diese Menschen erreichen? In meinem Vortrag ging es zunächst um verschiedene Studien zum Thema „Spiritualität“ (aus den Jahren 2008 und 2013), dann um Säkularität (nach Charles Taylor 2013) und deren Resonanz (nach Rosa, 2017) und wie wir als Gemeinden und Christen darauf reagieren und was dies für unser missionarisches Handeln heißt. Theologisch ging es am Ende um das Verständnis vom Evangelium aus einer eher schamorientierten und schuldorientierten Kultur, für manche vielleicht neu, in der Missionswissenschaft ein „alter Hut“. Es ging also nicht um das Abschaffen biblischer Wahrheiten, sondern eher um die Frage des inhaltlichen Verständnisses (zum Beispiel von Sünde und Kreuz) aus unterschiedlichen Perspektiven und die zentrale Frage der Kommunikation. Noch kurz zur Brücke, ich habe dieses Bild am Anfang gewählt, weil es aufzeigt, dass wir von vielen Menschen einfach nicht mehr verstanden werden in unserer Evangeliumsbotschaft (im Sinne von Sender und Empfänger), dem darf gerne widersprochen werden, aber bitte nicht überinterpretieren. 😉

  11. Rolf Eicken meint:

    Ich will hier wirklich nicht klugschei…n, aber die Probleme scheinen mir aus folgendem zu entstehen.
    Es gibt die Wirklichkeit 1. Ordnung = Tatsachen und
    die Wirklichkeit 2. Ordnung = wie werden die Tatsachen, hier der Vortrag, bewertet.
    Was hier offensichtlich geschieht, ist, dass Beides miteinander vermischt wird.
    Das ergibt dann Konfusion.
    Als Laie erscheint mir der Vortrag als ungewöhnlich Wirklichkeitsnah.
    LG
    Rolf

  12. Simon meint:

    @ Tobias: Danke für die Erläuterung.
    @ Alle: Noch eine Ergänzung zum Bild der Brücke, das durch seine Prägnanz zur Interpretation geradezu einlädt und für manche – gerade ältere Geschwister – sogar verletzend wirkt. Keiner fühlt sich gerne deplatziert, als altes Eisen, zurückgelassen. Die Macht der Bilder, Kopfkino…
    Kurze Internetsuche ergibt allerdings ein ganz anderes Bild: es handelt sich hierbei nur um den ersten Bauabschnitt! Das starke Fundament, von dem aus sich die Brücke seitlich über den ganzen Fluss erstreckt, also neue Bereiche überspannt:
    https://goo.gl/ouC43B
    So gesehen „wird doch ein Schuh draus“. Das könnte für viele, dem emergenten Ansatz eher mit Kopfkratzen begegnende Geschwister, eine verständliche und versöhnliche Ergänzung sein. Ausgehend von einem starken, soliden Fundament neue Brücken bauen, neue Flüsse überspannen.
    Tobias, vielleicht dann im nächsten Vortrag? 😉

  13. Tobias Faix meint:

    Danke Simon. Das ist ein wichtiger und guter Hinweis mit den älteren Geschwistern, weil dies nicht meine Intension war. Im Gegenteil, ich stehe für eine intergenerationale Gemeinde und freue mich über diese Vielfalt. Gerade für ältere Geschwister funktionieren die Brücken ja auch noch und helfen bei den eigenen Fragen. Und trotzdem gibt es Menschen, innerhalb und außerhalb der Gemeinde, die das Evangelium nicht verstehen, für sie brauchen wir neue Zugangswege (Brücken) und auch das geschieht seit 2000 Jahre, sonst wären wir ja alle noch katholisch…. 😉

  14. Hallo Tobias,
    Tobias Faix meint:
    „18. Mai, 2018 um 9:17
    Lieber Simon, @alle,
    danke für die engagierte Diskussion und die unterschiedlichen Interpretationen des Gehörten oder Gelesenen.“
    Welches ist nun die richtige Interpretation?

  15. @Tobias: Danke für den Vorgeschmack auf den Vortrag. Spontan: Die Menschen zur Zeit Jesu oder der Apostel waren wahrscheinlich noch viel spiritueller als die Menschen heute in Europa. Mit dieser und jener Spiritualität hatten sie ihr Glück und ihre Freude. Nur mit der Botschaft vom Kreuz konnten die meisten von ihnen nichts anfangen. Für die einen war das Evangelium ein Skandal, für die anderen eine Torheit. So sehr etwa ein Paulus um Verständlichkeit und Klarheit in der Verkündigung bemüht war, so wenig war er daran interessiert, die Kreuzesbotschaft an den Erkenntnishorizont der Klugen anzupassen. Er wollte den Horizont auch nicht einfach erweitern. Er stellte die Spiritualität der Weltweisen auf den Kopf. Er wollte nicht möglichst viele Menschen erreichen, sondern durch die Verkündigung zur Umkehr und zum Gehorsam des Glaubens einladen. Dabei war er sich dessen bewusst, dass es für jeden, der umkehrt, eines Wunders bedarf. Denn Fleisch und Blut kann so eine Umkehr nicht schaffen. Lebendige Kirche braucht Leute, an denen so ein Wunder geschehen ist.

    Liebe Grüße, Ron

  16. Tobias Faix meint:

    Lieber Ron,
    da sind wir uns zumindest einig: Die Umkehr eines Menschen kann nur der Heilige Geist bewirken. Über unseren Beitrag dazu, naja, da gibt es wohl (noch) keine Einigkeit, aber so lange wir erleben, dass Gott unser beide Versuche nutzt… 😉

    @Peter: keine! 😉

  17. Alexander meint:

    „für sie brauchen wir neue Zugangswege (Brücken) und auch das geschieht seit 2000 Jahre, sonst wären wir ja alle noch katholisch“
    Dies suggeriert, die „katholische Brücke“ hätte als Zugangsweg zum Evangelium nur aus Altersgründen ausgedient, hätte aber eigentlich genauso zum anderen Ufer geführt wie die neue, damals vielleicht „bessere“ und „zeitgemäße“ reformatorische Brücke. Es ging in der Reformation aber nicht deswegen um einen neuen Zugangsweg zum Evangelium, weil der alte zwar seine Berechtigung gehabt hätte, aber für die Zuhörer der Zeit einfach nicht mehr gangbar und/oder verständlich gewesen wäre. Sondern die alte Brücke der Lehren des mittelalterlichen Katholizismus war schlichtweg eine Fehlkonstruktion und wurde durch die Reformatoren berechtigterweise abgerissen. Die alte Brücke war gar keine Brücke, sie hatte einen Kopf nur auf der einen Seite des Ufers, endete aber mitten im Fluss. Nun wurde eine neue Brücke gebaut, die wieder hinführte zum Evangelium, das aus dem Wort Gottes geschöpft wurde.
    Heute ist es nun so: Die Emergenten behaupten, die „reformatorische Brücke“ hätte zwar ihre Zeit gehabt, sei aber nun veraltet, deswegen nicht mehr gangbar und/oder verständlich und deswegen müsse man neue Brücken bauen. Nur: die reformatorische Brücke ist die einzige, die auch ans andere Ufer führt, während es sich bei den neuen emergenten Brücken, wie bei der alten katholischen, um Fehlkonstruktionen handelt, welche die Menschen an einem Ufer abholt, es aber nicht schafft, sie ans rettende Ufer zu führen, weil sie in der Mitte des reißenden Flusses abbricht und die Wanderer darin ertrinken lässt.

  18. Markus meint:

    Ich habe den starken Eindruck, dass eine schwammig-unklare, teilweise widersprüchlich anmutende Sprache hier eine Methode ist, um einerseits die eigene Lehre, biblische Wahrheiten jeweils herrschenden Ideologie zu unterwerfen, abzusetzen. Gleichzeitig kann man sich bei aufkommender Kritik schnell zurückziehen („das habe ich so nicht gemeint“). Darum sagt ja auch der Herr: Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein. Alles andere ist vom Bösen.
    Aufschlussreich vor gut einem Jahr war ein persönlicher Angriff von T.Faix gegen mich auf der FB-Seite von Hartmut Steeb, wo er sich beschwert hat, „ein Markus Widenmeyer kann hier seine Parolen loswerden“ (Screenshot).

  19. Tobias Faix meint:

    Lieber Herr Wiedenmeyer, wie ich gelesen habe, haben Sie Ihr Mandat im Landtag BW niedergelegt. Meinen Respekt dafür. Ich hoffe, dass Sie sich ganz aus der AfD ganz zurückgezogen haben (was ich nicht weiß), da die von Ihnen postulierte „biblische Wahrheit“ m.E. nicht zu dieser Partei passt…. Grüße T Faix

    @Alexander: Nur ganz kurz: Weder Sie noch ich retten irgendwelche Menschen, das tut allein Jesus Christus!

  20. Markus Widenmeyer meint:

    Es liegt doch folgendes auf der Hand: Ihr Programm besteht nicht darin, angeblich „postmodern“ denkenden Menschen das Evangelium nahezubringen. Es besteht darin, das Evangelium im Sinne aktueller, säkularer Denkmuster zu verändern.
    Bestätigt wird dies durch ihre widerliche Ausgrenzrhetorik gegenüber Christen, die im Politischen aus guten Gründen zu anderen (und eben nicht zeitgeistkonformen) Schlussfolgerungen kommen als Sie.

  21. Roderich meint:

    @Tobias,
    Markus Widenmeyer ist nicht ganz aus der AfD draußen und hat das Mandat auch nicht aus Kritik an der AfD abgelegt, sondern aus anderen Gründen. Es ist Unsinn, dass biblische Wahrheit nicht zu der Partei passt. Es gibt keine perfekte Partei, und man muss sich überlegen, in welcher sich der Einsatz in welchem Maße lohnt, aber die AfD ist noch die einzige Partei, die ganz klar gegen das katastrophale Gender Mainstreaming protestiert, die die Energiewende ablehnt, den Merkelschen Vertragsbruch bezüglich der no-bailout-Klausel ablehnt, die rechtsstaatliche Zustände bezüglich der Immigration wiederherstellen will etc.

    Auf den Vorwurf von Markus Widenmeyer gehst Du leider nicht ein. Ich wiederhole mal:

    Ich habe den starken Eindruck, dass eine schwammig-unklare, teilweise widersprüchlich anmutende Sprache hier eine Methode ist, um einerseits die eigene Lehre, biblische Wahrheiten jeweils herrschenden Ideologie zu unterwerfen, abzusetzen. Gleichzeitig kann man sich bei aufkommender Kritik schnell zurückziehen („das habe ich so nicht gemeint“).

    Das scheint mir auch so.

  22. Alexander meint:

    @Tobias Faix: Nein, in der Tat, weder Sie noch ich retten Menschen in dem Sinne, dass wir die letztgültig handelnden Subjekte wären. Aber darum geht’s ja auch gar nicht. Die Frage ist, ob Ihre neuen Brücken was taugen. Mich erinnern die neuen emergenten Brücken eher an den Pont Saint-Bénézet. Ein Vorschlag für Ihren nächsten Vortrag: Nehmen Sie zum Einstieg für die Problem-Analyse das Bild der Choluteca Brücke und für Ihre Lösungsvorschläge dann beispielsweise das hier als Symbolbild: https://de.wikipedia.org/wiki/Pont_Saint-B%C3%A9n%C3%A9zet#/media/File:Saint-benezet_in_southeastern_France.jpg

  23. Matze meint:

    @ Tobias Faix: wo steht das in der Bibel mit der „schamorientierten und schuldorientierten Kultur?“ Natürlich müssen wir uns mit der uns umgebenden Kultur beschäftigen, aber wir können dies nicht als Basis für eine Theologie verwenden.
    Denn da die Schrift von Gott inspiriert ist enthält diese alles an Antworten für den uns umgebenden Kulturraum. Meine Beobachtung ist, dass die Kernbotschaft des Evangeliums immer mehr verwässert wird, in dem die Aussagen immer mehr Interpretationsspielraum zulassen. Das ist sicherlch dem Evangelium nicht förderlich

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