Abtreibung

Legale Schwangerschaftsabbrüche

Heute rufen in diversen politischen, pädagogischen oder kirchlichen Gremien kritische Äußerungen zur Gendertheorie pure Verständnislosigkeit und Gelächter hervor. In wenigen Jahren wird jemand, der in derlei Gremien gegen die völlige Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen Stellung bezieht, Verhöhnung und Zorn ernten.

Die belgischen Abgeordneten haben sich am Dienstagabend auf einen Kompromiss bei der zukünftigen Gesetzgebung zur Abtreibung geeinigt, der anderen Ländern den Weg weisen wird.

Hier mehr: kurier.at.

Justin Trudeau: Meinungsfreiheit ja, aber

Vor einigen Tagen stellte sich Justin Trudeau, der Premierminister von Kanada, an der McMaster Universität in Hamilton (Ontario, Kanada) den Fragen einiger Gäste, Dozenten und Studenten.

Ein junger Student hat folgende Frage gestellt:

Ich bin ein Student im ersten Jahr hier bei McMaster. Ich möchte nur etwas über ihre Ansichten zur Redefreiheit erfahren. Denn in der heutigen Gesellschaft ist eine linke Sicht der Dinge sehr verbreitet. Wenn Leute nicht die gleichen Meinungen haben, werden sie belächelt und als Rassisten, Fanatiker und alles andere bezeichnet. Zum Beispiel: Abtreibung. Wenn du für das Leben bist, dann wirst du lächerlich gemacht und beleidigt, aber wenn du Pro-Choice bist, dann wirst du gelobt. Ich möchte nur wissen, ob ihnen das wichtig ist?

Hier nun Auszüge aus der Antwort des smarten Justin Trudeau:

Hören sie, ich meine, ich habe immer wieder demonstriert, dass die Verteidigung von Rechten und Freiheiten der Kern dessen ist, wer ich bin, und ehrlich gesagt, es ist der Kern dessen, was Kanada ist. In diesem Land verteidigen wir gegenseitig diese Rechte, auch wenn sie unpopulär sind, wie wir es schon einige Male gesehen haben. Gleichzeitig müssen wir wissen, dass zwischen der Meinungsfreiheit und dem Handeln auf der Grundlage dieser ausgedrückten Freiheiten und Überzeugungen ein Unterschied besteht.

Das bedeutet nicht, dass religiöse Gruppen und Glaubensgemeinschaften sich nicht dafür [gemeint sind finanzielle Zuschüsse, R.K.] bewerben können. Im Gegenteil, so viele der großen gemeinnützigen Organisationen, die unglaublich hart arbeiten, sind in diesem Land auf Glauben gegründet und sie sind ein wichtiger und wunderbarer Teil unserer Gesellschaft. Es bedeutet jedoch – und hier kommen wir zum Kern der Sache -, dass eine Organisation, die ausdrücklich darauf abzielt, die Rechte von Frauen einzuschränken, indem sie das Recht auf Abtreibung, das Recht von Frauen, ihre eigenen Körper zu kontrollieren, aufhebt, nicht im Einklang mit dem steht, wo wir als Regierung, und ganz ehrlich, wo wir uns als Gesellschaft, befinden.

Klare Worte!

Den Videomitschnitt gibt es hier. Der Student fragt ca. ab der 30. Minute.

Papst Franziskus beruft Abtreibungsbefürworter

Falls die Meldung stimmt, wäre das ein herber Rückschlag für die Befürworter des Lebensrechts und eine „Überschreitung“ innerhalb des Vatikans. Die Nachrichtenagentur kath.net meldet, dass Papst Franziskus den Anglikaner Nigel Biggar an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen habe. Biggar vertritt die Auffassung, Abtreibung bis in die 18 Woche könne legalisiert werden. Er sagte in einem Gespräch mit Peter Singer:

I would be inclined to draw the line for abortion at 18 weeks after conception, which is roughly about the earliest time when there is some evidence of brain activity, and therefore of consciousness. In terms of maintaining a strong social commitment to preserving human life in hindered forms, and in terms of not becoming too casual about killing human life, we need to draw the line much more conservatively.

Kath.net meldet:

Mit dem anglikanischen Geistlichen Nigel Biggar hat Papst Franziskus einen Wissenschaftler an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen, der die Ansicht vertritt, Abtreibung solle bis 18 Wochen nach der Empfängnis legal sein.

Biggar ist Professor für Moral- und Pastoraltheologie an der Universität Oxford und leitet deren Zentrum für Theologie, Ethik und das öffentliche Leben. Er ist außerdem Kanoniker an der Christ Church Cathedral.

In einem Dialogforum mit dem australischen Ethiker Peter Singer sagte Biggar im Jahr 2011, ein ungeborenes Baby sei nicht dasselbe wie ein Erwachsener oder ein voll entwickelter Mensch. Es sei daher auch anders zu behandeln. Er würde die Grenze für Abtreibungen bei 18 Wochen nach der Empfängnis ansetzen. Dies sei der „früheste Zeitpunkt, zu dem Gehirntätigkeit und damit Bewusstsein nachgewiesen“ werden könne, sagte Biggar.

Ein Jahr später sagte er bei einer Rede an der Mayo Klinik in Minnesota, Abtreibung sei nicht in jedem Fall Mord.

Mehr: www.kath.net.

Frankreich: Lebensschutz strafbar

Die Nachrichtenagentur kath.net meldet mit Berufung auf eine Mitteilung der kanadischen Prolife-Seite lifeseitenews.com, dass das französische Parlament am 16. Februar 2017 einem Gesetzentwurf zugestimmt hat, das die sogenannten „Fehlinformationen“ über Abtreibung unter Strafe stellt.

Künftig kann man mit Gefängnis bis zu zwei Jahren und mit Geldstrafe bis zu 30.000 Euro bestraft werden, wenn man im Internet „abschreckende“ Informationen über die Abtreibung verbreitet. Zwar hatte der Senat mit seiner konservativen Mehrheit noch versucht, das umstrittene Gesetz zu verhindern, doch das Parlament mit seiner sozialistisch ausgerichteten Mehrheit konnte das Gesetz durchbringen … Bei den sogenannten „Fehlinformationen“ handelt es sich um Informationen mit dem Ziel, Schwangere von Abtreibungen abzuhalten.

Hier: kath.net.

„Ich habe das Gefühl, dass es okay ist“

Eine junge Frau beschreibt in der ZEIT, wie sie vor drei Jahren ein Kind abgetrieben hat. Keine leichte Lektüre. Phänomenologisch, deutlich. Ich empfehle diesen Artikel trotzdem, weil er zeigt, wie heutzutage viele Menschen „ticken“. Das Letzte, was sie hinterfragen, ist ihr Gefühl. Ungefähr so: „Was ich fühle, das ist stimmig, das ist richtig. Meine ganz persönliche Sicht der Dinge muss recht sein, weil es eben für mich so passt.“

Ein Beispiel:

Ich versuchte, eine Verbindung zu dem aufzubauen, was da in mir war. Für mich war das nicht nur ein Zellhaufen, sondern ein Lebewesen. Trotzdem empfand ich eine Abtreibung nicht als Mord. Manche können das vielleicht nicht verstehen, aber für mich war das so. In Gedanken bat ich um Verzeihung. Schließlich schrieb ich in mein Tagebuch: „Ich habe das Gefühl, dass es okay ist.“

Die Perspektive des Kindes spielt keine Rolle. Ein Kind ist willkommen, wenn es meine Selbstverwirklichung antreibt. Wenn es ihr vermeintlich im Weg steht, „mache ich es weg“. Zurück bleibt eine innere Zerissenheit, der Aufstand des Wirklichen gegen all die Abwehrmechanismen.

Mit dieser Sicht der Dinge geht einher, das derjenige, der so eine Einstellung für falsch hält, im Unrichtigen lebt. Falsch halten darf er nämlich dieses Wegmachen nur im Blick auf sein eigenes Leben. Jemand, der versucht, Wahrheit in das Leben eines anderen hineinzusprechen, muss als hart und lieblos erscheinen (im konkreten Fall der Vater).

Noch etwas: Die Entscheidung fällt längst nicht so einsam und eigenständig, wie es auf den ersten Blick aussieht.  In ihr kristallisiert sich all das, was vorher gehört, gelernt und getan wurde, und der Zeitgeist, der das „Ich“ mit lenkt.

Unsere Welt ist nicht so aufgeklärt, wie sie vorgibt, zu sein.

Hier der Einblick: www.zeit.de.

Eins muss weg

Der Weg zum Traumkind führt in den USA oft über Fertilitätszentren und dann über Leihmütter. Ein bizarrer Rechtsstreit um ungeborene Drillinge in Kalifornien zeigt nun die Grenzen des Marktes. DIE WELT beschreibt die Verwicklungen und gewährt Einblicke in eine perverse Kultur:

Melissa Cook, 47, hat Drillinge in ihrem schon recht stattlichen Bauch. Voraussichtlich im März sollen die drei kleinen Jungen in Kalifornien geboren werden. Was danach mit ihnen passiert, ist offen. Denn zwischen Cook, die als Leihmutter die Babys austrägt, und ihrem Vertragspartner, einem 50-jährigen Postangestellten aus Georgia, ist ein komplizierter Rechtsstreit um mindestens eines der ungeborenen Kinder entbrannt. Warum? Der Vater verlangte die Abtreibung eines Babys, die Leihmutter weigerte sich.
In Sachen Reproduktionsmedizin und Leihmutterschaft, die auch für die wachsende Zahl gleichgeschlechtlicher Paare mit Kinderwunsch eine wichtige Option sind, gibt es in den USA noch einige offene Fragen. Dazu gehören: Kann man eine Leihmutter zur Abtreibung eines Kindes zwingen? Sollten Hochrisiko-Schwangerschaften mit Mehrlingen bewusst herbeigeführt werden? Und wer trägt die – finanzielle – Verantwortung, wenn alles nicht so läuft wie geplant?

Mehr: www.welt.de.

Planned Parenthood VI

Die Nachrichtenagentur idea berichtet über den Skandal um Planned Parenthood:

Der Skandal um den größten Abtreibungsanbieter in den USA, Planned Parenthood (Geplante Elternschaft), weitet sich aus. Zum einen kommen immer grausamere Aufzeichnungen von Organentnahmen bei abgetriebenen Kindern ans Licht. Ferner prüft ein Untersuchungsausschusses des Kongresses jetzt auch mögliche Verbindungen der Regierung von Präsident Barack Obama zu der umstrittenen Organisation. Ihr wird vorgeworfen, Körperteile ungeborener Kinder an Forschungseinrichtungen zu verkaufen, etwa an Stammzell-Labore. Das „Center for Medical Progress“ (Zentrum für medizinischen Fortschritt) hat bereits sieben Enthüllungsvideos solcher Eingriffe veröffentlicht; fünf weitere sollen folgen. Unter anderem beschreibt die medizinisch-technische Assistentin Holly O’Donnell, wie sie angehalten wurde, bei einer Gehirnentnahme mitzuwirken. Sie war für die frühere Partnerorganisation von Planned Parenthood „StemExpress“ in einer Abtreibungsklinik in Alameda (Kalifornien) tätig. Dort habe sie erleben müssen, wie einem Kind, dessen Herz noch schlug, der Kopf aufgeschnitten wurde, um das Hirn zu entfernen. StemExpress bietet Forschern „hochwertiges“ Organmaterial zum Kauf an. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit Planned Parenthood wegen der in der Öffentlichkeit aufgeworfenen Anfragen beendet.

Mehr: www.idea.de.

Planned Parenthood V

Endlich berichtet eine große deutsche Zeitung über das grausame Geschäft von Planned Parenthood:

Planned Parenthood, der größte Anbieter von Abtreibungen in den USA, gerät zunehmend unter Druck. Nachdem eine Anti-Abtreibungs-Gruppe fünf undercover gedrehte Videos veröffentlicht hat, die zeigen, wie hohe Funktionäre von Planned Parenthood über den Verkauf von Körperteilen und Gewebe von abgetriebenen Embryos verhandeln, laufen Abtreibungsgegner Sturm gegen die Organisation.

In einem dritten Video mit der medizinischen Direktorin der Rocky-Mountain-Klinik von PP, Savita Ginde, stellt diese dar, wie PP versucht, rechtliche Probleme zu umschiffen und Imageschaden zu vermeiden. Besonders schwer erträglich ist der Teil, in dem die potenziellen Käufer und das medizinische Team in der Pathologie der Klinik in Petrischalen mit Teilen von abgetriebenen Föten herumpicken, um verwendbare Organe zu finden. An einer Stelle ruft eine medizinische Assistentin aus: „Es ist ein weiterer Junge.“

In dem jüngsten Video, das erst am Dienstag online gestellt wurde, erzählt die Forschungsdirektorin einer PP-Megaklinik in Texas, dass die Einrichtung auch in der Lage wäre, ganze, intakte Babyleichen zu liefern. Da sei nur die Frage, unter welchem Posten man es verbuche. Einige Abtreibungsärzte hätten schon Erfahrungen damit gemacht, die Prozeduren zu verändern, um bessere Proben zu bekommen für eigene Forschungsvorhaben.

„Wenn man fragt ,Halten Sie Abtreibung für Mord‘, dann sagen die meisten Leute ,Ja, es ist Mord'“, erklärt Bowman. Aber wenn man anders frage, nämlich ob abzutreiben eine persönliche Angelegenheit zwischen einer Frau und ihrem Arzt sein sollte, dann sei eine große Mehrheit dafür, dass es eine persönliche Wahl sein sollte und nicht staatlich verboten. „Das sind zwei zutiefst widersprüchliche Einstellungen, und viele Leute tragen beide gleichzeitig in ihrem Herzen“, sagt Bowman.

Mehr: www.welt.de.

Planned Parenthood IV

Sophia Kuby, als Direktorin des EU Büros der internationalen Menschenrechtsorganisation ADF International tätig, schreibt:

Die ganze Unmenschlichkeit der Abtreibungsindustrie kommt diese Tage ans Licht der Öffentlichkeit. Gestern wurde das vierte Undercover-Video veröffentlicht, das zeigt, wie Mitarbeiter von Planned Parenthood in den USA über den Verkauf von Körperteilen abgetriebener Föten diskutieren als handelte es sich um Tupperware. Es wird laut nachgedacht, wie die Abtreibung so durchgeführt werden kann, dass der Kunde möglichst intakte Organe wie Lunge, Gehirn, Pankreas oder Leber bekommt. „Less crunchy“ (weniger zermalmend) müsse man es tun.

Angeblich über Monate soll nun jede Woche ein neues Video vom Center for Medical Progress veröffentlicht werden. Dabei geht es Planned Parenthood laut eigener Beschreibung doch um lauter schöne Dinge wie Freiheit, eigene Entscheidung, Empowerment und sexuelle Gesundheit der Frau. Letztes Jahr hat die Organisation allein in den USA über eine Milliarde Dollar Profit mit Abtreibungen gemacht. In Deutschland heißt die Partnerorganisation übrigens Pro Familia und ist als gemeinnützig anerkannt.

Dass es bei solcher brutalen Evidenz nicht einen öffentlichen Aufschrei gibt, ist das eigentlich Schockierende. Haben wir so sehr den moralischen Kompass verloren, dass uns die Praxis der millionenfachen Abtreibung und das Profitschlagen aus den „Resten“ kalt lässt? Millionen haben zwar die Videos auf YouTube geklickt und in Twitter zwitschert es darüber doch etwas lauter als sonst, aber ein Aufschrei sieht anders aus.

Mehr: www.katholisch.de.

CD: AS

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