Papst Franziskus beruft Abtreibungsbefürworter

Falls die Meldung stimmt, wäre das ein herber Rückschlag für die Befürworter des Lebensrechts und eine „Überschreitung“ innerhalb des Vatikans. Die Nachrichtenagentur kath.net meldet, dass Papst Franziskus den Anglikaner Nigel Biggar an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen habe. Biggar vertritt die Auffassung, Abtreibung bis in die 18 Woche könne legalisiert werden. Er sagte in einem Gespräch mit Peter Singer:

I would be inclined to draw the line for abortion at 18 weeks after conception, which is roughly about the earliest time when there is some evidence of brain activity, and therefore of consciousness. In terms of maintaining a strong social commitment to preserving human life in hindered forms, and in terms of not becoming too casual about killing human life, we need to draw the line much more conservatively.

Kath.net meldet:

Mit dem anglikanischen Geistlichen Nigel Biggar hat Papst Franziskus einen Wissenschaftler an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen, der die Ansicht vertritt, Abtreibung solle bis 18 Wochen nach der Empfängnis legal sein.

Biggar ist Professor für Moral- und Pastoraltheologie an der Universität Oxford und leitet deren Zentrum für Theologie, Ethik und das öffentliche Leben. Er ist außerdem Kanoniker an der Christ Church Cathedral.

In einem Dialogforum mit dem australischen Ethiker Peter Singer sagte Biggar im Jahr 2011, ein ungeborenes Baby sei nicht dasselbe wie ein Erwachsener oder ein voll entwickelter Mensch. Es sei daher auch anders zu behandeln. Er würde die Grenze für Abtreibungen bei 18 Wochen nach der Empfängnis ansetzen. Dies sei der „früheste Zeitpunkt, zu dem Gehirntätigkeit und damit Bewusstsein nachgewiesen“ werden könne, sagte Biggar.

Ein Jahr später sagte er bei einer Rede an der Mayo Klinik in Minnesota, Abtreibung sei nicht in jedem Fall Mord.

Mehr: www.kath.net.

Kommentare

  1. Ich verstehe langsam nicht warum dieser Papst dann von bekannten konserativen Evangelikalen so gelobt wird…

  2. G. Behringer meint:

    Ich kenne einige ernstzunehmende Geschwister, die sich noch nie vom Papsttum bzw. den Päpsten haben täuschen lassen. Auch wenn die kath. Kirche gegen Abtreibung ist bzw. nun sich beginnt dem Zeitgeist zu beugen, lehrt diese bis heute viele menschliche und gotteslästerliche Katastrophen. Wieviel Leid ist z.B. durch das Zölibat entstanden. Bei in jeder Messe wiederholten Opferung Jesu wird dem einmaligen Opfer Jesu gelästert. Für die kath. Kirche gibt letztendlich kein Heil/Rettung außerhalb ihrer Kirche. Martin Luther hat doch wieder neu entdeckt, dass Menschen nicht irgendwelche religiöse Organisationen zur ewigen Errettung brauchen, sondern allein durch das Opfer Jesu, allein durch Gnade, ohne ein Werk, mit der Einsicht der eigenen Sündhaftigkeit und der Unterordnung unter Jesu Herrschaft, genauso wie die Heilige Schrift es sagt. Und Martin Luther wollte nie die kath. Kirche spalten, wie heute zu hören ist, er wollte sie erneuern!

    Ich kann es schon verstehen, wieso viele Evangelikale sich wieder ohne Probleme mit der kath. Kirche verbünden wollen bzw. ihre Nähe suchen: Im Sinne von Paul Washer sage ich, ihnen fehlt weithin die Gottesfurcht, ein Zittern vor dem Wort Gottes

    Einen heiligen Respekt vor Gott und seinem Wort werden wir auch in Ewigkeit haben!

    Das Schaffell des Papstes bekommt für viele (siehe die Nachricht oben) jetzt Risse. Immer mehr kommt sein Wolfsfell zum Vorschein! Wer den Verrat am biblischen Glauben mit seinen Verbrüderungen mit allen Religionen noch nicht begriffen hat, vielleicht geht jetzt hoffentlich manchem ein heilsames Licht auf!

    Die Aufklärung von Geschwistern, welche den Zustand der kath. Kirche nicht begreifen, oder sogar eine Verbrüderung mit ihnen betreiben ist das Gebot der Stunde!

    Von uneinsichtigen Geschwistern muß man sich um des Wortes Gottes Willen und um des Vorbildes zur Gemeinde unbedingt distanzieren!
    Ich denke da nur an Prof. Schirrmacher oder an Herrn Hartl!

    Auf welcher Seite stehen wir?!

  3. Schandor meint:

    Peter Singer als Ethiker zu bezeichnen, ist gelungen! (vielleicht sehe ich die Ironie nicht).

    Fakt ist: Die Ansicht, ein Mensch sei in der ersten Lebenswoche etwas „anderes“ als ein geborener, stellt die Zeit über Gott und über Gottes Gebot, denn was ein Mensch ist, sagt Gott (imago dei).

    Sobald das Leben des Menschen (es beginnt bekanntlich bei der Verschmelzung von Samen- u. Eizelle) infrage gestellt wird, hat man sich über Gottes Gebot gestellt. Punkt.

  4. Jutta meint:
  5. Christian meint:

    @Jutta: Jep, den Artikel hab ich vor Kurzem auch schon überflogen. Erschreckend. Und noch grausiger wird es dann, wenn man ganz unten die Selbstbeschreibung der Autorin liest. Die Autorin beschreibt sich als Christin (sic!) und spricht sich gleichzeitig für die Abtreibung weißer Babies aus. Sachen gibt’s.

    Hier die Selbstbeschreibung der Autorin.

    „Nicole Valentine

    Worship Leader for the Progressive Women’s Christian Ministry at my college, intersectional feminist, dedicated to Jesus and the progressive movement as a whole! Also an advocate for AAPI rights as a woman of color! Jesus, women, and progress: basically my life! White men need not contact.“

  6. Roderich meint:

    @ G. Behringer,
    nicht jeder, der mit dem Papst redet, befürwortet alles, was er sagt. Aus einem „mit jemandem reden“ kann man noch kein „Zustimmung zu allen Lehrinhalten“ ableiten.

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