Autorenname: Ron

Verkitschung

Wir erleben eine „Verkitschung“ gesellschaftlicher Debatten, meint der Philosoph Alexander Grau: „Angesichts des Zerfalls traditioneller Institutionen und Überlieferungen bleibt dem verunsicherten Individuum nur noch seine eigene Gefühlswelt als Sinnstiftungsinstanz. Also verschreibt es sich einer unterkomplexen Moral, die Halt, Orientierung und positive Gefühle verspricht.“ Hinter den einfachen Wahrheiten, die gefühlig transportiert werden, steckt allerdings meist eine gesinnungsethischer Rigorismus.

Zitat:

Entsprechend verteidigt der verunsicherte Mensch unserer Gegenwart seine schlichten moralischen Gewissheiten mit grosser Aggressivität. Einseitigkeit wird zur Tugend, Intoleranz zum Gebot der Stunde. Denn nichts verunsichert das kitschige Bewusstsein mehr als der Pluralismus der Weltsichten und moralischen Urteile.

So wird der politische Kitsch zur Gefahr für die Demokratie. Er spaltet die Gesellschaft, verweigert die Kommunikation und schwingt sich zur Inquisition politischer Korrektheit auf. 

Mehr: www.nzz.ch.

Bavinck: Eine kritische Biographie

51yRUcNPOiL SX332 BO1 204 203 200Die kritische Biographie über Herman Bavinck von James Eglinton wird von vielen Liebhabern der reformierten Theologie sehnsüchtig erwartet. Anknüpfend an das Buch Trinity and Organism entwirft Eglinton einen frischen Blick auf das Leben und Werk von Bavinck und sieht in ihm einen kreativen Denker, der die Rechtgläubigkeit (lehrmäßige Othodoxie) nicht verleugnete und zugleich Teilhaber der Moderne war.

Hier schon mal das Inhaltsverzeichnis mit der Einführung: Excerpt_Eglinton_short.pdf.

 

Fünf Mythen über Johannes Calvin

Wie vielen anderen überragenden Personen der Kirchengeschichte, so erging und ergeht es auch dem französischen Reformator Johannes Calvin: Die Erinnerung an ihn ist durch verschiedene Verzerrungen entstellt worden, so dass man in Summe von modernen Legenden, die allerdings gern verbreitet werden, sprechen kann.

So ist Stefan Zweigs bis heute nachgedrucktes Buch Castellio gegen Calvin oder Ein Gewissen gegen Gewalt eine in weiten Teilen erfundene Polemik. Zweig behauptet darin etwa: „Alle, die Calvin auch nur den geringsten Widerstand geleistet haben, werden hingerichtet, soweit sie nicht rechtzeitig aus Genf geflohen sind. Eine einzige Nacht, und es gibt in Genf keine andere Partei mehr als die calvinistische “ (S. 160).

Nun war Calvin sicherlich nicht zimperlich, wenn es darum ging, gegen theologische Gegner zu kämpfen. Aber was Zweig hier schreibt, ist völliger Quatsch (Nebenbemerkung: Ich muss bei der Kritik von Stefan Zweig maßvoll formulieren, da meine Frau eine große Liebhaberin seiner Schriften ist ;-). 

Wolfgang Huber urteilt zutreffend

Die Assoziation ist deutlich; und schnell ist aus dem reformatorischen Genf Calvins das Nazideutschland Adolf Hitlers geworden. Dabei ist dies historisch völlig unzutreffend: Die diktatorische Position, die Zweig Calvin zuschreibt, hatte dieser nie inne. Calvin war nicht der von Zweig dargestellte Diktator und das Genf seiner Zeit nicht eine frühere Version der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Hier haben Zweig und die, die seiner Interpretation gefolgt sind, Calvin Unrecht getan.

Professor Michael Haykin hat einige Irrtümer in seinem Artikel „Fünf Mythen über Johannes Calvin“ besprochen. Darin heißt es: 

Calvin konnte sicherlich in seinen Verbalattacken gegen die, die aus seiner Sicht Häretiker waren, und gegen seine theologischen Kontrahenten bissig sein. Aber es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass er üblicherweise danach trachtete, sie zu töten. Männer wie Jérôme-Hermès Bolsec (gest. 1584) und Sebastian Castellio (1515–1563), die sich in Genf theologische Gefechte mit Calvin lieferten, wurden aus der Stadt verbannt. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, sich bewusst zu machen, dass die meisten christlichen Persönlichkeiten des 16. Jhdts. – ob nun Protestanten oder Katholiken – Häresie nicht einfach nur als einen merkwürdigen intellektuellen Sonderweg betrachteten, sondern als durchdrungen vom „Stigma moralischer Verderbnis“ – und entsprechend musste Ketzerei aus dem Gemeinwesen entfernt werden, bevor sie die ganze Gesellschaft in Mitleidenschaft zog. Wenn die Genfer Stadtoberen Servet hätten leben lassen, nachdem er nun einmal erkannt und in der Stadt festgenommen worden war, dann wäre das von den Gegnern der Reformation – insbesondere der katholischen Kirche – als Beweis gewertet worden, dass die Reformatoren ebensolche Häretiker waren, da sie diese Häresie tolerierten.

Mit folgenden Legenden beschäftigt sich der Baptist Michael Haykin:

  1. Calvin ließ Michael Servet hinrichten.
  2. Der Tyrann Calvin übte in der Hauptzeit seines Wirkens in Genf von 1541 bis 1564 in der Stadt eine Gulag-ähnliche Herrschaft aus.
  3. Calvins Theologie lässt sich mit dem Akronym TULIP zusammenfassen.
  4. Calvins monergistische Soteriologie bringt eine Tendenz zum Antinomismus mit sich.
  5. Calvin hatte kein Interesse an Mission.

Mehr: www.evangelium21.net.

Wie Christen in China unterdrückt und verfolgt werden

Seit den achtziger Jahren wendet sich eine wachsende Zahl an Chinesen dem Christentum zu. Der Kommunistischen Partei missfällt diese Entwicklung. In den vergangenen Monaten haben die Repressionen gegen die protestantischen Hauskirchen zugenommen. Jetzt nutzen die Christen Chinas geopolitische Ambitionen, um im Ausland zu missionieren. Der Theologe Tobias Brandner aus Hongkong hat der NZZ erklärt, wie sie das machen. Die Zeitschrift fragt: „In einem Gespräch mit der NZZ vor fünfzehn Jahren haben Sie gesagt, die Chinesen seien ‚spirituell heimatlos‘.“ Die Antwort: 

Das ist unverändert so. Autoritäre Gesellschaften führen zu einer gewissen Schizophrenie: Die meisten Chinesen glauben zwar nicht an die Ideologie der Kommunistischen Partei Chinas, aber sie müssen ständig Lippenbekenntnisse ablegen. Zudem ist das Trauma der Kulturrevolution nie verarbeitet worden. Ausserdem führt das enorme wirtschaftliche Wachstum dazu, dass die Menschen zwar wirtschaftlich besser dastehen, aber feststellen: Die Gesellschaft hat Schaden davongetragen. Eine Entsolidarisierung, ein Verlust von Gemeinschaft, moralischer Zerfall. All dies sorgt dafür, dass die Menschen spirituell suchend sind, heimatlos. Sie finden in Religionen neuen Halt, eine neue Vision, neue Werte. Auch der Buddhismus wächst, aber das Christentum wächst am stärksten. Theologen gehen davon aus, dass es bis zu 80 Millionen Christen gibt in China.

Auf die Frage: „Wie geht es den Christen in China heute?“, antwortet Prof. Brandner: „Repression erfahren erst Personen, die stark sichtbar sind. Auch in China kann der Glaube auf individueller Ebene relativ gut gelebt werden. Aber der Staat beansprucht die letzte Autorität für sich. Die chinesischen Christen stehen damit im Zwiespalt. Für sie ist die letzte Autorität der liebe Gott und nicht der Staats- und Parteichef Xi Jinping.“

 Mehr: www.nzz.ch.

Das Götzenbild des Entertainments

Stiles EvangelisationIn seinem empfehlenswerten Buch Evangelisation schreib J. Mack Stiles: 

In einer Kultur der Evangelisation halten wir nicht Unterhaltung für geistlichem Dienst und geistlichen Dienst nicht für Unterhaltung. Wir verkünden gemeinsam die wunderbaren Wahrheiten Gottes. Wir erzählen einander von seiner großen Erlösung, seiner Herrlichkeit unter den Nationen und von seinen wunderbaren Werken (Ps 96,2-3). Ich sehne mich nach einer Gemeinde, die die Gefahren des Entertainments versteht und die sie als das erkennt, was sie sind: ein Löwe, der vor der evangelischen Tür lauert und bereit ist, uns zu verschlingen. Wir brauchen eine Kultur, die dem Götzenbild des Entertainments niemals Opfer darbringt, sondern die die reichhaltige Kost serviert, die im Evangelium Christi zu finden ist.

Eine Rezension von Helmut Henschel zum Buch gibt es hier: www.evangelium21.net.

Vor der Selbstabschaffung?

Ingolf U. Dalferth ist der Meinung, dass an den Hochschulen der westlichen Welt im Bereich der Geisteswissenschaften das eigenständige Denken abgeschafft wird. Für seine These, die er in der heutigen Ausgabe der FAZ veröffentlicht hat (23.07.2020, Nr. 169, S. 6), trägt er handfeste Argumente vor. Hier ein kurzer Auszug:

Das mag über­trie­ben klin­gen. Aber leider ist es das nicht. An ameri­ka­ni­schen Univer­si­tä­ten werden inzwi­schen verbrei­tet Studi­en­pro­gram­me einge­stellt, weil sie „too white, too Europe­an, too male” sind. In Yale sollen in Kunst­ge­schich­te künf­tig nur noch Kurse ange­bo­ten werden, die „ques­ti­ons of gender, class and race“ ins Zentrum stel­len und sich auf das Schlüs­sel­the­ma „clima­te change“ bezie­hen. An meiner Univer­si­tät in Kali­for­ni­en wird den „huma­nities“ nahe­ge­legt, sich zu „ethnic studies“ oder „applied huma­nities“ nach dem Modell der Kultur­wis­sen­schaf­ten umzu­ge­stal­ten. Philo­so­phie wurde im letz­ten Jahr zum über­flüs­si­gen Fach erklärt und alle Profes­so­ren entlas­sen. Am Depart­ment of Reli­gi­on wird Studen­ten gera­ten, sich nicht länger mit „tradi­tio­nal, Europe­an, ‚dead white guys‘ philo­so­phy and theo­lo­gy“ zu beschäf­ti­gen. Der Lehr­stuhl für Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie durfte auf Anwei­sung der Univer­si­täts­lei­tung an keine Weißen oder Asia­ten verge­ben werden, sondern nur an eine „Person of Color“.

Der Text bekommt von mir eine starke Leseempfehlung!

Die Kinder Gottes

Der Herold Verlag hat Evangelium21 freundlicherweise ein Kapitel des Klassikers Gott erkennen von J.I. Packer zur Verfügung gestellt. Im Kapitel „Die Kinder Gottes“ geht Packer besonders auf das Thema „Adoption“ ein, das in vielen Dogmatiken nur am Rande behandelt wird und auch in den Predigten selten vorkommt. Darin sagt Packer: 

Im Römerbrief, wo wir Paulus‘ umfassendste Interpretation des Evangeliums finden – nach Luthers Aussage, „das rechte Hauptstück des Neuen Testaments und das allerlauterste Evangelium“ –, wird als erstes die Rechtfertigung durch das Kreuz Christi ausgeführt (Kapitel 1–5) und allem anderen zugrunde gelegt. Überall spricht Paulus von der Gerechtigkeit, der Vergebung der Sünden und der Rechtfertigung als der ersten und unmittelbaren Folge des Todes Jesu für uns (Röm 3,22–26; 2 Kor 5,18–21; Gal 3,13–14; Eph 1,7; u.a.). Und wie die Rechtfertigung der primäre Segen ist, so ist sie auch der fundamentale Segen, weil sie bei allem anderen, was unsere Erlösung betrifft, vorausgesetzt wird und alles auf ihr beruht – auch die Adoption oder Gotteskindschaft.

Aber das bedeutet nicht, dass die Rechtfertigung der größte Segen des Evangeliums ist. Die Adoption ist weit größer, aufgrund der tieferen Gemeinschaft mit Gott, die sie beinhaltet. Manche Lehrbücher über die christliche Dogmatik – zum Beispiel die von Berkhof – behandeln die Adoption lediglich als Teil der Rechtfertigung, aber das wird ihr nicht gerecht. Wir müssen die beiden Konzepte unterscheiden, und die Adoption als das erhabenere betrachten. Die Rechtfertigung ist eine forensische Vorstellung, die auf dem Gesetz basiert und Gott als Richter sieht. In der Rechtfertigung erklärt Gott den bußfertigen Gläubigen für gerecht. D.h., dass er nie mehr den Tod ertragen muss, den er aufgrund seiner Sünden verdient hat, weil Jesus Christus, unser Stellvertreter und Opfer, an unserer Stelle den Tod am Kreuz erlitten hat.

Das Geschenk von Freispruch und Friede, das uns auf Golgatha erworben wurde, ist gewiss schon etwas überaus Kostbares – aber die Rechtfertigung als solche bringt uns nicht die innige und tiefe Gemeinschaft mit Gott, dem Richter. Zumindest theoretisch könnte man die Rechtfertigung auch ohne eine engere Beziehung zu Gott erhalten.

Stellen wir dies nun der Adoption oder Gotteskindschaft gegenüber. Die Adoption ist eine familiäre Vorstellung, die auf der Liebe basiert und Gott als Vater betrachtet. Bei der Adoption nimmt Gott uns in seine Familie und Gemeinschaft auf – Er erklärt uns zu seinen Kindern und Erben. Vertrautheit, Zuneigung und Großzügigkeit sind das Herzstück dieser Beziehung. Von Gott, dem Richter, für gerecht erklärt zu werden, ist eine großartige Sache, aber von Gott, dem Vater, geliebt und umsorgt zu werden, ist etwas viel Großartigeres.

Hier geht es zum Download des gesamten Kapitels: www.evangelium21.net.

Helge Stadelmann: Zum Tod von J.I. Packer

Zum Tod des evangelikalen Theologen und Autors James I. Packer hat Prof. Helge Stadelmann (FTH) für das Nachrichtenmagazin idea einen Nachruf verfasst. Darin schreibt er: „Studienbewerbern an der Freien Theologische Akademie (FTA) Gießen – heute: Freie Theologische Hochschule (FTH) –, die fragten, wie sie sich auf ihr Theologiestudium vorbereiten sollten, wurde über viele Jahre empfohlen, vor Studienbeginn Packers Buch „Gott erkennen“ zu lesen, weil die Ehrfurcht vor Gott Anfang aller Weisheit sei, auch in der Theologie (Sprüche 1,7)“. 

Über Packers Einsatz für die Autorität der Bibel schreibt Stadelmann: 

Zum Lehrer der weltweiten evangelikalen Bewegung aber wurde er durch seine Bücher. Sein erstes Buch (Fundamentalism and the Word of God/Fundamentalismus und das Wort Gottes) verkaufte sich schon im Erscheinungsjahr 1958 mehr als 20.000 Mal und wurde seither bis heute immer wieder aufgelegt. Packer warb darin für ein begründetes Vertrauen in die uneingeschränkte Wahrheit der Bibel als Gottes Wort. Das blieb eines seiner Lebensthemen und er sah mit Sorge die Gefahr der Relativierung biblischer Lehre und Ethik nicht nur in seiner anglikanischen Kirche, sondern auch unter Evangelikalen. Als verbindliche, liebenswürdige Persönlichkeit war Packer das Gegenteil eines „kämpfenden Fundamentalisten“. Aber aus überlegter Überzeugung schloss er sich dem „Rat für biblische Irrtumslosigkeit“ an und wurde 1978 einer der Erstunterzeichner der Chicago-Erklärung für biblische Irrtumslosigkeit. Packers Bibeltreue ist nicht zu verstehen ohne sein Bewusstsein der Heiligkeit Gottes als Anfang jeder Theologie, die ihren Namen verdient. Wie überliefert ist, hat er seinen Studenten immer wieder eingeprägt: „Liebe Freunde, Theologie ist Doxologie!“ Entsprechend trug sein zweites von insgesamt 47 Büchern, das sein international bekanntestes werden sollte, den Titel „Knowing God“ (1973, deutscher Titel: „Gott erkennen“).

Mehr: www.idea.de.

Gerechtigkeit angesichts der Vielfalt der Menschen

In der Gerechtigkeitsdebatte dominiert ein Denkschema, das der sogenannten Intersektionalität entstammt. Dabei geht um ein Analyseinstrument der Sozialwissenschaften, die immer von einer Opfer-Täter-Struktur ausgehen, in der Unterdrückung herrscht. Obwohl es hier anscheinend um den Einsatz für Benachteiligte und Unterdrückte geht, handelt es sich bei genauerem Hinsehen um eine Ideologie, die sich nicht christlich vereinnahmen lässt. Rosaria Butterfield zeigt etliche Probleme des Ansatzes auf: 

Vor ein paar Jahren während einer offenen Fragestunde an der Hochschule beschuldigte mich eine Studentin der Hassrede. Sie bezog sich dabei auf etwas, das ich in meiner Vorlesung erzählt hatte. Es ging um ein Gespräch, das ich 1998 mit meiner Freundin Jill geführt hatte, die als Trans gender lebte. Ich hatte ihr bezeugt, dass ich zum Glauben an Jesus gefunden hatte und nun überzeugt war, dass das Evan gelium wahr ist und Jesus auferstanden und dass wir alle ohne Glauben im Unfrieden mit Gott sind.

Die Studentin bat daraufhin um das Mikrofon und platzte heraus: „Das ist Hassrede! Als Sie beschrieben haben, wie Ihre Transgender-Freundin Ihre Hände in der Küche mit ihren Händen umschlossen hat, während Sie Ihr von Ihrem neuen Glauben erzählten, da haben Sie sie herabgewürdigt. Denn Sie haben damit gesagt, dass Ihre Transgender-Freundin große Hände hat.“

Ich stockte völlig perplex bei der Antwort: „Also, … Sie wollen sagen, dass es Hassrede ist, zu sagen, dass Jills Hände groß sind?“

Die Studentin explodierte förmlich: „Aber sicher ist es so!“

Der vollständige Text wurde freundlicherweise vom Bibelbund veröffentlicht: bibelbund.de.

J.I. Packer: Lehre und Leben gehören zusammen

Hanniel hat einen persönlichen und bemerkenswerten Rückblick auf das Leben und Werk von J.I. Packer verfasst, der am 17. Juli nach einem erfüllten Leben heimgegangen ist (siehe hier). Darin heißt es: 

Packers Werk Fundamentalism and the Word of God (1958) – bis heute unübersetzt – legte den Grundstein zu dessen Wirken als bekanntem Theologen. Es handelt sich um eine kontroverse Schrift, die gemäß der Absichtserklärung des Autors einen re-konstruktiven Charakter trägt. Packer begegnet darin dem Vorwurf des Fundamentalismus. Er zeigt, dass der Begriff ebenso unscharf wie emotional aufgeladen gebraucht wird. Das Christentum basiert als Offenbarungsreligion allein auf der Autorität der Bibel. Das zeigt sich z.B. darin, wie das Neue Testament das Alte gebraucht und welche Bedeutung die gesunde Lehre bei den Aposteln spielt. Die Position lässt sich in der Kirchengeschichte immer wieder nachweisen. Die subjektivistische Position entlarvt Packer als Produkt der Moderne. Er weist stattdessen zurück zum Anspruch der Bibel. Unsere Überzeugungen müssen anhand ihrer Aussagen gemessen werden und nicht umgekehrt. Die Selbstverständlichkeit, mit der heute das „Ich“ und die eigenen Erfahrungen zum Maßstab gemacht werden, macht deutlich, wie unveränderlich dringlich das Problem ist. Die Anerkennung der Bibel als externe Autorität ist jedoch nicht mit einem anti-intellektualistischen Verständnis und mit Kulturfeindlichkeit gleichzusetzen, betont Packer auf eloquente Art.

Mehr: www.evangelium21.net.

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