Sagen, was man denkt: keine Selbstverständlichkeit mehr
Den Schweizer Lebensschützern ist „Marsch fürs Läbe“ in diesen Jahr nicht bewilligt worden (vgl. hier). Die Evangelische Allianz in der Schweiz hält es für bedenklich, dass das demokratische Grundrecht auf Meinungsfreiheit immer häufiger bedroht ist:
Die Eskalation bereits im Vorfeld des «Marsch fürs Läbe» ist umso bedenklicher, als die Träger des Anlasses Wert darauf legten, nicht unnötig zu provozieren, und die diesjährige Veranstaltung in einem öffentlich weniger sichtbaren Rahmen durchzuführen planten. Angesichts des moderateren Auftretens sind sowohl die heftige Reaktion linksautonomer Kreise als auch das Verhalten der Behörden erst recht unverständlich. Die Frage ist erlaubt, wohin unsere Gesellschaft steuert, wenn es illegal operierenden Gruppierungen gelingt, den legalen Anspruch anderer Gruppierungen auf freie Meinungsäusserung zu torpedieren. Die weltweit zahllosen Beispiele von Unterdrückung bis zu Verfolgung von Menschen wegen ihrer Überzeugungen sollten uns eigentlich Warnung genug sein, der Rechtsstaatlichkeit Sorge zu tragen.
Michael Mutzner kommentiert die um die sexuelle Ausrichtung erweiterte Fassung des Artikels 261 StGB in der Schweiz mit folgenden Worten (Magazin Insist, 03.09.2020, S. 15):
Es ist davon auszugehen, dass die am 1. Juli in Kraft getretene, um die sexuelle Ausrichtung erweiterte Fassung des Artikels 261bis StGB die Rechtslage nicht grundlegend ändern wird. Sie wird jedoch eine erhöhte Wachsamkeit erfordern, auch aufseiten der Christen. Beispielsweise könnte das Zitieren eines alttestamentlichen Textes über die Sanktionierung von Homosexualität die betreffende Person oder Organisation fortan einer Verurteilung aussetzen, wenn sie sich nicht ausdrücklich von einer Auslegung distanziert, die Hass, Gewalt oder Diskriminierung hervorrufen könnte. Als Beispiel dient eine evangelische Gruppe, die unter Kindern und Jugendlichen arbeitet und in der Presse kritisiert wurde, weil sie auf ihrer Webseite in einem Lexikon unter dem Begriff «Homosexualität» ohne weiteren Kommentar Zitate aus dem Alten Testament aufführte.
Warum man die Bibel mit gutem Wissen und Gewissen anders lesen kann als Siegfried Zimmer, beschreibe ich in dem Artikel „Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?“. Darin heißt es:
Jonathan Steinert hat für das christliche Medienmagazin pro das neue Buch
Wie gehen wir richtig mit unterschiedlichen theologischen Lehrmeinungen um? Für welche Lehren lohnt es sich zu kämpfen? Auf diese Fragen geht Gavin Ortlund in einem neuen Buch ein. Timon Kubsch hat das Buch