Religionsfreiheit

Islamophob, christophob?

Irrationale Ängste gibt es gegenüber allen Religionen. Aber nur die Muslime haben es geschafft, einen Begriff dafür zu besetzen. Dabei leben Christen in vielen Ländern weitaus gefährlicher. DIE WELT schreibt:

Die Publikation des Amts für religiöse Angelegenheiten der türkischen Erdogan-Regierung ist an Deutlichkeit nicht zu übertreffen. »Die Missionare wollen unseren jungen Leuten den Glauben stehlen«, heißt es dort. Dass dies mehr ist als verbale Kraftmeierei, um die radikalen Anhänger der Regierungspartei AKP zu befriedigen, haben Übergriffe und sogar Morde an Christen in letzter Zeit eindrücklich dokumentiert. »Christen werden als potenzielle Kriminelle, Separatisten und Landesverräter dargestellt«, sagt der Präsident des Bundes der protestantischen Kirchen in der Türkei, Bedri Peker.

Mehr: www.welt.de.

VD: BH

Im Schatten des Kreuzes: Verfolgung und Christusnachfolge

31BQweHAiJL._SL500_AA300_.jpgIm Februar 2010 habe ich kurz über die deutschen Herausgabe des Buches In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Discipleship von Glenn Penner berichtet. Das Buch:

  • Glenn Penner: Im Schatten des Kreuzes: Verfolgung und Christusnachfolge – eine biblische Theologie, Brockhaus Verlag, 2011, 432 S., 16,95 Euro

ist inzwischen beim Brockhaus Verlag in deutscher Sprache erschienen. Der Verlag schreibt dazu:

Glenn M. Penner widmet sich in seiner umfassenden Studie einem oft verdrängten Thema: dem Verhältnis von Verfolgung, Leid und echter Christusnachfolge. Hierfür untersucht er ausgewählte Texte der gesamten Bibel – von den fünf Büchern Mose bis zur Offenbarung des Johannes. Außerdem zeigt er, dass es bereits in der Bibel viele verfolgte Menschen gab und dass Gott selbst ein leidender Gott ist. Doch Leid und Verfolgung haben nicht das letzte Wort, sondern Christen dürfen auf ein besseres Leben hoffen, auf die Ewigkeit.

Glenn ist inzwischen selbst bei seinem Herrn. Sein Buch ist ein Vermächtnis. Ich empfehle es.

 

Flüchtling oder Konvertiten im Asylverfahren

Sie möchten einem Flüchtling oder Konvertiten im Asylverfahren helfen? Das ist meist eine komplizierte Angelegenheit.

Was kann und sollte getan werden, wenn ein Gemeindemitglied oder ein Pfarrer von einem Flüchtling um Hilfe gebeten wird, um in Deutschland oder einem anderen Land Asyl zu erhalten? Das deutsche Ausländer- und Asylrecht ist komplex. So komplex, dass man von einem fachfremden Juristen – sollte es einen in der Gemeinde geben – nicht erwarten kann, dass er sich in die aktuelle Rechtslage und gängige Rechtssprechung »einliest«. Schicken Sie den Hilfesuchenden stattdessen immer zu allererst zu einer Flüchtlingsberatungsstelle.

Hier Empfehlungen des Arbeitskreises für Religionsfreiheit der Ev. Allianz und der IGFM: Asylantraege.pdf.

Niederlande: Übergriffe auf Juden häufen sich

Ich habe im Dezember 2010 darauf verwiesen, dass sich in den Niederlanden die Situation für die Juden zunehmend verschlechtert und ein prominenter Politiker die Orthodoxen unter ihnen aufgefordert hat, das Land zu verlassen. Ein aktueller Beitrag des DLF bestätigt diese Meldung und deutet darüber hinaus an, dass erste bekennende Juden das Land tatsächlich verlassen, weil der Antisemitismus unerträglich geworden ist.

Hier der Beitrag:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/04/14/dlf_20110414_0954_ad98cea6.mp3[/podcast]

China: Behörden gehen hart gegen Christen vor

ch-map.jpgDie Behörden in der kommunistisch regierten Volksrepublik China gehen derzeit hart gegen Christen vor. Die Nachrichtenagentur idea meldet:

Auch Christen in Hausgemeinden, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen, sind den Machthabern ein Dorn im Auge. Am 10. April wurden in Peking rund 170 Mitglieder der staatlich nicht registrierten Shouwang-Gemeinde vorübergehend festgenommen. Sie wollten einen nicht genehmigten Freiluftgottesdienst im Westen der Hauptstadt feiern. Die rund 1.000 Mitglieder zählende Gemeinde hatte sich nach Angaben des Hilfswerks China Aid Association (China-Hilfsvereinigung) mit Sitz in Midland (US-Bundesstaat Texas) zuvor in gemieteten Räumen in einem Restaurant zu Gottesdiensten versammelt. Dies wurde ihr jedoch untersagt. Auch durfte die Gemeinde kein Gebäude erwerben. Darauf entschloss sich ihre Leitung, den Gottesdienst im Freien abzuhalten.

Hier mehr: www.idea.de.

Ägypten: »Vom Geist der Revolution ist nichts übrig«

Am vergangenen Samstag haben die Ägypter mit großer Mehrheit für eine Verfassungsänderung in ihrem Land gestimmt. Daniel Ottenberg, Referent für Menschenrechte der Hilfsorganisation »Open Doors Deutschland«, hat die Zeit vor der Wahl in Ägypten verbracht. Im Gespräch mit pro erklärte er, warum eine Überarbeitung der Verfassung zum jetzigen Zeitpunkt den Christen in Ägypten schadet.

Das Militär sendet sehr gemischte Signale aus. Einerseits sehen wir Gesten guten Willens: Vor drei Wochen wurde in einem Vorort von Kairo eine Kirche niedergebrannt. Die Christen haben öffentlich demonstriert, das wurde sogar vom TV-Sender »Al Dschasira« aufgenommen und gesendet. Es gab eine Aufnahme, in der eine junge Demonstrantin ein Plakat in die Kamera hielt, auf dem stand: »Jesus ist Liebe«. Eine solche Freiheit für Christen hat es in Ägypten noch nie gegeben. Das Militär hat sofort bekannt gegeben, es wolle die Täter ermitteln, bestrafen und die Kirche wieder aufbauen. Wir haben in der vergangenen Woche erfahren, dass die Staatssicherheit aufgelöst worden ist. Das war die Behörde, unter der die Christen ganz besonders gelitten haben. Die Staatssicherheit hat Christen festgenommen, verhört, gefoltert und auch getötet. Die Frage ist: Was kommt jetzt? Christen sind in Ägypten noch immer in der Minderheit, sie werden nach wie vor diskriminiert und missachtet. Es ist kein Zufall, dass die Armee ausgerechnet kurz vor den Wahlen am vergangenen Samstag die Abschaffung der Staatssicherheit bekannt gegeben hat. Damit wollte man die Christen in Sicherheit wiegen. Auf der anderen Seite hat das Militär den Drahtzieher des Mordanschlags auf Anwar al-Sadat im Jahr 1981 in der vergangenen Woche aus der Haft entlassen. Sadat hatte sich zu seiner Zeit als Staatspräsident verstärkt für den Frieden mit Israel eingesetzt. In den Medien wurde sein Widersacher gefeiert und er verkündete seine Überlegung, sich zur kommenden Wahl zu stellen. Das ist beängstigend.

Hier das vollständige Gespräch: www.pro-medienmagazin.de.

Europa: Das Kreuz mit dem Kreuz

Der DLF hat einen aufschlussreichen Beitrag über das Kreuzessymbol im Urteil des Europäischen Gerichtshofs gesendet. Der Göttinger Juraprofessor Michael Heinich stellt fest, dass die Kirchen sich zu wenig für den eigentlichen Sinngehalt des Kreuzes einsetzen. Der Staat habe, so Heinich, die positive wie die negative Religionsfreiheit (d.i. das Recht, keiner Religion anzugehören) zu schützen. Der öffentliche Raum im Staat solle gerade nicht religionsfrei sein, da sonst der Staat religiös werde.

Hier:
[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/03/18/dlf_20110318_0946_ba08faaa.mp3[/podcast]

Festnahmewelle wegen Christenmorden in der Türkei

Bei landesweiten Durchsuchungen hat die türkische Staatsanwaltschaft mindestens 20 Personen festnehmen lassen, darunter mehrere Angehörige des Militärs. DIE WELT berichtet:

Die türkische Staatsanwaltschaft hat vier Armee-Angehörige festnehmen lassen, die im Verdacht stehen, in den Mord an drei Christen im Jahr 2007 verwickelt gewesen zu sein. Unter den Festgenommenen sei ein ehemaliger Regimentskommandeur der Gendarmerie aus dem ostanatolischen Malatya, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV.

Nach dem Anschlag auf einen türkischen Bibelverlag im April 2007 tragen Polizisten ein Opfer aus dem Gebäude. Fast vier Jahre später sind 20 Verdächtige festgenommen worden

Den Berichten zufolge untersucht die Staatsanwaltschaft, ob es einen Zusammenhang zwischen den Christenmorden und der mutmaßlichen Putschisten-Gruppe Ergenekon gibt.

Der DER STANDARD hat berichtet. Hier der Beitrag von WELT online: www.welt.de.

Religionspolitik steht vor erheblichen Veränderungen

Wissenschaftler der Universität Münster prognostizieren einschneidende Veränderungen für die christlichen Kirchen in Deutschland. Die Bevorzugung der Kirchen müsse aufhören, da sonst gegen das Gleichbehandlungsgebot im neutralen Staat verstoßen werde, meint der Politikwissenschaftler Ulrich Willems.

Während einer Tagung über Religionsfreiheit an der Universität sagte Juristen Fabian Wittreck wörtlich: »Da haben die Kirchen in Zukunft große Umbrüche zu erwarten.« Die Kirchen könnten hierzulande nicht mehr selbstverständlich mit einer Rechtsauslegung zu ihren Gunsten rechnen. Das betreffe etwa Kreuze in den Schulen oder die eigenen Arbeitsrechtslinien der Kirchen. Immer mehr Streitfragen würden durch europäische Gerichte entschieden.

Einzelheiten im zweiten Beitrag von »Notizen aus Religion und Gesellschaft« vom 10. März 2011 (ab Minute 00:38, allerdings sind alle Beiträge hörenswert):

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/03/10/dlf_20110310_0943_b085ba23.mp3[/podcast]

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