Januar 2011

21st Century Evangelicals

UK_Alliance.jpgWas glauben Evangelikale? Wie verhalten sie sich? Die Evangelische Allianz in Großbritannien hat eine große Umfrage zu diesem Thema gemacht und inzwischen die Ergebnisse publiziert. Interessant finde ich, dass Roger Forster ganz unverhohlen davon spricht, dass die Christen, die sich trotz aller Verschiedenheit im Namen der Allianz versammeln, den Auftrag haben, die Gesellschaft zu verändern. Hat die Allianz ein politisches Mandat? Oder will Forster einfach sagen, dass wir Christen durch die Art, wie wir leben, die Gesellschaft verändern?

Er schreibt:

The heartbeat of the Evangelical Alliance is unity. Unity which enables us, together, to change society. Unity that provides us all with a voice to Government and media. Unity that sees community transformed spiritually, socially and physically. Taking this snapshot has provided us with the opportunity to find out what Christians think about our work. The results are extremely encouraging and provide us with a clear mandate in our mission of uniting evangelical Christians, with their enriching diversities, in order to change society – by bringing in the Kingdom of God – “justice, peace and joy in the Holy Spirit”. It is equally encouraging to know that 95% of our individual members think the Alliance plays an important role in the UK. These results will spur us on to do even more to serve evangelical Christians. We also hope that being that so many evangelicals agree with what we’re doing, it will encourage others to get involved. We will be able to achieve so much more together and with our Lord.

Hier das Ergebnis der Umfrage zusammengefasst: 21st-Century-Evangelicals-PDF.pdf.

Interview mit Michael Horton

John Starke hat mit Michael Horton über seine Systematische Theologie gesprochen. Horton über seine Intention:

God’s people have profited tremendously from these contemporary systems. I wanted to offer a summary of the Christian faith from a confessional Reformed perspective, interacting with contemporary biblical scholarship and some of the more recent questions that have been raised both within and outside of the tradition. Robert Reymond’s fine work explores the richness of Reformed theology, though I have some differences that I mention, mostly in a footnote here or there. But, like Reymond, I wanted to show how Reformed teaching holds together, not just on some topics (like sin and grace), but as an attempt to articulate the broader system of faith and practice.

Mehr Informationen über sein neustes Buch gibt es hier. Das vollständige Interview gibt es bei der TGC: tgcreviews.com.

Interview mit Tim Keller

Hier ein ausführliches DG-Internview mit Tim Keller. Schwerpunkt des Gesprächs ist sein Leben und das Thema »Soziale Gerechtigkeit«.

TAZ-Mitgründer soll Kinder missbraucht haben

Unter den Lehrern, die an der Odenwaldschule Kinder missbraucht haben, soll ein späterer Mitbegründer der TAZ gewesen sein. Mehrere Zeitungen haben heute am 22. Januar darüber berichtet. Recherchen der Berliner Zeitung bestätigen das. Die SZ schreibt:

Über den Fall berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vorab. Die taz selbst ging in ihrer Samstagsausgabe darauf ein. Wie die Berliner Zeitung berichtet, war W. lange als Stuttgarter Korrespondent für die taz tätig, berichtete unter anderem aus dem RAF-Prozess. Ende 2009 ist er im Alter von 64 Jahren gestorben.

An der Schule scheint es dem Bericht zufolge ein offenes Geheimnis gewesen zu sein, dass W. zu den pädophilen Lehrern gehörte. Mit dem »griechischen Bild von der Knabenliebe« und dem »pädagogischen Eros« seien die Übergriffe gerechtfertigt worden.

Der Kunstlehrer brach nach den Angaben des Blattes 1972 mit der Odenwaldschule, kam später zu taz. Der Journalist veröffentlichte in Spiegel, Stern und Zeit. Auch an der Produktion der Kindersendung Tigerenten Club soll der frühere SWR-Mitarbeiter beteiligt gewesen sein. Ebenso soll er Treffen zwischen Nobelpreisträgern und Kindern auf der Insel Mainau veranstaltet haben, aus denen eine Kinderuniversität hervorging.

Hier mehr: www.sueddeutsche.de.

iBible

Wie läuft es mit der Bibellektüre? Na ja? Ist vielleicht die iBible die Lösung?


Generation Vaterlos

Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst bei nur einem Elternteil auf. Knapp 1.500.000 Kindern fehlt der Vater. Das hat Konsequenzen für ihre seelische Entwicklung. So ist beispielsweise die Anzahl hyperaktiver Jungs bei Alleinerziehenden doppelt so hoch als bei Jungs, die in einer Familie aufwachsen.

Hier ein sehr interessanter DLF-Beitrag zum Thema:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/01/21/dlf_20110121_0953_56792253.mp3[/podcast]

Gott als die einfachste Erklärung des Universums

Richard Swinburne ist der wahrscheinlich renommierteste Vertreter eines probabilistischen Gottesbeweises. Jetzt hat Swinburne einen neuen Aufsatz mit dem Titel »Gott als die einfachste Erklärung des Universums« veröffentlicht. Er fasst dort seine Argumentation wie folgt zusammen:

Unbelebte Erklärung ist durch Bezug auf Substanzen mit Fähigkeiten und Dispositionen, ihre Fähigkeiten unter bestimmen Umständen auszuüben, zu analysieren; personale Erklärung ist durch Bezug auf Personen, ihre Überzeugungen, Fähigkeiten und Absichten zu analysieren. Ein entscheidendes Kriterium dafür, daß eine Erklärung wahrscheinlich wahr ist, ist, daß sie die einfachste ist (unter den Erklärungen, welche die Daten erwarten lassen). Einfachheit besteht in der Annahme weniger Substanzen, weniger Arten von Substanzen, weniger Eigenschaften (einschließlich Fähigkeiten und Dispositionen), weniger Arten von Eigenschaften und mathematisch einfacher Beziehungen zwischen Eigenschaften. Die Erklärung der Existenz des Universums durch das Handeln Gottes bietet die einfachste Art von personaler Erklärung, die es geben kann, und einfacher als jede unbelebte Erklärung. Im Lichte neuer Herausforderungen verteidige ich diese Sicht gründlicher als bisher.

Professor Daniel von Wachter, der unter anderem bei Swinburne promovierte, hat freundlicherweise eine deutsche Fassung des Aufsatzes besorgt. Die deutsche Ausgabe, erschienen in der Fachzeitschrift Logos, kann hier heruntergeladen werden: fzwp.de.

Wie nehmen Atheisten den »Linken Evangelikalismus« wahr?

Andreas Müller ist ein feuriger und scharfer, aber auch witziger und fairer Atheist, der ganz auf Empirie und Logik setzt (siehe hier). Kürzlich hat er sich in seinem Blog Aufklärung 2.0 damit beschäftigt, wie die »Linken Evangelikalen« von Marcia Pally wahrgenommen werden (vgl. hier). Andreas weist bei seinen Ausführungen – sehr anschaulich – auf ein Problem der Semantik hin:

Man darf ja wohl kaum überzeugende philosophische Argumente von solchen Wirrköpfen erwarten. Das Christentum ist eine Kultur, alles und nichts und jedes lässt sich dort hinein- und herausdeuten. Jetzt gibt es schon linke Evangelikale. Wie kann sich überhaupt noch jemand als »Christ« bezeichnen, wenn der Begriff vollständig bedeutungsentleert ist? Und wie kommen ausgerechnet diese Leute auf die Idee, gegen den »Relativismus« zu wettern, wenn der Inhalt ihres eigenen Glaubens beliebig verändert werden kann? Es gibt tausende christliche Konfessionen. Das Christentum ist hyper-relativistisch. Bei »Atheist« weiß man zumindest, dass es jemand ist, der nicht an Gott glaubt. Atheisten haben somit mehr gemeinsam als Christen (nämlich eine Sache).

Hier mehr: feuerbringer.com.

Digitalisierung gemeinfreier Werke

Blogger, Redaktionen und Mitarbeiter von Bibliotheken oder Schulen müssen sich täglich mit einer Vielzahl hochkomplexer urheberrechtlicher Fragestellungen auseinandersetzen, wenn es um die Digitalisierung von Werken geht. Im privaten Alltag wird beim Umgang mit diesen Fragen oft ein Auge zugedrückt. Bibliotheken und andere Einrichtungen müssen rechtskonforme Lösung suchen.

Till Kreutzer hat freundlicherweise einen Leitfaden »Digitalisierung gemeinfreier Werke durch Bibliotheken« erstellt, der hier heruntergeladen werden kann: Digitalisierungsleitfaden_20110112b(1).pdf.

Die Glaubensdiebe

In der FAZ ist heute ein lesenswerter Artikel des iranischen Schriftstellers Amir Hassan Cheheltan erschienen (20. Januar 2011, Nr. 16, S. 27). Viele Iraner fühlen sich, so Cheheltan, vom Christentum angezogen. Hauskirchen haben Konjunktur. Der Staatsapparat sieht das gar nicht gern.

Seit Weihnachten hat es in der Isla­mischen Republik eine Welle der Verhaftungen von Christen gegeben. Berichten zufolge sind das Hauptziel dieser Verhaftungen evangelikale Christen, die nach Angaben der Behörden ihre Aktivi­täten neuerdings verstärkt haben. Die Verantwortlichen haben betont, dass die Umtriebe dieser Evangelikalen auch in anderen Ländern des Nahen Ostens Probleme heraufbeschworen haben. In amtlichen Verlautbarungen bezeichnen sie diese als »zionistische Christen« und als korrupte Bewegung, die von den Vereinigten Staaten und Großbritannien unterstützt werde, weswegen sie als leuchtendes Beispiel für die »kulturelle Invasion des Feindes« gilt. Die Festgenommenen sind meist konvertierte Muslime oder Christen, die versucht haben, Muslime zur Konversion zu ermutigen.

Der Artikel ist nur in der gedruckten Ausgabe erschienen.

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