Augustinus: Vom Wert der Familie

In dem bemerkenswerten Vortrag „Der Gottesstaat Augustins – Maßgabe für heutige Staaten“ (in: Christof Müller (Hg.), Kampf oder Dialog?, Echter 2015, S. 548-558, hier: S. 557) sagt Ludwig Schick:

Im Gottesstaat wird auch auf die Familie hingewiesen. Der erste und wichtigste Ort der Entfaltung des Menschenseins ist die Familie. Sie fördert die Menschenwürde, richtet auf Gott hin aus, vermittelt Religion, ist Ort des Kennenlernens und Einübens der Tugenden (cf. ciu. 19,16). Augustinus nennt auch bereits „die menschliche Familie den Anfang oder ein Teilchen des staatlichen Gemeinwesens“ (ib.). Augustinus würde heute sicher fordern, dass die Familie viel mehr Gewicht in der Gesellschaft hat, vom Staat gefördert wird und den ersten und vorzüglichsten Platz bei allen Entscheidungen hat.

Wenn gute Werke dem Glauben im Weg stehen

In seiner Römerbriefvorlesung von 1515/16 sagte Martin Luther:

Wohl finden sich viele, die die Güter zur Linken, die zeitlichen, um Gottes willen für nichts achten und gerne preisgeben, wie Juden und Ketzer tun; aber die auch die Güter zur Rechten, die geistlichen Güter und die rechtschaffenen Werke für nichts achten, um Christi Gerechtigkeit zu erlangen, deren sind es wenige. Das vermögen Juden und Ketzer nicht. Und doch wird, es sei denn, dass dies geschehe, niemand selig werden. Immer wollen und hoffen sie darauf, dass ihre eigenen Werke vor Gott geachtet und belohnt werden. Aber unverrückbar fest steht der Satz: „Es liegt nicht an jemandes Wollen und Laufen, sondern an Gottes Erbarmen“ (Röm. 9,16).

Anm.: „Jude“ ist hier im Sinne von „Werkgerechtigkeit“ zu verstehen und nicht antisemitisch gemeint.

Überwindung des Todes heißt Auferstehung

Bonhoeffer schrieb am 27. März 1944:

Wie wir mit dem Sterben fertigwerden, ist uns wichtiger, als wie wir den Tod besiegen. Sokrates überwand das Sterben. Christus überwand den Tod als ἔσχατος ἐχθρὸς (1. Kor 15, 26; Anm.: „der letzte Feind“). Mit dem Sterben fertigwerden bedeutet noch nicht mit dem Tod fertigwerden. Die Überwindung des Sterbens ist im Bereich menschlicher Möglichkeiten, die Überwindung des Todes heißt Auferstehung.

Ligonier-Erklärung zur Christologie

Dr. Stephen Nichols von Ligonier Ministrier erwähnt die Evangelium21-Konferenz 2016 bei der Vorstellung der ‚Ligonier-Erklärung zur Christologie: Das Wort wurde Fleisch‘. Mehr Infos unter: christologystatement.com.

Zur Info: Die übermorgen beginnende E21-Konferenz in Hamburg ist nicht nur für Gemeindegründer gedacht. Tagesgäste sind willkommen!

https://www.facebook.com/evangelium21.net/videos/545600675621564/

 

Der Kampf gegen die menschliche Trägheit

Johannes S. hat mich auf ein Zitat der Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch (1864–1947) aufmerksam gemacht:

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Der schwerste Kampf
ist der gegen die menschliche Trägheit,
die unter der Maske der Nachgiebigkeit, Versöhnlichkeit und Milde
das Böse und Unwahre vertuscht und
sich dem Kampf entziehen will.

Kevin DeYoung: Studiert die Bibel!

„Ich wünsche mir Christen, die ihre Bibeln lesen und wirklich verstehen wollen, was diese sagt“, so motiviert Kevin DeYoung, Hauptredner der Evangelium21-Konferenz nächste Woche in Hamburg, die Christen zum Studium der Schrift.

Obwohl Anmeldungen zur Konferenz nicht mehr möglich sind, kann man trotzdem als Tagesgast bei der Veranstaltung vorbeikommen!

https://www.facebook.com/evangelium21.net/videos/537578676423764/

 

Die Freundlichkeit Luthers

Am 20. November 1539 beschrieb Calvin in einem Brief an seinen Freund Farel, wie wertschätzend Luther sich in einem Schreiben an Martin Bucer zu ihm geäußert hatte. Da sage doch mal einer, die Reformatoren seien kaltherzig gewesen!

… Krafft, einer unserer Buchdrucker, kam neulich von Wittenberg zurück und brachte einen Brief Luthers an Butzer mit, in dem stand: „Grüße mir Sturm und Calvin ehrerbietig; ich habe ihre Büchlein mit großem Vergnügen gelesen.“ Nun erinnere dich an das, was ich dort vom Abendmahl sage und bedenke Luthers Aufrichtigkeit. Leicht ists jetzt zu sehen, wie wenig Grund die haben, die sich so hartnäckig von ihm fernhalten. Philippus aber schrieb: „Luther und Pommer lassen Calvin und Sturm grüßen. Calvin ist sehr in Gunst gekommen.“ Ferner ließ Philippus durch den Boten erzählen, man habe, um Luther aufzuhetzen, ihm gezeigt, wie scharf er samt den Seinen von mir getadelt werde. Er habe also die Stelle näher angesehen und gemerkt, dass sie ohne Zweifel auf ihn gehe. Schließlich habe er gesagt: „Ich hoffe, er wird einmal besser von uns denken; es ist nur billig, dass wir von einem so tüchtigen Geist einmal etwas hinnehmen.“ Wenn uns nun solche Mäßigung nicht überwände, wir müssten wahrlich von Stein sein. Ich bin überwunden. So habe ich etwas geschrieben, das ihm Genugtuung leistet; das soll ins Vorwort zum Römerbrief eingerückt werden. Wenn du noch nicht gelesen hast, was Philippus über die Autorität der Kirche schreibt, so lies es, bitte. Du wirst ihn da viel mutiger sehen, als er in seinen andern Schriften schien. Capito, Butzer, Sturm, Hedio, Bedrot und Andere grüßen freundlich. Grüße auch alle Brüder, bitte, gar sehr.

Leb wohl, bester Bruder.

Straßburg, 20. November.
Dein Calvin.

[Die Anführungsstriche habe ich eingefügt, um den Brief lesbarer zu machen. Für ihre Korrektheit kann ich nicht garantieren.]

Gefunden habe ich den Brief auf der wunderbaren Seite von Andreas: www.glaubensstimme.de. Danke für diesen wertvollen Dienst, es lohnt sich!

Spurgeon-Konferenz 2016

Spurgeon 2016web 2In der Zeit vom 18. bis 21. Mai 2016 wird es in München wieder eine Spurgeon-Konferenz geben. Die Konferenz, benannt nach Charles Haddon Spurgeon, „the Prince of Preachers“, möchte Christen aufzeigen, wie sie Gottes Wort besser verstehen, auslegen und verkündigen können. Die Unterrichtseinheiten und Vorträge ermutigen, Gott beim Wort zu nehmen und es für die Zuhörer verständlich zu kommunizieren. In Gruppenarbeiten wird das Erlernte weiter vertieft und praktisch angewandt.

Wir freuen uns, dass in diesem Jahr Andrew Page das Johannesevangelium auslegen wird. Andrew Page ist Engländer. Er hat 20 Jahre in Österreich sowohl unter Studenten sowie als Pastor einer Baptistengemeinde in Innsbruck gearbeitet. 2007 kehrte er nach England zurück. Seine Arbeit hat jetzt zwei Schwerpunkte: Er setzt sich weltweit für das sogenannte Markus-Experiment (engl. „mark drama“) ein, bei dem 15 Christen aus einer Gemeinde oder einer Studentengruppe jede Begebenheit im Markusevangelium als Rundtheater aufführen. Außerdem ist ihm die Förderung der Auslegungspredigt ein großes Anliegen.

Die Konferenzsprache ist Deutsch. Die Teilnahmegebühr beträgt 60,- Euro.

Hier gibt es einen Flyer: spurgeon_2016we.pdf. Eine Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auch: www.bucer.de.

Frauen im Dienst

Eowyn Stoddard, selbst seit vielen Jahren Missionarin in Berlin, hat für Evangelium21 mit einigen Frauen über ihren Alltag im geistlichen Dienst gesprochen.Es geht um Fragen wie: Wie geht eine ledige Missionarin mit Einsamkeit um? Welche besonderen Glückseligkeiten und Sorgen zeigen sich im Leben einer Pastorenfrau?  Was tun Mütter, wenn sie die Grenzen ihrer Belastbarkeit erreicht haben, aber dennoch in Familie und Gemeinde gefordert sind?

Eowyn, die bei der diesjährigen Konferenz zu einem Mittagessen für „Frauen im Dienst“ geladen hat, schreibt:

Nach der letzen E21-Konferenz 2015 merkte ich, wie viel Gesprächsbedarf und Ermutigung die Frauen in der Runde brauchten. Viele von diesen Frauen waren hungrig nach Gottes Wort und hatten Ehrgeiz zu lernen und in ihren Gemeinden aktiv zu dienen. Einige waren Pastorenfrauen, die sich oft einsam fühlten, oder Frauen, die bestimmte Verantwortungen in ihren Gemeinden trugen. Als Ermutigung, dachte ich, wäre es interessant von Frauen zu hören, die ein Leben im geistlichen Dienst führen, wie sie ihr Leben im Reich Gottes empfinden und ausleben. Ich habe 10 Frauen interviewt. Sie sind Pastorenfrauen, Gemeindegründerfrauen, Seelsorgerinnen oder Teil eines wichtigen Dienstes in einer Gemeinde oder Gemeindegründung. Ich wurde von ihren Zeugnissen und Geschichten sehr ermutigt und möchte ihre Antworten mit Euch teilen.

Hier Teil 1: www.evangelium21.net.

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