Gesellschaft

Die dunklen Seiten Mandelas

Ich lese derzeit eine umfangreiche Biographie über Wladimir Iljitsch Lenin. Das Buch wurde vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPDSU herausgegeben (Marxistische Blätter, Frankfurt a.M., 1976). Es strotzt vor Heldenverehrung. Am laufenden Band quäle ich mich durch Behauptungen wie: „Im Hause Uljanow herrschte stets Eintracht und Liebe“ (S. 20).

Eine ähnliche Heldenverehrung begegnet mir dieser Tage in der Berichterstattung über Nelson Mandela. Die Bewunderung für den „Held der Freiheit“ (Spiegel) erweckt fast den Eindruck, wir hätten es mit einem Messias zu tun. J.M. Coetzee spricht vom „letzten große Mann“.

Sogar christliche Agenturen überschlagen sich mit Komplimenten. „Nelson Mandela: ‚Gigant des 20. Jahrhunderts‘“, titelt beispielsweise das Medienmagazin pro. Bei Livenet.ch ist zu lesen: Zum Tod von Nelson Mandela: „Wir sind geboren, um Gottes Glanz zu zeigen“.

Auch wenn es pietätlos erscheinen mag: Mich ärgert diese naïve Medienhörigkeit ungemein.

Damit es keine Missverständnisse gibt: Natürlich war und ist die Rassentrennung ein Übel. Hoffentlich freuen wir uns darüber, dass Mandela in Südafrika zusammen mit vielen anderen auf ihre Überwindung hingewirkt hat und für Versöhnung eintrat. Müssen wir ihn deshalb wie einen Helden verehren? Er war kein Held, schon gar kein Held der Freiheit. Und so will ich hier auf einige Beiträge verweisen, die die Schattenseiten Mandelas erörtern:

1.) Mandelas ANC (African National Congress, gehört zur sozialistischen Internationale) war eine pro-sowjetische Partei. Sie unterstützte die sowjetische Invasion in Ungarn 1956 und die sowjetische Invasion in der Tschechoslowakei 1968.

2.) Nelson Mandela lobte persönlich die Diktaturen Libyen, Kuba, Palästina unter Arafat und die theokratische Diktatur des Iran. Nun möchte der Iran eine Straße nach Mandela benennen.

3.) 1962 wurde eine Schrift von Mandela namens „Wie man ein guter Kommunist ist“ gefunden, die auf dem stalinistischen Text „Wie man ein guter Kommunist ist“ (1939) von Liu Shaoqi (Staatschef unter Mao Zedong) beruht. Darin fordert er eine Orientierung an Lenin und Stalin.

4.) Nelson Mandela forderte 2002, dass sich alle Staaten dem Diktat der Vereinten Nationen beugen müssten. „Kein Land, egal wie friedlich es sein mag, hat das Recht, unabhängig von der UN zu handeln.“ Kein demokratisches Land soll also das Recht haben, irgendetwas zu tun, bevor es eine Bande von Gangstern, Mördern, islamistischen Klerikern, Anti-Semiten, Rassisten, kommunistischen Tyrannen und völkermordenden Diktatoren um Erlaubnis bittet.

Mehr ist hier zu finden: www.feuerbringer-magazin.de.

Der ganz normale Wahnsinn

Zu lange getrauert, und schon gilt man als depressiv: Fachleute befürchten, die Diagnosekriterien nach DSM5 könnten aus alltäglichen seelischen Zuständen Krankheiten machen. Wird die Gesellschaft zunehmend pathologisiert, um an ihr durch Verschreibungen zu verdienen?

Andreas Freund schreibt für die FAZ:

Die Schwelle zwischen dem, was psychisch krankhaft, und dem, was gesund ist, werde deutlich nach unten verschoben, sagt Fachmann Maier. Mehr noch: Es werde ein „enger Begriff einer strahlenden Gesundheit“ geschaffen, der im Grunde gesunde Zustände nicht unterstütze: „Trauer ist ein gesunder Anpassungs- und Bewältigungsprozess, er fördert die Resilienz. Diese seelische Widerstandskraft ist gewissermaßen das Immunsystem der Psyche, das ebenso wie das des Körpers trainiert werden will, wenn es dauerhaft in Krisen Stabilität bieten soll. Dass nach dem Verlust eines geliebten Menschen Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsverlust und Konzentrationsschwierigkeiten auftreten, ist normal. Was würde Maier einem guten Freund in dieser Situation raten? „Natürlich ist es wichtig, darüber zu sprechen, mit Freunden und Familie, und so zu versuchen, das Ereignis zu bewältigen. In früheren Gesellschaften war Trauer gut dokumentiert als soziale Übung.“

Noch das DSM3 von 1980 bildete es ab – die genannten Beeinträchtigungen durften erst nach Ablauf von zwölf Monaten „Depression“ genannt werden. Das DSM4 von 1994 räumte dafür schon nur noch zwei Monate ein. Und nun sind es nur noch zwei Wochen.

Mehr: www.faz.net.

Männer und Frauen sind verschieden verdrahtet

Ein wesenhafter (o. philosophisch ausgedrückt „essentialistischer“) Unterschied zwischen Mann und Frau wird heutzutage von den „Genderexperten“ gern in die Nähe des ideologischen Biologismus gerückt. Dabei liegt es doch – Gott sei Dank – auf der Hand, dass Männer und Frauen ähnlich und doch verschieden sind. Neurobiologische Untersuchungen stützen dies. In BILD DER WISSENSCHAFT ist zu lesen (vgl. DER SPIEGEL):

Weibchen und Männchen – bei vielen Lebewesen lassen sich diese beiden Versionen äußerlich deutlich unterscheiden. Dieser sogenannte Geschlechtsdimorphismus spiegelt sich meist auch im Verhalten oder besonderen Fähigkeiten wider. Das scheint beim Menschen ebenfalls der Fall zu sein, wie Studien bereits gezeigt haben. Um den strukturellen Ursachen dieser Unterschiede nachzugehen, haben Forscher nun die Verbindungen von Bereichen im Gehirn von Männern und Frauen analysiert. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Verdrahtungen innerhalb und zwischen den beiden Hirnhälften bei den Geschlechtern unterschiedlich sind. Dies könnte die Grundlage von Begabungen beziehungsweise Fähigkeiten sein, die bereits als eher weiblich oder männlich gelten.

„Klar“, werden die „Genderexperten“ einwenden: „alles nur Produkt performativer Handlungen“. Da wäre ich mir nicht so sicher.

Mehr: kneu-instanz.h-e-s.de.

VD: RJ

Wo Franziskus falsch liegt

Das Apostolische Schreiben EVANGELIA GAUDIUM von Franziskus enthält allerlei gute Impulse. Mir gefällt zum Beispiel der erste Absatz:

Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude.

Mich würde es nicht überraschen, wenn so mancher hohe Amtsträger innerhalb der EKD gar keine Ahnung davon hat, worüber Franziskus hier überhaupt spricht.

Doch ist das Schreiben nicht rundweg stark. Obwohl ich einige theologische Vorbehalte hege, möchte ich hier darauf verweisen, dass dort, wo Franziskus in die Welt der Wirtschaft abtaucht, das Dokument sehr pauschal und letztlich schwach wird. Wir finden eine Mischung aus populärer Kapitalismus- und Globalisierungskritik sowie eine gute Portion Befreiungstheologie. Rev. Robert A. Sirico, selbst Katholik, macht in einem Videostatement auf Schwächen dieser Analyse aufmerksam.

Ebenso trifft Christoph Schäfer einen wunden Punkt:

Auch jenseits aller Deutungsfragen ist zu prüfen, ob sich die Thesen des Papstes empirisch überhaupt halten lassen. Seine Behauptung etwa, „während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit“, greift zu kurz. Anders als es der Papst nahe legt, ist die Zahl der sehr armen Menschen einer aktuellen Studie der Weltbank zufolge in den vergangenen drei Jahrzehnten um mehr als 700 Millionen Menschen auf 1,2 Milliarden gesunken. „Wir sind Zeugen eines historischen Moments, in dem sich die Menschen selbst aus der Armut befreien“, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim, als er die Studie im Oktober präsentierte. Das Millenniumsziel, die Zahl der Menschen, die von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben müssen, bis 2015 zu halbieren, sei fünf Jahre früher erreicht worden. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, so Kim. Verantwortlich dafür sind allen Zahlen zufolge vor allem China und Indien – Länder, die seit den siebziger Jahren zunehmend marktwirtschaftliche Prinzipien einführten und so die Zahl der Hungertoten drastisch reduzierten.

Auch die anklingende Globalisierungskritik und die Aussage des Papstes, wonach „die soziale Ungleichheit immer klarer zu Tage tritt“, ist zu hinterfragen. Der Volkswirt Norbert Berthold von der Universität München etwa kommt in seiner Studie „Wie ungleich ist die Welt?“ zum Ergebnis, „dass im neuen Jahrtausend die Ungleichheit deutlich abgenommen hat“. Die zunehmende Globalisierung sei „mit einem Rückgang der Ungleichheit“ einhergegangen. Auch die päpstliche These, wonach „die Ungleichverteilung der Einkommen die Wurzel der sozialen Übel ist“, überzeugt Wirtschaftswissenschaftler nicht. Sie sehen in leistungsgerechter Entlohnung den wesentlichen Antrieb, der Wohlstand schafft und unsere Sozialsysteme erst bezahlbar macht.

Hier der FAZ-Artikel: www.faz.net.

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Nachtrag vom 02.12.2013: Rainer Hank bemängelt ebenfalls die Kritik der Markwirtschaft von Papst Franziskus: www.faz.net.

Geschlechtergerechtes Kino

Wer in Schweden ins Kino geht, dem zeigt ein Stempel im Programmheft jetzt an, ob ein Film geschlechtergerecht ist. Mal sehen, ob irgendwann aus dem Sigel ein Zulassungskriterium wird. Wir kennen ja inzwischen das Verfahren: Idee, Angebot, Regel, Pflicht.

Schweden ist ein kleines Land – mit großen Ideen. Ikea! Karlsson vom Dach! Muss man mehr sagen? Nun haben die Schweden wieder eine Idee. Sie betrifft das Kino. Die Schweden finden das Kino ungerecht, und zwar ungerecht zu Frauen. Wahrscheinlich denken Sie nun: Jetzt reicht’s! Frauenwahlrecht, das war ja noch in Ordnung. Frauentag, bitte sehr.

Vielleicht denken Sie auch an Kate Winslet. Ihnen fällt Emma Watson ein. Und Nicole Kidman und Natalie Portman. Das Kino, finden Sie vielleicht, ist der einzige Raum der Welt mit Frauen satt. Schöne Frauen, Frauen mit Kraft, einige, wie Emma Watson, sogar mit Zauberkraft. Die Schweden sehen das anders. Auch Filme mit ganz vielen, starken, schönen Frauen können frauenfeindlich sein.

Nämlich dann, wenn diese Frauen immerzu nur über Männer tratschen. Frauen sind zwar oft Hauptdarstellerinnen, die Helden aber sind Männer. Ist doch logisch, dass sich alles um den Helden dreht, auch die Gespräche der Hauptdarstellerinnen.

Hier der WELT-Artikel von Kathrin Spoerr: www.welt.de.

VD: BS

Das neue Menschenbild der Politik

Im gestern unterzeichneten Koalitionsvertrag ist zu lesen, „dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind.“ Ergänzt wird diese überraschende Einsicht durch einen aufschlussreichen Aktionskatalog.

Die Arbeit der „Bundesstiftung Magnus Hirschfeld“ werden wir weiter fördern.

Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen.

Wir werden den „Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz“ um das Thema Homo- und Transphobie erweitern.

Wer Homosexualität oder Transsexualität nicht „prima“ findet, dem wird in Zukunft wohl „schwub di wub“ eine behandlungsbedürftige Phobie (also eine Angststörung) unterstellt. Schlimmer noch. Er wird als intoleranter Rassist bezeichnet werden dürfen, obwohl er doch jeglichen Rassismus resolut ablehnt und sich zeitlebens für mehr Toleranz einsetzt. Na, wenn das keine Diskriminierung ist?

Hinter solchen Deklarationen steckt der Anspruch auf Umerziehung. Das christliche Menschenbild, das einst als große Erzählung der europäischen Kultur Freiheit, Bildung und Fortschritt ermöglichte, verschwindet. Andere Werte sind jetzt „grundlegend für unserer Gesellschaft“ und werden uns von oben herab verordnet. Begründet werden die neuen Werte mit vorgegebener Wissenschaftlichkeit (die uns durch staatlich geförderte Institute garantiert wird). Was aber passiert in der Wissenschaft, wenn die Wahrheitsliebe fehlt?  Jean François Lyotard bringt die Haltung des „neuen Menschen“ (nach dem Tode Gottes) auf den Punkt: „Man kauft keine Gelehrten, Techniker und Apparate, um die Wahrheit zu erfahren, sondern um die Macht zu erweitern“ (Das postmoderne Wissen, 1994, S. 135).

Bettina Röhl fragt in einem Beitrag für die WIRTSCHAFTSWOCHE nach dem Aufschrei: „Wo bleibt das ‚Wehret den Anfängen‘ darüber, dass hier mit offiziöser Rassismusforschung ein neuer Rassismus etabliert wird?“

Die normative Kraft einer verwerflich vor sich hinwerkelnden Gender-Anti-Rassismus- und Antifaschismus-Industrie ist gewaltig oder, besser ausgedrückt, im Prinzip gewalttätig. Es macht keinen Sinn den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen. Das ist eine alte Weisheit. Gegen Faschismus, Rassismus und Neo-Nazitum nicht nur eingestellt zu sein, sondern sich aktiv dagegen zu engagieren, das ist eine Selbstverständlichkeit und das ist eine gute Sache. Wie alles lässt sich allerdings auch diese gute Sache herrlich missbrauchen.

Dem Missbrauch ist in der Rassismusforschung Tür und Tor geöffnet, weil es sich vor allem um eine Zunft handelt, die ununterbrochen neu definiert, was überhaupt Rassismus sei. Und dabei spielt bis heute eine entscheidende Rolle, dass Stalin einen Begriff des Völkermordes in das internationale Recht implementiert hat, der seine eigenen Völkermorde nicht als solche auftauchen lässt. Das Ganze ist eine ziemlich verlogene und verdorbene Angelegenheit, weshalb die noch amtierende Familienministerin Kristina Schröder zu Recht Bauchschmerzen damit hatte, die vielen Posten auch noch staatlich zu finanzieren. Mit dem freien Geist des Grundgesetzes, der eine freie Wissenschaft fordert, hat die sogenannte Rassismusforschung wenig bis nichts zu tun.

Hier: www.wiwo.de.

Das offene Mikrophon und die UN-Dolmetscherin

Wer den Film „Die Dolmetscherin“ gesehen hat, wird möglicherweise durch einen Beitrag der Botschaft Israels in Berlin an einige Szenen erinnert (obwohl die Handlung im Film nicht den dort geschilderten Vorgängen entspricht). Was ist passiert?

Am vergangenen Donnerstag sprach eine Dolmetscherin der Vereinten Nationen versehentlich und bei offenem Mikrophon. Sie sprach spontane Worte der Wahrheit, als von der UN-Generalversammlung neun israelkritische Beschlüsse und kein einziger zum Rest der Welt verabschiedet wurden. Überzeugt, nur zu ihren Kollegen zu sprechen, äußerte sich die Dolmetscherin wie folgt:

„Ich meine, wenn man … also, wenn man insgesamt zehn Resolutionen zu Israel und Palästina hat, irgendwas muss da doch sein, c’est un peu trop, non? [es ist ein bisschen zu viel, oder?] Ich meine … da passiert anderes, richtig übles Zeug, aber keiner sagt irgendwas dazu.“

Ihr völlig nachvollziehbarer Kommentar wurde über Kopfhörer direkt an sämtliche anwesende UN-Delegierte und die weltweite Zuhörerschaft im Internet übertragen. Eine sympathische Frau!

Lesen und hören Sie selbst: www.botschaftisrael.de.

Gender Mainstreaming: Emanzipation oder Tyrannei?

Robert Spaemann schreibt im Vorwort zum Buch Die globale sexuelle Revolution:

Das Wort „Gender Mainstreaming“ ist den meisten Bürgern unseres Landes nicht bekannt. Es ist ihnen daher auch nicht bekannt, dass sie seit Jahren von Seiten der Regierungen, der europäischen Autoritäten und einem Teil der Medien einem Umerziehungsprogramm unterworfen sind, das bei den Insidern diesen Namen trägt. Was durch Re-Education aus den Köpfen eliminiert werden soll, ist eine jahrtausendealte Gewohnheit der Menschheit: die Gewohnheit, Männer und Frauen zu unterscheiden; die gegenseitige sexuelle Anziehungskraft beider Geschlechter, auf der die Existenz und Fortexistenz der Menschheit beruht, zu unterscheiden von allen anderen Formen der Triebbefriedigung, sie diesen gegenüber durch Institutionalisierung zu privilegieren und sie bestimmten humanisierenden Regeln zu unterwerfen. Die Umerziehung betrifft letzten Endes die Beseitigung der im Unvordenklichen gründenden schönen Gewohnheit, die wir Menschsein und menschliche Natur nennen. Emanzipieren sollen wir uns erklärtermaßen von unserer Natur.

Das Wort „Emanzipation“ meinte einmal so etwas wie Befreiung. Emanzipation von unserer Natur kann nur heißen: Befreiung von uns selbst. Der Begriff der politischen Freiheit wurde im alten Griechenland geprägt und meinte anfänglich: auf gewohnte Weise leben dürfen. Der Tyrann war der, der die Menschen daran hindert, der sie umerziehen will. Von solcher Tyrannei handelt dieses Buch. Es ist ein Aufklärungsbuch. Es klärt uns auf über das, was zur Zeit mit uns geschieht, mit welchen Mitteln die Umerzieher arbeiten, und mit welchen Repressalien diejenigen zu rechnen haben, die sich diesem Projekt widersetzen. Und zwar nicht nur diejenigen, die in der zur Diskussion stehenden Sache Partei ergreifen, sondern […] alle, die in diesem Zusammenhang irgendwann einmal eingetreten sind für die Freiheit, seine Meinung zu äußern in einer offenen Diskussion.

Das Zitat stammt vom iDAF: www.i-daf.org.

Die Nonnen des 21. Jahrhunderts

Die „Schwestern der Perpetuellen Indulgenz“ treten mit dem Anspruch auf, Aufklärung und Barmherzigkeit zu fördern. Tatsächlich treten sie für die Verflüssigung natürlicher Geschlechterkategorien und die Neukonfiguration von Gewissensbindungen ein. Der Orden schreibt über sein Anliegen:

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz, Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz („The Sisters of Perpetual Indulgence‘‘, „{International} Order of The Sisters of Perpetual Indulgence‘‘) sind eine internationale Gemeinschaft, die sich seit Ostersamstag 1979 für schwule, lesbische, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen einsetzt und hierbei ihr besonderes Augenmerk auf die Verbreitung universeller Freude, die Tilgung stigmatischer Schuld, die Beförderung schwulen, lesbischen und transgeschlechtlichem BewußtSeins sowie die HIV/AIDS- Prävention legt. Wir verwenden in künstlerischer und freier Weise den Archetypus der Schwester und Nonne als barmherzige und dem Gemeinwohl verpflichtete Helferin und Dienerin.

Obwohl sich die „Nonnen“ verbal von der Persiflage des Christentums abgrenzen, ist die Travestie des Christlichen ihr eigentliches Thema. Sie predigen Überschreitung anstelle von Sündenvergebung. In dem Artikel „Sündige und habe Spaß dabei!“ (Berliner Zeitung vom 21.11.2013) heißt es: “Das Rezept der Schwestern ist dagegen die ‚universelle Freude‘. Geh hin und sündige, sagen diese Nonnen, und habe Spaß dabei.“

An diesem Beispiel lässt sich illustrieren, was der französische Philosoph Michel Foucault „Überschreitung“ nennt und die amerikanische Feministin Judith Butler als „Parodie-Konzept“ bezeichnet.

Durch die Geste der Überschreitung wird nach Foucault einerseits ein etabliertes Gebot verletzt und zugleich ein neues gesetzt. Die Überschreitung de- und konstruiert. Foucault verbindet diese Überschreitung unter Bezugnahme auf Georges Bataille mit dem Tod Gottes (M. Foucault, Von der Subversion des Wissens, S. 30).

Bedeutet nicht der Tod Gottes eine befremdende Verbindung zwischen dem Aufblitzen seiner Nichtexistenz und der Geste, die ihn tötet? Was bedeutet es, Gott zu töten, wenn er nicht existiert, Gott zu töten, der nicht existiert? Vielleicht bedeutet es, Gott zu töten, weil er nicht existiert und damit er nicht existiert also zu lachen. Gott zu töten, um die Existenz von jener sie begrenzenden Existenz zu befreien, aber auch um sie in die Grenzen zurückzuführen, die von jener unbegrenzten Existenz ausgelöscht werden (das ist das Opfer). Gott zu töten, um ihn auf das Nichts zurückzuführen, das er ist, und um seine Existenz im Herzen eines Lichtes wie eine Gegenwart aufflammen zu lassen (das ist die Ekstase).

Mit dem Verlust jenes Gottes, der uns sagt, was gut ist, eröffnet sich ein konstanter Raum endlicher Erfahrung. Allerdings gibt uns der Tod Gottes nicht „einer begrenzten und positiven Welt zurück, sondern einer Welt, die sich in der Erfahrung der Grenze auflöst, die sich in dem sie überschreitenden Exzess aufbaut und zerstört“ (M. Foucault, Von der Subversion des Wissens, S. 30–31).

Judith Butler schlägt das karnevalistische „Parodie-Konzept“ vor, um die „phallogozentristische Zwangsheterosexualität“ zu unterwandern. Auf diese Weise  wird die bestehende Ordnung von den gekoppelten Kategorien des biologischen (sex) und sozialien Geschlechts (gender) in Frage gestellt. Durch die parodistische Imitation von Geschlechterrollen werde laut Butler offensichtlich, dass es sich bei der binären Geschlechteraufteilung nicht um natürliche Gegebenheiten, sondern um von Menschen gemachte Instanzen handele.

Hier der Artikel über den „Orden“: www.berliner-zeitung.de.

Kirchen werden bestohlen und geschändet

In Deutschland wurden 19 christliche Kirchen im vergangenen Jahr geschändet. Aber Kirchenvertreter mahnen zurecht, dies nicht mit der harschen Verfolgung von Christen in anderen Ländern zu vergleichen.

Ein Bericht über „Hass-Verbrechen gegen religiöse Minderheiten“ des Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE in Warschau warnt vor zunehmender Intoleranz und sogar Gewalt gegenüber Christen in Deutschland. Im Jahr 2012 hätten deutsche Behörden 414 christenfeindliche Straftaten gemeldet. Davon seien immerhin 18 gewalttätig gewesen. Zur Lage der Christen in den anderen Ländern kann der Bericht nichts aussagen, da nur Deutschland, Kanada, Schweden und Finnland der OSZE Material über religiös motivierte Straftaten übermittelten.

Unter den aus Deutschland gemeldeten Taten werden als Beispiele vier Fälle von Friedhofs- und 19 Fälle von Kirchenschändung angeführt. Ein Übergriff richtete sich demnach gegen eine orthodoxe Kirche, dreimal wurden evangelische Gotteshäuser angegriffen, in zehn Fällen katholische Kirchen. In 16 weiteren Fällen wurden christliche Kirchen und Einrichtungen bestohlen oder mit Graffiti-Slogans beschmiert. Hinzu kommen die Zerstörung einer christlichen Ikone und Vandalismus in mehreren Fällen.

Günther Lachmann  und Matthias Kamann berichten in ihrem Beitrag für DIE WELT auch über den Kongress zur „Christenverfolgung heute“www.welt.de (siehe auch diesen Bericht zum Kongress: www.idea.de).

An dieser Stelle zudem der Hinweis, dass das Jahrbuch zur Verfolgung und Diskriminierung von Christen heute (Bonn, VKW, 2013) erschienen ist. Es kann hier bestellt werden: www.genialebuecher.de.

Christenverfolgung2013

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