Theologie

Spurgeon: Warum im Dunkeln bleiben?

Charles Haddon Spurgeon schreibt in Die Tür ist offen (#ad, 2022, S. 10–11):

Unsere Erweckung kann dem Werk Christi nichts hinzufügen, sondern sie soll uns zu unserem Retter treiben. Wie abwegig ist es doch, mir einzubilden, dass mein Gefühl der Sünde dazu beitragen kann, sie hinwegzunehmen! Es ist, als wenn ich sagen würde, Wasser könne mein Gesicht nicht reinigen, wenn ich nicht noch länger in den Spiegel sehen und die Schmutzflecken in meinem Gesicht zählen würde. Das Gefühl, dass man die Errettung nötig hat, ist sehr gesund; aber man hat Weisheit nötig, um mit diesem Gefühl richtig umzugehen und nicht einen Götzen daraus zu machen.

Manche Leute scheinen förmlich verliebt in ihre Zweifel, Befürchtungen und Nöte zu sein. Man kann sie nicht davon abbringen. Wenn ein Pferdestall brennt, dann besteht, wie man sagt, die größte Schwierigkeit darin, die Pferde aus ihren Ständen herauszubekommen. Wenn sie nur dem Befehl ihres Besitzers folgten, könnten sie den Flammen entfliehen; aber sie scheinen vor Furcht gelähmt. So hindert die Angst vor dem Feuer ihre Flucht vor dem Feuer. Sollte auch uns die Furcht vor dem zukünftigen Zorn daran hindern, ihm zu entrinnen?

Einer, der lange im Gefängnis gesessen hatte, war nicht bereit, herauszukommen. Die Tür stand offen; aber er bat unter Tränen um die Erlaubnis, an dem Ort bleiben zu dürfen, wo er so lange gewesen war. Das Gefängnis zu lieben! An den eisernen Schlössern und der Gefangenenkost zu hängen! Dieser Gefangene kann ganz gewiss nicht richtig im Kopfe gewesen sein. Doch du, du willst ein Erweckter bleiben und nichts weiter, statt sofort Vergebung zu erlangen? Wenn du in Angst und Furcht verharren willst, dann musst auch du gewiss etwas von Sinnen sein. Wenn Friede zu haben ist, suche ihn ohne Umwege! Warum in der Dunkelheit der Grube bleiben, wenn deine Füße im Schlamm versinken?

Es gibt Licht, wunderbares und himmlisches Licht; warum im Dunkel liegen und in der Angst sterben? Du weißt nicht, wie nah dir das Heil ist. Wenn du es wüsstest, so würdest du sicher die Hand ausstrecken und es nehmen, denn es ist da, und es ist zu haben; du brauchst es nur zu nehmen.

Der Kreuzestod offenbart die Herrlichkeit des Christus

Im Johannesevangelium 13,31–32 lesen wir: 

Da Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen in sich und wird ihn bald verherrlichen. 

Mit der Entlassung des Judas hat die Verwirklichung des Heilsplans also eine weitere entscheidende Phase erreicht. Als Jesus Judas mit den Worten entließ: „Was du tust, das tue bald!“ (Joh 13,27), bekundete er seine entschlossene Bereitschaft, für die Seinen in den Kreuzestod zu gehen. Durch diesen Gehorsam und diese Liebe wurde Jesus als Menschensohn verherrlicht bzw. erhöht.

Jesus hatte dem Volk schon zuvor erklärt, dass der Menschensohn erhöht werden muss (vgl. Joh 12,34). Schließlich muss in Erfüllung gehen, was der Prophet Jesaja angekündigt hatte: „Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein“ (Jes 52,13).

Das heißt: Der Menschensohn wird gerade in dem Augenblick, der für ihn Niederlage, Schande und Unheil zu bedeuten scheint, verherrlicht! Der grausame Tod am Kreuz lässt die Hoheit und Herrlichkeit von Jesus Christus offenbar werden.

Johannes Calvin hat das wunderbar erkannt und kommentierte den V. 32 mit den Worten (Das Evangelium des Johannes, Joh 13,32):

Anstatt die Hoheit Christi in Schatten zu stellen, hat vielmehr der erlittene Kreuzestod seine Hoheit erst ins rechte Lichte gestellt: in vollen Strahlen erglänzt von Golgatha aus seine unfassbar große Liebe für die Menschheit, seine abgrundtiefe, die Sühnung aller Schuld, die Versöhnung des Zornes Gottes bewirkende Gerechtigkeit, seine Heldenkraft, die in der Überwindung des Todes, in der Unterjochung Satans, in der Erschließung der Himmelspforten Wunder verrichtete. Was aber Christus hier von sich sagt, das findet auch auf uns seine Anwendung. Mag die ganze Welt sich verschwören, Schmach und Schande auf uns zu häufen, wenn wir nach wie vor in Lauterkeit und von Herzen der Ehre Gottes zu dienen uns befleißigen, so ist kein Zweifel daran: auch Er wiederum wird uns Ehre zuwenden. Umso tröstlicher wird die Verheißung, die Christus gibt, dadurch, dass er betont, solches werde bald geschehen. Wenn nun auch die Verklärung, von welcher er hier redet, am Ostermorgen begann, so denkt er doch wohl vor allem an die bald danach erfolgende Ausbreitung des Evangeliums von ihm, der für uns starb und auferstand, in aller Welt.

Simone Beck: christliche Märtyrerin im Jahr 2017

In dem von Helmut Moll veröffentlichten Booklet Christliche deutschsprachige Märtyrer (2000–2024), das 2025 im Dominos-Verlag erschienen ist, wird auch die Ermordung von Simone Beck geschildert. Simone ist eine ehemalige Studentin, vgl. dazu die Rezension „Ermodet in Kabul“

Ich zitiere aus dem Booklet (S. 33):

Im Jahre 2003 begann ihr Einsatz in Afghanistan. Ihr Alltag war eine Herausforderung: In Nordafghanistan wurde die Kälte auf 3.000 Metern Höhe zu einer seelischen und körperlichen Belastung. Ihr Tagesablauf war minutiös geplant: Sie stand von Frühling bis Herbst gegen 4.30 Uhr auf und hielt sich durch einen Morgenlauf körperlich fit. Im März 2004 hatte sie einen Sprachkurs erfolgreich abgeschlossen. In Afghanistan sind etwa 30 bis 40 Sprachen geläufig. Die Landessprache war die sog. „Mittel-Sprache“, die sie beherrschen musste, wenn sie die Heilige Schrift in diese Sprache übersetzen wollte. Im Anschluss daran wurde Simone Beck Leiterin der Schule in Kabul.

Von Oktober bis Dezember 2006 nahm sie an einer Weiterbildung für Spracherkundung teil. Ab 2007 war sie Mitglied einer Gruppe, die sich in Faizabad niederließ, um an einem Spracherkundungsprojekt mitzuarbeiten. Gleichzeitig arbeitete sie als Entwicklungshelferin, um den Einwohnern die Schriftsprache beizubringen. Träger dieser Aktivitäten war eine christliche Organisation, um die Botschaft von Jesus Christus zu verkünden. Ein Mitarbeiter befürchtete, das offene Zeugnis für den christlichen Glauben können [sic!] Unfrieden in dem politisch zerrissenen Land fördern.

Ab dem Jahre 2015 pendelte Simone zwischen Deutschland und Kabul hin und her. Sie antwortete auf die Frage, warum sie sich bei dieser schier gefährlichen Lage für Jesus einsetzte, mit dem Bekenntnis:

„Weil Jesus Christus alles in allem ist und weil es sich lohnt, mit ihm zu leben und mit ihm zu sterben – egal wo.“

Am 20. Mai 2017 machten sich die Mitarbeiterinnen Sorgen, weil sie Simone telefonisch nicht erreichten. Als sie beschlossen, zu ihrer Wohnung zu gehen, stand die Eingangstür offen. Simone lag leblos auf dem Boden in ihrem Blut. Sie war von Islamisten brutal ermordet worden. Eine Kollegin, die von den Tätern verschleppt wurde, aber später freikam, bekundete, Simone habe vor ihrem Tod dreimal den Namen Jesus ausgerufen. Sie wurde nur 44 Jahre alt. Nach dem Wort des Evangeliums wurde sie zu einem „Weizenkorn“, das „in die Erde fällt und stirbt“, damit es „reiche Frucht bringt“ (Joh 12,24).

In Großbritannien Abtreibung bis zur Geburt bald straffrei?

Das britische Oberhaus hat den Weg für Spätabtreibungen freigemacht. Die Erzbischöfin von Canterbury stimmte zwar gegen diese Entscheidung, sprach sich jedoch auch gegen eine Strafverfolgung von Frauen aus, die abtreiben. Dies hätte praktisch zur Folge, dass Kinder im neunten Monat straflos getötet werden dürften.

DIE TAGESPOST berichtet:

Das britische Oberhaus hat am gestrigen Mittwochabend über den „Crime and Policing Bill“ debattiert und dabei eine Änderung der „Klausel 208“ mehrheitlich abgelehnt. Die von der Labour-Abgeordneten Tonia Antoniazzi hinzugefügte Klausel fügt dem Strafrechtsreform-Entwurf die Streichung der Bestrafung von Abtreibung hinzu. Tritt die Reform in Kraft, bleibt Abtreibung bis zur Geburt in Großbritannien künftig straffrei. Ebenfalls abgelehnt hat das Oberhaus eine Änderung am Gesetzespaket, die die Wiedereinführung der Beratungspflicht vor Abtreibungen zum Gegenstand hatte. Damit ist die weitgehende Liberalisierung der Abtreibung in Großbritannien ein großes Stück weitergekommen. Nominell wird Abtreibung zwar weiterhin nur bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt, doch wird eine spätere Abtreibung nach der Neuregelung nicht mehr bestraft.

Mehr: www.die-tagespost.de.

Francis Schaeffer: Das Kreuz und wahre Geistlichkeit

Bruce A. Little beschreibt in seinem Buch Why Truth Matters (DeWard Publishing, 2026, #ad), wie Francis Schaeffer geistliches Leben verstand (S. 74–75): 

Schaeffer erklärte: „Wenn wir etwas von der Wirklichkeit des christlichen Lebens, etwas von wahrer Geistlichkeit erfahren wollen, müssen wir ‚täglich unser Kreuz auf uns nehmen‘.“ Jesus sagte: „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein“ (Lukas 14,27). Schaeffer wies darauf hin, dass Jesus „nicht sagt, dass ein Mensch ohne dies nicht gerettet werden kann, sondern dass man nicht zu Christus gehört, im Sinne der Nachfolge.“ Die Vorstellung von unserem Kreuz ist nicht irgendeine Unannehmlichkeit oder Widrigkeit im Leben, vielmehr ist das Kreuz ein Instrument des Todes, wie Schaeffer in Geistliches Leben – was ist das? deutlich machte. Es bedeutet, die eigenen egoistischen Wünsche zu verleugnen und die eigenen Wünsche im Interesse Gottes zu ordnen.

Die Frage, täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen, ist keine einfache Angelegenheit; tatsächlich ist es schwer, wie Schaeffer erklärte: „Wir sind von einer Welt umgeben, die zu nichts ‚Nein‘ sagt. Wenn wir von dieser Art von Mentalität umgeben sind, in der alles nach Größe und Erfolg beurteilt wird, dann muss es schwer erscheinen, plötzlich zu erfahren, dass es im christlichen Leben diesen starken negativen Aspekt gibt, zu Dingen und zu sich selbst ‚Nein‘ zu sagen. Und wenn es sich uns nicht schwer anfühlt, lassen wir es nicht wirklich auf uns wirken.“ Es bedeutet, „Nein“ zu den Wegen der Welt und zur Verführung durch die eigenen egoistischen Wünsche zu sagen. Wie bereits erwähnt, sagt die Bibel, dass dies möglich ist, weil wir der Welt gekreuzigt sind und die Welt uns. Dieses Aufnehmen unseres Kreuzes ist jedoch keine einmalige Entscheidung; es ist Teil eines Lebens von Augenblick zu Augenblick in der Realität von Christi Tod und Auferstehung, und es erfordert Opfer und Hingabe. Wie Schaeffer zugab, ist es schwer.

Schaeffer betitelte Kapitel zwei von Geistliches Leben – was ist das? mit „Die Zentralität des Todes“. Dort untersuchte er die Schriftstellen bezüglich der Rolle des Todes für das Verständnis der Botschaft vom Wandeln in der Neuheit des Lebens – der wahren Geistlichkeit.

Im Zusammenhang mit dem „Wandeln in der Neuheit des Lebens“ lesen wir: „So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, dass ihr seinen Begierden gehorcht“ (Röm 6,12). Es ist schwer, „Nein“ zu den Dingen der Welt zu sagen, die uns anziehen, doch sie führen Krieg gegen die Seele. Das zuvor erwähnte Lied „Moment by Moment“ drückt es so aus: „Mit Jesus sterben, den Tod als meinen annehmen, für Jesus ein neues göttliches Leben leben.“ Die Idee des Kreuzes besteht darin, alles abzulehnen, was den Wunsch untergräbt, für Christus zu leben, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6). Christen sollen aus der Realität von „Christus in mir“ leben und ihren Anspruch auf ein autonomes Leben aufgeben. Laut Schaeffer muss diese Wahrheit verwirklicht werden, wenn Selbstverleugnung mehr sein soll als bloßer Legalismus. Dies ist der Kern von Schaeffers Lehre über wahre Geistlichkeit.

Wie hat die frühe Kirche getauft?

In der Taufdiskussion kommt man meiner Meinung nach nicht an der „Aland–Jeremias-Kontroverse“ vorbei. Joachim Jeremias hat die frühe Säuglingstaufe differenziert verteidigt. Kurt Aland widersprach und entwickelte eine starke historisch-exegetische Kritik der Säuglingstaufe.

Die wichtigen Publikationen dazu sind:

  • Joachim Jeremias, Hat die älteste Christenheit die Kindertaufe geübt?, Göttingen, 1938.
  • Joachim Jeremias, Die Kindertaufe in den ersten vier Jahrhunderten, Göttingen, 1958.
  • Joachim Jeremias, Nochmals: Die Anfänge der Kindertaufe. Eine Replik auf Kurt Alands Schrift „Die Säuglingstaufe im Neuen Testamen und in der alten Kirche”, München, 1962.
  • Kurt Aland, Die Säuglingstaufe im Neuen Testament und in der alten Kirche. Eine Antwort an Joachim Jeremias, München 1961.
  • Kurt Aland, Die Stellung der Kinder in den frühen christlichen Gemeinden – und ihre Taufe, München 1967.
  • Kurt Aland, Taufe und Kindertaufe. 40 Sätze zu Aussagen des Neuen Testaments, Gütersloh, 1971.

Aus baptistischer Sicht ist noch das Buch Baptist in the New Testament aus dem Jahr 1962 interessant, das später auch in deutscher Sprache herausgegeben wurde als: 

  • Beasley-Murray, George R., Die christliche Taufe: Eine Untersuchung über ihr Verständnis in Geschichte und Gegenwart, Kassel, 1968.

Nicht jeder wird die Zeit haben, viele Bücher zur Frage der Taufpraxis in der frühen Kirche zu lesen. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, kann man sich einen Blogbeitrag von Wyatt Graham zum Thema anschauen. Der Einstieg jedenfalls klingt spannend:

Kaum eine Lehre trennt die Christen so sehr wie die Lehre von der Taufe. Und doch haben Christen stets betont, dass die Taufe uns zu einem Leib vereint. Wie können wir also diesen unschönen Zustand überwinden? Nun, durch Gottes Gnade, durch viel Gebet, Besinnung und den Heiligen Geist. Als möglichen ersten Schritt in diesem Prozess könnten wir uns auch damit befassen, wie Christen in den ersten zweihundert Jahren des Christentums tauften. Zum größten Teil waren sie sich trotz regionaler Unterschiede über die Bedeutung der Taufe einig.

Vielleicht finden wir in ihnen ein Vorbild dafür, wie man Meinungsverschiedenheiten ausräumen und gleichzeitig in den wesentlichen Punkten vereint bleiben kann. Aber selbst wenn nicht, kann uns diese historische Betrachtung helfen, besser zu verstehen, was Christen unter der Taufe verstanden haben. Das scheint mir an sich schon lohnenswert zu sein.

Im Folgenden skizziere ich daher, wie die frühen Christen die Taufe verstanden und praktiziert haben. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte lediglich aufzeigen, wie einige repräsentative christliche Gemeinschaften in den ersten beiden Jahrhunderten des Christentums die Taufe verstanden und praktiziert haben.

Methodisch habe ich versucht zu erklären, wie Christen in den ersten Jahrhunderten die Taufe mit ihren eigenen Worten beschrieben haben. Die Gläubigen in diesen frühen Jahrhunderten sahen keine Notwendigkeit, die Mechanismen der Taufe übermäßig zu nuancieren oder zu artikulieren. Sie hatten keine jahrhundertelangen Taufdebatten wie wir.

Aus diesem Grund bekräftigen sie die Notwendigkeit der Taufe in biblischer Sprache, unbeeinträchtigt von späteren Debatten. Ich hoffe, dass dieser Artikel den Lesern hilft, sowohl die grundlegende Kontinuität zu erkennen, die wir mit den frühen Christen teilen, als auch wahrzunehmen, wie anders diese Welt ist.

Vor diesem Hintergrund beginnt dieser Artikel kurz mit einer Erörterung der Taufwaschungen vor dem Neuen Testament, bevor er sich mit dem Neuen Testament und auch mit christlichen Schriftstellern bis etwa 250 n.Chr. zum Thema Taufe befasst.

Hier: www.wyattgraham.com.

Kirchen verlieren 1,2 Millionen Mitglieder in einem Jahr

Der Abwärtstrend setzt sich unvermindert fort: Zahlreiche Mitglieder verlassen die evangelische und die katholische Kirche. Die Zahl der Taufen kann die Zahl der Sterbefälle und Austritte bei Weitem nicht ausgleichen. DIE WELT meldet:

Die aus den am Montag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten vorläufigen Zahlen hervorgeht, zählten sie Ende 2025 zusammen noch 36,6 Millionen Mitglieder. Das waren rund 1,2 Millionen Menschen weniger als im Jahr zuvor.

Der evangelischen Kirche gehörten demnach noch 17,4 Millionen Menschen an (2024: 18 Millionen), der katholischen Kirche 19,2 Millionen Menschen (2024: 19,8 Millionen). Die Zahlen zeigen, dass der Trend nach unten unvermindert fortschreitet.

So meldet die EKD, dass der Mitgliederrückgang wie im Vorjahr 3,2 Prozent betrug. Auch bei den Detailzahlen zeigt sich eine kontinuierliche Entwicklung: 350.000 Menschen traten aus einer der 20 evangelischen Landeskirchen aus, rund 5000 mehr als im Vorjahr. 330.000 Mitglieder starben, rund 5000 weniger als 2024. Weiterhin kann die geringere Zahl an Taufen (105.000) und Aufnahmen (16.000) den Verlust nicht aufwiegen.

Hier: www.welt.de.

Helft einander

Die Gemeinde ist unter anderem dafür da, dass wir uns einander dabei helfen, auf dem rechten Weg zu bleiben:

Christen sind Menschen, die untereinander „wahrhaftig in der Liebe“ sind (Eph 4,15). Das bedeutet, dass wir einander so sehr lieben, dass wir ehrlich über unsere Kämpfe sprechen und uns so umeinander kümmern, dass wir anderen in ihren Kämpfen beistehen. Wir gehen einander nach und sprechen über unangenehme Lebensbereiche, in denen wir sündigen, weil wir wissen, dass Isolation der Feind der Reinheit und Dunkelheit der Nährboden für Sünde ist.

„Authentisch“ zu sein ist jedoch kein Selbstzweck. Satan freut sich, wenn Menschen offen über ihre Sünden sprechen – solange sie keine Schritte in Richtung Buße unternehmen. Es gibt eine Heuchelei, die sich den Schein der Ernsthaftigkeit gibt, wobei sogar Tränen beim Bekennen einer Sünde vergossen werden können, ohne dass echte Schritte zur Veränderung gegangen werden. Wir müssen gesunde Beziehungen aufbauen, in denen wir uns gegenseitig barmherzig zu Ehrlichkeit und Buße anspornen.

Baust du bewusst intensive Beziehungen auf, in denen du göttliche Ermutigung, Bekenntnis und Zurechtweisung gibst und empfängst?

Mehr: www.evangelium21.net.

Francis Schaeffer: Moment für Moment auf Gottes Verheißungen vertrauen

Bruce A. Little beschreibt in dem Buch Why Truth Matters (DeWard Publishing, 2026, #ad), dass Francis Schaeffer am Ende seines Lebens sehr darüber besorgt war, dass Christen geistliches Leben mechanistisch verstanden.

Bruce A. Little schreibt (S. 70–71): 

Als Schaeffer den Anhang A für die fünfbändige Ausgabe seiner Werke von 1982 verfasste, äußerte er eine Sorge, die er in den 1980er Jahren hatte – nämlich dass Christen versuchen würden, wahre Geistlichkeit als mechanische Formel zu leben. Schaeffer betonte jedoch wiederholt, dass wahre Spiritualität in der vollen Realität des Todes und der Auferstehung Christi gelebt wird. Es ist Leben, keine Formel. Dies, so Schaeffer, sei das Herzstück von L’Abri. Wahre Geistlichkeit bedeutet, die Realität des Todes und der Auferstehung Christi zu leben, damit der Christ in der Neuheit des Lebens wandeln kann. Es ist keine einmalige Verpflichtung. Diese Art zu leben bedeutet, von Moment zu Moment auf Gottes Verheißung zu vertrauen, dass wir mit Christus gekreuzigt worden sind und das Leben der Auferstehung erhalten haben, um in der Gegenwart zu leben.

Schaeffer verwies auf Texte wie Römer 6,1–12, um zu erklären, dass wahre Geistlichkeit keine ferne Realität in „dem zukünftigen Millennium oder der Ewigkeit“ ist; das ist etwas anderes. Jetzt können wir „in der Neuheit des Lebens wandeln“. Durch das Bekenntnis zu Christus wird der Geist des Menschen lebendig gemacht und das wiederhergestellt, was durch den Sündenfall verloren gegangen war. Wie sieht das in der täglichen Praxis aus? Schaeffer antwortete entschieden: „Zunächst einmal bedeutet es ganz sicher Folgendes: In unseren Gedanken und in unserem Leben sollen wir jetzt so leben, als wären wir bereits gestorben, im Himmel gewesen und als Auferstandene zurückgekehrt.” Er spricht hier nicht von einer physischen Erfahrung, sondern von einer geistlichen Realität, etwas, das im Bereich des Geistes geschieht, zu dem Christen gehören, ob sie es nun erkennen oder nicht.

Das Wort „geistlich“ bedeutet nicht, dass es nicht real ist, denn in gewisser Weise ist es realer als der Stuhl, auf dem ich gerade sitze. Schaeffer erklärte: „Wir, die wir jetzt die ‚Bürgschaft‘ des Heiligen Geistes haben und somit aufgrund der Realität des vollbrachten Werkes Christi Zugang haben – nicht in der Theorie, sondern in der Realität – zur Kraft des gekreuzigten, auferstandenen, verherrlichten Christus durch die Vermittlung des Heiligen Geistes.“ So wie man durch den Glauben errettet wird, so kommt auch wahre Geistlichkeit durch den Glauben; es ist ein momentanes Vertrauen in das Kreuz und die Auferstehung Christi, das nun für den Christen gilt. Es geschieht durch den Glauben und unabhängig von Werken, wie Schaeffer klarstellte: „Wahre Geistlichkeit wird nicht durch unsere eigene Kraft erreicht. Das „Wie“ der Art von Leben, von der wir gesprochen haben, das wahre christliche Leben, die wahre Spiritualität, steht in Römer 6,11: „So achtet auch ihr euch selbst (da ist der Glaube, dann der negative Aspekt) als tot für die Sünde (aber dann der positive Aspekt), aber lebendig für Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“ Das ist das „Wie“, und es gibt kein anderes.“

Francis Schaeffer: Warum Wahrheit wichtig ist

61AbkheNViL. SL1360 .

 

Bruce A. Little hat ein kleines Buch über Francis Schaeffer veröffentlicht. Why Truth Matters (DeWard Publishing, 2026, #ad) stellt sein einflussreiches Wirken vor und unterstreicht dessen Überzeugung, dass wahre Geistlichkeit ein Leben im Glauben ist, das jeden Augenblick von dem unfehlbaren Wort Gottes geprägt und geleitet wird. Ohne Vertrauen auf die objektive Offenbarung in der Heiligen Schrift läuft das christliche Leben Gefahr, die Orientierung vor Gott und in der Welt zu verlieren.

Ich werde ab heute einige Zitate aus dem gut lesbaren Buch veröffentlichen. Ich beginne mit einigen Ausführungen zu Geistliches Leben – Was ist das? (Haus der Bibel, 1975, #ad), ein Buch, dass für Schaeffer sehr wichtig war.

Bruce A. Little schreibt (S. 68–69): 

In Geistliches Leben – Was ist das? verdeutlichte Schaeffer die Grundlage dessen, was er als wahre Geistlichkeit bezeichnete – nämlich das christliche Leben. Er schrieb:

„Die Realität, im Glauben zu leben, als wären wir bereits gestorben, im Glauben in offener Gemeinschaft mit Gott zu leben und dann in die äußere Welt zurückzukehren, als wären wir bereits von den Toten auferstanden – das ist keine einmalige Angelegenheit, sondern eine Frage des Glaubens von Augenblick zu Augenblick und des Lebens von Augenblick zu Augenblick. Der Glaube von heute Morgen reicht für heute Mittag nicht aus. … Gott sei Dank für die Realität, für die wir geschaffen wurden, eine Kommunikation mit Gott selbst von Moment zu Moment. Wir sollten in der Tat dankbar sein, denn die Qualität von Augenblick zu Augenblick bringt das Ganze auf die Größe, die wir haben, so wie Gott uns geschaffen hat.“

Wie Jesus uns sagt, sollen wir um unser tägliches Brot beten, nicht um unser monatliches Brot So wie das Manna im Alten Testament, das am Montag gegeben wurde, für den Dienstag nicht ausreichen würde, so reicht der Glaube von heute Morgen nicht für heute Abend aus.

Über die Beziehung zwischen Rechtfertigung und wahrer Geistlichkeit sagte Schaeffer:

„Lassen Sie mich wiederholen: Der einzige Unterschied in der Praxis besteht darin, dass die Rechtfertigung ein für alle Mal geschieht, während das christliche Leben von Augenblick zu Augenblick gelebt wird. Das christliche Leben besteht darin, von Moment zu Moment nach dem gleichen Prinzip und auf die gleiche Weise zu handeln, wie ich im Moment meiner Rechtfertigung gehandelt habe.“

Später erklärte er: „Wenn wir also an Gottes Verheißungen glauben, wenden wir sie an – die gegenwärtige Bedeutung des Werkes Christi für den Christen – für und in diesem einen Moment – einen Moment nach dem anderen. Wenn man das nur erkennen kann, ändert sich alles.“

Existentiell gesehen wirkt wahre Spiritualität von Augenblick zu Augenblick, da der Christ aus dem Glauben an die Wahrheit der Gegenwart Gottes in ihm lebt, die durch den Glauben an das vollendete Werk Christi ermöglicht wird. Das habe ich einmal geglaubt, aber im Laufe der Jahre verlor diese Realität langsam ihren Platz in meinem Leben. Ich bin Schaeffer dankbar, dass er mich zu dieser grundlegenden Wahrheit des Christentums zurückgebracht hat.

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