Vom Ideal der reinen Vernunft

Hans-Joachim Iwand (Nachgelassene Werke, Bd. 1, Glauben und Wissen, 1962, S. 21):  Nie wird das Erkennen so frei, so autoritätslos sein, wie es dem Ideal der reinen Vernunft entspricht, nie wird es aus seinem eigenen Prinzip leben können, sondern es wird die Autorschaft des Wortes Gottes in allen seinen Sätzen und Aussagen an der Stirn […]

Ersetzung der Wirklichkeit

Matthew Crawford schreibt in Die Wiedergewinnung des Wirklichen: Eine Philosophie des Ichs im Zeitalter der Zerstreuung (Berlin, 2017, S. 116): Die schleichende Ersetzung der Wirklichkeit durch die virtuelle Realität ist ein herausragendes Merkmal des heutigen Lebens, aber sie hat Vorläufer im abendländischen Denken. Sie ist ein Kulturprojekt, das sich ausgehend von Immanuel Kants Versuch entwickelt hat, die Autonomie […]

Kant und die Theologie (Teil 2)

DIE ANTI-VERNÜNFTIGKEIT KANTS UND DIE UMDEUTUNG DES GOTTESBEGRIFFS Kommentar zu Herrn Richard Wagners Artikel „Der Streit um Kaisers Bart“ von Daniel von Wachter, 25.10.2012 Herr Wagner trägt in diesem Artikel eine Lehre Immanuel Kants und die Auffassung vor, man könne durch das Universum keine Erkenntnis über Gott gewinnen. … Die Rhetorik des Man-kann-heute-nicht-mehr-X-glauben oder des Wir-haben-das-Mittelalter-überwunden will, ohne sich die Mühe des Begründens zu machen, den Eindruck erwecken und darauf hinwirken, daß der Glaube an den Schöpfergott, an Wunder, an die Existenz der Seele, an die Willensfreiheit und an objektive Moral aussterben werde.

Kant und die Theologie (Teil 1)

Im Oktober 2012 kam es in der chilenischen Presse zu einem Schlagabtausch zwischen dem Kantianer Pfarrer Richard Wagner und dem Philosophieprofessor Daniel von Wachter. Ich geben den Disput mit freundlicher Genehmigung in zwei Teilen wieder. Zunächst der Beitrag von Richard Wagner:   Ein Streit um Kaisers Bart Richard Wagner Eine Leserbriefpolemik über den Ursprung des Lebens […]

Religion in den Grenzen der reinen Vernunft

Arsenij Gulyga schreibt in seiner bemerkenswerten Kant-Biographie (S. 247–248): In Kants Lehre von der Religion wird die Historizitat seines Denkens ganz deutlich. Kant sieht einen urspriinglichen, seinem Wesen nach areligiosen Zustand der Menschen, darauf einen ersten, noch unvollkommenen Religionstypus: die »gottesdienstliche Religion«. Die dritte Etappe ist der Vernunftglauben. Die gottesdienstliche Religion (sie ist der am […]

Das Ding an sich

Kurt Tucholsky: Das Ding an sich muss noch gefunden werden; das Loch ist schon an sich.