Das Urteil bleibt in Gottes Hand

Hans-Joachim Iwand schreibt (Rechtfertigungslehre und Christusglaube, 1961, S. 31): … soviel Gott auch daran liegt, den Menschen gerecht zu machen, so wenig liegt ihm daran, ihn vor sich selbst gerecht erscheinen zu lassen. Das Urteil bleibt in Gottes Hand, in Christo, der Mensch bleibt der Beurteilte, omne bonum extra nos (dt. alles Gute außerhalb von […]

Die „evangelische Verzweiflung“

Hans Joachim Iwand (Glaubensgerechtigkeit, München: Kaiser, 1980, S. 83–84): Luthers Gegner haben immer wieder geltend gemacht, diese Lehre vom Gesetz und der Sünde, die keinen Rest unverdorbener Natur dem Menschen mehr zubilligt, zerstöre den Grundansatz alles sittlichen Lebens und ende in der Verzweiflung. Nun hat Luther wohl gewußt, daß es zwar eine solche Verzweiflung gibt, […]

Wenn Gott Recht bekommt

Iwand (Dogmatik-Vorlesungen 1957-1960), 2013,  S. 132–133): Wir müssen uns für gut halten, müssen von der eigenen Gerechtigkeit leben, müssen den Menschen an sich für gerecht und wahrhaftig halten, mag es auch im einzelnen Verstöße gegen diese Idee des Menschen geben. Wir sind nun einmal blind, und was wir aus uns selbst heraus wissen von Sünde […]

Iwand: „Wenn uns Gott selbst finden soll“

Der Theologe Hans Joachim Iwand folgte 1952 einem Ruf nach Bonn, wo er bis zu seinem Tod 1960 Systematische Theologie lehrte. In der Prinzipienlehre, die er in Bonn gelesen hat, setzt er sich sehr pointiert von dem neuzeitlichen Unternehmen ab, das den Menschen zum Dreh- und Angelpunkt der Wirklichkeitserkenntnis erhoben hat. In radikaler Weise betont […]

Theozentrische Theologie

Gemeinhin gilt Karl Barth als der Theologe, der dem Spuk der Schleiermachschen Vermittlungstheologie eine Ende setzen wollte. In gewisser Weise steht Barth allerdings in der Schuld eines anderen Theologen. Erich Schaeder, ab 1918 Professor für Theologie in Breslau, hatte bereits 1909 durchschaut, dass seit Schleimacher der Mensch in den Mittelpunkt der deutschsprachigen Theologie geraten ist […]

Gottes Wort als Aufgabe der Theologie

Hans Joachim Iwand schreibt in Glauben und Wissen (Nachgelassene Werke 1, S. 189–190): Wir werden also zur Kenntnis nehmen müssen, daß wir mit Gott nur so und in der Weise ins Verhältnis treten können, daß Gott selbst ein solches Verhältnis — aus freier Gnade und eben in dem Akt seiner Hinwendung zu uns setzt. Dies […]

Wo ist die tragende Säule im Philistertempel?

Der deutschen Lutheraner Hans Joachim Iwand (1899–1960) widmete sich in seinen letzten Lebensjahren leidenschaftlich der Erneuerung der evangelischen Theologie, die seiner Meinung nach die verhängnisvolle Aufspaltung von Glauben und Wissen verinnerlicht hatte. Er suchte eine Theologie, die der »Theokratie des Atheismus« etwas Wirkliches und Wirksames entgegenzusetzen hatte und dazu verhilft, alle Bereiche des Lebens für […]

H.J. Iwand und der Zeitgeist

In diesen Urlaubstagen gönnte ich mir endlich wieder einmal ein Buch, dass ich nicht lesen muss, sondern lesen will. So habe ich einige Stunden mit der hochspannenden Lektüre Befreiende Erkenntnis von Gerard C. den Hertog verbracht. Die Dissertation ist der Theologie des deutschen Lutheraners Hans Joachim Iwands (1899–1960) gewidmet, der sich besonders in den 30er […]