Grünes Genderdeutsch

Das Wahlprogramm der Grünen ist radikal durchgegendert und ignoriert Rechtschreibregeln. Auch sonst scheint die neue Leitkultur durch. Alleinerziehende heißen nun Ein-Eltern-Familien, dazu gibt es die Mehr-Eltern-Familien und die Zwei-Mütter-Familien. Im Programm heißt es dazu:

Zwei-Mütter-Familien sollen nicht mehr durch das Stiefkindadoptionsverfahren müssen, darum streben wir an, das Abstammungsrecht zu reformieren, sodass die Co-Mutter analog zu Vätern in Ehen zwischen einem Mann und einer Frau automatisch als zweites rechtliches Elternteil gilt. Das Abstammungsrecht muss zudem die Elternschaft von Menschen mit Geschlechtseintrag „divers“ berücksichtigen. Bei Kinderwunsch sollen alle Paare und alleinstehende Frauen die Möglichkeit einer Kostenerstattung für die künstliche Befruchtung erhalten.

Wer wissen will, wie unsere sprachliche Zukunft aussieht, muss das Programm lesen, meint der Linguist Horst Haider Munske in seinem Beitrag für Die Welt:

Die Grünen meinen es ernst mit dem radikalen Gendern. In dem endgültigen, seit wenigen Tagen „lektorierten“ offiziellen Wahlprogramm bekennen sie Farbe. So und nur so wollen sie in der deutschen Sprache Geschlechtergerechtigkeit einführen. Sie scheren sich nicht um die Bedenken des Rats für deutsche Rechtschreibung. Sie fragen nicht nach Lesbarkeit, nach Vorlesbarkeit, nach Verständlichkeit, nach den Regeln der Grammatik und nach der Tradition einer Sprache.

Mehr hinter einer Bezahlschranke: www.welt.de.

Das Herman Bavinck-Archiv

Der Nachlass von Herman Bavinck (1854–1921) wurde in den 1950er Jahren der Freien Universität von Amsterdam (Niedelande) vermacht. Die Papiere sind inzwischen durch eine Kooperation zwischen dem Historischen Dokumentationszentrum für den niederländischen Protestantismus und dem Forschungsinstitut für Neo-Calvinismus (NRI) an der Theologischen Hochschule Kampen digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht worden.

Das Archiv enthält mehr als 900 Briefe an und von Herman Bavinck, Dokumente über sein persönliches Leben und seine Familie, Tagebücher, und Dokumente, die mit Bavincks öffentlicher Rolle als Pastor, Journalist, Politiker, Professor, Kirchenleiter und Autor zusammenhängen: Manuskripte, Notizbücher, Vorträge, Unterrichtsmitschriften.

Hier geht es zum Archiv: sources.neocalvinism.org.

Alle werden diskriminiert

Dank reichlicher Sensibilisierung darf sich heute jeder diskriminiert fühlen und Genugtuung einfordern. Doch ist in einer Gesellschaft, in der sich alle diskriminiert fühlen, überhaupt noch jemand diskriminiert? Claudia Wirz zeigt in der NZZ die Grenzen der Identitätspolitik auf: Angewandte Identitätspolitik ist wiederbelebte Vetternwirtschaft. 

Sie schreibt: 

Das ist nichts anderes als angewandte Identitätspolitik. Dass diese Politik vor allem im satt gewordenen Umverteilungsstaat ihre Blüten treibt, zeigt, um was es hier wirklich geht. Um Gerechtigkeit jedenfalls geht es nicht, umso mehr aber um Geld und Pfründen. Wir erleben gerade eine Art Renaissance der voraufklärerischen Privilegienwirtschaft. Wie einst in der Ständegesellschaft werden Menschen nicht mehr aufgrund ihrer individuellen Leistungen beurteilt, sondern in Kasten und Gruppen sortiert und entsprechend mit Vorrechten ausgestattet – oder eben nicht.

Im modernen Wohlfahrtsstaat hat sich das Motiv der Diskriminierung damit zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickelt. Inmitten von Wohlstand, Rechtsstaat und sozialer Überversorgung fühlen sich heute so viele Leute diskriminiert wie nie zuvor. Frauen, Männer, Buben, Mädchen, Queere, Junge, Alte, Dicke, Dünne, Grosse, Kleine, Arme, Reiche, die mit Migrationshintergrund und die ohne, Raucher, Nichtraucher, Städter, Dörfler, Autofahrer, Velofahrer – sie alle dürfen sich heute benachteiligt fühlen und von Staat und Gesellschaft aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit Genugtuung einfordern.

Mehr: www.nzz.ch.

Der Gender-G*tt

In der Ausstellung „G*tt w/m/d“ zeichnet das Bibelhaus Erlebnis Museum in Frankfurt/Main ein queeres Gottesbild. Karsten Huhn berichtet für idea:

Diese Ausstellung ist ein von der evangelischen Kirche finanzierter Skandal. Der erste Blick fällt auf das Objekt „Conchita Wurst auf der Mondsichel“. Die Holzskulptur des österreichischen Künstlers Gerhard Goder erinnert an eine katholische Heiligendarstellung. Doch statt Maria oder Jesus Christus abzubilden, hebt es den Sänger und Travestiekünstler Conchita Wurst auf den Sockel.

Mit dieser Skulptur, die einen auch vom Begleitkatalog sowie von der Internetseite anlächelt, ist der Ton der Sonderausstellung „G*tt w/m/d. Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“ gesetzt. Travestie trumpft Theologie. Hier geht es auch nicht um „archäologische Erkenntnisse aus dem Heiligen Land“ – wie der Pressetext behauptet –, sondern darum, ein Gender-Weltbild zu propagieren, das mit der Bibel kaum, mit dem Dichten und Trachten der Ausstellungsmacher aber sehr viel zu tun hat.

„Geschlechtervielfalt und die Gender-Frage bestehen schon immer“, behauptet der Museumsdirektor und evangelische Pfarrer Veit Dinkelaker. In der Bibel gebe es keine Eindeutigkeit: „Adam ist androgyn“ (er weist also männliche und weibliche Merkmale auf). Jesu Blick auf die Geschlechter sei revolutionär, und vom Apostel Paulus ist im Brief an die Galater 3,28 zu lesen: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Ethnische, religiöse, soziale und geschlechtliche Unterschiede gelten in der neuen Welt nicht mehr. Dinkelaker: „Ein Programm, das wir noch einlösen müssen.“

Mehr: www.idea.de.

Sola scriptura à la EKD

Die EKD hat den Grundlagentext Bedeutung der Bibel für kirchenleitende Entscheidungen herausgeben und schreibt dazu:

Der Begriff des Überlegungsgleichgewichts zielt darauf ab, dass Erfahrungswissen und Einsichten aus den Wissenschaften ebenso wie biblische Einsichten berücksichtigt, gewichtet und „so ins Verhältnis gesetzt“ werden, „dass die orientierende und bindende Kraft der Bibel zum Tragen kommt“. Dem Evangelium solle dabei, so wird betont, „der Vorrang im Sinne der begründenden, orientierenden, prägenden Bedeutung für den Zusammenhang aller Aspekte“ zukommen. Außerdem solle die Schriftauslegung vor allem darauf abzielen, neue Impulse in die Fragestellung einzubringen und ein tieferes Verständnis der Problemlage zu fördern. Das alles geschehe „in einem komplexen, nicht eindeutig methodisierbaren Abwägungsprozess. Um zu veranschaulichen, wie das in der Praxis aussehen kann, wird der Prozess im Text anhand von vier Beispielen nachgezeichnet. Dabei wird auch deutlich, dass unterschiedliche Gewichtungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.

Ich habe einen ersten Blick auf den Grundlagentext geworfen und bisher nichts Überraschendes gefunden. Vom Evangelium her gesehen werden Texte für eine rein kontextgebundene (historische, kulturgeschichtliche) Auslegung freigegeben. An den Anwendungsbeispielen kann gut erkannt werden, wie so der semantische Inhalt biblischer Texte geradezu auf den Kopf gestellt werden kann.

Hier das Buch: bedeutung_bibel_EVA_2021.pdf.

Die Gender-Verwirrung

Das Thema „Transgender-Identität“ wird für Christen auf absehbare Zeit von Bedeutung sein, sowohl in Fragen des öffentlichen Lebens als auch in der Seelsorge. Die aufgeregte Debatte um alles, was damit zu tun hat – von Unisex-Schultoiletten über Trans-Frauen im Sport bis hin zu Eltern- und Kinderrechten – wird dafür sorgen, dass die Thematik in der Politik präsent bleibt. Und die Tatsache, dass immer mehr Teenager angeben, von einer Geschlechtsidentitätsstörung betroffen zu sein, bedeutet, dass Gemeinden und Pastoren gut daran tun, sich damit zu befassen.

Carl Trueman hat in seinem dicken Buch The Rise and Triumph of the Modern Self: Cultural Amnesia, Expressive Individualism, and the Road to Sexual Revolution die kulturgeschichtliche Entwicklung analysiert. In einem Artikel, der bei E21 erschienen ist, gibt er Christen und Gemeinden konkrete Empfehlungen.

Ein Auszug:

Ein Mensch, der mit Geschlechtsdysphorie kämpft, ist per Definition jemand, der sich nicht einmal in seinem eigenen Körper zuhause fühlt. Dieses Gefühl des Unbehagens lässt sich nicht über Nacht beseitigen. Aber wir sollten uns daran erinnern, dass das gewissermaßen nur eine der aktuellen Ausdrucksweisen für das Unbehagen ist, das wir alle in einer Welt empfinden, die nicht so ist, wie sie sein sollte – die sozusagen aus den Fugen geraten ist. Und an dieser Stelle kommt der Gemeinde als einer bekennenden, Jüngerschaft lebenden und anbetenden Gemeinschaft eine entscheidende Bedeutung zu.

Die Gemeinde sieht sich heute einer Kakophonie der Identitäten ausgesetzt, die unsere Welt überfluten (dabei ist das Gender-Chaos nur ein Beispiel). Wenn sie sich dagegen behaupten will, dann muss sie eine starke Gemeinschaft sein, in der die Menschen ein tiefes Gefühl der Zugehörigkeit empfinden und in der deshalb ein tiefes Bewusstsein dessen, wer wir selbst sind, geformt und gefördert wird. Dazu gehören drei Dinge: ein klares Festhalten an der biblischen Lehre in den Bereichen Identität (wir finden unsere Identität in Christus) und Sexualität (sexuelles Verlangen oder innere Überzeugungen im Hinblick auf das Geschlecht machen nicht maßgeblich aus, wer wir sind); ein auf Nachfolge ausgerichteter Ansatz für den Gottesdienst, denn dort begegnet Gott seinem Volk und dort werden wir daran erinnert, wer wir sind; und eine liebevolle Gestaltung der Gemeinschaft, in der wir uns aufrichtig umeinander kümmern, einander Gastfreundschaft erweisen und die Lasten des anderen tragen. All diese Elemente sind notwendig, um unsere Identität zu prägen.

Die Gemeinde der Zukunft wird sich weitaus stärker dessen bewusst sein müssen, wer sie ist. Sie kann sich nicht länger darauf verlassen, dass das moralische Empfinden der Gesellschaft da draußen ihre grundlegendsten ethischen Prinzipien bestätigt. Ganz im Gegenteil: Geht es nach dem moralischen Empfinden der Gesellschaft, dann erscheinen die Standpunkte der Gemeinde in Bezug auf Gender und Sexualität als zutiefst unglaubwürdig.

Mehr: www.evangelium21.net.

Vom Umgang mit Zorn

Ash Midgley The heart of angerKlaus Giebel vom Martin Bucer Seminar in München stellt in einer Besprechung des Buch The Heart of Anger: How the Bible Transforms Anger in Our Understanding and Experience von Christopher Ach und Steve Midgley vor:

Das Buch ist flüssig, lebendig geschrieben, sprachlich ist es für die meisten Leser mit Schulenglischkenntnissen sicher gut zu verstehen.

Es ist für Seelsorger, Gemeindeleiter, aber auch für z.B. in Erzieherberufen tätigen ebenso nützlich wie für jeden Christen, der sich auf den Weg gemacht hat, um in der Gnade Gottes zu wachsen. Es hilft, den Bereich der Charakterentwicklung nicht zu vernachlässigen, sondern ihm die entsprechende Aufmerksamkeit zu geben und ein vielleicht bislang vernachlässigtes oder in seiner Gefährlichkeit unterschätztes Phänomen bewusst anzugehen.

Was sich der Leser, der mit zeitgenössischen Vorstellungsmodellen aus den Humanwissenschaften zu tun hat, vielleicht noch gewünscht hätte, wäre ein Kapitel zur Auseinandersetzung mit gängigen Aggressionsmodellen aus der psychologischen Forschung, die, kritisch hinterfragt, ja eine große Rolle im Bereich der Pädagogik und Therapie spielen. Aber das hätte den Rahmen und das wichtige Anliegen dieses ausgesprochen wertvollen Buches womöglich gesprengt.

Meine Empfehlung: ein Buch, das es wert wäre, für den deutschsprachigen Raum übersetzt zu werden! Es ist für alle, die sich mit der Einordnung und Bewältigungsstrategien menschlicher Gefühlswelten beschäftigen wollen genauso hilfreich wie für jeden, der sich selbst mit den eigenen Kräften des Zorns auseinandersetzen will oder anderen dabei helfen möchte, hier neue, christusgemäße Wege zu beschreiten. Darüber hinaus bietet es eine Fülle an biblischen Anregungen, um durch Vertiefung der Texte auch zu eigenen Einsichten zum Thema zu kommen.

Hier die vollständige Rezension: www.evangelium21.net.

Können wir den Evangelien vertrauen?

41D9a4XKChL SX313 BO1 204 203 200Peter J. Williams schreibt in seinem Buch Glaubwürdig: Können wir den Evangelien vertrauen? (Neuried, 2020, S. 142–143):

Das Johannesevangelium beginnt mit den Worten »Im Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, ja das Wort war Gott« (1,1). Danach wird erklärt, dass dieses Wort Mensch wurde (1,14) und Jesus Christus (1,17) ist. Hier steht, dass das Wort – was in der griechischen Philosophie ein abstraktes kreatives Prinzip war und sich in der jüdischen Sprache auf Gott selbst beziehen konnte -schon immer existiert hat, Gott ist und sich dennoch von Gott unterscheidet. All das steht in einem jüdischen Bezugsrahmen, in dem es nur einen Gott gibt. Das Wort kommt auf die Erde und tut, was Wörter tun – es kommuniziert. Das Wort sagt uns, wer Gott ist.

Diese Darstellung Jesu als derjenige, der uns sagt, wer Gott ist, kann man auch in den synoptischen Evangelien finden. Sie enthalten alle den Gedanken, dass Gott seinen Sohn sandte, um uns zu zeigen, wer Gott ist, und um sein Leben für das Heil der Menschen zu geben (Matthäus 20,28; Markus 10,45; Lukas 19,19; 22,20). Die Darstellung Jesu in den Evangelien zu akzeptieren, bietet tatsächlich die beste einheitliche Erklärung für eine ganze Reihe von Phänomenen in den Evangelien, die sich sonst nur auf komplizierte Weise erklären ließen.

Wenn die Darstellung Jesu in den Evangelien falsch ist, hat man viele intellektuelle Hürden zu überwinden, um zu erklären, warum so viele historische Details richtig oder plausibel sind. Man muss erklären, wie die verschiedenen Schichten des Textmaterials in den Evangelien aufkamen – sie zeugen ja alle davon, dass ihr jeweiliger Autor mit der Zeit, in der Jesus lebte, bestens vertraut war, und sie weisen allesamt die Eigenschaften auf, die man von den frühesten jüdischen Überlieferungsschichten erwarten würde. Man muss den Ursprung der Gleichnisse erklären, die neuartige Lehre und all die Fälle, in denen Aussagen in einem Evangelium sich am einfachsten dadurch erklären lassen, dass man sie von einem anderen her beleuchtet. Man muss zudem erklären, wie die Bewegung der Nachfolger Jesu zahlenmäßig auf eine Weise explodierte, über deren Ursache sich die Historiker nicht einig werden.

Ich möchte auf keinen Fall behaupten, man könnte das alles nicht auch wegerklären. Menschen sind raffiniert, und deshalb können sie natürlich alles Mögliche wegerklären. Ja, ein bedeutender Teil der professionellen Bibelforschung ist relativ erfolgreich darin gewesen, Erklärungen für jedes der in diesem Buch erwähnten Phänomene zu bieten. Allerdings spricht dies möglicherweise eher für den menschlichen Einfallsreichtum als für die Richtigkeit dieser Erklärungen.

Lehrer sollen mit ihren Schülern Pornos schauen

Im Jahre 2020 schrieb ich in dem Beitrag „Pornophobie“:

Also, wer nicht damit überrascht werden möchte, dass seine Kinder in den Schulen staatlich subventionierte Pornofilme konsumieren, um eine Erweiterung ihres Lustrepertoires zu stimulieren, der sollte jetzt nicht still abwarten, sondern sich einmischen. Die sexuelle Verwahrlosung hat Gründe!

Meine Befürchtungen könnten schneller bedient werden, als ich es erwartet habe. Zumindest in der Schweiz. Denn dort fordert ein ehemaliger Chefarzt, dass Lehrer gemeinsam mit den Schülern Pornos schauen, um Porno-Kompetenz zu erwerben. Noch geht es nicht um steuerfinanzierte Produktionen und noch steht nicht der Lustgewinn im Vordergrund. Aber ein Anfang wäre gemacht. Armes Europa!

Heute.at aus Wien schreibt:

Die Vorbeugung gegen schädliche Einflüsse von Pornos auf Kinder und Jugendliche sollte nach Ansicht von Bitzer nicht isoliert, sondern im Rahmen einer allgemeinen Sexualerziehung stattfinden, bei der es um Wissen über den Körper und die Biologie, aber auch um Hilfestellung bei der Entwicklung einer eigenen selbstbestimmten Sexualität geht. Ein fixes Alter lasse sich dafür nicht definieren. Bitzer betont: „Inzwischen gibt es genügend Studien, die zeigen, dass die Angst vor der frühen Sexualisierung durch das Sprechen über Sexualität unbegründet ist. Es ist nicht so, dass die Kinder dann plötzlich ‚aufeinander losgehen‘ oder das Gefühl haben, dass sie jetzt sexuell aktiv werden müssen.“

Mehr hier: www.heute.at.

Der strukturelle Rassismus

Sandra Kostner hat diesmal in der NZZ einen sehr hilfreichen Artikel über den strukturellen Rassismus bzw. die Critical Race Theory (CRT) veröffentlicht. Sie schreibt:

Der Begriff struktureller Rassismus dient dazu, staatliche Interventionen als unabdingbare Notwendigkeit zu begründen. «Rassismus» erfüllt dabei eine moralische Funktion; «strukturell» wird verwendet, um Rassismus auf eine abstrakte – und damit nicht greif- und belegbare – Ebene zu verlagern.

Solange Rassismus konkreten menschlichen Handlungen zugeordnet werden kann, ist er belegbar. Lassen sich solche Handlungen nicht in hinreichend grosser Zahl nachweisen, entfällt der moralische Druck auf die Institutionen, sich für die Ziele der Aktivisten zu öffnen.

Der strategische Vorteil eines Rassismusbegriffs, der nicht von individuellen Handlungen abhängig ist, liegt auf der Hand. Und genau dieser Vorteil eröffnet sich mit dem Adjektiv «strukturell». Denn «strukturell» heisst im Vokabular der Critical Race Theory nichts anderes, als dass eine von der weissen Mehrheit geprägte Gesellschaftsordnung und somit auch alle von ihr gegründeten Institutionen automatisch diese Mehrheit privilegieren. Wie genau das vonstattengeht, diese Antwort bleibt man schuldig.

Mehr hier: www.nzz.ch.

„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“

Theophil Isegrim verdanke ich den Hinweis, dass unter anderem die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Nicola Beer von der FDP, für den Matić-Bericht gestimmt hat, sich also für die Frühsexualisierung der Kinder, gegen die Gewissensfreiheit der Ärzte und für ein Recht auf Abtreibung stark macht. Übrigens stimmten 51 der 96 deutschen EU-Abgeordneten für den Bericht, 39 dagegen und 2 enthielten sich. Das ist insofern interessant, als wohl besonders sozialdemokratische und grüne Politiker die Europapolitik nutzen, um Druck auf die nationale Rechtssprechung auszuüben (siehe zur Abstimmung hier).

Tatsächlich war Frau Beer kürzlich Rednerin auf dem Kongress christlicher Führungskräfte und sprach darüber, warum es besonders für Politiker wichtig sei, einen klaren Wertekompass zu haben. Ich zitiere aus dem Medienmagazin Pro

Man müsse Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen und verantwortlich fällen. Dazu brauche es Orientierung und einen klaren Wertekompass, sagte Beer.

Ihr selbst helfe dabei der christliche Glaube. „Mein Glaube hilft mir, das Beste zu geben“, sagte sie. In stressigen Momenten halte sie inne und besinne sich auf Gott. Der Glaube gebe ihr außerdem die nötige Freiheit, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Beer erklärte zudem, die ethische Basis des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen in Europa basiere auf christlich-jüdischer Tradition, insbesondere auf den Zehn Geboten. „Das sind unsere kulturellen Wurzeln.“ Es sei wichtig, dass sich alle Menschen der pluralen, europäischen Gesellschaft für ein gelingendes Zusammenleben an die Werte, die auf den Zehn Geboten basierten, hielten. „Ich verstehe, wenn Menschen an altbekannten Traditionen und Sprachen festhalten“, sagte Beer im Hinblick auf Migranten. Außerhalb der eigenen vier Wände funktioniere das Zusammenleben jedoch nur, wenn man sich an gemeinsame Werte halte.

In diesem Zusammenhang verteidigte Beer auch den Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes. Es gebe oft Diskussionen darüber, ob er noch zeitgemäß sei. „Der Gottesbezug ist Ausdruck der irdischen Fehlbarkeit“, sagte sie. Er zeige, dass „eine werteorientierte Gesellschaft aus mehr besteht, als aus Buchstaben in Gesetzen“. Beer verwies auf den Bibelvers aus Matthäus 7, 20, in dem es heißt: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“

Anhand solcher Beispiele lässt sich besser verstehen, dass in den Augen vieler Staatsbürger die Politik unglaubwürdig geworden ist. Eine Frau, die sich zur Ethik der Zehn Gebote bekennt, setzt sich zugleich für die Legalisierung von Tötungen ungeborener Kinder ein und will jenen Ärzten, die sich nicht an Schwangerschaftsabbrüchen beteiligen möchten, die Gewissensfreiheit stehlen. 

Da möchte ich Matthäus 7,20 im Zusammenhang zitieren: 

Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, die ihr das Gesetz übertretet!

Annahme des Matić-Berichts: Dunkle Stunde Europas

Ende Mai habe ich hier darüber informiert, dass das EU-Parlament im Juni über den sogenannten Matić-Bericht abstimmen wird. Gestern wurde dieser Report mit 378 Stimmen bei 255 Gegenstimmen und 42 Enthaltungen angenommen. Das Europäische Parlament will damit die Mitgliedsländer zwingen, den Kindern in den Grundschulen eine umfassende „Sexualerziehung“ zu verordnen. Den Ärzten soll verboten werden, Schwangerschaftsabbrüche aus religiösen oder Gewissensgründen zu verweigern. Außerdem wird angestrebt, die Tötung ungeborener Kinder als Menschenrecht zu installieren.

Das Europäische Parlament berichtet:

Die Abgeordneten betonen, dass es in einigen Mitgliedstaaten nach wie vor sehr restriktive Gesetze gibt, die Abtreibungen außer unter genau festgelegten Umständen verbieten und Frauen somit zwingen, heimlich abzutreiben, oder ihre Schwangerschaft gegen ihren Willen zu Ende zu führen, was eine Verletzung der Menschenrechte darstellt. Sie fordern alle Mitgliedsstaaten auf, einen allgemeinen Zugang zu sicherer und legaler Abtreibung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass eine Abtreibung auf Antrag in der frühen Schwangerschaft und darüber hinaus, wenn die Gesundheit oder das Leben der schwangeren Person gefährdet ist, rechtmäßig ist

Die Abgeordneten bedauern, dass es gelegentlich in den Mitgliedstaaten gängige Praxis ist, dass Ärzte und manchmal ganze medizinische Einrichtungen Gesundheitsdienstleistungen auf Basis einer sogenannten Gewissensklausel ablehnen, was dazu führt, dass die Betreuung eines Schwangerschaftsabbruchs aus religiösen oder Gewissensgründen verweigert wird, und wodurch das Leben der Frauen gefährdet wird.

Darüber hinaus fordert das Parlament, dass die EU-Länder einen allgemeinen Zugang zu hochwertigen Verhütungsmethoden und Verhütungsmitteln, zu Familienplanungsberatung und zu Informationen zur Empfängnisverhütung für alle sicherstellen.

Die Abgeordneten bedauern, dass der Zugang zur sicheren und legalen Abtreibung während der COVID-19-Pandemie nach wie vor eingeschränkt ist, und erkennen die Auswirkungen der Pandemie auf die Versorgung mit und den Zugang zu Verhütungsmitteln an.

Das Parlament ermutigt die Mitgliedsstaaten, Kindern der Grund- und Sekundarstufe eine umfassende Sexualerziehung zu gewähren, da im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und der damit verbundenen Rechte erheblich dazu beitragen kann, dass es seltener zu sexueller Gewalt und Belästigung kommt.

Ich finde es sehr bezeichnend, dass unser Leitmedien in den letzten Tagen nur sehr sparsam über den Matić-Bericht und seine Probleme informiert haben. Wie denn auch? Man brauchte die Sendezeit und den Platz in der Zeitung, um massive Werbung für die Anliegen der LGBTQ+-Bewegung zu machen und Kritiker dieser Aktivisten zu diffamieren. Neben idea oder dem Medienmagazin Pro berichtet immerhin die katholische Tagespost über diese dunkle Stunde Europas:

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) kritisieren das EU-Parlament für die Annahme des umstrittenen Matic-Berichts, der Abtreibung zum Grundrecht erklärt und die Gewissensfreiheit von Ärzten in Frage stellt. In einer Stellungnahme nannte die Pressesprecherin der CDL, Susanne Wenzel, das Ergebnis ein „fatales Signal“ gegen den Schutz des Lebens und einen „Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung der EU“. Der Geist der christlichen Gründerväter der Europäischen Union werde in das absolute Gegenteil verkehrt. Zugleich warnte sie, bei vielen Unionsbürgern könne das Abstimmungsergebnis zu einer „weiteren inneren Abkehr von Europa“ führen.

Europas Christdemokraten (EVP) und Konservative (ECR) fanden in Brüssel keine Mehrheit für ihren Widerstand gegen den Vorstoß des Sozialisten Predrag Fred Matic.

Die CDL sprach darüber hinaus von einer „dunklen Stunde Europas“, in der das Töten zum Recht erklärt und das uneingeschränkte Recht auf Leben faktisch abgeschafft worden sei. Auch die Umkehrung des Rechts auf die Gewissensfreiheit, das sowohl im deutschen Grundgesetz  als auch im Schwangerschaftskonfliktgesetz (§ 12) verankert sei, in einen Straftatbestand der „Unterlassung einer medizinischen Behandlung“ widerspreche dem viel beschworenen europäischen Geist.

Den Bundestag fordert der Lebensrechtsverband auf, den „Eingriff in die Souveränität seiner Gesetzgebungsbefugnis“ zurückzuweisen und so seiner Verpflichtung zum Schutz des Lebens nachzukommen. Auch die in der Verfassung und dem Schwangerschaftskonfliktgesetz verankerte Gewissensfreiheit des medizinischen Personals müsse der Bundestag verteidigen. Denn die Gesetzgebung zur Abtreibung, so erinnert die CDL, liege nach wie vor in den Händen der Abgeordneten der Länderparlamente.

J.G. Machen: Der gute Kampf des Glaubens

Am 10. März 1929 hielt Prof. J. Gresham Machen seine letzte Predigt vor den Studenten des Princeton Theological Seminary (USA). Machen hatte viele Jahre vergeblich gegen die neue liberale Neuausrichtung des Seminars gekämpft. Bevor er sich der Gründung des  Westminster Theological Seminary widmete, rief er in dieser Predigt die Studenten noch einmal dazu auf, den „Kampf des Glaubens“ zu kämpfen:

Wo werdet ihr in dem großen Kampf stehen, der gegenwärtig in der Gemeinde tobt? Werdet ihr euch bei der Welt anbiedern, indem ihr außen vor bleibt? Wollt ihr „konservative Liberale“ werden oder „liberale Konservative“ oder „Christen, die nicht an Kontroversen glauben“ oder irgendetwas anderes, das ebenso selbstwidersprüchlich und absurd ist? Wollt ihr Christen sein, aber nicht von der Sorte, die es mit dem Christsein übertreiben? Werdet ihr euch kalt distanzieren, während Gottes Volk im In- und Ausland gegen die Tyrannei über die Kirche kämpft? Werdet ihr euch herausreden, indem ihr mit Fingern auf die persönlichen Unzulänglichkeiten derer zeigt, die schon für den Glauben kämpfen? Habt ihr vor, in eurem Zeugnis nach außen Christus so lange untreu zu sein, bis ihr in eurer eigenen Seele alles in Ordnung gebracht habt? Seid versichert, dass ihr mit dieser Strategie dieses Ziel niemals erreichen werdet. Bezeugt mutig die Wahrheit, die ihr bereits verstanden habt, und euch wird mehr gegeben werden. Aber macht gemeinsame Sache mit denen, die das Evangelium Christi leugnen oder missachten, und der Feind wird für immer in eurem Leben wüten.

Rudolf Steiner, Waldorf-Pädagogik und Anthroposophie

Seit 100 Jahren gibt es die Waldorfschulen. Sie sind die bekannteste Hinterlassenschaft des Anthroposophen Rudolf Steiner. Und das ist kein Zufall: Erziehung und Religion waren für Steiner eng miteinander verbunden. Deshalb gründete er neben den Schulen auch eine Religionsgemeinschaft.

Der DLF hat vor einiger Zeit einen informativen Beitrag zur Anthroposophie produziert. Es geht um Weltanschauung. Um die Vorstellung, dass die Welt materialisierter Geist ist. Diesen Geist bezeichnet Steiner auch als „das Göttliche“. Gott, der Mensch und die Welt sind für ihn wesensgleich.

Hier: 

Die Wachtturm-Gesellschaft: Darstellung und Kritik

Im Juli 2020 hat Björn-Christian Grube in München über die „Wachtturm-Gesellschaft“ bzw. „Zeugen Jehovas“ gesprochen. Er konnte das Seminar als jemand halten, der nicht nur gut informiert, sondern auch persönlich involviert ist. Björn-Christian hat nämlich selbst die „Wachtturm-Gesellschaft“ von innen kennengelernt, bis er merkte, dass viele Lehren dieser Organisation nicht mit dem übereinstimmen, was die Heilige Schrift lehrt.

Björn-Christian spricht über die „Zeugen“ mit einer angenehmen Wertschätzung und man spürt ihm wirklich ab, dass er sich sehr wünscht, dass viele von ihnen das Evangelium hören und auch verstehen. Möge Gott das schenken!

In seiner Seminarbeschreibung heißt es:

Als Christen, die inmitten einer multikulturellen und auch multireligiösen Gesellschaft leben, werden wir mit Menschen verschiedenster Überzeugungen und Weltanschauungen konfrontiert. Im Rahmen unseres Missionsauftrags sind wir aufgefordert, „allezeit jedermann zur Verantwortung bereit“ zu stehen, wenn er „Rechenschaft fordert über die Hoffnung“, die in uns ist (1Petr 3,15).

Eine religiöse Gruppe, die unsere christliche Hoffnung i.d.R. nicht oder nur unzureichend kennt und mit einem oft durchaus beachtenswerten religiös motivierten Eifer versucht, ihre eigenen Zukunftsprognosen anderen Menschen als Hoffnung zu vermitteln, stellen die sog. Zeugen Jehovas dar. Christen, die mit ihnen konfrontiert werden, wissen meist recht wenig über diese eher kleine, aber verhältnismäßig aktive Gemeinschaft. Wer sind die Zeugen Jehovas? Wie ist die Gemeinschaft entstanden? Was macht ihr Weltbild aus?Als was sehen sie sich selbst, und woher stammt ihr relativ stark ausgeprägtes Sendungsbewusstsein?

Die wichtigste Frage lautet jedoch: Was wissen Zeugen Jehovas (nicht) über das Evangelium von Jesus Christus, und wie können Christen einzelnen Zeugen Jehovas helfen, die biblische Botschaft zu verstehen und im Lichte der biblischen Botschaft zu erkennen, dass die von ihnen vertretene Wachtturm-Lehre eine galante Verdrehung der biblischen Botschaft ist? Was ist überhaupt die Wachtturm-Gesellschaft und ihre „Leitende Körperschaft“? Welche Autorität hat sie für die Zeugen Jehovas weltweit? Gibt es echte Christen unter den Zeugen Jehovas? Und gibt es auch Dinge, die die Zeugen Jehovas richtig erkannt haben und die die ZeugenJehovas tendenziell konsequenter umsetzen als viele andere Gruppierungen und Denominationen? Kann man ggf. etwas von ihnen lernen?

Im Rahmen des Seminars „Die Wachtturm-Gesellschaft –Darstellung und Kritik“ wollen wir uns eingehender mit diesen und weiteren Fragestellungen auseinandersetzen und uns auch einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Bibelforscher-Bewegung verschaffen, aus der die heutigen Zeugen Jehovas hervorgegangen sind. Wir möchten die Lehrender Wachtturm-Gesellschaft anhand der heiligen Schriften der Propheten und Apostel bewerten und die wichtigen Unterschiede zwischen der wirklich guten Botschaft über den Herrn und Heiland Jesus Christus und einem außerordentlich gefährlichen, weil allzu leicht irreführenden Pseudo-Evangelium aufdecken.

Da ich glaube, dass viele Christen dieses Seminar hören sollten, habe ich Björn-Christian gefragt, ob ich den Mitschnitt online stellen darf. Freundlicherweise hat Christian zugesagt. Zweck des Seminars ist es nicht, jemandem auf die Füße zu treten oder weh zu tun. Sollte jemand meinen, dass im Vortrag historische oder sachliche Fehler enthalten sind, nehmen Björn-Christian und ich Hinweise gern entgegen und sind selbstverständlich nach Überprüfung auch bereit, Korrekturen anzubringen, wenn sich herausstellen sollte, dass die Hinweise berechtigt sind.

Da die Aufnahmen ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung gedacht waren, ist die Tonqualität teilweise recht bescheiden. Wir danken für die Nachsicht.

Hier nun die drei Audiodateien zum Nachhören:

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3: