Wenn elterliche Ängste die Kinder prägen

Der Psychologe Rüdiger Maas erklärt in einem FAZ-Interview, was passiert, wenn Ältere den Kindern ihre Ängste vorleben: 

Wir leben die Ängste ganz stark vor. Als ich ein Kind war, hatten wir Tschernobyl, den Jugoslawienkrieg, sauren Regen, HIV. Jedes Jahr war eine Krise. Aber wir hatten keine panischen Eltern, die jeden Tag den Kindern eingeredet haben, wie schlimm alles ist. Die Uni Zürich hat analysiert, dass etwa 90 Prozent der heutigen Eltern alle Unwägbarkeiten ihrer Kinder ergoogeln. Von denen gehen allerdings 90 Prozent davon aus, dass die Google-Treffer gar nicht stimmen. Es herrscht komplette Verunsicherung. Wir haben seit 2010 mehr Erwachsene, die keine Kinder haben, als Erwachsene mit Kindern. Dadurch habe ich in meiner Peergroup weniger Leute, auf die ich zurückgreifen kann, wenn ich mich frage, warum mein Kind schreit. Wir verunsichern uns selbst und nehmen den Jüngeren dadurch die Hoffnung.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

H. Ridderbos: Das Kommen des Himmelreichs

Herman Ridderbos schreibt über das Kommen des Himmelreichs (Reich Gottes) in The Coming of the Kingdom (Philadelphia, PA : The Presbyterian and Reformed Publishing Company, 1962, S. 23–24):

[Der] absolut theozentrische Charakter des Reiches Gottes in der Verkündigung Jesu bedeutet auch, dass sein Kommen ganz und gar in Gottes eigenem Handeln besteht und vollkommen von seinem Wirken abhängig ist. Das Reich Gottes ist kein Zustand und keine Bedingung, keine von Menschen geschaffene und geförderte Gesellschaft (die Lehre des „sozialen Evangeliums“). Es wird nicht durch eine immanente irdische Entwicklung kommen, auch nicht durch menschliches moralisches Handeln; es sind nicht die Menschen, die es für Gott vorbereiten. Alle diese Gedanken bedeuten eine hoffnungslos oberflächliche Interpretation des gewaltigen Gedankens der Fülle und Endgültigkeit des Kommens Gottes als König, um zu erlösen und zu richten. Vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet, ist das Himmelreich also in erster Linie etwas, worauf man mit Beharrlichkeit beten und warten muss. Sein Kommen ist nichts weniger als der große göttliche Durchbruch, das „Zerreißen der Himmel“ (Jesaja 64,1), der Beginn des Wirkens des göttlichen dynamis (Markus 9,1). Das Himmelreich ist also in seinem Ursprung absolut transzendent, es ist die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes (Mt 16,27; 24,30; Mk 8,38; 13,26 usw.). Deshalb ist die Doxologie am Ende des Vaterunsers in vielen Handschriften („denn dein ist das Reich …“), auch wenn sie ursprünglich nicht dort steht, die denkbar passendste Formel, um das „Gebet des Reiches“ zu beschließen. Das Reich hat nicht nur mit Gott zu tun, es hat auch seinen Ursprung bei ihm. Sein Kommen ist nur auf der Grundlage seines wundersamen und allmächtigen Handelns zu verstehen.

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Kultur des Todes (22): Apotheker muss Pille danach vertreiben

Der Inhaber einer Apotheke hatte aus Gewissensgründen die Pille danach nicht vorrätig. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburgurteilte urteilte nun, dass er die Ausgabe des Arzneimittels nicht verweigern dürfe. 

Pharmazeuten dürfen aus Gewissensgründen die Herausgabe zugelassener Arzneimittel nicht verweigern. Das entschied das Berufsobergericht für Heilberufe am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Die Apothekerkammer hatte ein Verfahren gegen den Apotheker eingeleitet, weil dieser die sogenannte Pille danach nicht herausgeben wollte.

Der Apotheker hatte das Arzneimittel nicht vorrätig, weil er sich eigenen Angaben zufolge nicht an einer Tötung bereits entstandenen Lebens beteiligen wollte, wie das Gericht mitteilte. Der Mann habe die Abgabe des Medikaments deswegen wiederholt verweigert. Als selbstständiger Apotheker müsse er aber dem gesetzlichen Versorgungsauftrag mit Arzneimitteln genügen, entschied das Berufsobergericht.

Die Pille danach sei ein apothekenpflichtiges Medikament, dessen Abgabe nicht aus Gewissensgründen verweigert werden dürfe, urteilte das Gericht. Inhaber einer öffentlichen Apotheke müssen demzufolge die umfassende Versorgung gewährleisten. Das Urteil hat nach Angaben einer Gerichtssprecherin keine Konsequenzen für den Mann.

Mehr: www.zeit.de.

Der Diskurs der Philosophie

Guido Kalberer hat das frisch erschienene Der Diskurs der Philosophie (#ad) von Michel Foucault gelesen und zieht ein nüchternes Fazit:

Heute müsse der Philosoph, so Foucault, die Gegenwart im Sinne Nietzsches diagnostizieren. Er muss quasi ein Arzt der Kultur sein, allerdings befreit von der Pflicht, sie heilen zu müssen. «Er ist ein Vorübergehender, der dem Vorübergehen näher ist als jeder andere.» Der Philosoph sage, was ist und geschieht. Er mache sichtbar, was eigentlich wahrnehmbar sein müsste, aber so eng mit uns verbunden sei, dass wir es übersähen. Philosophie holt laut Foucault das Ungesagte in die Sprache und richtet ihr Augenmerk auf das Ereignis, nicht das Ewige.

Mit seiner Kritik an der normierenden Kraft der herrschenden Machtdiskurse, etwa in «Überwachen und Strafen», und seiner Neugier an dem, was an den Rändern der etablierten Disziplinen geschieht, findet Michel Foucault heute wieder Gehör. Vor allem in Kreisen, die sich als divers verstehen und Zuschreibungen von eindeutigen Identitäten ablehnen.

Davon abgesehen muss man allerdings feststellen, dass seine Diskursphilosophie an Bedeutung und Einfluss verloren hat. Auch an den Akademien ist es ruhig geworden um sie: In den Sozial- und Geisteswissenschaften, zumindest hierzulande, wird sein Werk weniger rezipiert und diskutiert als etwa jenes von Niklas Luhmann oder Jürgen Habermas, aber auch als jenes von Pierre Bourdieu, der Foucaults Auffassung von Geschichte und Kultur einmal als «abstrakt und idealistisch» kritisierte. Daran wird auch «Der Diskurs der Philosophie» nichts ändern.

Sehe ich auch so. Es ist wirklich an der Zeit, Foucaults Wahnsinn zu überwinden. 

Grenzen der Einheit

Der sächsische Landesbischof Tobias Bilz legte auf der UNUM-Konferenz 2024 in München seine Sicht der Einheit vor. Die TAGESPOST berichtet:

Auch Landesbischof Tobias Bilz sprach auf der UNUM24. Er bekam viel Applaus am Sonntag nach seiner Rede, in der er ganz im Sinne des Konferenzmottos den verschiedenen Ausrichtungen der Kirche dankte: den Progressiven, die dafür sorgten, dass es vorwärts gehe, den Pfingstlern, die sorgten, dass Theologen nicht abhebten, den Konservativen dafür, dass sie für Stabilität sorgten und den Liberalen, die an den Galaterbrief erinnerten, wo es heiße, dass Christus uns zur Freiheit befreit habe. 

Bilz wörtlich: „Alles ist erlaubt, sagt der Apostel, aber passt auf, wo es hingeht. Nicht alles führt zum Guten.“ Auch den „Normalen“ dankte er, denn sie lebten ganz einfach den Glauben, jeden Tag. Der Landesbischof dankte Gott, dass er sich auf alle einlasse. „Ich bewundere deinen Mut.“

Nun kann man all diese Adjektive inhaltlich unterschiedlich füllen. Aber man kann auch erahnen, was hier mit ihnen gemeint ist. Es klingt fast so, als sei Bischof Bilz für (fast) alles offen und als könnten wir christliche Einheit dort erleben, wo wir unterschiedliche Strömungen integrieren, konservative wie liberale, katholische wie evangelische. Das funktioniert aber weder biblisch noch praktisch. Weder die christliche noch die nichtchristliche Einheit ist für alles offen. 

Pornhub erfolgreicher als Netflix oder Amazon

Wie die TAGESPOST meldet, müssen in einigen US-Staaten Pornographie-Seiten das Alter ihrer Nutzer ab Juli bald strikt kontrollieren. Anbieter Pornhub stellt den Betrieb dort komplett ein. Das bestätigt, dass es doch hilft, rechtliche Hürden aufzustellen.

In der Meldung heißt es:

Aylo, der Mutterkonzern von Pornhub, begründet das Einstellen seiner Aktivitäten in vereinzelten Staaten damit, dass eine Altersverifizierung in den Händen der Anbieter die Privatsphäre von Konsumenten verletze, die dann „wiederholt ihren Ausweis präsentieren oder sich biometrischer Verarbeitung aussetzen“ müssten …

Das Bewusstsein über die schädliche Wirkung von Pornografie auf Minderjährige und der einfache Zugang über das Smartphone ist in den letzten Jahren stetig angewachsen. Schon 2020 enthüllte Kolumnist Nicholas Kristof in der „New York Times“, dass viele Inhalte auf Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Rachepornografie, rassistischem oder misogynem Verhalten basieren. Mit über 3,5 Milliarden Zugriffen pro Monat, so Kristof, verdient die Seite Geld an fast drei Milliarden Werbe-Impressionen pro Tag – und stellt Netflix, Yahoo oder Amazon in den Schatten.

In ihrem „Spiegel“-Bestseller „Wir verlieren unsere Kinder“ dokumentierte Schulleiterin Silke Müller 2023, wie schnell und unerwartet Minderjährige mit pornografischen Inhalten konfrontiert werden. Die Beweislage ist nicht nur anekdotisch: Laut dem IFS zeigen Studien, dass Kinder im Durchschnitt mit 13 Jahren Pornografie auf ihren Geräten begegnen. Der Register weist darauf hin, dass der „American Academy of Pediatrics“ frühen Pornografie-Konsum mit schlechterer psychischer Gesundheit, niedrigem Selbstbewusstsein und einer verzerrten Darstellung des anderen Geschlechtes verknüpft. 

Mehr: www.die-tagespost.de.

Haidt: Universitäten in einem Zustand tiefer Schande

Der amerikanische Psychologe Jonathan Haidt ist der Meinung, dass die großen Universitäten in den USA ihren Kredit verspielt haben. Sie seien zu Orten großer Schande geworden:

Politische Proteste sind natürlich in Ordnung, aber leider haben amerikanische Universitäten seit dem Jahr 2015 die Idee des störenden Protests und der Einschüchterung legitimiert. Wir hatten eine Kulturrevolution auf dem Campus, bei der es jedem, der für das, was man soziale Gerechtigkeit nannte, protestierte, erlaubt war, Redner stillzustellen. Sie durften Kurse blockieren und sich in einer sehr einschüchternden Art gegenüber Leuten verhalten, die nicht mit ihnen übereinstimmten. Das begann 2015 und hat uns an einen dunklen Ort geführt.

Die Universitäten der Vereinigten Staaten befinden sich in einem Zustand tiefer Schande. Wir hatten früher die beste Marke der Welt, jetzt haben wir eine schreckliche Marke. Wir sind zum Gespött geworden. Wir sind lächerlich. Die Dinge, die die Protestierenden sagen, würden hart bestraft werden, würde es um jede andere Gruppe gehen. „From the river to the sea“ ist ein Aufruf zur Vernichtung Israels.

Wir haben neun Jahre lang über Mikroaggressionen diskutiert. Mikroaggressionen sind so Fragen wie „Woher kommst du?“ Das ist lächerlich. Wir haben uns so sehr damit beschäftigt, die Identitätsgefühle der Menschen zu beschützen, und plötzlich schreien Gruppen „Tod den Zionisten“. Die Verfassung schützt auch die Verwendung eines Slogans wie „There is only one solution, intifada revolution“, er bedroht aber Juden auf eine Art und Weise, wie wir es bei keiner anderen Gruppe zulassen würden. Hier zeigt sich die außergewöhnliche Heuchelei der Universitäten. Meine Hoffnung ist, dass wir die Heuchelei und den Mikroaggressions-Unsinn beenden.

Mehr: www.welt.de.

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Der verirrte Westen

Laut Benedict Neff ist das Hauptproblem des Westens der Selbstzweifel. Der Westen glaube nicht mehr an seine eigene Erzählung. Ich würde da weitergehen: Das Hauptproblem des Westens ist die Gottvergessenheit. Trotzdem empfehle ich „Der grösste Feind des Westens ist der Westen“, schon allein wegen dem folgenden Abschnitt: 

Heute leidet der Westen nicht an einer auf die Antike fixierten Selbstüberhöhung, sondern an Selbstzerfleischung: Unter dem Eindruck des Postkolonialismus steht das gesamte westliche Erbe unter Anklage. Die Selbstkritik des Westens droht in einer Weise pervertiert zu werden, dass sie in Richtung Selbstzerstörung weist. Federführend dabei, und das verspricht nichts Gutes, sind die Universitäten. Unter dem Eindruck des Gaza-Krieges solidarisieren sich progressive Studenten, Professoren und Intellektuelle weltweit mit der Hamas. Es scheint, als sei im Westen der Sinn für Freiheit und Unfreiheit abhandengekommen.

Niall Ferguson schreibt: «Vielleicht ist die wirkliche Bedrohung gar nicht der Aufstieg Chinas und des Islam oder der Anstieg der CO2-Emissionen, sondern unser eigener verlorener Glaube an die Zivilisation, die wir von unseren Vorfahren ererbt haben.» Die Ablehnung der Erzählung des Westens, mit allen kritischen Punkten und Ambivalenzen, ist das Ende des Westens. Dem Kampf der Kulturen entkommt man nicht.

Mehr: www.nzz.ch.

Reaktivität

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Digitale Medien und Technologie verändern die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen und aufeinander reagieren. Kritik, Empörung und Kontroversen dominieren den gesellschaftlichen Diskurs, und leider sind auch viele Christen Teil dieses Chaos.

Paul Tripp hat das Buch Reaktivität geschrieben, um uns bei der Entgiftung unserer Kommunikation zu helfen. Auf Seite 139 heißt es:

Deshalb müssen wir in aller Bescheidenheit ehrlich über die Wurzeln der destruktiven Kultur der Reaktivität sprechen, die in unseren Ortsgemeinden, in der weltweiten Kirche und im Internet herrscht. Die Gespräche, die wir über wichtige kulturelle, politische, theologische, biblische und kirchliche Themen führen müssen, werden finster, verletzend und spaltend, wenn wir uns selbst in den Mittelpunkt stellen. Es erfordert Selbstlosigkeit, geduldig zuzuhören und die Perspektive des anderen zu erwägen. Es erfordert Selbstlosigkeit, liebevoll und respektvoll zu reagieren. Es erfordert Selbstlosigkeit, über den Charakter und die Motive anderer nicht zu urteilen. Es erfordert Selbstlosigkeit, sich mehr um die Reputation deines Erlösers zu sorgen als darum, wie man auf dich reagiert. Man muss selbstlos sein, um mehr Freude am Ermutigen als am Verurteilen zu haben. Man muss selbstlos sein, um zu vergeben, wiederherzustellen und zu versöhnen. Es gehört Selbstlosigkeit dazu, so zu diskutieren, dass die Einheit bewahrt bleibt. Es erfordert Selbstlosigkeit, jemanden, mit dem man nicht einer Meinung ist, als Bruder oder Schwester zu behandeln. Es erfordert Selbstlosigkeit, sich mehr um die Mission des Meisters zu kümmern als um die Zahl meiner Klicks oder Follower. Es gehört Selbstlosigkeit dazu, zuzugeben, dass man sich geirrt, eine Person falsch eingeschätzt oder einen Post missverstanden hat.

Und es braucht Gnade, um sich immer selbstlos zu verhalten. Es ist für uns alle an der Zeit, um diese Gnade zu bitten. Und dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Gott versprochen hat, uns zu erhören, wenn wir um Gnade bitten.

Das Buch erscheint Anfang Juli und kann hier vorbestellt werden: verbum-medien.de.

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„Generation Angst“

Ist die Nutzung von Smartphones durch Kinder und Jugendliche ein Menschenexperiment, dessen Folgen wir noch gar nicht absehen können? Das Manifest „Generation Angst“ betrifft uns alle. Denn die Technologie destabilisiert Geist und Leben, sagt der amerikanische Psychologe Jonathan Haidt. Der Professor präsentiert dramatische Ergebnisse: „eine sprunghafte Zunahme von schweren Depressionen und Angststörungen bei jungen Amerikanern um rund 150 Prozent, also um das Zweieinhalbfache, ab dem Jahr 2010, eine Verdreifachung der Rate von Selbstverletzungen bei Mädchen sowie ein Ansteigen der Suizidrate um 188 Prozent.“

DIE WELT schreibt über das Buch Generation Angst [#ad] von Jonathan Haidt: 

„Generation Angst“ ist eine Selbstkorrektur mit atemberaubender Pointe: Nicht Ideologien, so Haidt, seien dafür verantwortlich, dass die junge Generation sich in „Wokeismus“ verliere. Sondern die Verfasstheit der jungen Generation sei ihrerseits Symptom einer kollektiven Psychopathologie, die dadurch verursacht wurde, dass junge Menschen in einer besonders vulnerablen Entwicklungsphase mit Systemen sozialisiert wurden, die von ihrer Funktionsweise her allem widersprechen, was den Menschen als Art in den letzten Hunderttausenden von Jahren ausgemacht hat.

Haidt nennt einige Beispiele: Der Mensch sei von jeher ein Wesen, dessen soziale Interaktionen davon gekennzeichnet sind, dass sie „eins-zu-eins“ oder „eins-zu-mehreren“ funktionieren: Man spricht mit einem oder mehreren Menschen und erhält dabei über das, was Haidt „Synchronizität“, also „Gleichzeitigkeit“ nennt, permanent subtile Hinweise über „das richtige Timing“, über die „Wechselseitigkeit“ der Kommunikation. Social-Media-Plattformen hebeln diese urmenschliche Seinsweise aus: indem sie strukturell eine radikal erhöhte Anzahl von „Eins-zu-mehreren“-Kommunikationen ermöglichen (einer postet, Tausende lesen) und gleichzeitig völlig bereinigt von jedem natürlichen Feedback wie Mimik und Körpersprache sind, wirken sie auf uns destabilisierend.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

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Nancy Pearcey: Love thy Body

Nancy Pearcey hat kürzlich auf der Culture Shift-Konfrenz 2024 in der Schweiz gesprochen. Hier der Mitschnitt eines Vortrags, in dem sie auf klassische, kritische Fragen eingeht:

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Gendern: Das Schweigen der Medien

Auch in Hessen will die Regierung korrektes Deutsch in der Amtssprache wieder zur Pflicht machen. Dabei kämpfen Gender-Gegner gegen hohe politische Hürden und das Schweigen der Medien. Bernd Fischer, Autor ist Initiator eines Volksbegehrens gegen das Gendern in der Amtssprache, erklärt in einem Gastbeitrag für DIE WELT, wie sich der ÖRR und die Universitäten als Opfer im „Kulturkampf“ darstellen und einfach nicht darüber reden, dass eine große Mehrheit das Gendern ablehnt.

Ein Auszug:

Die entscheidende Schlacht muss jedoch mit den Universitäten ausgefochten werden. Von dieser Seite wird ja nun in schöner Regelmäßigkeit die Parole ausgegeben, dass der Koalitionsbeschluss zum Gendern einen „Kulturkampf“ heraufbeschwöre; ein Terminus, der natürlich auch von den Grünen übernommen wird. Hierbei handelt es sich um ein Paradebeispiel für die Projektionsneigung des Wahrheitsregimes (Begriff von Michel Foucault) an unseren Universitäten, sind sie es doch die Identitätspolitiker selbst, die diesen Kulturkampf – wenn man diesen Begriff denn verwenden will – ohne irgendeine demokratische Legitimation eröffnet haben.

Hier geht es allerdings um weit mehr als um die Zumutung einer Orwellschen Kunstsprache, die sich als „gendergerecht“ tarnt und die den Bürgern aufgezwungen werden soll. Hier geht es um die unterschiedlichen Facetten der Identitätspolitik, von denen das Gender-Mainstreaming nur eine darstellt. Einige Bereiche der Universitäten, die sich mit den Critical Social Justice Theories beschäftigen (neben den Gender Studies soll hier noch die sogenannte Postkoloniale Theorie genannt werden) leugnen geradewegs die Prinzipien der Aufklärung und einer universellen Vernunft, da sie diese als Schöpfungen der privilegierten westlichen Gesellschaft ansehen. Sie ersetzen Wissenschaft durch eine Glaubenslehre, die auf der nicht tilgbaren Schuld der westlichen Gesellschaft basiert. Bereits der Zweifel an den absurden Dogmen gilt als verächtlich.

Zahlreiche Autoren wie Pluckrose und Lindsay, Ulrike Schröter und Ulrike Ackermann haben mittlerweile dargelegt, welchen Sprengstoff diese Theorien bergen. Die Theorien sind durch die gemeinsame Hypothese verbunden, dass die als ideal angesehene gesellschaftliche Ordnung durch Sprechakte geschaffen werden kann. Durch die Proklamation solcher Ersatzreligionen sind Universitäten immer weniger Orte, in denen objektive Wissenschaft betrieben werden kann. Insofern muss man sogar dem Vorwurf des Kulturkampfes zustimmen.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

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