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Francis Schaeffer kritisierte christlichen Antisemitismus

Francis Schaeffer hat im Jahre 1943 einen Artikel publiziert, in dem er den christliche Antisemitismus scharf kritisiert. Er schrieb (The Independent Board Bulletin, October 1943, S. 16–19):

Wir leben in einer Zeit, in der der Antisemitismus eine mächtige Kraft ist. In vielen Ländern hat er zum Tod unzähliger Juden geführt. Sogar in unserem eigenen Land zeigt er sich von Zeit zu Zeit in verschiedenen Erscheinungsformen. Selbst unter denen, die sich als fundamentalistische Christen bezeichnen, finden wir gelegentlich eine Person, die einen großen Teil ihrer Zeit damit verbringt, über die Juden herzufallen.

Wenn man den Antisemitismus betrachtet, ist das Erste, was sich in meinem Denken fixiert, die Tatsache, dass Christus ein Jude war. Wenn wir das Neue Testament bei Matthäus 1,1 öffnen, finden wir als allererste Aussage über Christus, dass er von Abraham abstammt und ein Nachkomme Davids war. Die Bibel sagt nicht, dass Jesus zufällig ein Jude war, sondern das Wort unterstreicht immer wieder, dass er ein Jude war.

Mehr: www.pcahistory.org.

Zehn Dinge, die du über Francis Schaeffer wissen solltest

Bei Evangelium21 ist ein Beitrag von William Edgar, Professor für Apologetik am Westminster Theological Seminary in Philadelphia (USA), erschienen. Es heißt dort:

10 things schaeffer teaser

In den frühen 50er Jahren erlebte Francis eine tiefe, aufwühlende geistliche Krise. Während er beständig für die richtige Lehre eingetreten war und sie verteidigt hatte, sah er, wie sein eigenes geistliches Leben mit der Zeit verdorrte. Das brachte ihn dazu, angefangen bei den Grundlagen, alles noch einmal zu durchdenken.

Er ging aus der Krise hervor mit einem neuen Bewusstsein dafür, dass der christliche Glaube wirklich Realität ist. Er fragte seine Frau Edith einmal, ob es in ihrem Leben irgendeinen Unterschied machen würde, wenn alle Stellen in der Bibel über den Heiligen Geist und das Gebet gestrichen würden. Sie kamen zu der Einschätzung, dass es keinen Unterschied machen würde. Deshalb entschlossen sie sich zu einer neuen Abhängigkeit von der Realität des Geistes Gottes und des lebendigen Gebets.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Schaeffer und die Gesellschaftstransformation

Ich mehrmals erlebt, wie über Francis Schaeffers Position zur Gesellschaftstransformation diskutiert wurde. Glaubte er an die Transformation der Kultur durch den christlichen Glauben? War er ein Optimist oder ein Pessimist? Wie stand er zum Verhältnis von Verkündigung und Evangelisation?

Hier nimmt er selbst Stellung, ein Jahr vor seinem Heimgang:

Francis Schaeffer’s Whole-of-Life Theology and the Making of the L’Abri Mind

Andrew Carter hat an der Durham University die Untersuchung „Francis Schaeffer’s Whole-of-Life Theology and the Making of the L’Abri Mind“ veröffentlicht.

Im Abtract heißt es: 

Francis Schaeffer (1912–1984) war ein bedeutender evangelikaler Pastor und Apologet, der in den Vereinigten Staaten und in Westeuropa tätig war. Im Laufe seines Lebens kontextualisierte er das Evangelium für eine neue Generation, verfasste über 22 Bücher, hielt unzählige Vorträge zu zahlreichen Themen, drehte zwei Dokumentarfilmreihen und beeinflusste persönlich Tausende von Menschen. 1955 gründete er zusammen mit seiner Frau Edith die L’Abri Fellowship, eine christliche Gemeinschaft, die die Realität Gottes durch das normale Leben demonstrieren soll. Heute gibt es weltweit zehn Zweigstellen von L’Abri, die Gäste einladen, um gemeinsam die tiefsten Fragen des Lebens zu erforschen.

Teil 1 dieser Studie stellt Schaeffer vor und untersucht, warum er so wichtig ist. Teil 2 enthält vier Kapitel, die den integrierenden Faktor in Schaeffers Theologie untersuchen: die Herrschaft Christi über das gesamte Leben und seine Ablehnung einer Spiritualität, die das Leben in verschiedene Bereiche aufteilt. Die Schlussfolgerung dieser Kapitel lautet, dass Schaeffers Herangehensweise an den christlichen Glauben so einzigartig ist, dass man sie als „Schaeffer-Denken” bezeichnen kann. Teil 3 untersucht, wie der Schaeffer-Gedanke von einer neuen Generation von L’Abri-Führern und -Denkern aufgegriffen, modifiziert und weiterentwickelt wurde.

Zu diesem Zweck betrachten wir drei Themen, die zwar bei Schaeffer vorhanden sind, aber von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft weiterentwickelt wurden: Erstens die These von Jerram Barrs und Ranald Macaulay, dass Erlösung die Wiederherstellung der wahren Menschlichkeit darstellt, zweitens Dick Keyes’ kulturelle Apologetik und drittens Wade Bradshaws Auseinandersetzung mit einer rivalisierenden Geschichte. Abschließend betrachten wir Nancy Pearcey, die zwar nicht streng genommen zu L’Abri gehört, aber dennoch in dieser Tradition schreibt, Schaeffers Lehre auf den neuesten Stand bringt und sie auf neue Bereiche anwendet.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Schaeffers Denken zu etwas entwickelt hat, das in der breiteren evangelikalen Welt seinesgleichen sucht. Ich nenne dies die L’Abri-Denkweise. Die Studie schließt mit dem Versuch, ihre wichtigsten Bestandteile zusammenzufassen und zu erläutern, warum sie von Bedeutung ist.

Die Untersuchung kann hier heruntergeladen werden: Final_PhD_Document_July_2024_.pdf.

Francis Schaeffer: Kunst als schöpferisches Werk

Francis Schaeffer schreibt über den Wert von Kunst (Kunst und die Bibel, 1981, S. 31–32):

Als Christen wissen wir, warum ein Kunstwerk Wert besitzt. Warum? Erstens, weil es ein Produkt schöpferischer Tätigkeit ist, und das ist wertvoll, weil Gott der Schöpfer ist. Der erste Satz in der Bibel erklärt, daß der Schöpfer schuf: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Gleichermaßen lauten die ersten Worte des Prologs zum Johannesevangelium: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort … Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und oh ne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist“ (Joh. 1,1.3). Der erste Grund, warum schöpferische Tätigkeit wertvoll ist, besteht also darin, daß Gott der Schöpfer ist.

Zweitens ist ein Kunstwerk als ein Schöpferwerk des halb wertvoll, weil der Mensch nach dem Bilde Gottes gemacht ist, und darum kann der Mensch nicht nur lieben, denken und Emotionen empfinden, sondern er hat eben falls die Fähigkeit, schöpferisch tätig zu werden. Weil wir nach dem Bilde Gottes geschaffen worden sind, sind wir dazu berufen, schöpferisch zu sein und zu wirken. Ein Tier wird niemals ein Kunstwerk anfertigen. Nirgendwo jedoch werden wir Menschen oder eine Kultur finden können, die keine Kunst hervorbringen. Kreativität ist eines der Unterscheidungsmerkmale zwischen Mensch und Nicht-Mensch. Alle Menschen sind in gewissem Maße schöpferisch. Kreativität ist ein Grundbestandteil unseres Menschseins.

Aber diese Aussage läßt sich nicht einfach umkehren. Nicht jede Schöpfung ist große Kunst. Auch ist nicht alles, was der Mensch macht, gut, sei es vom moralischen oder intellektuellen Standpunkt her betrachtet. Wenn Kreativität an sich selbst etwas Gutes ist, bedeutet das nicht, daß jedes Produkt der menschlichen Kreativität unbedingt gut ist. Denn obwohl der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen wurde, befindet er sich jetzt in einem gefallenen Zustand. – Abgesehen davon haben verschiedene Menschen unterschiedliche Gaben und Talente, und deshalb kann auch nicht jeder alles gleich gut schaffen. Wir wollen jedoch festhalten, daß Kreativität an sich etwas Gutes ist.

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Francis Schaeffer: Sichtbare Liebe zwischen Christen

Francis Schaeffer schreibt über die Liebe zwischen wahren Christen (Die Kirche Jesu Christi, 1981, S. 65):

Ich bitte euch deshalb inständig, daß, wenn der Augenblick für euch kommen sollte, ihr es möglich macht, sichtbare Liebe zwischen wahren Christen in eurer Nähe vor den Augen der Welt auszuüben. Teilt euch nicht in häßliche Parteien auf. Dann nämlich sieht die Welt etwas Häßliches, was sie abstößt. Eure Kinder werden die Häßlichkeit sehen, und ihr werdet einige von euren Söhnen und Töchtern verlieren. Sie werden solche harten Dinge von euren Lippen gegen die Menschen hören, die sie als eure Freunde kannten, daß sie sich von euch abwenden werden. Werft eure Kinder nicht so einfach weg, werft andere Menschen nicht so einfach weg, indem ihr vergeßt, mit Gottes Hilfe zwei Prinzipien gleichzeitig in die Praxis umzusetzen: Liebe zu erweisen und die Reinheit der christlichen Kirche zu erhalten.

Schließlich dürfen wir auch nicht vergessen, daß die Welt in Flammen steht. Wir verlieren nicht nur unsere Kirche, sondern auch unsere gesamte Kultur. Wir leben in einer nachchristlichen Welt, die unter Gottes Gericht steht. Ich glaube, daß wir heute wie der Prophet Jeremia sprechen müssen. Manche Leute scheinen zu denken, daß – bloß weil Amerika Amerika ist oder Großbritannien Großbritannien ist – dieses Land nicht unter das Gericht Gottes fallen kann. Das ist ein Irrtum! In Nordeuropa haben wir seit der Reformation einen Einblick in die Wahrheit Gottes besessen, wie es wenige andere Völker je gehabt haben. In unserer Kultur haben wir das mit Füßen getreten. Unsere Kinos, unsere Romane, unsere Kunst schreien zum Himmel, weil sie das mit Füßen treten – und am schlimmsten von allem ist die Tatsache, daß die moderne Theologie die Wahrheit mit Füßen getreten hat. Glaubt ihr, daß Gott unsere Länder deshalb verschonen wird, weil es unsere Länder sind? Glaubt ihr, daß der heilige Gott nicht richten wird?

Das Francis Schaeffer Institut veranstaltet Wochenendseminar über die Emerging Church-Bewegung

Covenant

Das Francis Schaeffer Institut am Covenant Seminary (St. Louis, Missouri) veranstaltet zweimal im Jahr Seminare und Vorlesungen zu Themen, die innerhalb von Kirche und Gesellschaft kontrovers diskutiert werden. In der Zeit vom 19. bis zum 20. Oktober 2007 hält Darrin Patrick (2. Vorsitzender des Acts 29 Netzwerkes) Vorlesungen über die Emerging Church-Bewegung. Weiter Informationen und eine Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

Francis Schaeffer: Wenn der Heilige Geist den Finger auf mein Leben legt

Francis Schaeffer sagt über die progressive Heiligung (Geistliches Leben – was ist das?, 1972, S. 99):

Je mehr der Heilige Geist den Finger auf mein Leben legt, je tiefer er in mein Leben eindringt, desto mehr begreife ich, daß es in meinem Wesen tiefe Abgründe gibt. Die moderne Psychologie befaßt sich in der Begrifflichkeit von Unter- und Unbewußtem damit. Wenn auch die philosophischen Voraussetzungen der modernen Psychologie oft grundfalsch sind, hat sie doch sicher recht, wenn sie darauf hinweist, daß wir mehr sind als wir oberflächlich zu sein scheinen. Wir sind wie ein Eisberg: ein Zehntel ist sichtbar an der Oberfläche, und neun Zehntel sind uns selbst und anderen verborgen. Deshalb geschieht es so leicht, daß wir uns über uns selbst täuschen, und darum müssen wir dieses Wort „wissentlich“ in Frage stellen. Wenn ich behaupte, daß ich von aller „wissentlichen“ Sünde frei sein kann, muß ich mich der berechtigten Frage stellen: Was weiß ich denn überhaupt? Bevor ich diese Frage nicht beantworten kann, ist es doch sinnlos, weiterzufragen, ob ich von „wissentlicher“ Sünde frei sein kann. Je mehr der Heilige Geist im Laufe der Jahre an mir gearbeitet hat, desto mehr bin ich mir der Abgründe meines eigenen Wesens bewußt geworden. Ich bin mir als Mensch selbst entfremdet.

Das Buch gibt es als Logos-Version unter: www.logos.com.

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Francis Schaeffer: Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz sind?

Francis Schaeffer (Jeder ist von Bedeutung, 1982, S. 73):

Nach seiner Bekehrung muß der Christ immer wieder moralischeEntscheidungen treffen, in jedem neuen Augenblick erwarten ihn andere Entscheidungen. Dabei muß er sich ständig zur praktischen Hingabe an Gott entschließen:

„So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, Gehorsam zu leisten seinen Gelüsten. Auch ergebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern ergebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, die ihr ja nicht unter dem Gesetze seid, sondern unter der Gnade. Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisst ihr nicht: welchem ihr euch als Knechte ergebet zum Gehorsam, dessen Knechte seid ihr und müsset ihm gehorsam sein, sei es der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? (Röm 6, 12-16).“

Den Christen, die vom Geist dieser Welt umgeben sind, gibt das Wort Gottes praktische moralische Anweisungen, die auf absoluten Maßstäben basieren, Wir dürfen diese absoluten Maßstäbe jedoch nicht nur als theoretische Konzepte gebrauchen, wenn wir

Beispiel mit einem Menschen diskutieren, der einen moralischen Relativismus vertritt, sondern wir müssen die biblische Moral mit Hilfe der Gnade Gottes auch in unserem eigenen Leben in die Tat umsetzen. Wir sollen unser Leben auf der Grundlage dessen leben, was uns Gott als Ausdruck seines Wesens offenbart hat. Es hat keinen Sinn, wenn wir unser biblisches Wissen lediglich als Argumentationshilfe gebrauchen, ohne daß es in unserem eigenen Leben Wirklichkeit geworden ist.

Francis Schaeffer: „Sogar die ‚sicheren‘ Richtlinien unseres ethischen Systems vergehen“

Francis Schaeffer schreibt über den ethischen Relativismus (Bitte, laß mich leben!, 1981, S. 155–156):

Mit der Zeit werden sogar die »sicheren« Richtlinien unseres ethischen Systems vergehen – die Rechte in unseren Staatsgrundgesetzen, die Freiheiten in unseren Verfassungsurkunden, die Prinzipien unserer Rechtssprechung, alles. Alexander Solschenizyn versteht dies nicht nur als theoretisches Problem in der humanistischen Philosophie. Er hat die konkreten Auswirkungen am eigenen Leib verspürt. Er schreibt:

Der Kommunismus hat niemals die Tatsache verschleiert, daß er jeden absoluten Moralbegriff verneint. Er lacht über »gut« und »böse« als unbestreitbare moralische Begriffe. Für den Kommunismus ist Moralität relativ. Je nach den Umständen kann jede Handlung, auch die Ermordung von Tausenden, gut oder schlecht sein. Es hängt alles von der Klassenideologie ab, wie sie eine Handvoll Menschen definiert – Worte wie gut und böse ernsthaft in den Mund zu nehmen, wird als peinlich empfunden. Wenn wir uns aber dieser Begriff e berauben lassen, was bleibt uns dann ? – Dann werden wir zu Tieren.

Wir im Westen müssen verstehen, daß es nicht nur die Länder hinter dem Eisernen Vorhang sind, die mit Hilfe dieser relativen Moral operieren. Auch der Westen geht jetzt diesen Weg. Die materialistische Weltanschauung hat diesen Teil der Erde genauso beeinflußt. Deshalb können wir auch bei uns dieselben Unmenschlichkeiten erwarten, vor denen Solschenizyn warnt. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und denken: »Hier kann so etwas nie geschehen.« Vor allem dürfen wir nicht der irrigen Meinung verfallen, daß dies doch zum Großteil oder überhaupt nur eine Frage der militärischen und wirtschaftlichen Macht sei. Das Problem ist viel subtiler, viel akuter, ja schon ein krebsartiges Geschwür in unserer Mitte: es ist die materialistische Philosophie, die der westlichen humanistischen Weltanschauung zugrunde liegt. Marx hat wohl ein Wirtschaftssystem vorgeschlagen, das sich von dem unseren unterscheidet, aber wir teilen seine grundsätzliche Weltanschauung.

Francis Schaeffer: Moment für Moment auf Gottes Verheißungen vertrauen

Bruce A. Little beschreibt in dem Buch Why Truth Matters (DeWard Publishing, 2026, #ad), dass Francis Schaeffer am Ende seines Lebens sehr darüber besorgt war, dass Christen geistliches Leben mechanistisch verstanden.

Bruce A. Little schreibt (S. 70–71): 

Als Schaeffer den Anhang A für die fünfbändige Ausgabe seiner Werke von 1982 verfasste, äußerte er eine Sorge, die er in den 1980er Jahren hatte – nämlich dass Christen versuchen würden, wahre Geistlichkeit als mechanische Formel zu leben. Schaeffer betonte jedoch wiederholt, dass wahre Spiritualität in der vollen Realität des Todes und der Auferstehung Christi gelebt wird. Es ist Leben, keine Formel. Dies, so Schaeffer, sei das Herzstück von L’Abri. Wahre Geistlichkeit bedeutet, die Realität des Todes und der Auferstehung Christi zu leben, damit der Christ in der Neuheit des Lebens wandeln kann. Es ist keine einmalige Verpflichtung. Diese Art zu leben bedeutet, von Moment zu Moment auf Gottes Verheißung zu vertrauen, dass wir mit Christus gekreuzigt worden sind und das Leben der Auferstehung erhalten haben, um in der Gegenwart zu leben.

Schaeffer verwies auf Texte wie Römer 6,1–12, um zu erklären, dass wahre Geistlichkeit keine ferne Realität in „dem zukünftigen Millennium oder der Ewigkeit“ ist; das ist etwas anderes. Jetzt können wir „in der Neuheit des Lebens wandeln“. Durch das Bekenntnis zu Christus wird der Geist des Menschen lebendig gemacht und das wiederhergestellt, was durch den Sündenfall verloren gegangen war. Wie sieht das in der täglichen Praxis aus? Schaeffer antwortete entschieden: „Zunächst einmal bedeutet es ganz sicher Folgendes: In unseren Gedanken und in unserem Leben sollen wir jetzt so leben, als wären wir bereits gestorben, im Himmel gewesen und als Auferstandene zurückgekehrt.” Er spricht hier nicht von einer physischen Erfahrung, sondern von einer geistlichen Realität, etwas, das im Bereich des Geistes geschieht, zu dem Christen gehören, ob sie es nun erkennen oder nicht.

Das Wort „geistlich“ bedeutet nicht, dass es nicht real ist, denn in gewisser Weise ist es realer als der Stuhl, auf dem ich gerade sitze. Schaeffer erklärte: „Wir, die wir jetzt die ‚Bürgschaft‘ des Heiligen Geistes haben und somit aufgrund der Realität des vollbrachten Werkes Christi Zugang haben – nicht in der Theorie, sondern in der Realität – zur Kraft des gekreuzigten, auferstandenen, verherrlichten Christus durch die Vermittlung des Heiligen Geistes.“ So wie man durch den Glauben errettet wird, so kommt auch wahre Geistlichkeit durch den Glauben; es ist ein momentanes Vertrauen in das Kreuz und die Auferstehung Christi, das nun für den Christen gilt. Es geschieht durch den Glauben und unabhängig von Werken, wie Schaeffer klarstellte: „Wahre Geistlichkeit wird nicht durch unsere eigene Kraft erreicht. Das „Wie“ der Art von Leben, von der wir gesprochen haben, das wahre christliche Leben, die wahre Spiritualität, steht in Römer 6,11: „So achtet auch ihr euch selbst (da ist der Glaube, dann der negative Aspekt) als tot für die Sünde (aber dann der positive Aspekt), aber lebendig für Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“ Das ist das „Wie“, und es gibt kein anderes.“

Gespräch mit Ranald Macaulay

Frederik Mulder hat sich mit Ranald Macaulay über Francis Schaeffer (Ranald ist mit Susan, einer Tochter von Francis und Edith Schaeffer, verheiratet) und den Einfluss der Christen auf das gesellschaftliche Leben unterhalten. Vielen Dank!

Hier der Teil 1:

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Eine Untersuchung des „Neuen Modernismus“

Zum 100. Geburtstag von Francis Schaeffer hat das Baptist Bulletin einen Vortrag wiederveröffentlicht (Erstveröffentlichung im Februar 1951), den Schaeffer im August 1950 in Genf zum „Neuen Modernismus“ gehalten hat (Second Plenary Congress of the International Council of Christian Churches).

Hintergrund für die Ausführungen bildet Schaeffers Kritik der dialektischen Theologie und sein Gespräch mit Karl Barth. Auszüge des Briefes, den Karl Barth dann am 3. September 1950 enttäuscht an Schaeffer sandte, sind im TheoBlog bereits unter den Kommentaren veröffentlich worden.

Hier der Vortrag in Englisch: An-Examination-of-the-New-Modernism.pdf.

Interview mit Ranald Macaulay

Bruce Little interviewt Ranald Macaulay über Leben und Werk von Francis Schaeffer. Ranald ist mit Susan, einer Tochter von Francis und Edith Schaeffer verheiratet. Er hat viele Jahre bei L’Abri mitgearbeitet. Heute ist der Direktor des Christian Heritage in Cambridge (England).

Das Gespräch, das viele Einblicke in das Studienzentrum von L’Abri eröffnet, geht ungefähr eine Stunde. Das Thema Grazy for God wird ab Minute 42 angerissen.


Die moralische Krise des Westens

mbstexte117.jpgMein Kollege Tom Johnson hat sich Ende der 80er Jahre intensiv mit Helmut Thielicke und Francis Schaeffer beschäftigt. In dieser Zeit entstand eine kleine Studie über die moralische Krise des Westens, die nun als MBS Text 117 veröffentlicht wurde.

Johnson kommt zu dem Ergebnis:

If the analyses of Schaeffer and Thielicke are, in the main, correct, it follows that our culture-wide moral crisis cannot be solved by direct political action alone. Thielicke´s framework would emphasize evangelism and public preaching, for it is through conversion that one is enabled to see Christ in the other. And the preached Word tends to relativize idolatrous worldviews and their effects. Schaeffer´s emphasis on the effects of ideas would emphasize training Christians in a comprehensive biblical worldview and in practicing the truth more consistently. At the same time, it would encourage Christians to challenge secularist worldviews by unveiling their presuppositions, their irrationality, and their incompatibility with normal experience.

Die Arbeit kann hier herunter geladen werden: mbstexte117.pdf.

40 Jahre „Wie sollen wir denn leben“

Illustration von Richard Sullivan (richardsullivanillustration.com).

Al Mohler, einer der Hauptreferenten auf der Evangelium21-Konferenz 2017, spricht über den Einfluss, den Francis Schaeffer auf sein Leben hatte:

The main title of the book struck me as odd. It still does. It is correct, in terms of English usage, but I found it an odd way to ask the question. Then again, Schaeffer was odd. He famously dressed as if he had come down from the Swiss mountains in a previous century. In one sense he had. Francis Schaeffer and his wife, Edith, had founded and then directed L’Abri Fellowship, a ministry in the Swiss mountains, drawing disaffected and confused young people from around the world, mostly the United States, and presenting them with the gospel of Christ and, strangely and wonderfully enough, answering their questions with a rational and demonstrative apologetic for biblical Christianity. While other leaders were building the evangelical empire, the Schaeffers took in scores of long-haired and intellectually agitated young people, engaging their minds and interpreting the culture.

Hier er Artikel „Francis Schaeffer’s ‚How Should We Then Live‘ after 40 years“: www.sbts.edu.

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James W. Sire (1933 – 2018)

SireJames W. Sire, ein Mitstreiter von Francis Schaeffer und Os Guinness, ist am 6. Februar 2018 heimgegangen. Er hat viele hilfreiche Bücher verfasst. Ein Buch, nämlich Die Welt – aus der Sicht der anderen, ist sogar in Deutschland erschienen und kann noch hier und da antiquarisch erworben werden.

Das Magazin CT schreibt:

As chief editor for IVP, Sire advanced the Christian worldview movement through the books he edited and wrote, most famously his 1976 title The Universe Next Door, which was named one of CT’s books of the year more than 30 years later.

“Sire was a keystone in the intellectual renewal of evangelicalism in the 1960s and 70s,” wrote Andy Le Peau, a longtime editor at IVP, noting that “Sire was first to publish a number of influential figures.”

CT once called Sire a “midwife” of Schaeffer, the theologian known for founding the L’Abri community. The two met back in 1968 and went on to work together on books including Schaeffer’s How Should We Then Live? and Whatever Happened to the Human Race?, as well as transcripts of his talks.

“It was a very troubled time intellectually—evangelicals were just out of the intellectual forest and ready to battle the world. [Schaeffer] set a lot of people thinking,” Sire said, likening his philosophical approach to the prophet Jeremiah.

Mehr:  www.christianitytoday.com.

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Werkausgabe von Hans Rookmaaker

Angestoßen durch den Austausch mit Lukas über die Gestaltung der Werkausgabe von Francis Schaeffer habe ich entdeckt, dass die Werkausgabe von Hans Rookmaaker derzeit für 5 britische Pfund zu haben ist. Der Inhalt:

  1. Art, Artists and Gauguin
  2. New Orleans Jazz, Mahalia Jackson and the Philosophy of Art
  3. The Creative Gift, Dürer, Dada and Desolation Row
  4. Western Art and the Meanderings of a Culture
  5. Modern Art and the Death of a Culture
  6. Our Calling and God’s Hand in History

Der internationale Versand kostet noch einmal 4,95 Pfund. Für Kunstliebhaber bestimmt eine lohnenswerte Investition!

Mehr: piquanteditions.com.

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