2010

ADHS: Versteckte Depression

Der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann schreibt in der FR:

Eigentlich hätte es ein Erschrecken geben müssen, quer durch die Kinderpsychiatrie, die Therapieforen und die Schulen: Nach einer gründlichen Studie der Michigan State University stellt sich heraus, dass etwa die Hälfte aller ADHS-Diagnosen (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) unzureichend bis unzutreffend sind. Eine der Ursachen für eine voreilige Diagnose beruhte schlicht darauf, dass diese Kinder zu früh eingeschult worden waren. Sie waren unruhig, konnten sich nicht konzentrieren – und entsprechend der oberflächlichen Symptom-Diagnostik klebte ihnen das Etikett ADHS auf der Stirn.

Und:

Die amerikanischen Studien sollten zu einem konsequenten Umdenken ermutigen. Konsequent heißt zuerst, die Ergebnisse verschiedener Denkschulen nicht nur nebeneinander zu dulden, sondern zu einer differenzierenden Gesamtschau zu erweitern. Wir müssen die Medizingläubigkeit und besonders den sorglosen Umgang damit zurückstellen.

ADHS – das ist eine reine Symptombeschreibung, die den Mädchen und Jungen lediglich ein Abweichen vom statistischen Durchschnittsverhalten testiert. Wir erleben hilflose und oft unerbittliche Reaktion von Schulen und Psychiatrien auf diese von der »Norm« abweichenden Kinder – zumeist Jungen. Die Diagnose ADHS entlastet vielleicht, hilft aber nicht, die Betroffenen zu verstehen.

Spannend! Hier geht es weiter: www.fr-online.de.

VD: EP

Al Mohler spricht über Bücher

In diesem kurzen Video, das sehr lustig beginnt, erklärt Al Mohler, wie sehr ihm in einer Zeit der intellektuellen Krise Francis Schaeffer und J.I. Packer geholfen haben, den christlichen Glauben zu durchdenken. Das Lesen von Büchern gehört für Mohler zum geistlichen Leben:

Wörter, wenn nötig

Der presbyterianische Pastor J. Ligon Duncan twitterte aus Cape Down:

Wer sagt: »Predigt das Evangelium täglich, wenn nötig, verwendet Wörter«, ist wie jemand, der sagt: »Nahrung für Hungrige, und wenn nötig, gebt ihnen etwas zu essen«.

China: Pastoren Teilnahme am Lausanner Kongress verweigert

Der DLF berichtet über die Ausreiseverweigerung für chinesische Christen, die als Delegierte vom Lausanner Kongress in Kapstadt eingeladen wurden. Die Behörden haben ca. 200 Christen unabhängiger Gemeinden die Reise verweigert und bei Missachtung der Anweisung harte Strafen angekündigt.

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/10/20/dlf_20101020_0936_1ac4d44c.mp3[/podcast]

IAA & Google wollen Qumranschriften digitalisieren

Vor über einem halben Jahrhundert wurden beim Toten Meer Schriftrollen entdeckt, die wichtige Texte über das frühe Judentum und aus der Zeit der Entstehung des Christentums enthalten. Die israelische Altertümer-Behörde (IAA) will nun zusammen mit Google die antiken Manuskripte von Qumran zu digitalisieren. Aus den mehr als 900 Manuskripten werden Bilddateien erstellt und auf diese Weise die archäologische Schätze für die Nachwelt erhalten, berichtete US-Fernsehsender CNN auf seiner Internetseite.

Hier: religion.blogs.cnn.com.

Nachtrag vom 21.10.2010: A. Schick mit weiteren Informationen: www.idea.de.

Ende der christlichen Wertekultur

Der katholische Bischof Franz-Peter von Tebartz-van Elst hat im Focus eine Antwort auf den Bundespräsidenten veröffentlicht, in der er ihn an die christliche Verankerung der deutschen Kultur erinnert. Die FAZ meint nun, dass er die zivilreligiöse Dynamik des Menschenrechtsuniversalismus unterschätze und die christlichen Einflüsse durch die Europäische Union früher oder später verdrängt würden.

Am Jahresende scheidet Renate Jaeger aus ihrem Amt als deutsche Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. In der »Süddeutschen Zeitung« hat sie jetzt eine Bilanz ihrer Straßburger Erfahrungen gezogen. Sie erklärt soziologisch, dass die Urteile des Menschenrechtsgerichtshofs, der demnächst über das Kruzifix in italienischen Klassenzimmern entscheiden wird, regelmäßig religionsferner ausfallen als die des Bundesverfassungsgerichts: Nach Karlsruhe wurden traditionell kirchennahe Persönlichkeiten geschickt, die Straßburger Richter gehören dagegen »ganz unterschiedlichen Religionen« an und empfinden »Menschenrechte als etwas von der Religion Getrenntes«. Frau Jaeger berichtet, das deutsche Modell »wohlwollender Neutralität« mit Privilegien für bestimmte Religionen könne sie vielen Kollegen schon heute nicht mehr verständlich machen, denen nicht einleuchte, »dass das keinen, auch keinen mittelbar diskriminierenden Effekt hat«.

Wenn der Bischof von Limburg glaubt, der Rechtsstaat werde katholische Ausnahmen von der Gleichbehandlung von Mann und Frau nur wegen vergangener kultureller Verdienste der Kirche ewig dulden, unterschätzt er die Dynamik der Zivilreligion des Menschenrechtsuniversalismus.

Hier der Beitrag, der uns auf eine post-christliche Gesellschaft einstimmt: www.faz.net.

Zuverlässigkeit der neutestamentlichen Schriften

Das erste Buch des Gelehrten Frederick Fyvie Bruce (siehe auch hier) befasst sich mit der Zuverlässigkeit neutestamentlicher Dokumente. Das kleine aber hoch interessante Werk:

kann hier gratis als PDF-Datei heruntergeladen werden: NTDocuments-Reliable-Bruce.pdf.

Das empfehlenswerte Buch wurde in die deutsche Sprache übersetzt und kann antiquarisch preiswert erworben werden: www.amazon.de.

Befürwortung des Holocaust in den arabischen Medien

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) erforscht den Nahen Osten anhand von allerlei Medien, Webseiten, religiösen Predigten und Schulbüchern aus der Region. Auf diese Weise ermöglicht MEMRI Leuten, die kein Arabisch sprechen (und nicht ständig vor dem Fernsehen sitzen können oder wollen), einen Zugang zu den nahöstlichen Berichterstattungen. Wer sich ab und an die Mühe macht, MEMRI-Beiträge zu lesen oder anzuschauen, kann die Existenzängste von Israel besser nachvollziehen.

Der MEMRI-Präsident Yigal Carmon hat am 28. September vor den Vereinten Nationen über neue Trends im arabischen Antisemitismus gesprochen (hier eine Mitschrift seiner Ansprache). Für mich besonders bedrückend ist die Tatsache, dass nach Beobachtungen von MEMRI in vielen arabischen Medien der Völkermord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten (Schoah) inzwischen nicht mehr geleugnet, sondern vielmehr begrüßt wird. Unverhohlen und hasserfüllt wird sogar davon gesprochen, dass ein neuer Holocaust ansteht und diesmal hoffentlich von den Muslimen am Volk Israel vollzogen werden wird.

Eine englischsprachige Videoaufzeichnung der Rede von Yigal Carmon gibt es hier. Ein stark bearbeiteter und in die deutsche Sprache übersetzter Auszug des MEMRI-Beitrages ist unten zu finden. Diese offensichtlich authentische Sehnsucht, Menschen zu erniedrigen und zu demütigen, finde ich einfach nur widerlich.

(Beide Videos sind wegen der gezeigten Gewalt nicht jugendfrei. Der deutsche Soldat, von dem die Rede ist, ist tatsächlich ein britischer Soldat (also ein Befreier), wie an der Mütze unschwer zu erkennen.)

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner