2012

Israel: Angriffe auf christliche Kirchen mehren sich

Der DLF berichtet über zunehmende Pöbelei gegenüber in Israel lebenden Christen. Kirchen werden mit Sprüchen wie: „Jesus ist tot“, „Tod dem Christentum“ oder „Wir werden euch kreuzigen“ beschmiert.

Hier der kurze Bericht:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2012/02/28/dlf_20120228_0936_56e5af21.mp3[/podcast]

Das entehrte Geschlecht

A. Hoffmann hat Rolf Bönts Buch Das entehrte Geschlecht rezensiert:

boent.jpegWie der Titel des Buches verrät, ist darin die Abwertung des Mannes das vorrangig behandelte Problem. „Die Rolle des Mindermenschen wird ihm zugewiesen“, urteilt Bönt, er gelte als „Wegwerfwesen“, das beispielsweise in Beruf und Krieg leichtfertig geopfert wird, um eine für beide Geschlechter lebenswertere Welt herbeizuführen. Dabei hat sich, wie Bont ausführt, die Verachtung gegenüber Männern bis zur Gegenwart nur noch verstärkt. Ihre Sexualität beispielsweise gelte „in Nachrichten und Unterhaltung entweder als das Lächerliche oder als das Böse schlechthin“. Es entsteht eine Kultur des Dauerverdachts: Väter, die auf Spielplätzen anwesend sind, schildert Bönt am Beispiel eines konkreten Falles, werden als Triebtäter verdächtigt und müssen sich von Polizisten befragen lassen, die von besorgten Frauen alarmiert wurden. Amerikanische Firmen gehen inzwischen so weit, jeden Angestellten schriftlich darauf hinzuweisen, den Fahrstuhl zu verlassen und die Treppe zu nehmen oder auf den nächsten zu warten, wenn er sonst allein mit einer Frau in der Kabine führe.

In Deutschland hingegen glänzt die SPD mit traurigen Slogans wie „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“. Benachteiligungen von Männern werden kaum gesehen, nicht einmal, dass sie als Folge der „strukturellen, systematischen Gewalt“, die gegen sie verübt wird, um Jahre früher zu Tode kommen. „Kann man benachteiligter sein als in der Lebenserwartung?“ fragt Bönt rhetorisch. Männer bringen sich dreimal so oft um wie Frauen, in der Pubertät acht- bis zehnmal so oft. Krankenkassen finanzieren bei der Krebsvorsorge Frauen ungleich besser als Männer. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei für einen Mann nicht nur schwierig wie für die Frau, sondern in der Regel unmöglich. Man könnte zahlreiche weitere Benachteiligungen aufzählen. Eng verbunden mit all diesen Diskriminierungen, darin ist Bönt zuzustimmen, ist die merkwürdige Verachtung von Männern und ihren Leistungen in unserer Gesellschaft. Bönt erinnert daran, dass Männer in der Menscheheitsgeschichte immer wieder die gewagtesten Dinge taten, um die Zivilisation voranzutreiben, sich als Wissenschaftler beispielsweise todesmutig mit Kuhpocken infizierten, um zu beweisen, dass dies gegen die fast immer tödlichen Pocken immunisierte. Inzwischen steigt als Folge solcher Courage die menschliche Lebenserwartung um drei Monate pro Jahr. Gedankt wird es Männern nicht, wie Bönt anhand eines Gesprächs mit einem Handwerker aufzeigt, der nach entsprechender Dauerberieselung durch die Medien feministische Sprüche brav nachplappert: „Jetzt sollen mal die Frauen oder die Kinder ein paar Jahre die Welt regieren. Wir Männer hatten unsere Chance und hatten sie nicht genutzt.“

Hier geht’s zum der Freitag: www.freitag.de.


„Wir können Gott nicht einfach abschreiben“

Martin Walser hat Alexander Görlach ein Interview gegeben und geht mit dem Atheismus hart ins Gericht. Gleichzeitig wendet er sich gegen die beruhigende Religion der Kirche und benennt Nietzsche, Kafka und Barth als seine Kronzeugen. Walser spricht nicht als Glaubender, sondern als Zweifler, der Gott nicht einfach abschreiben kann.

Wenn man Karl Barth liest, dann fällt sicherlich nicht nur mir auf, dass wir eingeschlafen sind und die Rechtfertigung aus allen möglichen Ersatzbefriedigungen produziert haben. Natürlich kann einem die Barth-Lektüre den Anstoß dazu geben, dass man sich verbietet, einzuschlafen und sich mit Pseudo-Rechtfertigungen durch soziale, politische und sonstige biografische Erfolge zufriedengibt. Aber das allein reicht noch nicht. Deswegen ist für mich „Der Prozess“ von Kafka so wichtig. Josef K. soll an seinem dreißigsten Geburtstag im Gericht schriftlich über sein Leben Rechenschaft ablegen. Als er merkt, dass er sein Dasein mit dem, was er vorzubringen hat, nicht rechtfertigen kann, beginnen seine vergeblichen Bemühungen. Er geht zu Anwälten, zu Künstlern und schließlich in die Kirche zum Priester. Je mehr er sich um die eigene Rechtfertigung bemüht, desto klarer wird ihm, dass er nicht gerechtfertigt ist. Ihm fehlt da etwas. Wer diesen Roman von Kafka liest und sich nicht mit diesem Thema auseinandersetzt, kann ihn eigentlich überhaupt nicht fertig lesen. Es ist ein so radikales Buch. Der Schluss ist ein inszenierter Selbstmord von diesem K. Man kann das nicht bloß als Belletristik lesen.

Mehr: theeuropean.de.

VD: TB

Eckhard Schnabel geht zum Gordon-Conwell Seminar

Eckhard J. Schnabel, vielen noch bekannt als FTA-Dozent, ist zum Professor für Neues Testament an das Gordon-Conwell Theological Seminary berufen worden. Professor Schnabel wird im Herbst mit seiner Vorlesungstätigkeit beginnen.

“Dr. Schnabel is a scholar of remarkable diversity,” remarks Provost, Dr. Frank James. “He is not only a noted New Testament scholar who has written the definitive work on Christian Mission in the New Testament, but he also brings a global perspective having served on academic faculties in his native Germany, the Philippines, Latin American, Hong Kong, as well as the U.S. Dr. Schnabel’s international experience no doubt will serve our students well in our globalized world.”

Since 1998, Dr. Schabel has served on the faculty of Trinity Evangelical Divinity School, Deerfield, IL, currently as Professor of New Testament. He has also served as chair of the New Testament department at Freie Theologische Akademie, Giessen, Germany; as Program Director, Th.M. in Biblical Studies, at Asia Graduate School of Theology, Manila, Philippines; and as a professor at Wiedenest Bible College, Bergneustadt, Germany, and Asian Theological Seminary, Manila. He has also been a Visiting Lecturer or Visiting Professor at theological schools in Poland, Belgium, Philippines, Germany, Canada, Sri Lanka and Hong Kong, China.

Hier: www.gordonconwell.edu.

Die Freude des Calvinismus

201202261237.jpgGregory Forster, eine Experte für Politische Philosophie und John Locke, hat ein kleines Buch über den Calvinismus geschrieben. Schwerpunkt ist nicht der konfessionelle Calvinismus, sondern der reformierte Glaube. Forster spricht viele soteriologische Fragen an und räumt mit etlichen Missverständnissen im Blick auf TULIP auf. Er schreibt aus der Perspektive eines neugierigen Christen, nicht als Theologe. Das tut dem Buch gut.

Carl R. Trueman schreibt über The Joy of Calvinism:

Concerned that some of the negative press which Calvinism receives is actually provoked by Calvinists themselves, Forster here offers a refreshing restatement of the Reformed faith. In the tradition of the personal, pastoral confidence and joy one finds in the Heidelberg Catechism, he presents an account of the Reformed understanding of salvation that is accessible, reliable, and delightful. A super book to read for oneself or to give to Christian friends who may never have understood the joy that lies at the heart of Calvinism.

Ich habe mir das Buch in einer Kindle-Version besorgt, bisher aber nur überflogen. Ich hoffe, es bald gründlich studieren zu können. Die Anregung für dem Kauf empfing ich durch dieses Interview:

Seelsorge: Vertiefungsseminar II

seminar_april2012.jpgBeim „Seelsorge: Vertiefungsseminar II“ (22.–27. April 2012) sind folgende Themen geplant:

  1. Ehre Vater und Mutter (Referent Marshall Brown)
  2. Ehe- und Familienberatung (Referent Beat Tanner)
  3. Depression und Angst (Referent Beat Tanner)
  4. Säkulare Psychologie und Theologie – Einführung (Referent Beat Tanner)
  5. Säkulare Psychologie und Theologische Seelsorgebewegungen (Referent Michael Martens)

Obwohl diese Studienwoche vorrangig für Studierende mit dem Schwerpunkt Seelsorgelehre organisiert wird, sind auch andere Christen eingeladen, die sich für Seelsorge interessieren.

Interessenten finden weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit im Flyer: seminar_april2012.pdf.

Schrieb ein Zeitzeuge das Markusevangelium?

Dass das Markusevangelium  von einem Zeitzeugen Jesu Christi geschrieben wurde, vermutet der US-amerikanische Handschriftenforscher Prof. Daniel B. Wallace (Dallas/Texas). idea meldet:

Er hat nach eigenen Angaben sieben Fragmente mit Auszügen aus dem Neuen Testament entdeckt, von denen sechs aus dem zweiten Jahrhundert stammten und eins aus dem ersten. Dabei handele es sich um einen Auszug aus dem Markus-Evangelium. Diese Datierung habe ein von Wallace namentlich nicht genannter Handschriftenexperte als gesichert bestätigt. Wallace kündigte an, Details über Fundort, Datierung und Inhalt im nächsten Jahr zu veröffentlichen. Die bisher ältesten Abschriften des Markus-Evangeliums stammen aus dem frühen dritten Jahrhundert. Experten sind sich einig, dass eine Bestätigung von Wallaces Vermutung zu einer neuen Sicht über die Entstehung der Evangelien führen werde. Zum einen würde sich herausstellen, wie gut die späteren Handschriften mit der ursprünglichen Fassung übereinstimmen, und zum anderen wäre dies ein Hinweis darauf, dass die Verfasser der Evangelien zeitlich sehr nahe an den Berichten über das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi waren.

Wallace ist eigentlich kein medienvernarrter Stimmungsmacher, sondern ein solider Neutestamentler. Wir müssen auf weitere Erklärungen und Materialien warten.

Ich erinnere mich noch an Vorlesungen von Carsten-Peter Thiede, der 1984 – Hypothesen von José O’Callaghan aufnehmend –, das Papyrusfragment 7Q5 Mk 6,52f zuordnete (das Buch habe ich noch). Thiede war sehr davon überzeugt, mit der abgeleiteten Frühdatierung von Markus richtig zu liegen. Durchsetzen konnte sich seine Theorie allerdings nicht.

Zu Wallace siehe auch hier: evangelicaltextualcriticism.blogspot.com.

„Ich will aber einen Jungen“

Es gibt Dinge, die mich sehr wütend stimmen. Kann es sein, dass ein Kind abgetrieben wird, weil es nicht das Geschlecht besitzt, das von den Eltern gewünscht wird? Dass diese Praxis hier in Europa durchaus anzutreffen ist, haben britische Journalisten nachgewiesen.

Doctors at British clinics have been secretly filmed agreeing to terminate foetuses purely because they are either male or female. Clinicians admitted they were prepared to falsify paperwork to arrange the abortions even though it is illegal to conduct such “sex-selection” procedures. Andrew Lansley, the Health Secretary, said: “I’m extremely concerned to hear about these allegations. Sex selection is illegal and is morally wrong. I’ve asked my officials to investigate this as a matter of urgency.”

The disclosures will add to growing concerns about the regulation of abortion clinics and the apparent ability of women to secure terminations “on demand”. The Daily Telegraph carried out an investigation into sex-selection abortions after concerns were raised that the procedures were becoming increasingly common for cultural and social reasons.

Mehr: www.telegraph.co.uk.

VD: MP

Das rote Buch

rotebuch.jpegAls geheimnisvolles Rotes Buch ging es in die Literatur über C.G. Jung und die Psychoanalyse ein. Niemand bekam es zu Gesicht, da sein Urheber angewiesen hatte, es nicht zu veröffentlichen. Diesem Wunsch wurde viele Jahre entsprochen. Vor einigen Jahre wurde das Werk trotzdem der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Herausgegeben wurde es vom Patmos-Verlag. Obwohl es 198 Euro kostet, ist das von Jung mit Zeichnungen versehene Werk inzwischen in der 9. Auflage erschienen.

Der DLF hat einen Beitrag über das Buch publiziert:[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2012/02/22/dlf_20120222_0949_4da31a54.mp3[/podcast]

Dass in dem Werk Sätze wie „Der alte liebe Gott ist gestorben und es ist gut so“ oder „In uns ist der Weg, die Wahrheit und das Leben“ stehen, erfährt man in diesem Interview: Sternstunde Philosphie – Das Rote Buch von C.G. Jung .

Wer Jung versteht, versteht das moderne esoterische Christentum, in dem das „Selbst“ – wie bei Anselm Grün – Gott genannt wird.

Storytelling

Das Geheimnis unserer Zeit lautet „Storytelling“. Wer heute in der Wirtschaft, Politik oder im geistlichen Dienst „Erfolg“ haben will, muss die Kunst des Geschichtenerzählens beherrschen. Wer noch zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheidet, bleibt schnell auf der Strecke.

Da das Storytelling sich hierzulande im geistlichen Dienst zunehmend großer Beliebtheit erfreut, verweise ich auf die böse Satire „Von der Kunst des Geschichtenerzählens“ aus dem Jahr 2008: storytelling.pdf.

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